pracyavasva bhuvanaspata iti
„Setz dich in Bewegung, Herr der Wesen“ –
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 24
pracyavasva bhuvanaspata iti
„Setz dich in Bewegung, Herr der Wesen“ –
bhūtānām̐ hy eṣa patis
denn dieser ist der Herr der Wesen;
viśvāny abhi dhāmānīti
„zu allen Stätten hin“ –
devatā vai viśvā dhāmāni
die Gottheiten sind ja alle Stätten;
devatā evainam abhi pracyāvayati
zu den Gottheiten gerade lässt er ihn hinziehen.
śyeno bhūtvā parāpateti
„Zum Falken geworden, flieg fort“ –
śyeno vai vayasāṃ kṣepiṣṭhas
der Falke ist ja der schnellste der Vögel;
śyenam evainaṃ kṛtvā rakṣām̐ṣy atisṛjati
ihn gerade zum Falken machend, lässt er (ihn) an den Unholden vorbeischießen [?].
yajamānasya no gṛhe sam̐skṛtam iti
„Im Haus unseres Opferherrn, zubereitet (geweiht)“ –
yajamānāyatanam evainaṃ karoti
zur Heimstatt des Opferherrn gerade macht er ihn.
atho yajamānasyaiva gṛhe devatābhis sam̐skṛtaṃ kurute
Und im Haus des Opferherrn gerade macht er (ihn) von den Gottheiten zubereitet.
namo mitrasya varuṇasya cakṣasa iti
„Verehrung dem Auge Mitras und Varuṇas“ –
varuṇo vā eṣa bhūtvā yajamānam abhyeti
als Varuṇa nämlich tritt dieser zum Opferherrn heran;
mitram evainaṃ kurute
zum Mitra gerade macht er ihn.
āsandīm udgṛhṇanti
Sie heben den Thronsessel (āsandī) auf.
yathā manuṣyarājāyāvasthitāyāsandīm udgṛhṇanty evam eva tat
Wie man einem Menschenkönig, der herangetreten ist, den Thronsessel aufrichtet, gerade so ist dies.
agninā pratitiṣṭhate
Durch Agni findet er Halt.
agnis sarvā devatās
Agni ist alle Gottheiten;
devatābhir evainaṃ pratitiṣṭhate
durch die Gottheiten gerade lässt er ihn Halt finden [?].
agnīṣomau vā etarhi yajamānam abhi saṃdhattas
Agni und Soma fassen jetzt den Opferherrn zusammen (binden ihn an sich),
yat paśunā pratitiṣṭhate
wenn er durch ein Tier Halt findet.
tam evābhyām apidadhāti
Ihn gerade deckt er diesen beiden zu (übergibt er ihnen).
agnīṣomābhyāṃ vā eṣa ātmānaṃ medhāyālabhate yo dīkṣate
Für Agni und Soma ergreift dieser sich selbst zum Opfer (Opferstärkung), wer die Weihe (dīkṣā) nimmt.
yat paśum ālabhate
Dass er ein Tier ergreift (zum Opfer weiht),
ātmānaṃ tena niṣkrīṇāti
damit kauft er sich selbst los.
yas tūparaś śmaśruṇo dvidevatyasya rūpaṃ lomaśaḥ pīvā puruṣarūpas tam ālabheta
Doch der (Bock), der (mit) bartähnlichem Fell, die Gestalt (des Tieres) für zwei Gottheiten, behaart, fett, menschengestaltig ist, den soll er ergreifen [?].
tasya yo 'śnāti puruṣam atti
Wer von ihm isst, isst einen Menschen.
tasmāt tasya nāśitavyam
Darum soll man davon nicht essen.
kṣudhyati vai dīkṣitaḥ
Hungrig ist ja der Geweihte;
kṣudha eṣa niṣkrayaṇa ālabhyate
als Loskauf vom Hunger wird dieser (Bock) ergriffen.
tasya yo 'śnāti kṣodhuko bhavati
Wer davon isst, wird hungrig (gierig).
tasmāt tasya nāśitavyam
Darum soll man davon nicht essen.
agnīṣomābhyāṃ vai vīryeṇendro vṛtram ahan
Durch die Kraft Agnis und Somas erschlug Indra den Vṛtra;
sa eṣa vārtraghnaḥ paśur vijityā ālabhyate
dieses Vṛtra-tötende Tier wird zum Sieg (Siegesbeute) ergriffen.
tasmād asyāśitavyam
Darum soll man von ihm (nicht) essen [?].
devatā vā enaṃ pūrvedyur ālabhyamānaṃ nābhiprācyavanta parasmād yajñakrator nirariṣyāma iti
Die Gottheiten waren ihm, dem am Vortag ergriffenen, nicht zugetan (wichen nicht zu ihm hin): „Wir würden vom höheren Opferwerk verlassen (ausfallen).“ [?]
tam agnīṣomā evābhiprācyavetāṃ parācīr itarā yajñam abhyatyasṛjanta
Nur Agni und Soma traten zu ihm hin; die anderen (Gottheiten), abgewandt, gaben das Opfer preis [?].
tasmād eṣo 'gnīṣomīya ālabhyate
Darum wird dieses (Tier) Agni und Soma geweiht und ergriffen.
tasmād agnīṣomābhyāṃ graho na gṛhyate ‖
Darum wird für Agni und Soma kein Schöpfbecher (graha) geschöpft.
tau devān upāvartamānau tayor yat priyaṃ dhāmāsīt tad apanyadadhātām
Als diese beiden sich den Göttern zuwandten, legten sie das, was ihre Lieblingsstätte gewesen war, beiseite.
tad devā anveṣṭum adhriyanta
Die Götter wagten (übernahmen es), danach zu suchen.
te prabāhug icchanta āyan
Sie, mit ausgestrecktem Arm suchend (Hand in Hand [?]), kamen heran.
te navaṃ vā idam̐ sṛptam ity abhyavāyan
Sie gingen darauf zu: „Dies ist (etwas) Neues, Herangeglittenes.“
yan navam ity abruvam̐s tan navanītasya navanītatvam
Dass sie „neu“ sagten – das ist die Neuheit (Namensherkunft) der frischen Butter (navanīta);
yat sṛptam iti tat sarpiṣas sarpiṣṭvam
dass „herangeglitten“ – das ist die Eigenschaft des Schmelzbutters (sarpis) [Anm.: Etymologie sṛp-/sarpis].
yad ajo 'vindat tad ājyasyājyatvam
Dass die Ziege (aja) es fand – das ist die Eigenschaft des Schmalzes (ājya).
sa ghṛṅṅ akarot
Sie machte „ghṛṅ“ [Anm.: lautmalend].
tad ghṛtasya ghṛtatvam
Das ist die Eigenschaft des Schmalzes (ghṛta).
tasmād ajo ghṛṅkarikrac carati
Darum geht die Ziege unter fortwährendem „ghṛṅ“-Machen umher [?].
tat paśūn anvākurvan
Da machten sie es dem Vieh nach (schufen sie es unter dem Vieh) [?].
tat paśavas samabharan
Das trugen die Tiere zusammen (brachten sie hervor).
tenaitena paśubhyo 'dhijāyante
Dadurch werden aus dem Vieh (Milch etc.) hervorgebracht [?].
tā abruvatāṃ vāryaṃ vṛṇāvahā ayam eva nau bhāgadheyam astu yo nau priyaṃ dhāmāvidad iti
Die beiden sagten: „Wir wollen uns eine Gabe wählen: dies (Tier) soll unser beider Anteil sein, das unsere Lieblingsstätte gefunden hat.“
tasmād eṣo 'gnīṣomīya ālabhyate
Darum wird dieses (Tier) Agni und Soma geweiht und ergriffen.
tasmād asyāśitavyam
Darum soll man von ihm (essen) [?].
vāryavṛto hi ‖
Denn es ist als Gabe erwählt.