Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Aśvamedha-Abschnitt 4

Anuvāka 8 Ritueller Dialog der Königinnen und Priester am toten Roß mit derb-fruchtbarkeitsmagischen Sprüchen (Aśvamedha-Kohabitationsritus), samt Nachträgen.

ambe ambāly ambike na mā nayati kaścana |

Mütterchen, Ambālī, Ambikā! Keiner führt mich (dorthin);

sasasty aśvakas subhage kāmpīlavāsini ‖

das Rösslein schläft [oder: liegt still ?], Glückliche, du Bewohnerin von Kāmpīla [?].

svarge loke saṃprorṇuvāthām

Im Himmelsraum sollt ihr beide euch zusammen bedecken.

āham ajāmi garbhadham

Ich treibe (es) heran, den Keimspender;

ā tvam ajāmi garbhadham

du treibst (es) heran, den Keimspender.

tau saha caturaḥ padas saṃ pra sārayāvahai

Wir beide wollen zusammen die vier Füße ausstrecken [?];

vṛṣā vāṃ retodhā reto dadhātu

der Stier, der Samenspender, soll euch beiden Samen einlegen.

ut sakthyor gṛdaṃ dhehy añjim udañjim anv aja ‖

Bring den Schoß-Gierigen [?] zwischen die Schenkel hinauf; treib Salbe und Aufsalbung heran [Anm.: Zeile dunkel, anzüglich; Deutung unsicher ?].

yas strīṇāṃ jīvabhojano ya āsāṃ biladhāvanaḥ |

Der der Frauen Lebensnahrung ist, der ihre Höhlung durchläuft [?],

priyas strīṇām apīcyo ya āsāṃ kṛṣṇe lakṣmaṇi

der den Frauen lieb, verborgen [?] ist, der an ihrem dunklen Merkmal,

sardigṛdiṃ parāvadhīt ‖

den Sardigṛdi [Anm.: unklarer Name, etwa 'Schleim-Gierigen' ?] hat weggeschlagen.

ambe ambāly ambike na mā nayati kaścana |

Mütterchen, Ambālī, Ambikā! Keiner führt mich (dorthin);

ūrdhvām enām ucchrayatād veṇubhāraṃ girā iva |

Richtet diese aufrecht auf wie eine Bambuslast auf Bergen [?].

adhāsyā madhyam edhatām̐ śīte vāte punann iva ‖

Dann soll ihre Mitte gedeihen, wie wenn man im kühlen Wind worfelt.

amba ity uktam ‖

„Mutter“ – so ist gesagt (worden).

yad dhariṇī yavam atti na puṣṭaṃ paśu manyate |

Wenn die Hirschkuh die Gerste frisst, hält das Tier sich nicht für genährt;

śūdrā yad aryajārā na poṣāya dhanāyati ‖

wenn eine Śūdrā die Geliebte eines Ārya ist, trachtet sie nicht nach Gedeihen [?].

amba ity uktam ‖

„Mutter“ – so ist gesagt.

iyaṃ yakā śakuntikāhalam iti vañcati |

Diese Yakā [?] Vögelchen täuscht mit „āhalam“ [Anm.: lautmalend ?];

āhataṃ gabhe paso nijalgalīti dhānikā ‖

„Geschlagen ist, im Schoß, das Glied [pasas]“ – das Körnchen-Mädchen schluckt (es) hinab [?].

amba ity uktam ‖

„Mutter“ – so ist gesagt.

mātā ca te pitā ca te 'graṃ vṛkṣasya rohataḥ |

Deine Mutter und dein Vater steigen zur Spitze des Baumes;

prasulāmīti te pitā gabhe muṣṭim atam̐sayat ‖

„Ich schüttle (es) aus [?]“ – so spricht dein Vater, im Schoß hat er die Faust bewegt [?].

dadhikrāvṇo akāriṣam

„Dem Dadhikrāvan habe ich gehuldigt“ [Anm.: Anfangsworte des Verses, nur zitiert],

āpo hi ṣṭheti tisraḥ ‖

„Ihr Wasser seid ja …“ – die drei (Verse).