devā vā anyo'nyasya śrauṣṭhyāya nātiṣṭhanta
Die Götter fügten sich einander nicht in den Vorrang (rivalisierten um den Vorrang) [?].
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 24
devā vā anyo'nyasya śrauṣṭhyāya nātiṣṭhanta
Die Götter fügten sich einander nicht in den Vorrang (rivalisierten um den Vorrang) [?].
te caturdhā vyudakrāmann agnir vasubhis somo rudrair indro marudbhir varuṇa ādityais
Sie gingen in vier Gruppen auseinander: Agni mit den Vasus, Soma mit den Rudras, Indra mit den Maruts, Varuṇa mit den Ādityas.
te devāḥ pāpīyām̐so 'bhavan vasīyām̐so 'surās
Diese Götter wurden schlechter (schwächer), die Asuras besser (mächtiger).
te 'viduḥ pāpīyām̐so vai tye bhavanti vasīyām̐so 'surā iti
Sie erkannten: „Schwächer werden ja diese (Götter), mächtiger die Asuras.“
te priyās tanvas samavādyanta
Sie vereinbarten sich gegenseitig (im Eid) über ihre lieben Leiber [Anm.: tanū-naptra, „Leib-Verwandtschaft/Eidbund“; Etymologie hier über samavādyanta].
te 'bruvann eṣāṃ nas tan na pārayād yo no 'nyo'nyasmai druhyād iti
Sie sagten: „Wer von uns dem anderen Schaden zufügt, dem soll dies (der Bund) von unseren (Leibern) nicht zum Ziel gelangen [?].“
tasmāt satānūnaptriṇe na drogdhavai
Darum darf man einem, der mit einem Tānūnaptra (Eidbund) verbunden ist, nicht Schaden zufügen.
yad druhyati priyāyai tanvai druhyati
Wenn er Schaden zufügt, schädigt er den eigenen lieben Leib.
yat tanvas samavādyanta tat tānūnaptrasya tānūnaptratvam
Dass sie sich über die Leiber vereinbarten, das ist das Wesen (die Namensdeutung) des Tānūnaptra.
tato devā abhavan parāsurā abhavan
Daraufhin wurden die Götter (siegreich), die Asuras unterlagen.
ya evaṃ vidvām̐s tānūnaptram upaiti bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati
Wer, dies wissend, sich dem Tānūnaptra zuwendet, wird selbst (siegreich), sein Rivale unterliegt.
asau vā āditya indras
Jener Āditya (die Sonne) ist ja Indra;
tasya te śraiṣṭhyāyātiṣṭhanta
diese (Götter) fügten sich in seinen Vorrang [?].
tiṣṭhante 'sya samānāś śraiṣṭhyāya ya evaṃ veda
Ihm fügen sich seine Ebenbürtigen im Vorrang, wer dies weiß.
etasmin vai te tās tanvas saṃnyadadhata
In diesen ja legten sie jene Leiber zusammen.
tasmād eṣa tejiṣṭhaṃ tapati
Darum brennt dieser am glanzvollsten.
tasmāt sūryadevatyās somā bhūyiṣṭhā hūyante
Darum werden die meisten Soma-Spenden (Somaopfer) der Sonne als Gottheit dargebracht [?].
ājyena vai vajreṇa devā vṛtram aghnan srugbhyāṃ bāhubhyām
Mit dem Schmalz als Vajra erschlugen die Götter den Vṛtra, (mit) den Opferlöffeln als Armen.
somo vṛtras
Soma ist Vṛtra.
ghnanti vā etat somaṃ yad asyājyenāntikaṃ juhvati
Sie erschlagen diesen Soma, indem sie in seiner Nähe mit Schmalz opfern.
am̐śuram̐śus te deva somāpyāyatām iti
„Stengel um Stengel von dir, Gott Soma, soll anschwellen“ –
yad evāsya ghnanti yan nitamayanti tad āpyāyayanti
was sie von ihm erschlagen, was sie niederdrücken (auspressen), das lassen sie (so) anschwellen [?].
yanti vā ete 'smāl lokād ye somam āpyāyayanti
Von dieser Welt scheiden diese, die den Soma anschwellen lassen [?].
eṣṭā rāyaḥ preṣe bhagāyeti
„Ihr seid gewollt (gesucht), zum Reichtum, zum Antrieb, zum Glück“ –
asminn eva loke pratitiṣṭhanti
in dieser Welt gerade finden sie Halt.
pitaraṃ ca vā eṣa mātaraṃ ca hinasti yo garbham̐ hanti
Vater und Mutter schädigt, wer eine Leibesfrucht tötet.
anayor garbhas somo rājā
Deren beider Leibesfrucht ist König Soma [Anm.: d.h. Himmel und Erde] [?].
namo dive namaḥ pṛthivyā iti
„Verehrung dem Himmel, Verehrung der Erde“ –
ābhyām eva nihnute
diesen beiden gerade neigt er sich [?].
kiṃ dīkṣayā spṛṇotīty āhuḥ kim avāntaradīkṣayeti
„Was erlangt er durch die Weihe (dīkṣā)?“ sagt man, „was durch die Zwischenweihe (avāntaradīkṣā)?“
ātmānam eva dīkṣayā spṛṇoti prajām avāntaradīkṣayā
Sich selbst gerade erlangt er durch die Weihe, die Nachkommenschaft durch die Zwischenweihe.
saṃtarāṃ mekhalām āyacchate ‖
Er zieht den Gürtel (mekhalā) fest an, dicht [?].
kanīyo vratam upaiti
Er tritt zu dem geringeren Gelübde (Vrata) hin [?].
tasmād ātmanaḥ prajām̐hīyasī
Darum ist die Nachkommenschaft geringer als das Selbst [?].
yat paras satyāṃ visṛjate tasmāt parovarīyaḥ prajayā putreṇa pautreṇa prathate
Dass er (den Gürtel) am Ende lockert, darum breitet er sich (in der Nachwelt) über Kinder, Söhne, Enkel aus, immer weiter [?].
agnir vai dīkṣitas
Agni ist ja der Geweihte.
śamayanty agnim āpas
Die Wasser beruhigen Agni.
madantīnāṃ mārjayate
Mit den (Wassern, den) sprudelnden [madantī] reinigt er sich [?].
madantīnāṃ vratayati
Mit den sprudelnden hält er das Gelübde (er nimmt die Milch/das Vrata) [?].
aśāntyai
Zur Nichtberuhigung (um es nicht zu löschen) [?].
śāntir hy āpas
Denn die Wasser sind Beruhigung;
atho teja evātman bhūyas samādhatte
und Glanz gerade legt er reichlicher in sich.
na vā etena hutaṃ vratayitavyaṃ nāhutaṃ yo dīkṣitas
Nicht soll der Geweihte das Gelübde mit Geopfertem halten noch mit Ungeopfertem.
agnir vai rudras
Agni ist ja Rudra;
agninaiṣa tanvaṃ viparidhatte
mit Agni umgibt dieser seinen Leib (Schutz) [?].
yā te agne rudriyā tanūr iti vratayati
„Dein Rudra-artiger Leib, Agni“ – (so sprechend) hält er das Gelübde.
svāyām eva devatāyām̐ hutaṃ vratayati
In der eigenen Gottheit gerade Geopfertes verzehrt (hält) er im Gelübde.
tenāsya na hutaṃ bhavati nāhutam ‖
Dadurch ist ihm weder Geopfertes noch Ungeopfertes.