Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 25
Anuvāka 1
Die Upasad-Feiern als Pfeil der Götter, den Rudra losschickt, sowie ihre Zahl und ihre Regeln (ohne Prayāja und Anuyāja).
iṣuṃ vā etā devās samaskurvan yad upasado 'gnim̐ śṛṅgam̐ somam̐ śalyaṃ viṣṇuṃ tejanam
Einen Pfeil fürwahr richteten diese Götter her, nämlich die Upasad-Feiern [Anm.: upasad = Belagerungs-Feiern, Vorfeiern des Soma-Opfers]: Agni als Spitze, Soma als Schaft [?], Viṣṇu als Befiederung [?], (und) die Schärfung als Schneide.
te 'bruvan yo na ojiṣṭhas sa imāṃ visṛjatv iti
Sie sprachen: „Wer von uns der kraftvollste ist, der soll diesen (Pfeil) abschießen.“
te rudram abruvam̐s tvaṃ vai na ojiṣṭho 'si tvam imāṃ visṛjeti
Sie sagten zu Rudra: „Du bist fürwahr der kraftvollste von uns; schieße du ihn ab.“
so 'bravīd vāryaṃ vṛṇā aham eva paśūnām īśā iti
Er sprach: „Ich wähle eine Wunschgabe: ich allein soll Herr über die Tiere sein.“
te 'manyanta yad ayaṃ paśūnām īśiṣyate sarvān nirṇeṣyatīti
Sie dachten: „Wenn dieser über die Tiere gebietet, wird er alle (sie) hinwegführen [?].“
te 'bruvan saptāhānīśāsai na parācīnam iti
Sie sprachen: „Sieben Tage lang sollst du herrschen, nicht darüber hinaus.“
tasmāt saptāhāni rudraḥ paśūnām īśe rakṣām̐si parācīnaṃ ghnanti
Daher gebietet Rudra sieben Tage lang über die Tiere; (danach) schlagen die Rakṣas (Unholde) über diese Zeit hinaus (sie tot) [?].
tāṃ vyasṛjat
Diese (Pfeil-Feier) schoss er ab.
tayā puras samarujat
Mit ihr brach er die Burgen nieder.
yat samarujat tad rudrasya rudratvam
Dass er (sie) niederbrach [samarujat, Wortspiel mit rud-/ruj-], das ist Rudras Rudra-Wesen.
visṛṣṭim eva bhrātṛvyāya visṛjati ya evaṃ vidvān upasada upaiti
Einen Schuss schießt er auf den Nebenbuhler ab, wer so wissend zu den Upasad-Feiern geht.
na punar apakrāmet
Er soll nicht wieder zurückweichen.
yataro vai saṃyattayoḥ punar apakrāmati parā sa jayate ‖
Wer von zweien, die im Kampf stehen, wieder zurückweicht, der wird besiegt.
sam eṣa etarhi yatate ya upasada upaiti
Dieser nun ist im Ringen begriffen, der zu den Upasad-Feiern geht.
sakṛd eva parāṅ atikramyāśrāvayati
Nur ein einziges Mal, nachdem er abgewandt (über den Punkt) hinausgegangen ist, lässt er den Āśrāvaṇa-Ruf erschallen [?].
yajñasyābhijityai
Zum Sieg des Opfers.
rakṣasām apahatyai
Zur Vertreibung der Rakṣas.
na prayājā bhavanti nānuyājāḥ
Es gibt keine Prayājas und keine Anuyājas [Anm.: Vor- und Nachopfer].
puro vā ete yajñasya yat prayājānuyājās
Die Prayājas und Anuyājas sind fürwahr Vorwerke [oder: Bollwerke] des Opfers.
yat prayājānuyājān kuryāt puro yajñasya kuryād durativyatham̐ syād atīkṣṇām iṣuṃ kuryāt
Würde man Prayājas und Anuyājas ausführen, so würde man ein Vorwerk des Opfers errichten; es wäre schwer zu durchdringen; man würde einen stumpfen Pfeil machen [?].
caturvrato bhavati
Er hält ein vierfaches Gelübde [?].
catvāri hīṣvāḥ parṇāni
Denn vier Federn hat der Pfeil.
trivrato bhavati
Er hält ein dreifaches Gelübde.
triṣandhir hīṣuś śṛṅgam̐ śalyas tejanam
Denn dreifach gefügt ist der Pfeil: Spitze, Schaft [?], Schneide.
dvivrato bhavati
Er hält ein zweifaches Gelübde.
dviṣandhir hīṣuś śalyaś ca tejanaṃ ca
Denn zweifach gefügt ist der Pfeil: Schaft [?] und Schneide.
ekavrato bhavati
Er hält ein einfaches Gelübde.
ekā hy eveṣur
Denn der Pfeil ist nur einer.
iṣum evaitām̐ sam̐skṛtya tām̐ śvo bhrātṛvyāya visṛjati
Indem er diesen Pfeil zurichtet, schießt er ihn morgen auf den Nebenbuhler ab.
atho vratam evāpnoti ‖
Zudem erlangt er das Gelübde selbst.
grīvā vā etā yajñasya yad upasadas
Ein Nacken fürwahr sind diese, die Upasad-Feiern, des Opfers.
na prayājā bhavanti nānuyājās
Es gibt keine Prayājas und keine Anuyājas.
tasmād grīvāḥ prati puruṣasyāṇiṣṭham
Daher sind die Nackenwirbel beim Menschen das Schmälste [?].
tās savīryāḥ prayujyante
Diese (Upasad-Feiern) werden mit Manneskraft eingesetzt.
tasmād grīvā aṇiṣṭhās satīr vīryāvattamās
Daher sind die Nackenwirbel, obwohl sie die schmälsten sind, die kraftvollsten [?].
tisra upasado bhavanti
Es gibt drei Upasad-Feiern.
traya ime lokās
Drei sind diese Welten.
tasmāt puruṣasya trayas skandhās
Daher hat der Mensch drei Rumpf-(Schulter-)teile [?].
atiṣaktabhir yajati
Er opfert mit atiṣakta-Versen [?] [Anm.: „eng anschließend“].
tasmād grīvā atiṣaktās
Daher sind die Nackenwirbel eng aneinandergefügt.
atho ayātayāmnyāyātayāmnyaiva yajati
Zudem opfert er mit (Versen), die nicht verbraucht sind, [?] und nur mit unverbrauchten [?].
sacchandaso yājyānuvākyāḥ kuryāt
Er soll Anuvākyā- und Yājyā-Verse gleichen Metrums verwenden.
yad vicchandasas syur apacito hotāram̐ hanyus
Wären sie von verschiedenem Metrum, so würden die Geehrten [?] den Hotṛ schlagen.
bhidvatīḥ
(Man verwendet) Verse mit dem Wort „bhid“ (spalten).
purāṃ bhittyai ‖
Zum Zerbrechen der Burgen.
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