Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 24

Anuvāka 10 Kampf um die drei Burgen der Asuras und die Upasad-Feiern als Vertreibung aus Welten, Jahreszeiten und Tag/Nacht; Zahl der Upasad-Tage; Agni als Vorhut; Schlussvermerk.

devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan

Götter und Asuras standen im Kampf einander gegenüber.

teṣām asurāṇām imāḥ pura āsann ayasmayīyaṃ rajatāntarikṣam̐ hariṇī dyaus

Diese Burgen jener Asuras waren: diese eiserne (Erde), der silberne Luftraum, der goldene Himmel [Anm.: hariṇī, „goldfarben/gelbgrün“, hier als „golden“ gedeutet] [?].

te devās saṃghātam̐saṃghātaṃ parājayanta

Die Götter unterlagen (wurden besiegt) Schar um Schar [?].

te 'vidur anāyatanā hi vai smas tasmāt parājayāmaha iti

Sie erkannten: „Wir sind ohne Heimstatt; deshalb unterliegen wir.“

ta etāḥ puraḥ pratyakurvata havirdhānaṃ diva āgnīdhram antarikṣāt sadaḥ pṛthivyās

Sie errichteten gegenüber diese Burgen: das Havirdhāna (Somakarrenschuppen) gegenüber dem Himmel, das Āgnīdhra gegenüber dem Luftraum, das Sadas (Sitzhalle) gegenüber der Erde.

te 'bruvann upasadam upāyāmopasadā vai mahāpuraṃ jayantīti

Sie sagten: „Wir wollen die Belagerung (upasad) beginnen; durch Belagerung ja erobert man eine große Burg.“

ta upasadam upāyan

Sie gingen zur Belagerung (Upasad) über.

tān upasadbhir evaibhyo lokebhyo niraghnan

Sie stießen sie durch die Upasad-Feiern gerade aus diesen Welten hinaus.

tasmād āhur upasadā vai mahāpuraṃ jayantīti

Darum sagt man: „Durch Belagerung erobert man eine große Burg.“

ta ebhyo lokebhyo nirhatā ṛtūn prāviśan

Aus diesen Welten hinausgestoßen, traten sie in die Jahreszeiten ein.

te ṣaḍ upāyan

Sie (die Götter) gingen mit sechs (Upasad-Tagen) heran.

tān upasadbhir evartubhyo niraghnan dvābhyām amuṣmāl lokād dvābhyām antarikṣād dvābhyāṃ pṛthivyās

Sie stießen sie durch die Upasad-Feiern gerade aus den Jahreszeiten hinaus: mit zwei (Tagen) aus jener Welt, mit zwei aus dem Luftraum, mit zwei von der Erde.

ta ṛtubhyo nirhatās saṃvatsaraṃ prāviśan

Aus den Jahreszeiten hinausgestoßen, traten sie in das Jahr ein.

te dvādaśopāyan

Sie (die Götter) gingen mit zwölf (Upasad-Tagen) heran.

tān upasadbhir eva saṃvatsarān niraghnam̐ś catasṛbhir amuṣmāl lokāc catasṛbhir antarikṣāc catasṛbhiḥ pṛthivyās

Sie stießen sie durch die Upasad-Feiern gerade aus dem Jahr hinaus: mit vier aus jener Welt, mit vier aus dem Luftraum, mit vier von der Erde.

te saṃvatsarān nirhatā ahorātre prāviśan

Aus dem Jahr hinausgestoßen, traten sie in Tag und Nacht ein.

te yat sāyam upāyam̐s tenainān rātryā anudanta yat prātas tenāhnas

Dadurch, dass sie am Abend herangingen, stießen sie sie aus der Nacht hinaus, dadurch, dass am Morgen, aus dem Tag.

tasmād gaus sāyaṃ prātastanam āpyāyate prātas sāyantanam

Darum schwillt (sättigt sich) die Kuh am Abend für den Morgen, am Morgen für den Abend [?].

tān upasadbhir evaibhyo lokebhyo nudamānā āyan

Sie (die Götter) kamen, jene durch die Upasad-Feiern aus diesen Welten stoßend.

tato devā abhavan parāsurā abhavan

Daraufhin wurden die Götter (siegreich), die Asuras unterlagen.

sarvebhya evaibhyo lokebhyo bhrātṛvyaṃ nudamāna eti ya evaṃ vidvān upasada upaiti bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati ‖

Aus allen diesen Welten gerade stößt seinen Rivalen fort, wer, dies wissend, sich den Upasad-Feiern zuwendet; er selbst wird (siegreich), sein Rivale unterliegt.

na dvādaśāgniṣṭomasya kuryāt

Zwölf (Upasad-Tage) soll man beim Agniṣṭoma nicht machen.

aśāntā nirmṛjyur

(Sonst) würden sie (die Upasad-Tage) ungeglättet abgestrichen werden [?].

na tisro 'hīnasya

Drei soll man bei einem Ahīna (mehrtägigen Somaopfer) nicht machen.

upariṣṭād yajñakratur garīyān abhiṣīded grīvā niśśṛṇīyād ārtim ārchet

Von oben her würde das schwerere Opferwerk (herab)sinken, der Nacken zerbrechen, er würde ins Unheil geraten [?].

dvādaśāhīnasya kuryāt

Zwölf soll man beim Ahīna machen,

śāntyā anirmārgāya

zur Beruhigung, zum Nichtwegwischen [?].

tisro 'gniṣṭomasya

Drei (soll man) beim Agniṣṭoma (machen),

pratyuttabdhyai sayatvāya

zur Stützung (Gegenhalt), zur Verbundenheit [?].

te devā asuryān imāṃl lokān nānvavaitum adhṛṣṇuvan

Diese Götter wagten es nicht, diese asurischen Welten zu betreten.

tān agninā mukhenānvavāyan

Sie gingen ihnen mit Agni als Vorderteil (Anführer) nach [?].

yad agnimanty upasadāṃ pratīkāni bhavanti

Dass die Anfänge der Upasad-Verse mit Agni versehen sind,

yathā kṣetrapatiḥ kṣetre 'nvavanayaty evam evaitat

ist wie ein Feldherr (Herr des Feldes) das Feld (mit Wasser) hindurchleitet; gerade so ist dies [?].

agninā mukhenemāṃl lokān abhijayanto yanti

Mit Agni als Vorderteil ziehen sie, diese Welten erobernd.

yo ha vai devān sādhyān veda sidhyaty asmai

Wer die Götter, die Sādhyas (Zu-Vollendenden [?]) kennt, dem gelingt es.

ime vāva lokā devās sādhyās

Diese Welten eben sind die Götter, die Sādhyas;

siddham̐ hy asyai siddham asmai siddham amuṣmai

denn vollendet ist für diese (Erde), vollendet für diese (Luft), vollendet für jene (Himmel) [?].

ya evaṃ veda sidhyaty asmai ‖

Wer dies weiß, dem gelingt es.

iti śrīmadyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyāṃ madhyamikāyāṃ sākṣīti nāma caturvim̐śasthānakaṃ paripūrṇam ‖

So (endet) im ehrwürdigen Yajus, in der Kāṭhaka-Fassung der Caraka-Schule, im mittleren (Teil): das vierundzwanzigste Sthānaka namens „Sākṣī“ [Anm.: Titel „Zeuge“ ?], vollendet.