yā śyetākṣī kṛṣṇavālā kṛṣṇaśaphā na tayā krīṇīyāt
Die (Kuh), die weißäugig, schwarzschwänzig und schwarzhufig ist, mit der soll er nicht kaufen.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 24
yā śyetākṣī kṛṣṇavālā kṛṣṇaśaphā na tayā krīṇīyāt
Die (Kuh), die weißäugig, schwarzschwänzig und schwarzhufig ist, mit der soll er nicht kaufen.
hataṃ vā asyā etat paripiṣṭam
Denn zerschlagen und zermalmt ist bei ihr dieses (Aussehen) [?].
pitṛdevatyā sā
Den Vätern geweiht ist sie;
pramāyukas syāt
(der Opferherr) würde bald sterben.
yā dvirūpā na tayā krīṇiyāt
Die zweifarbige, mit der soll er nicht kaufen.
vartraghnī sā
Vṛtra-tötend (Feinde-erschlagend) ist sie;
jināti vā jīyate vā
er besiegt entweder oder wird besiegt.
uta tayā rājanyasya krīṇīyāt
Doch mit ihr darf er für einen Rājanya (Fürsten) kaufen,
na hi tasyāntarāsti
denn für diesen gibt es kein Dazwischen (keine Ausnahme [?]);
jināti vā hi sa jīyate vā
er nämlich besiegt entweder oder wird besiegt.
yādhīlodhakarṇī tayā ṣoḍaśinaṃ krīṇīyāt
Mit der (Kuh), die ... Ohren hat [Anm.: adhīlodhakarṇī, Bedeutung unklar, etwa „mit hervorstehenden/hängenden Ohren“ ?], soll er für den Ṣoḍaśin (Schöpfbecher) kaufen.
atiriktaṃ vā etad rūpāṇām atiriktaṣ ṣoḍaśī
Denn das ist ein Überschüssiges unter den Farbgestalten, überschüssig ist der Ṣoḍaśin;
atiriktenaivātiriktam āpnoti
durch Überschüssiges gerade erlangt er Überschüssiges.
yā babhrur ekahāyanī tayā krīṇīyāt
Die braune, einjährige (Kuh) – mit dieser soll er kaufen.
vāg vai somakrayaṇī
Die Rede fürwahr ist die Soma-Kaufkuh;
puruṣo vāg
der Mensch ist Rede (redet).
yad ekahāyanyā krīṇāti
Dass er mit einer Einjährigen kauft –
tasmād ekahāyanaḥ puruṣo vācaṃ vadati
darum spricht der Mensch, einjährig (als Kind), das Wort.
yaj jyāyasyā krīṇāti
Dass er mit einer Älteren kauft –
tasmāj jyāyān vadati ‖
darum spricht der Ältere (eigentlich) [Anm.: jyāyān, d.h. der Erwachsene spricht besser?].
chandām̐si vā amuṣmāl lokāt somam āharan gāyatrī śyeno bhūtvā
Die Metren holten den Soma von jener Welt herbei; die Gāyatrī, zum Falken geworden.
taṃ gandharvā antarā paryamuṣṇan viśvāvasus
Ihn beraubten die Gandharven unterwegs ringsum, (nämlich) Viśvāvasu (mit seinen Leuten) [?].
sa tisro rātrīr upahṛto 'vasat
Er (Soma) weilte, entführt, drei Nächte (dort).
tasmāt tisro rātrīs somaḥ krīto vasati
Darum weilt der gekaufte Soma drei Nächte.
taṃ devāḥ punar ayācanta
Ihn erbaten die Götter wieder zurück.
tam ebhyo na punar adadus
Ihn gaben sie ihnen nicht zurück.
te 'bruvan gavā niṣkrīṇāmeti
Sie (die Götter) sagten: „Wir wollen (ihn) mit einer Kuh loskaufen.“
te 'manyanta yajñena vikreṣyāmahe yad gavā niṣkreṣyāma iti
Sie (die Gandharven) dachten: „Wir würden das Opfer verkaufen (verlieren), wenn wir ihn mit einer Kuh loskaufen ließen.“
te 'bruvan strīkāmā vai gandharvā vācam̐ striyaṃ kṛtvā māyām upāvāsṛjam̐s
Sie sagten: „Die Gandharven sind ja weibersüchtig“; sie machten die Rede zur Frau und ließen (sie) als Zauber(trug) auf sie los.
te 'manyanta prajayā vyakreṣmahi ye vācā vyakreṣmahīti
Sie dachten: „Wir haben mit einem Nachkommen (Geschöpf) gehandelt, da wir mit der Rede gehandelt haben.“ [?]
te 'nvārtīyantāsmākam̐ somo 'smākam̐ somakrayaṇīti
Sie (die Gandharven) gerieten hinterher in Not: „Uns gehört der Soma, uns die Soma-Kaufkuh.“ [?]
te gandharvā abruvan vihvayāmahā iti
Diese Gandharven sagten: „Wir wollen sie zurückrufen.“ [?]
te brahma gandharvā avadann agāyan devās
Die Gandharven sprachen heilige Worte (Brahman), die Götter sangen.
sā devān gāyata upāvartata
Sie (die Rede) wandte sich zu den Göttern, die sangen.
tasmād gāyantam̐ strī kāmayate na brahma vadantam
Darum begehrt eine Frau einen Singenden, nicht einen, der das heilige Wort spricht.
adruhyad dhi sā brahmaṇe
Denn sie hatte sich dem heiligen Wort gegenüber feindselig gezeigt [?].
tasmād āhur akrītas somo na somakrayaṇy asti devān hi sā punar upāvartateti
Darum sagt man: „Ungekauft ist der Soma, es gibt keine Soma-Kaufkuh, denn sie hat sich wieder den Göttern zugewandt.“
te 'bruvan strīkāmā vai gandharvā bahu vai gandharveṣu mithunībhavantī saṃbhavanty acārīr apaḥ praviśyodehīti
Sie (die Götter) sagten (zu ihr): „Die Gandharven sind weibersüchtig; du wirst viel unter den Gandharven zur Paarung (Umarmung) gelangen; du bist (schon) umhergezogen; tritt in die Wasser ein und steige wieder auf.“ [?]
tasyā yad dhataṃ paripiṣṭam āsīt taj jaratī kūṭā bhūtvodait
Was an ihr zerschlagen und zermalmt war, das stieg als alte, verstümmelte (Kuh) [Anm.: kūṭā, „hornlos/verstümmelt“ ?] auf.
te 'bruvan pitṛdevatyā vā iyam iti
Sie sagten: „Den Vätern geweiht ist diese.“
tasmāt tāṃ pitṛbhyo ghnanti
Darum tötet man sie für die Väter.
te 'bruvan punaḥ praviśyodehīti
Sie sagten: „Tritt wieder ein und steige auf.“
sā paṣṭhauhī vārtraghnī dvirūpā bhūtvodait
Sie stieg auf, als (junge) Paṣṭhauhī [Anm.: Kuh, die ein (Jahr) trächtig war/junge Kuh ?], Vṛtra-tötende, Zweifarbige geworden.
sā tena rūpeṇāpāspṛṇuta
Sie wehrte mit dieser Gestalt (die Gandharven) ab [?].
tasmāt sā varo 'tivaro 'nyas
Darum ist sie (eine) Wahl, eine Überwahl, eine andere [?].
nainaṃ varo hinasti ya evaṃ vidvān varaṃ vṛṇīte
Nicht schädigt ihn eine Wahl (ein Wunsch?), wer dies wissend eine Wahl trifft [?].
te 'bruvan punaḥ praviśyodehīti
Sie sagten: „Tritt wieder ein und steige auf.“
sā babhrur ekahāyanī bhūtvodait
Sie stieg auf, braun und einjährig geworden.
tayākrīṇan
Mit ihr kauften sie (den Soma).
tasmāt sā somakrayaṇī
Darum ist sie die Soma-Kaufkuh.
tad asyā rūpam ‖
Das ist ihre (eigentliche) Gestalt.