Prajāpatis Auge verlangte gleichsam nach dem Pferd-Sein [Anm.: aśvayat, wörtl. 'verhielt sich wie ein Pferd', unsichere genaue Deutung]; das fiel herab; daraus entstand das Roß. Dass es 'aśvayat' [pferdehaft] wurde, das ist eben das Pferd-Sein des Pferdes [Wortspiel aśvayat/aśva]. Das setzten die Götter eben durch den Aśvamedha wieder ein. Der macht fürwahr Prajāpati vollständig, der mit dem Aśvamedha opfert; er selbst wird vollständig. Das ist ja die Sühne für alles, das Heilmittel für alles; damit überwanden die Götter fürwahr alles Übel; auch überwanden sie damit den Brahmanenmord; er überwindet alles Übel, überwindet den Brahmanenmord, der mit dem Aśvamedha opfert.
uttaraṃ vai tatprajāpaterakṣyaśvayat tasmāduttarato'śvasyāvadyanti dakṣiṇato'nyeṣām paśūnām
Das war ja der obere Teil von Prajāpatis Auge, der pferdehaft wurde; deshalb schneidet man vom Roß nördlich [Fleischstücke] ab, von den übrigen Opfertieren südlich.
Eine Binsenmatte aus Rohr (Vetasa) dient als Unterlage; das Roß hat ja seinen Ursprung in den Wassern, das Rohr ist in den Wassern geboren; mit seinem eigenen Ursprung stärkt er es eben.
Der Catuṣṭoma [Anm.: ein vierfacher Lobgesang] ist das Preislied; verrenkt [Anm.: unsicherer Bezug] ist ja der Schenkel des Rosses; das setzten die Götter eben durch das Catuṣṭoma-Preislied wieder ein. Dass der Catuṣṭoma das Preislied ist, dient eben der Vollständigkeit des Rosses. Der letzte Tag ist der Sarvastoma-Atirātra [Anm.: 'Alles-Preislied'-Nachtopfer]; der Sarvastoma-Atirātra ist ja alles, der Aśvamedha ist alles – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem.
Nachdem er mit dem höchsten Preislied gesiegt hat, nämlich mit dem vollzogenen Catuṣṭoma, findet er am folgenden Tag im einundzwanzigfachen [Preislied] seinen festen Stand (Pratiṣṭhā); vom einundzwanzigfachen Standhalte-Tag steigt er am folgenden Tag zu den Jahreszeiten empor; die Jahreszeiten sind ja die Pṛṣṭha-Gesänge, die Jahreszeiten das Jahr – eben in den Jahreszeiten, im Jahr, findet er seinen Halt.
Die Śakvarī-Verse werden zum Pṛṣṭha-Gesang; ein je anderes Versmaß wird verwendet, je andere Opfertiere werden dabei dargebracht, sowohl zahme als auch wilde. Dass die Śakvarīs der Pṛṣṭha-Gesang werden, dient eben der Vollständigkeit des Rosses; andere Opfertiere werden dargebracht, weil eben andere Preislieder vollzogen werden.
Dazu sagt man: „Nicht sind dies alle Opfertiere, nämlich Ziegen, Schafe und Waldtiere; dies vielmehr sind alle Opfertiere, nämlich die Rinder.“ Rinder opfert man am letzten Tag; diese sind ja fürwahr alle Opfertiere, nämlich die Rinder – damit opfert er eben alle Opfertiere. Sie sind Vaiśvadeva-Tiere; das Roß ist ja Vaiśvadeva – zur Vollständigkeit eben des Rosses. Sie sind vielgestaltig; deshalb sind Opfertiere vielgestaltig, verschiedengestaltig; deshalb sind Opfertiere verschiedengestaltig.
Dass es drei Anuṣṭubh-Verse gibt, deshalb steht das Roß, wenn es steht, auf drei Beinen stehend; dass es vier Gāyatrī-Verse gibt, deshalb flieht das Roß, indem es mit allen Beinen zugleich auftritt. Das höchste Versmaß ist ja die Anuṣṭubh; das höchste unter den Opfertieren ist das Roß, das höchste unter den Preisliedern der Catuṣṭoma – eben mit dem Höchsten führt er es zur höchsten Stellung.
Die Śakvarī-Verse werden zum Pṛṣṭha-Gesang; ein je anderes Versmaß, je andere Preislieder werden vollzogen; dass die Śakvarīs der Pṛṣṭha-Gesang werden, dient eben der Vollständigkeit des Rosses.
Der mittlere Tag ist der einundzwanzigfache; jene Sonne dort ist ja das Einundzwanzigfache; sie ist der Aśvamedha – eben mit seinem eigenen Preislied lässt er es in seiner eigenen Gottheit festen Stand finden.
Das Vāmadevya wird zum Maitrāvaruṇa-Gesang; Prajāpati ist ja das Vāmadevya; das Roß ist dem Prajāpati zugehörig – mit seiner eigenen Gottheit stärkt er es eben.
Das Pārthuraśma wird zum Brahman-Gesang [Anm.: Bezeichnung eines Sāman]; durch den Zügel ist ja das Roß gezügelt; ohne Zügel wäre das Roß frei, ungehalten, ohne Halt, im Begriff, in die fernste Ferne zu gehen – dass das Pārthuraśma der Brahman-Gesang wird, dient eben dem Halt des Rosses.
Das Saṃkṛtya-Cāvāka wird zum Gesang [Anm.: Bezeichnung eines Sāman]; wie ein unterbrochenes Opfer ist ja gleichsam dieser Aśvamedha, denn was wird bei ihm wirklich vollzogen, und was nicht [Anm.: sinngemäß wiedergegeben]; dass das Saṃkṛtya-Cāvāka der Gesang wird, dient eben der Vollständigkeit des Rosses. Der letzte Tag ist der Sarvastoma-Atirātra; der Sarvastoma-Atirātra ist ja alles, der Aśvamedha ist alles – zur Erlangung von allem, zur vollständigen Gewinnung von allem.
Einundzwanzigfach ist Agni, einundzwanzigfach das Preislied, einundzwanzig die Opferpfähle; so wie Stiere oder Bullen sich [gegeneinander] aufbäumen würden, ebenso stoßen diese einundzwanzigfachen Preislieder zusammen [Anm.: sinnbildlich für rituelle Gefahr durch Ungleichheit]; würde man diese anders zusammenfügen, geriete man in Bedrängnis, würde der Opferherr Schaden nehmen, sein Opfer zerstört werden.
dvādaśa evāgniḥ syāt ekādaśa yūpā yaddvādaśo'gnirbhavati dvādaśa māsāḥ saṃvatsaraḥ saṃvatsarameva yajñamāpnoti yadekādaśa yūpā virāḍvā eṣā sammīyate yadekādaśinī tasyai ya ekādaśa stana evāsyai sa duha evaināṃ tena
Zwölffach nun soll Agni sein, elf die Opferpfähle; dass Agni zwölffach ist, entspricht den zwölf Monaten des Jahres – eben das Jahr erlangt er als Opfer. Dass es elf Opferpfähle sind: die Virāj wird ja durch dieses Maß zusammengefügt, nämlich durch die Ekādaśinī [Anm.: die 'Elffache']; wer für sie die elf Zitzen kennt, der melkt sie eben damit.
Dazu sagt man: „Wäre Agni zwölffach, elf aber die Opferpfähle, so wäre das, wie wenn man mit einem einzelnen Zugtier führe“ [Anm.: sthūri, ein Wagenpferd, Bild für ein ungleiches Gespann] – deshalb ist Agni einundzwanzigfach, einundzwanzigfach das Preislied, einundzwanzig die Opferpfähle; das ist so, wie wenn man mit den zusätzlichen Beipferden (Praṣṭi) führe.
śiro vā etadyajñasya yadekaviṃśaḥ yo vā aśvamedhe trīṇi śīrṣāṇi veda śiro ha rājñām bhavatyekaviṃśo'gnirbhavatyekaviṃśa stoma ekaviṃśatiryūpā etāni vā aśvamedhe trīṇi śīrṣāṇi tāni ya evaṃ veda śiro ha rājñām bhavati yo vā aśvamedhe tisraḥ kakudo veda kakuddha rājñām bhavatyekaviṃśo'gnirbhavatyekaviṃśa stoma ekaviṃśatiryūpā etā aśvamedhe tisraḥ kakudastā ya evaṃ veda kakuddha rājñām bhavati
Das ist ja das Haupt des Opfers, nämlich das Einundzwanzigfache; wer beim Aśvamedha die drei Häupter kennt, der wird fürwahr das Haupt der Könige: Agni ist einundzwanzigfach, einundzwanzigfach das Preislied, einundzwanzig die Opferpfähle – das sind ja beim Aśvamedha die drei Häupter; wer diese so kennt, der wird das Haupt der Könige. Und wer beim Aśvamedha die drei Buckel [Anm.: kakud, Höcker/Gipfel] kennt, der wird fürwahr der Buckel der Könige: dieselben drei Größen sind beim Aśvamedha die drei Buckel; wer sie so kennt, der wird der Buckel der Könige.
Für alle Gottheiten wird das Roß dargebracht; würde man es nur dem Prajāpati allein weihen, so würde man die Gottheiten, die keinen eigenen Anteil haben, um ihren Anteil bringen. [Anm.: die folgende Wendung 'ādaṃ dadbhiravakāṃ dantamūlaiḥ' ist im Quelltext unklar/mantraartig und wird sinngemäß wiedergegeben] Mit einer solchen Formel spricht er, nachdem er Schmalz-Abschnitte gemacht und die übrigen Anteile zurückgewiesen hat, und opfert den Gottheiten Spenden; eben den Gottheiten, die keinen Anteil haben, gibt er damit ihren Anteil. Nachdem er im Wald den Gottheiten der Reihe nach geopfert hat, opfert er Himmel-und-Erde die letzte Spende; in Himmel und Erde sind ja alle Gottheiten fest gegründet – eben diese erfreut er damit. [Nun folgt die Erzählung:] Die Götter und Asuras standen im Kampf gegeneinander.
te'bruvan agnayaḥ sviṣṭakṛto'śvasya vayamuddhāramuddharāmahai tenāsurānabhibhaviṣyāma iti te lohitamudaharanta bhrātṛvyābhibhūtyai yatsviṣṭakṛdbhyo lohitaṃ juhoti bhrātṛvyābhibhūtyai bhavatyātmanā parāsya dviṣanbhrātṛvyo bhavati ya evaṃ veda
Sie, die Sviṣṭakṛt-Feuer [Anm.: der 'Wohl-Geopfert-Habende', ein Agni-Aspekt], sprachen: „Lasst uns eine Auswahl vom Roß entnehmen; damit werden wir die Asuras überwältigen.“ Sie entnahmen das Blut, zur Überwältigung des Nebenbuhlers. Dass man den Sviṣṭakṛt-Feuern Blut opfert, dient der Überwältigung des Nebenbuhlers; von selbst geht dessen hassender Nebenbuhler zugrunde, wer dies so weiß.
gomṛgakaṇṭhena prathamāmāhutiṃ juhoti paśavo vai gomṛgā rudraḥ sviṣṭakṛtpaśūneva rudrādantardadhāti tasmādyatraiṣāśvamedha āhutirhūyate na tatra rudraḥ paśūnabhimanyate
Mit dem Hals des Wildrinds (Gomṛga) opfert er die erste Spende; Opfertiere sind ja die Wildrinder, Rudra der Sviṣṭakṛt – eben die Opfertiere verbirgt er damit vor Rudra; deshalb, wo diese Aśvamedha-Spende geopfert wird, dort begehrt Rudra nicht nach den Opfertieren.
Mit dem Huf des Rosses opfert er die zweite Spende; Opfertiere sind ja die Einhufer, Rudra der Sviṣṭakṛt; die Opfertiere [Anm.: Die Quelle bricht an dieser Stelle mit einem einzelnen '>'-Zeichen ab, vermutlich ein Transkriptionsartefakt für unlesbaren/fehlenden Text; der Sinn ergänzt sich sinngemäß aus der Parallelformel der vorigen Einheit] verbirgt er damit vor Rudra; deshalb, wo diese Aśvamedha-Spende geopfert wird, dort begehrt Rudra nicht nach den Opfertieren.
ayasmayena caruṇā tṛtīyāmāhutiṃ juhoti āyasyo vai prajā rudraḥ sviṣṭakṛtprajā eva rudrādantardadhāti tasmādyatraiṣāśvamedha āhutirhūyate na tatra rudraḥ prajā abhimanyate
Mit eisernem Opferbrei (Caru) opfert er die dritte Spende; eisenartig ist ja die Nachkommenschaft [Anm.: sinnbildlich für Härte/Wehrhaftigkeit], Rudra der Sviṣṭakṛt – eben die Nachkommenschaft verbirgt er damit vor Rudra; deshalb, wo diese Aśvamedha-Spende geopfert wird, dort begehrt Rudra nicht nach der Nachkommenschaft.
sarveṣu vai lokeṣu mṛtyavo'nvāyattāstebhyo yadāhutīrna juhuyālloke-loka enam mṛtyurvindedyanmṛtyubhya āhutīrjuhoti loke-loka eva mṛtyumapajayati
In allen Welten sind ja Todesmächte (Mṛtyu) verankert; würde man ihnen keine Spenden opfern, so würde einen in jeder einzelnen Welt der Tod ereilen. Dass man den Todesmächten Spenden opfert, dient dem: in jeder einzelnen Welt überwindet er eben den Tod.
Dazu sagt man: „Würde er, opfernd, mit den Worten 'Diesem, Svāhā! Jenem, Svāhā!' den Tod benennen, so würde er viele Todesmächte zu Feinden machen und sich dem Tod ausliefern“ [Anm.: unsichere genaue Deutung der Formulierung]. „Dem Tod, Svāhā!“ – so opfert er nur einem einzigen Namen eine einzige Spende; nur einer ist ja fürwahr in jener Welt der Tod, nämlich der Hunger; eben diesen überwindet er in jener Welt.
brahmahatyāyai svāheti dvitīyāmāhutiṃ juhoti amṛtyurha vā anyo brahmahatyāyai mṛtyureṣa ha vai sākṣānmṛtyuryadbrahmahatyā sākṣādeva mṛtyumapajayati
„Dem Brahmanenmord, Svāhā!“ – damit opfert er die zweite Spende; kein anderer Tod ist ja fürwahr unsterblich außer dem Brahmanenmord; dieser ist fürwahr der Tod selbst, nämlich der Brahmanenmord – damit überwindet er den Tod selbst unmittelbar.
Diese Sühne für den Brahmanenmord kannte fürwahr Muṇḍibha Audanya [Anm.: Eigenname]. Dass man die Spende für den Brahmanenmord opfert, bedeutet: nachdem er den Tod eben mit der Spende gesättigt und eingehegt hat, schafft er ein Heilmittel für den Brahmanenmörder; deshalb schafft er damit ein Heilmittel für den, der, auch nachdem für ihn diese Aśvamedha-Spende geopfert worden ist, unter seinen späteren Nachkommen einen Brahmanen erschlägt.
Vom dargebrachten Roß entwich ja der Opfersaft (Medha); daraus entstand das Aśvastomīya [Anm.: eine Opferspende]; dass man das Aśvastomīya opfert, bedeutet: eben das Roß stärkt er damit durch den Opfersaft.
Man opfert mit Schmalz; Schmalz ist ja der Opfersaft, und Opfersaft ist das Aśvastomīya – eben mit dem Opfersaft legt er den Opfersaft in es hinein. Man opfert mit Schmalz; das ist ja die liebe Wohnstatt der Götter, nämlich das Schmalz – mit dieser lieben Wohnstatt stärkt er sie eben.
Nachdem er das Aśvastomīya geopfert hat, opfert er den Dvipadā-Vers [den 'Zweifüßigen']; das Roß ist ja das Aśvastomīya, der Mensch der Dvipadā; zweifüßig ist ja der Mensch, auf zwei Füßen stehend – damit stärkt er es durch diesen Halt.
Dazu sagt man: „Das Aśvastomīya soll zuerst geopfert werden, dann der Dvipadā-Vers“ – Opfertiere sind ja das Aśvastomīya, der Mensch der Dvipadā; dass man, nachdem man das Aśvastomīya geopfert hat, den Dvipadā-Vers opfert, bedeutet: deshalb steht der Mensch über den Opfertieren.
Sechzehn Aśvastomīya-Spenden opfert er; sechzehnteilig sind ja die Opfertiere; das ist das rechte Maß der Opfertiere – eben die Opfertiere stärkt er damit ihrem Maß gemäß. Würde er weniger oder mehr opfern, so würde er die Opfertiere um ihr rechtes Maß bringen; er opfert sechzehn; sechzehnteilig sind ja die Opfertiere; das ist ihr rechtes Maß – eben die Opfertiere stärkt er damit ihrem Maß gemäß. Keine andere Spende opfert er als letzte; würde er eine andere als letzte Spende opfern, so würde er vom rechten Halt abweichen; den Dvipadā-Vers opfert er als letzten; Halt ist ja der Dvipadā-Vers – er findet eben damit festen Halt. „Dem Jumbaka, Svāhā!“ – beim Abschlussbad (Avabhṛtha) opfert er die letzte Spende; Varuṇa ist ja der Jumbaka [Anm.: unsichere Deutung] – unmittelbar eben verehrt er damit Varuṇa. Er opfert auf dem Scheitel eines weißen Tieres, eines kahlen, feuchten, gelbäugigen Tieres [Anm.: die genaue Zuordnung dieser Attribute bleibt unsicher]; das ist ja die Gestalt Varuṇas – eben durch diese Gestalt verehrt er Varuṇa.
Zwölf Brahmaudana-Breigaben [Anm.: 'Brahmanen-Reisbrei'] spendet er, nachdem er sich erhoben hat, opfert mit zwölf Iṣṭi-Opfern. Dazu sagt man: „Das ist ja die Gestalt des Opfers, dass es Iṣṭi-Opfer sind; würde man mit Iṣṭi-Opfern opfern, würde diesem Opfer zwar etwas Vertrautes/Nahegelegenes anhaften [Anm.: unsichere Deutung], es wäre aber schlechter ausgeführt; erschöpft werden ja dann die Versmaße dessen, der so opfert; warum sollte man dies also eilig anwenden? Bei Beendigung des Opfers wird ja die ganze Rede erschöpft; dort wird sie erschöpft, abgestanden; denn sie wird gleichsam grausam/roh gemacht [Anm.: unsichere Deutung]; die Rede ist ja das Opfer; deshalb sollte man die Iṣṭi-Opfer nicht anwenden.“
Nur zwölf Brahmaudana-Breigaben soll er, nachdem er sich erhoben hat, spenden; Prajāpati ist ja der Reisbrei, Prajāpati das Jahr, Prajāpati das Opfer – eben das Jahr erlangt er als Opfer; ihm wird das Opfer vertraut/nahegelegen, es wird nicht schlechter ausgeführt.
eṣa vai vyāvṛttirnāma yajñaḥ yatraitena yajñena yajante sarvameva vyāvṛttam bhavati
Dies ist fürwahr das Opfer namens 'Umkehrung' (Vyāvṛtti); [Anm.: sinngemäß, evtl. 'Abwendung'] wo man mit diesem Opfer opfert, dort wird alles umgekehrt.
Dies ist fürwahr das Opfer namens 'Brahman-glanzreich' (Brahmavarcasin); wo man mit diesem Opfer opfert, dort wird bis hin zum Brahmanen ein Brahman-glanzreicher geboren.
Dies ist fürwahr das Opfer namens 'Durchdringend-Treffend' (Ativyādhin); wo man mit diesem Opfer opfert, dort wird bis hin zum Krieger (Rājanya) ein Durchdringend-Treffender geboren.
Dies ist fürwahr das Opfer namens 'Langlebig' (Dīrgha); wo man mit diesem Opfer opfert, dort wird selbst bis in die ferne Wildnis hinein [Anm.: dīrghāraṇya, unsichere genaue Deutung] Langlebigkeit geboren.
athātaḥ prāyaścittīnām yadyaśvo vaḍavāṃ skandedvāyavyam payo'nunirvapedvāyurvai retasāṃ vikartā prāṇo vai vāyuḥ prāṇo hi retasāṃ vikartā retasaivāsmiṃstadreto dadhāti
Nun folgen die Sühnehandlungen (Prāyaścitti): Wenn das Roß eine Stute bespringt, so soll man dem Vāyu geweihte Milch nachopfern; Vāyu ist ja der Ordner des Samens [Anm.: vikartā, wörtl. 'der Zerteiler'], Prāṇa ist ja Vāyu, Prāṇa ist ja der Ordner des Samens – eben mit Samen legt er ihm damit den Samen wieder recht hinein.
atha yadi srāmo vindet pauṣṇaṃ carumanunirvapetpūṣā vai paśūnāmīṣṭe sa yasyaiva paśavo yaḥ paśūnāmīṣṭe tamevaitatprīṇātyagado haiva bhavati
Wenn es aber Lahmheit befällt, soll man dem Pūṣan geweihten Opferbrei nachopfern; Pūṣan ist ja der Herr der Opfertiere; dem, dem eben die Opfertiere gehören, nämlich dem, der Herr der Opfertiere ist, eben diesen erfreut er damit; so wird es fürwahr wieder gesund.
Wenn es aber eine Augenkrankheit [Anm.: akṣatāmaya, unsichere Deutung] befällt, soll man dem Agni Vaiśvānara geweihten, auf zwölf Scherben gebackenen Opferkuchen nachopfern, oder einen Erd-Scherben-Kuchen; diese Erde hier ist ja Vaiśvānara – eben diese erfreut er damit; so wird es fürwahr wieder gesund.
atha yadyakṣyāmayo vindet sauryaṃ carumanunirvapetsūryo vai prajānāṃ cakṣuryadā hyevaiṣa udetyathedaṃ sarvaṃ carati cakṣuṣaivāsmiṃstaccakṣurdadhāti sa yaccarurbhavati cakṣuṣā hyayamātmā carati
Wenn es aber eine Augenkrankheit [Anm.: akṣyāmaya, im Unterschied zum vorigen akṣatāmaya, unsichere genaue Bedeutungsdifferenz] befällt, soll man der Sonne geweihten Opferbrei nachopfern; Sūrya ist ja das Auge der Geschöpfe; denn wenn eben diese aufgeht, dann erst regt sich dies alles hier – eben mit dem Auge legt er ihm damit das Auge hinein; dass es ein Opferbrei ist, bedeutet: durch das Auge regt sich ja dieses Selbst.
Wenn es aber im Wasser stirbt, soll man dem Varuṇa geweihten, aus Gerste bereiteten Opferbrei nachopfern; Varuṇa ergreift ja den, der im Wasser stirbt; eben diese Gottheit, die es ergreift, erfreut er damit; sie, erfreut, gestattet ihm, ein anderes Roß zu ergreifen; mit ihrer Erlaubnis ergreift er es. Dass er aus Gerste bereitet ist: der Gerste gehört ja Varuṇa.
Wenn es aber spurlos verlorengeht, soll man ein Drei-Spenden-Opfer nachopfern: den Himmel-und-Erde geweihten, auf einer Scherbe gebackenen Opferkuchen, die dem Vāyu geweihte Milch, den der Sonne geweihten Opferbrei. Denn was immer verlorengeht, das geht ja zwischen Himmel und Erde verloren; dort weht der Wind darüber, dort erwärmt die Sonne es; ohne diese Gottheiten geht nichts verloren; diese Opferhandlung ist eben eigens zum Wiederfinden des Verlorenen bestimmt. Wenn nun auch bei ihm [dem Opferherrn] etwas anderes verlorengeht, so soll er eben damit opfern; er findet es dann fürwahr wieder. Wenn aber Feinde das Roß ergreifen, oder wenn es sonst stirbt, oder wenn man im Wasser ein anderes herbeiführt und besprengt – eben das ist dort die Sühnehandlung.