vimukto 'nyo 'naḍvān bhavaty avimukto 'nyas
Der eine Zugstier ist ausgespannt, der andere nicht ausgespannt.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 24
vimukto 'nyo 'naḍvān bhavaty avimukto 'nyas
Der eine Zugstier ist ausgespannt, der andere nicht ausgespannt.
athātithyaṃ nirupyate
Dann wird die Gastopfer-Gabe (ātithya) ausgeschüttet.
yajñasya saṃtatyā avicchedāya
Zur Zusammenfügung des Opfers, zur Nichtunterbrechung.
yad ubhau vimuktau syātāṃ pitṛdevatyam̐ havis syād vicchinno yajño 'saṃtato 'navaruddhas
Wären beide ausgespannt, so wäre die Gabe den Vätern zugehörig; das Opfer wäre zerrissen, nicht zusammenhängend, nicht gewonnen.
yad ubhā avimuktau vārtraghnam̐ havis syāt saṃtato yajño 'vicchinno 'varuddhas
Wären beide nicht ausgespannt, so wäre die Gabe Vṛtra-tötend; (dann wäre) das Opfer zusammenhängend, ungebrochen, gewonnen [?].
yad vimukto 'nyo bhavaty avimukto 'nyas
Dass der eine ausgespannt ist, der andere nicht,
vārtraghnam̐ havir bhavaty apitṛdevatyam̐ saṃtato yajño 'vicchinno 'varuddhaḥ
so wird die Gabe Vṛtra-tötend, nicht den Vätern gehörig; zusammenhängend, ungebrochen, gewonnen ist das Opfer.
patnīm anvārambhayitvā nirvapati
Nachdem er die Ehefrau (die Opfergabe) hat anfassen lassen, schüttet er (sie) aus.
patnī vai pārīṇahyasyeśe
Die Ehefrau ist ja Herrin des Hausrats (pārīṇahya).
anumatam eva prasūtaṃ devebhyo havir nirvapati
Mit Zustimmung gerade, angetrieben, schüttet er den Göttern die Gabe aus.
patnyā evaiṣa yajñasyānvārambhas
Durch die Ehefrau ist dies das Mitfassen des Opfers;
atho mithunam eva yajñamukhe dadhāti
und ein Paar gerade legt er an den Anfang des Opfers,
prajananāya ‖
zur Zeugung.
yāvanto vai puṇyam anvāyanti sarvebhyas tebhya ātithyaṃ kriyate
So viele dem Guten (dem Opfer) nachgehen, für alle diese wird das Gastopfer gemacht.
chandām̐si somaṃ rājānaṃ krītam anvāyanti
Die Metren folgen dem gekauften König Soma nach.
agnes tanūr asi viṣṇave tveti
„Agnis Leib bist du; für Viṣṇu dich“ –
gāyatryaitan nirvapati
mit der Gāyatrī schüttet er dies aus.
somasya tanūr asi viṣṇave tveti
„Somas Leib bist du; für Viṣṇu dich“ –
triṣṭubhaitan nirvapati
mit der Triṣṭubh schüttet er dies aus.
atither ātithyam asi viṣṇave tveti
„Des Gastes Gastgabe bist du; für Viṣṇu dich“ –
jagatyaitan nirvapati
mit der Jagatī schüttet er dies aus.
agnaye tvā rāyaspoṣade viṣṇave tveti
„Für Agni dich, den Reichtumsgedeihen-Gebenden; für Viṣṇu dich“ –
anuṣṭubhaitan nirvapati
mit der Anuṣṭubh schüttet er dies aus.
śyenāya tvā somabhṛte viṣṇave tveti
„Für den Falken dich, den Somabringer; für Viṣṇu dich“ –
gāyatryaitan nirvapati
mit der Gāyatrī schüttet er dies aus.
gāyatrī vā etam āharad amuṣmāl lokāt
Die Gāyatrī ja holte ihn von jener Welt herbei;
tasmāt sā punaryāmṇī
darum ist sie die, die wieder (zurück)kehrt [?].
tasmāt punaḥ prayujyate
Darum wird sie wiederum verwendet.
yac chandobhir nirvapati
Dass er mit den Metren ausschüttet,
cchandām̐sy eva bhāgadheyavanti karoti
macht er die Metren gerade zu solchen mit Anteil (bhāgadheya).
pañca kṛtvo nirvapati
Fünfmal schüttet er aus.
pāṅkto yajñas
Fünfteilig (pāṅkta) ist das Opfer;
yajñam evāvarunddhe
das Opfer gerade gewinnt er.
viṣṇave tvā viṣṇave tveti
„Für Viṣṇu dich, für Viṣṇu dich“ –
viṣṇur vā etarhi yajño yarhy aniruktas
Viṣṇu ist jetzt das Opfer, solange es noch unbestimmt (unausgesprochen) ist [?].
tasmād vaiṣṇavaḥ puroḍāśo bhavati
Darum ist der Opferkuchen (puroḍāśa) Viṣṇu zugehörig.
trikapālaḥ kāryas
Auf drei Schalen soll er gemacht werden.
sa hi vaiṣṇavas
Denn er ist Viṣṇu-gehörig,
yan navakapālas
der auf neun Schalen (bereitet wird);
tenaiva trikapālas
dadurch gerade (gilt er) als auf drei Schalen;
trayo hi te trikapālā navakapālo bhavati
denn drei dreischalige (Kuchen) sind das; er ist neunschalig.
nava prāṇāḥ
Neun sind die Hauche (Öffnungen);
prāṇair eva yajñamukhe praiti
mit den Hauchen gerade geht er am Anfang des Opfers voran.
atho teja eva trivṛtaṃ yajñamukhe 'dhiviyātayati
Und den dreifachen (trivṛt) Glanz gerade fügt er am Anfang des Opfers ein [?].
yat trikapālas
Dass (er) dreischalig (ist),
tena vaiṣṇavas
dadurch ist er Viṣṇu-gehörig.
yat ṣaṭ
Dass (er) sechs (…),
tena cchandasāṃ tenobhayasmān naiti ‖
dadurch (gehört er) den Metren; dadurch geht er von keinem von beiden verloren [Anm.: Sinn lückenhaft überliefert] [?].
paśur ālabhyas somāya rājña ity āhur manuṣyarājāyen nvai paśur ālabhyata iti
„Ein Tier ist für König Soma zu ergreifen“, sagt man; „für einen Menschenkönig doch wird das Tier ergriffen.“ [?]
agniṃ manthanti
Sie reiben Feuer.
āgneyā vai paśavas
Agni-zugehörig ist ja das Vieh;
tad evāsmai paśum ālabhate
damit gerade ergreift er für ihn ein Tier.
agnis sarvā devatās
Agni ist alle Gottheiten;
sarvā eva devatās somāya ca cchandobhyaś cāgatebhyo janayati
alle Gottheiten gerade erzeugt er für den gekommenen Soma und die (mitgekommenen) Metren [?].
āśvavālaḥ prastāro bhavaty aikṣavā udyāvau
Aus Pferdehaar ist der Streubüschel (prastara), aus Zuckerrohr die Aufheber (udyāva) [?].
aśva iva vai prajāpatir āsīt
Prajāpati war gleichsam ein Pferd;
tasyaite vālā āsan yad aśvavālā etau bāhū yā udyāvau
dies waren seine Haare, nämlich die Pferdehaare; diese beiden Arme, das sind die Udyāvas.
taṃ devā anvārabhya svargaṃ lokam āyan
Ihn anfassend gelangten die Götter zur Himmelswelt.
yad āśvavālaḥ prastāro bhavaty aikṣavā udyāvau
Dass der Streubüschel aus Pferdehaar ist und die Aufheber aus Zuckerrohr,
prajāpatim evānvārabhate
fasst er gerade Prajāpati an;
svargasya lokasya samaṣṭyai
zur Erlangung der Himmelswelt.
prajāpater vā etāni pakṣmāṇi ye 'śvavālās
Prajāpatis Wimpern (Haarbüschel) sind dies, nämlich die Pferdehaare;
yad āśvavālaḥ prastāro bhavati
dass der Streubüschel aus Pferdehaar ist,
prajāpater evādhi yajñamukhaṃ pratanute ‖
von Prajāpati aus gerade spannt er den Anfang des Opfers.
rakṣām̐si vai devānāṃ yajñam ajighām̐san
Die Unholde wollten das Opfer der Götter erschlagen.
tāni kārṣmaryeṇāpāghnata
Diese erschlugen sie (die Götter) mit Kārṣmarya-Holz [Anm.: Holz des Gmelina-Baumes].
yat kārṣmaryamayāḥ paridhayo bhavanti
Dass die Umfassungsscheite (paridhi) aus Kārṣmarya-Holz sind,
rakṣasām apahatyai
(geschieht) zur Abwehr der Unholde.
yadyad vai devā etenākurvata tenārdhnuvan
Was immer die Götter hiermit machten, dadurch hatten sie Erfolg;
tad asya karmaṇyatvam
das ist dessen Eignung zum Werk (karmaṇyatva).
karmaṇyo vai nāmaiṣa
„Werktauglich“ ist ja dessen Name.
yajñamukha evaitenardhnoti
Am Anfang des Opfers gerade hat man damit Erfolg.
saptadaśa sāmidhenyo bhavanti
Siebzehn Entzündungsverse (sāmidhenī) gibt es.
saptadaśo vai saṃvatsaraḥ pañcartavo dvādaśa māsās
Siebzehnfach ist ja das Jahr: fünf Jahreszeiten, zwölf Monate;
eṣa vāva sa saṃvatsaras
dies ist eben jenes Jahr.
saṃvatsarād evādhi yajñamukhaṃ pratanute ‖
Vom Jahr aus gerade spannt er den Anfang des Opfers.
śiro vā etad yajñasya yad ātithyam
Das Haupt des Opfers ist dieses, nämlich das Gastopfer;
grīvā upasadas
der Nacken sind die Upasad-Feiern.
yat sam̐sthāpayen mukhato yajñam̐ sam̐sthāpayec chiro grīvābhyo yajñasyāvacchindyāt
Würde er es (das Gastopfer) abschließen, so würde er das Opfer vom Mund her abschließen, das Haupt des Opfers von den Nackenteilen abtrennen.
iḍāntaṃ bhavati
Es endet mit der Iḍā-Anrufung.
śira eva grīvāsu yajñasya pratidadhāti
Das Haupt des Opfers gerade setzt er auf den Nacken.
navakapālo bhavati
Es ist (der Kuchen) neunschalig.
tasmān navadhā puruṣasya śiro viṣyūtam
Darum ist des Menschen Haupt neunfach (in neun Öffnungen) durchbohrt [?].
upasado vā etasyānuyājās tānūnaptam āśīs
Die Upasad-Feiern sind ja dessen Nachopfer (anuyāja); Tānūnaptra (Opfer) und Segensspruch (sind) dazu [?].
tasmād ananuyājaṃ bhavati ‖
Darum ist es ohne Nachopfer.