haste hiraṇyaṃ kṛtvā mimīte
Nachdem er Gold in die Hand genommen hat, bemisst er (den Soma-Preis).
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 24
haste hiraṇyaṃ kṛtvā mimīte
Nachdem er Gold in die Hand genommen hat, bemisst er (den Soma-Preis).
satyaṃ vai hiraṇyam
Wahrheit ist ja das Gold;
satyenaivainaṃ mimīte
mit der Wahrheit gerade bemisst er ihn.
amṛtaṃ vai hiraṇyam
Unsterblichkeit (Unsterbliches) ist ja das Gold;
amṛtenaivainaṃ mimīte
mit dem Unsterblichen gerade bemisst er ihn.
āsmāko 'sīti
„Zu uns gehörig bist du“ –
svam evainaṃ kurute
zum Eigenen gerade macht er ihn.
śukras te graha iti
„Der Helle ist dein Schöpfbecher (graha)“ –
śukram evāsya gṛhṇāti
den hellen (Śukra-Becher) gerade schöpft er für ihn.
abhi tyaṃ devam̐ savitāram iti
„Auf jenen Gott Savitṛ (hin)“ –
savitṛprasūta evainaṃ devatābhir mimīte
von Savitṛ angetrieben bemisst er ihn gerade mit den Gottheiten.
aticchandasā mimīte
Mit einem Aticchandas-Spruch bemisst er.
varṣma vā eṣā chandasāṃ yad aticchandās
Der Gipfel (das Höchstmaß) der Metren ist ja der Aticchandas;
varṣmaivainau gamayati yajñaṃ ca yajamānaṃ ca
zum Gipfel gerade führt er diese beiden, das Opfer und den Opferherrn.
ekaikayā mimīte
Mit je einer (Silbe/Zeile) bemisst er.
āsām eva vīryāṇy āpnoti
Von diesen (Kühen [?]) gerade erlangt er die Kräfte.
tasmād imāḥ kāmaṃ nyacāmaḥ kāmaṃ prasārayāmas
Darum können wir diese nach Belieben einziehen (senken), nach Belieben ausstrecken [Anm.: von den Fingern/Gliedern gesagt ?] [?].
yat sarvābhis saha mimīta hastam āsāṃ vīryam abhisamiyāt
Wenn er mit allen zugleich bemäße, so würde die Hand deren Kraft zusammenziehen [?].
aṅguṣṭhena pratimimīte
Mit dem Daumen misst er dagegen.
tasmād eṣa etāsāṃ vīryāṇi prati
Darum (wirkt) dieser (Daumen) den Kräften dieser (Finger) entgegen [?].
ud eva sṛjen
Er soll (sie) nur wieder loslassen (ausstrecken).
na nyacet
Er soll (die Hand) nicht einziehen (geschlossen halten).
yan nyacet pāśaṃ kuryād varuṇyaḥ pāśo varuṇa enaṃ grāhukas syāt
Würde er sie einziehen, so würde er eine Schlinge machen, die Schlinge Varuṇas; Varuṇa würde ihn packen.
yad utsṛjati
Dass er (sie) loslässt,
varuṇapāśād evātmānaṃ parivṛṇakti ‖
davor bewahrt er sich gerade vor Varuṇas Schlinge.
dvir mimīte
Zweimal bemisst er;
dve hi śukriye savane
denn zwei sind die Pressungen des Śukra.
daśa kṛtvo mimīte
Zehnmal bemisst er.
daśākṣarā virāḍ
Zehnsilbig ist die Virāj;
annaṃ virāḍ
Speise ist die Virāj;
virājy evānnādye pratitiṣṭhati
in der Virāj, im Speiseessen, gerade findet er Halt.
yat parimitaṃ mimīta parimitaṃ jīvanam̐ syāt
Bemäße er begrenzt, so wäre das Leben begrenzt;
aparimitaṃ mimīte
unbegrenzt bemisst er.
tasmād idam aparimitaṃ jīvanam
Darum ist dies Leben unbegrenzt [?].
yat parimitaṃ mimīta yajamānāyaiva syād
Bemäße er begrenzt, so würde es nur für den Opferherrn sein;
aparimitaṃ mimīte
unbegrenzt bemisst er.
tena sadasyebhyo 'pi kriyate
Dadurch wird es auch für die Mitglieder der Sitzung (sadasya) getan.
prajābhyas tvā prajās tvānuprāṇantv iti
„Für die Geschöpfe (nehme ich) dich; die Geschöpfe sollen dir nachatmen“ –
prajā vā am̐śavaḥ
die Geschöpfe sind ja die Somastengel (aṃśu);
prajāsv eva prāṇaṃ dadhāti
in die Geschöpfe gerade legt er Atem.
caturgṛhītam ājyaṃ bhavati
Viermal geschöpft ist das Schmalz (ājya).
catuṣpādaḥ paśavaḥ
Vierfüßig ist das Vieh;
paśūn evāsmai gṛhṇāti
das Vieh gerade nimmt er für ihn auf.
etadrūpā vai paśavas
Von dieser Gestalt ist ja das Vieh,
yad ghṛtam
nämlich (von der) des Schmalzes;
sarūpān eva paśūn avarunddhe ‖
gleichgestaltetes Vieh gerade gewinnt er.
iyaṃ te śukra tanūr idaṃ varca iti hiraṇyaṃ ghṛte 'vadadhāti
„Dies ist dein Leib, Śukra, dies dein Glanz“ – (so sprechend) legt er das Gold in das Schmalz.
eṣā vā agneḥ priyā tanūr yad ghṛtam
Das ist ja Agnis liebster Leib, nämlich das Schmalz;
tejo hiraṇyam
Glanz ist das Gold;
priyām evāsya tanvaṃ tejasā samardhayati
seinen lieben Leib gerade stattet er mit Glanz aus.
reto vai hiraṇyam
Same ist ja das Gold;
paśavo ghṛtam
das Vieh ist das Schmalz;
yad dhiraṇyaṃ ghṛte 'vadadhāti
dass er das Gold in das Schmalz legt,
paśuṣv eva reto dadhāti
legt er gerade in das Vieh Same.
tasmād anasthakād retaso 'sthanvanto garbhāḥ prajāyante
Darum werden aus knochenlosem Samen knochenhaltige Leibesfrüchte geboren.
baddhvāvadadhāti
Nachdem er (das Gold) gebunden hat, legt er es hinein;
garbhāṇāṃ dhṛtyai
zum Festhalten der Leibesfrüchte.
aprapādāya
Damit sie nicht (vorzeitig) abfallen [?].
niṣṭarkyaṃ badhnāti
Er bindet (es) mit einer Schlinge zum Lösen [Anm.: niṣṭarkya, Bedeutung unsicher: „auflösbar/lösbarer Knoten“] [?].
tasmād yoner garbhā mucyante
Darum werden die Leibesfrüchte aus dem Schoß gelöst.
yad aniṣṭarkyaṃ badhnīyān na yoner garbhā mucyeran
Bände er (es) nicht lösbar, so würden die Leibesfrüchte nicht aus dem Schoß gelöst.
yajuṣāvadadhāti yajuṣoddharati
Mit einem Opferspruch legt er (es) hinein, mit einem Opferspruch nimmt er (es) heraus.
yajuṣaiva yunakti yajuṣā vimuñcati
Mit einem Opferspruch gerade schirrt er an, mit einem Opferspruch löst er ab.
tasmāt parācīḥ prajā reto dadhate 'rvācīḥ prajāyante ‖
Darum legen die Geschöpfe, (vom Mann) abgewandt, Samen ein; zugewandt werden sie geboren [?].