Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 24

Anuvāka 4 Schrittregeln beim Wegführen der Kaufkuh und Spende in die Fußspur; Fragen der Vollzugsfehler (Spende ohne Feuer, Wasserguss, Ehefrau).

dakṣiṇena padā dakṣiṇāni padāny anunikrāmati

Mit dem rechten Fuß folgt er den rechten Schritten nach.

tasmād dakṣiṇo 'rdha ātmano vīryāvattaras

Darum ist die rechte Hälfte des Selbst die manneskräftigere.

ṣaṭ padāny anunikrāmati

Sechs Schritten folgt er nach.

ṛtuṣv eva pratitiṣṭhati

in den Jahreszeiten gerade findet er Halt.

ṣaṭ pṛṣṭhāni

Sechs sind die Pṛṣṭha-Sāmans;

saptamaṃ padam abhigṛhṇāti

Den siebenten Schritt fasst er an (nimmt er auf).

sapta grāmyāḥ paśavas

Sieben sind die Haustiere;

saptadheyaṃ vāg vadati

Siebenfach gegliedert spricht die Rede;

vasvy asi rudrāsīti

„Reichtum-spendend bist du, Rudra-gehörig bist du“ –

devanāmāni vā eṣaitāni prapadyate

diese Götternamen ja ruft er hier an [?].

iyam asīyam asīty evaitad āha

„Diese bist du, diese bist du“ – so gerade sagt er damit.

yadyad bhavaty atho vāca evaitat samyag udyate

Was immer geschieht – auch wird dies gerade recht der Rede (Kaufkuh) dargebracht [?].

bṛhaspatis tvā sumne ramṇātu rudro vasubhir ācaka iti

„Bṛhaspati soll dich in Gunst erfreuen, Rudra, mit den Vasu (zusammen), der Ansager“ [?].

brahma vai bṛhaspatī rudro devānām ojiṣṭhas

Das Brahman ist ja Bṛhaspati, Rudra der kraftvollste der Götter;

yā eva devānām ojiṣṭhau tābhyām enām antato yacchati ‖

durch die beiden kraftvollsten der Götter übergibt er sie am Ende.

pṛthivyās tvā mūrdhann ājigharmi devayajana iti

„Auf dem Haupt der Erde, am Götteropferplatz, lasse ich dich erglühen“ [?] –

eṣa hi pṛthivyā mūrdhā yad devayajanam

denn dieser ist das Haupt der Erde, nämlich der Götteropferplatz.

iḍāyās pade ghṛtavati svāheti

„In Iḍās Fußspur, der schmalzreichen. Svāhā!“

iḍā vā eṣā tasyā etad ghṛtavat padam̐

Iḍā ist ja diese (Kuh); ihr ist dies die schmalzreiche Fußspur.

svāhākāreṇaivaināṃ yacchati

Mit dem Ausruf „svāhā“ gerade übergibt er sie.

idam ahaṃ rakṣaso grīvā apikṛntāmīti

„Hiermit schneide ich dem Unhold die Hälse ab“ –

bhrātṛvyo vai rakṣas

der Rivale ist ja der Unhold;

bhrātṛvyasyaiva grīvā apikṛntati

des Rivalen Hälse gerade schneidet er ab.

sphyena padaṃ parilikhati

Mit dem Holzschwert (sphya) umritzt er die Fußspur.

vajro vai sphyaḥ

Der Vajra ist ja das Holzschwert;

vajreṇaivāsmai paśūn parigṛhṇāti

Mit dem Vajra gerade umschließt er für ihn das Vieh.

yāvad ghṛtaṃ vidhāvet tāvad abhiparilikhet

So weit das Schmalz auseinander liefe, so weit soll er umritzen.

sthālyāṃ padam̐ saṃvapati

In den Topf streut (füllt) er die Fußspur (den Staub der Fußspur).

ādityā vai paśavaḥ

Die Ādityas sind ja das Vieh;

pṛthivyās sthālī saṃbhṛtā

aus der Erde ist der Topf zusammengefügt (gemacht).

sva evainān yonau dadhāti

In ihren eigenen Schoß gerade legt er sie.

asme ramasvāsme te rāya iti

„Bei uns erfreue dich, bei uns sind deine Reichtümer“ –

yat tve rāya iti brūyād itarasmai paśūn saṃprayacched adhvaryur apaśus syāt

Wenn er sagte „bei dir sind Reichtümer“, so würde er einem anderen das Vieh zuwenden, und der Adhvaryu wäre ohne Vieh.

me rāya iti

(Darum sagt er:) „bei mir (uns) sind Reichtümer“;

ātmann eva paśūn yacchate ‖

in sich selbst gerade hält er das Vieh (zusammen).

vyṛddhā vā eṣāhutir yām anagnau juhoti

Missraten ist diese Spende, die man in kein Feuer opfert.

yad dhiraṇyam upāsya juhoti

Dass er nach Hinzulegung von Gold opfert,

agnimaty eva juhoti

opfert er gerade in (etwas) mit Feuer Versehenes;

anagnau vā etām āhutiṃ juhoti

Denn in kein Feuer opfert er diese Spende;

tām īśvarāṇi rakṣām̐sy anūdayya hantor

ihr nach würden die Unholde, Macht habend, aufkommen, um (ihn) zu erschlagen,

śāntyā eva rakṣasām apahatyai

zur Besänftigung gerade, zum Abwehren der Unholde.

ayonīn vā etat paśūñ chucārpayati

Ohne Schoß (ohne Heimstatt) gleichsam überliefert er das Vieh der Trauer,

yad eṣāṃ padaṃ parikhāyāharati

wenn er deren Fußspur ausgräbt und wegträgt;

paśūn eva śuco muñcati

befreit er gerade das Vieh von der Trauer.

somakrayaṇyā patnīm̐ saṃkhyāpayati

Bei der Soma-Kaufkuh lässt er die Ehefrau (den Opferherrn-Gattin) aufzählend nennen (die Zahl bekunden) [?].

patnyā evaiṣa yajñasyānvārambhas

Durch die Ehefrau gerade ist dies das Anfassen (Mitvollziehen) des Opfers;

atho mithunam eva yajñamukhe dadhāti

und ein Paar gerade legt er an den Anfang des Opfers.

tvaṣṭṛmantas tvā sapemeti

„Mit Tvaṣṭṛ (an der Seite) wollen wir dir dienen“ –

ato hīmāḥ prajāḥ prajāyante

denn von hier aus werden diese Geschöpfe geboren.