devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan
Die Götter und die Asuras standen fürwahr im Kampf.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 25
devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan
Die Götter und die Asuras standen fürwahr im Kampf.
tān yad asyās tejo yajñiyam āsīt tat sim̐hīrūpam iva mahiṣīrūpam iva bhūtvāntarātiṣṭhat
Der opfertaugliche Glanz dieser (Erde) stellte sich, gleichsam die Gestalt einer Löwin, gleichsam die einer Büffelin annehmend, zwischen sie (die Kämpfenden).
te 'vidur yatarān vā iyam upāvartsyati ta idaṃ bhaviṣyantīti
Sie wussten: „Zu welchen von uns diese sich hinwenden wird, die werden dies (alles) besitzen.“
tāṃ devā upāmantrayanta
Die Götter riefen sie an.
sābravīd vāryaṃ vṛṇai mām eva pūrvām agner āhutir aśnavātā atha mayā yūyam̐ sarvān kāmān vyaśnavātheti
Sie sprach: „Ich wähle eine Wunschgabe: mich zuerst soll die Opferspende vor Agni erreichen; dann sollt ihr durch mich alle Wünsche erlangen.“
sā devān upāvartata
Sie wandte sich den Göttern zu.
tato devā abhavan parāsurā abhavan
Da wurden die Götter (siegreich), die Asuras wurden besiegt.
yasyaivaṃ viduṣa uttaravedir nyupyate yaś caivaṃ vidvān nivapati bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati
Wem, der so weiß, die Uttaravedi eingelegt wird, und wer sie so wissend einlegt, der gedeiht selbst, sein Nebenbuhler wird besiegt.
daśa paścāt tiraścī padāni bhavanti daśobhayataḥ prācy aparimitā purastād virājā saṃmitā
Zehn Schritte sind es hinten in der Quere, zehn (Schritte) auf beiden Seiten in der Ostrichtung; vorn ist sie unbegrenzt [?], durch das Virāj bemessen.
yad vā asurāṇāṃ vittam āsīt tad devā vedyāvindanta
Was fürwahr den Asuras an Besitz gehörte, das fanden die Götter mittels der Vedi.
tad vedyā veditvam
Darin liegt das Vedi-Sein (die „Findigkeit“) der Vedi [Anm.: Etymologie vedi von vid „finden“].
yad vedyaṃ tad uttaravedyā
Was zu finden ist, das (findet man) durch die Uttaravedi [?].
tad uttaravedyā uttaraveditvam
Darin liegt das Uttaravedi-Sein der Uttaravedi.
yasyaivaṃ viduṣo vediś ca kriyata uttaravediś ca nyupyate vittaṃ caiva vedyaṃ ca bhrātṛvyasya vindate
Wer so wissend die Vedi anlegt und die Uttaravedi einlegt, der findet des Nebenbuhlers Besitz und das, was zu finden ist.
prajāpater vai nāsikāśīryata
Prajāpatis Nase fürwahr zerbrach [?].
sottaravedir abhavat
Sie wurde zur Uttaravedi.
yajñaḥ prajāpatis
Das Opfer ist Prajāpati.
yad uttaravediṃ nivapati
Dass er die Uttaravedi einlegt,
prajāpater eva nāsikāṃ mukhataḥ pratidadhāti
setzt er Prajāpati eben die Nase am Gesicht wieder ein.
catvāri vā etasyā nāmāni nāsikā kaśāris sim̐hy uttaravedis
Vier Namen hat sie: Nāsikā (Nase), Kaśāri [?], Siṃhī (Löwin), Uttaravedi.
taptāyany asīti
„Du bist ein Erhitzungsgang [taptāyanī] [?]“, (so sagt er).
taptā hy enānait
Denn sie hat sie (die Götter) erhitzt (erreicht) [?].
vittāyany asīti
„Du bist ein Fundgang [vittāyanī]“.
vittā hy enānait
Denn sie hat sie gefunden [?].
avatān mā nāthitam iti
„Ihr sollt mich, den Flehenden, beschützen!“
nāthitān hy enān āvat
Denn sie schützte diese, die Flehenden.
avatād vyathitam iti
„Ihr sollt (mich) beschützen, den Bedrängten!“
vyathitān hy enān āvat
Denn sie schützte diese, die Bedrängten.
agne aṅgiro yo 'syāṃ pṛthivyām asi yo dvitīyasyāṃ yas tṛtīyasyām iti
„O Agni Aṅgiras, der du auf dieser Erde bist, der du auf der zweiten bist, der du auf der dritten bist“.
yad evāsyaiṣu lokeṣu śliṣṭaṃ yan nyaktaṃ tad avarunddhe
Was in diesen Welten an ihm haftet und ausgestrichen (abgestreift) ist, das gewinnt er zurück [?].
vided agnir nabho nāmeti ‖
„Agni soll das Nabhas (Gut) mit Namen finden.“
yad vā agner vāmaṃ vasu tan nabhas
Was fürwahr Agnis liebliches Gut ist, das ist das Nabhas.
tenemāṃ pṛthivīṃ prāviśaj jānudaghnam adhas
Damit drang er in diese Erde ein, bis zum Knie hinab [?].
tasmāj jānudaghnaṃ kheyam
Daher soll man kniehoch graben.
tasyaiva vāmasya vasor anuvittyai
Um eben jenes liebliche Gut nachträglich zu finden.
sim̐hy asi mahiṣy asīti
„Du bist eine Löwin, du bist eine Büffelin.“
sim̐hīrūpam iva hi tan mahiṣīrūpam iva bhūtvāntarātiṣṭhat
Denn gleichsam Löwinnengestalt, gleichsam Büffelinnengestalt annehmend stellte es (jener Glanz) sich dazwischen.
devebhyaḥ prathasveti
„Breite dich aus für die Götter!“
prathayaty evainām
Er breitet sie eben aus.
devebhyaḥ kalpasveti
„Richte dich her für die Götter!“
kalpayaty evainām
Er richtet sie eben her.
devebhyaś śundhasveti
„Reinige dich für die Götter!“
śundhaty evainān
Er reinigt sie eben.
devebhyaś śumbhasveti
„Schmücke dich für die Götter!“
śumbhaty evainām
Er schmückt sie eben.
vibhrāḍ bṛhat pibatu somyaṃ madhv ity antān kalpayati
„Der Strahlende, Große soll den Soma-Honig trinken“ – damit bereitet er die Enden (Ränder) zu [?].
devapātraṃ vā uttaravedis
Die Uttaravedi ist fürwahr das Trinkgefäß der Götter.
devapātreṇaiva devatās tarpayati
Mit dem Götter-Trinkgefäß eben sättigt er die Gottheiten.
atho devatābhya eva devapātraṃ nivedayati ‖
Zudem bietet er den Gottheiten das Götter-Trinkgefäß dar.
yatīn vai sālāvṛkeyā ādan
Die Yatis (Asketen) fraßen fürwahr die Wölfe [sālāvṛka] [Anm.: sālāvṛkeya = wolfsartige Wesen].
ta ādīyamānās saṃmṛśyamānā uttaravedim̐ samudakrāman
Als sie ergriffen und betastet wurden, stiegen sie zur Uttaravedi hinauf [?].
tān nābhyadhṛṣṇuvan
Die (Wölfe) wagten sie nicht anzugreifen.
teṣām eko 'smayata
Einer von ihnen (den Yatis) lachte.
tata enān abhyadhṛṣṇuvan
Da wagten sie (die Wölfe) sie anzugreifen.
teṣām ekaikam āvarham ādan
Von ihnen fraßen sie einen nach dem anderen (bei der Rückkehr) [?].
tasmān na moghahāsinā bhavyam
Daher soll man nicht (jemand sein), der grundlos lacht [?].
yan nissārayati
Dass er (den Rasen) herausschafft,
yad evāsyā abhimṛtam amedhyaṃ tan nissārayati
schafft er eben das an ihr Berührte, Unreine hinaus.
prokṣati
Er besprengt (sie).
etāvatī vā iyaṃ pṛthivy āsīd yāvaty uttaravedis
So groß wie die Uttaravedi war fürwahr diese Erde.
tām̐ samantaṃ rakṣām̐si saṃprākampanta
Ringsum umschwärmten sie die Rakṣas [?].
tāni devā vinudyaitābhir devatābhis samantaṃ parinyadadhur
Die Götter vertrieben sie und umgaben (die Erde) ringsum mit diesen Gottheiten.
yat prokṣati
Dass er besprengt,
etaddevatyā vā imā diśas
(geschieht, weil) diese Himmelsrichtungen fürwahr diese (Gottheiten) zu Gottheiten haben [?].
rakṣām̐sy eva vinudyaitābhir devatābhis samantam ātmānaṃ parinidadhāti ‖
Die Rakṣas vertreibt er eben und umgibt sich selbst ringsum mit diesen Gottheiten.
gopīthāya
Zum Schutz.
etad vā etāṃ pūrvām agner āhutir aśnute yad vyāghārayati
Die Opferspende vor Agni erreicht sie (die Uttaravedi) eben zuerst, wenn er (Schmelzbutter) darüber ausgießt (vyāghāraṇa).
athādo 'bravīn mām eva pūrvām agner āhutir aśnavātā atha mayā yūyam̐ sarvān kāmān vyaśnavātheti
Nun jenes, was sie sagte: „Mich zuerst soll die Opferspende vor Agni erreichen; dann sollt ihr durch mich alle Wünsche erlangen.“
atha vā eṣāṃ tarhy asurās sapatnā āsan
Damals nun waren die Asuras ihre (der Götter) Gegner.
te 'kāmayanta sapatnān sahemahīti
Sie wünschten: „Wir wollen die Gegner überwältigen.“
sim̐hy asi sapatnasāhī svāheti
„Du bist die Löwin, die Gegner überwältigt – svāhā!“
saptnām̐s tenāsahanta
Die Gegner überwältigten sie damit.
te 'kāmayanta paśūn vindemahīti
Sie wünschten: „Wir wollen Vieh finden.“
sim̐hy asi rāyaspoṣavanis svāheti
„Du bist die Löwin, die Reichtum und Gedeihen gewinnt – svāhā!“
paśūm̐s tenāvindanta
Vieh fanden sie damit.
te 'kāmayanta prajāṃ vindemahīti
Sie wünschten: „Wir wollen Nachkommenschaft finden.“
sim̐hy asi suprajāvanis svāheti
„Du bist die Löwin, die gute Nachkommenschaft gewinnt – svāhā!“
prajāṃ tenāvindanta
Nachkommenschaft fanden sie damit.
te 'kāmayantādityās syāmeti
Sie wünschten: „Wir wollen Ādityas sein.“
sim̐hy asy ādityavanis svāheti
„Du bist die Löwin, die Ādityas gewinnt – svāhā!“
ādityās tenābhavan
Ādityas wurden sie damit.
tasmād imā ādityāḥ prajās
Daher sind diese Geschöpfe Ādityas.
te 'kāmayanta yajñiyās syāmeti
Sie wünschten: „Wir wollen opferwürdig sein.“
sim̐hy asy āvaha devān devāyate yajamānāya svāheti
„Du bist die Löwin: führe die Götter herbei für den Opferherrn, der die Götter begehrt – svāhā!“
yajñiyās tenābhavan
Opferwürdig wurden sie damit.
te 'kāmayanta svargaṃ lokam iyāmeti
Sie wünschten: „Wir wollen zur Himmelswelt gelangen.“
bhūtebhyas tveti ‖
„Für die Gewordenen (Wesen) dich!“
devā vai bhūtās
Die Götter sind fürwahr die Gewordenen [bhūta] (Gedeihenden).
svargam eva tena lokam āyan
Zur Himmelswelt eben gelangten sie damit.
yasyaivaṃ viduṣa uttaravedir vyāghāryate yaś caivaṃ vidvān vyāghārayati sarvān evaitayā kāmān vyaśnoti
Wem, der so weiß, die Uttaravedi mit Butter übergossen wird, und wer so wissend sie übergießt, der erlangt durch sie alle Wünsche.
ime vai lokā adhṛtā āsan
Diese Welten waren fürwahr ungefestigt.
te saṃprākampanta
Sie schwankten (bebten).
tān devā etair yajurbhir vyaṣṭabhnuvan
Die Götter stützten sie mit diesen Opfersprüchen auseinander [?].
yad etaiḥ paridhīn paridadhāti
Dass er mit diesen (Sprüchen) die Umlegehölzer (paridhi) rings legt,
eṣāṃ lokānāṃ vidhṛtyai
(geschieht) zum Auseinanderhalten (Festigen) dieser Welten.
agnir vai devebhyo 'pākrāmat
Agni floh fürwahr vor den Göttern.
sa yāṃ prathamāṃ prāvasat tāṃ paśuṣv avasad vṛṣṇer antarāśṛṅgam
Die erste (Gestalt), in die er einging, ließ er unter den Tieren zurück: beim Widder zwischen den Hörnern [?] (Wolle).
tasmād ūrṇāstukā bhavati
Daher gibt es das Wollbüschel (ūrṇāstukā).
yāṃ dvitīyāṃ tāṃ vanaspatiṣu pītudārau
Die zweite ließ er unter den Bäumen zurück: in der Pītudāru(-Kiefer/Zeder) [?].
tasmāt pītudārur bhavati
Daher gibt es die Pītudāru.
yāṃ tṛtīyāṃ tām oṣadhiṣu sugandhitejane
Die dritte ließ er unter den Pflanzen zurück: im Sugandhitejana(-Gras) [?].
tasmāt sugandhitejano bhavati
Daher gibt es das Sugandhitejana.
yad ete saṃbhārā bhavanti
Dass es diese Zutaten (saṃbhāra) gibt:
yad evāsyātra śliṣṭaṃ yan nyaktaṃ tad etais saṃbharati
was hier an ihm haftet und ausgestrichen ist, das trägt er mit diesen zusammen.
sa punar upāvartamānaś śarīram adhūnuta
Als er (Agni) zurückkehrte, schüttelte er den Leib ab.
tasya yan mām̐sam āsīt tad gulgulv abhavat
Was sein Fleisch war, das wurde zum Gulgulu(-Harz) [?].
yad asthi sa pītudārur
Was sein Knochen war, das ist die Pītudāru.
yāni lokāni sa sugandhitejanas
Was seine Haare [loman] (?) waren, das ist das Sugandhitejana [?] [Anm.: Lesart lokāni überliefert; Deutung unsicher].
yad ete saṃbhārā bhavanti
Dass es diese Zutaten gibt:
yad evāsyātra śliṣṭaṃ yan nyaktaṃ tad etais saṃbharati
was hier an ihm haftet und ausgestrichen ist, das trägt er mit diesen zusammen.
agnes sarvatvāya
Zur Ganzheit Agnis.
agneḥ kulāyam asy agneḥ purīṣam asīti
„Du bist Agnis Nest, du bist Agnis Schutt (Erdaufschüttung).“
kulāyam iva hy etat purīṣam iva
Denn dies ist gleichsam ein Nest, gleichsam Aufschüttung.
yajñaḥ pratyaṣṭhād iti
„Das Opfer hat festen Stand gefunden.“
yajñasya pratiṣṭhityai ‖
Zum festen Stand des Opfers.