Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 25

Anuvāka 2 Der Eber Emūṣa und Viṣṇu erringen das Opfer für die Götter; danach die Regeln für die Wahl des Opferplatzes je nach Wunsch.

devāś ca vā asurāś ca yajñe saṃyattā āsan

Die Götter und die Asuras standen fürwahr im Kampf um das Opfer.

sa yajño 'bibhed yatare 'bhijeṣyanti te mā vimathiṣyanta iti

Das Opfer fürchtete sich: „Welche von beiden siegen werden, die werden mich zerreiben.“

taṃ devā abhijityānvaicchan

Die Götter suchten es, nachdem sie gesiegt hatten.

te prabāhug icchanta āyan

Sie kamen und wünschten Prabāhuk [?] [Anm.: wohl ein Name oder „mit vorgestrecktem Arm“].

tam indra uparyupary atyakrāmat

Indra schritt immer oben darüber hinweg.

so 'bravīt ko māyam uparyupary atyakramīd iti

Es sprach: „Wer ist es, der hier immer oben über mich hinweggeschritten ist?“

aham eṣa kṛcchre hanteti

(Indra sprach:) „Ich bin der, der in der Not erschlägt.“

aham eṣa kṛcchrād āharteti

„Ich bin der, der aus der Not herausholt.“

emūṣo nāmāyaṃ varāha ity abravīd ekavim̐śatyāḥ purām aśmamayīnāṃ pāre yat kiṃcāsurāṇāṃ vāmaṃ vasu tena tiṣṭhati taṃ jahi ya eṣa kṛcchre hantāvocathā iti

Er sprach: „Dieser Eber namens Emūṣa hält jenseits der einundzwanzig steinernen Burgen alles, was den Asuras an lieblichem Gut gehört, fest; erschlage ihn, du, der du sagtest: ‚Ich bin der, der in der Not erschlägt.‘“

tam indro dālbhūṣyābhivisṛjya parābhinat

Indra schoss auf ihn los und durchbohrte ihn, indem er ihn mit dem Dālbhūṣya(-Pfeil) [?] erlegte.

so 'bravīd eṣa hatas tam āhara ya eṣa kṛcchrād āhartāvocathā iti

Er sprach: „Dieser ist erschlagen; hole ihn (das Gut) herbei, du, der du sagtest: ‚Ich bin der, der aus der Not herausholt.‘“

taṃ viṣṇur apāsaṅga āharat

Viṣṇu holte ihn (den Eber samt Gut) vom Pfeilköcher [?] her.

yajño vai viṣṇus

Das Opfer ist fürwahr Viṣṇu.

yajñenaivaiṣāṃ tad yajñam avṛñjata paśubhiḥ paśūn indriyeṇendriyam

Durch das Opfer eben entrissen sie ihnen damals das Opfer, mit den Tieren die Tiere, mit der Kraft der Sinne [indriya] die Kraft.

tato devā abhavan parāsurā abhavan

Da wurden die Götter (siegreich), die Asuras wurden besiegt.

yajño vai viṣṇus

Das Opfer ist fürwahr Viṣṇu.

yajñenaivaitad yajñaṃ bhrātṛvyasya vṛṅkte paśubhiḥ paśūn indriyeṇendriyam

Durch das Opfer eben entreißt man so dem Nebenbuhler das Opfer, mit den Tieren die Tiere, mit der Indriya-Kraft die Indriya-Kraft.

bhavaty ātmanā parāsya bhrātṛvyo bhavati

Er selbst gedeiht, sein Nebenbuhler wird besiegt.

devayajanam icchanti

Sie suchen einen Opferplatz der Götter [devayajana].

yad udīcīnaṃ prācīnaṃ pravaṇam̐ syāt tasmin yajeta yajñakāmas

Wenn (ein Platz) nach Norden und Osten abschüssig ist, dort soll opfern, wer das Opfer begehrt.

evam eva hi sa yajño 'śayat

Denn ebenso lag jenes Opfer da.

yajñasyānuvittyai

Um das Opfer nachträglich zu finden.

yat samaṃ pratiṣṭhitaṃ tasmin yajeta gataśrīḥ

Auf einem ebenen, festen (Platz) soll opfern, wer sein Glück verloren hat.

pratiṣṭhā vā etasmā eṣṭavyā yo gataśrīr

Festen Halt ist für den zu suchen, der sein Glück verloren hat.

etad bhūmyāḥ pratiṣṭhitaṃ yat samam

Das ist der feste (Stand) der Erde, was eben ist.

pratiṣṭhām evāsmai vindati gacchati pratiṣṭhām

Festen Halt findet er für sich; er gelangt zu festem Halt.

tryunnate yajeta bhrātṛvyavān

Auf einem dreifach erhöhten (Platz) soll opfern, wer einen Nebenbuhler hat.

tryunnatena vai viṣṇur imāṃl lokān udajayat

Mit dem dreifach Erhöhten eroberte Viṣṇu diese Welten (aufsteigend).

sa ebhyo lokebhyo 'surān prāṇudata

Er stieß die Asuras aus diesen Welten hinaus.

imān eva lokān ujjayati

Diese Welten gewinnt er eben (aufsteigend).

ebhyo lokebhyo bhrātṛvyaṃ praṇudate ‖

Aus diesen Welten stößt er den Nebenbuhler hinaus.

yasyaikadhā madhya unnatam̐ syāt tasmin yajeta svargakāmas

Wessen (Platz) einfach in der Mitte erhöht ist, auf dem soll opfern, wer den Himmel begehrt.

ato vai devās svargaṃ lokam āyan

Von dort fürwahr gingen die Götter zur Himmelswelt.

svargasya lokasya samaṣṭyai

Um die Himmelswelt zu erlangen.

yatrauṣadhayo bahvīr anyā anyā iva syus tasmin yajeta paśukāmas

Wo viele Pflanzen sind, gleichsam die einen anders als die anderen, dort soll opfern, wer Vieh begehrt.

oṣadhayo vai paśavas

Die Pflanzen sind fürwahr das Vieh.

bhūmānam eva paśūnām upaiti

Fülle an Vieh erlangt er eben.

yatrauṣadhayaḥ kṛcchraśaḥ paryāyaśaḥ parīyus tasmin yajeta paśukāmas

Wo Pflanzen mühsam, der Reihe nach (nur spärlich) ringsum wachsen [?], dort soll opfern, wer Vieh begehrt.

ato vai devāḥ paśūn udasṛjanta

Von dort fürwahr ließen die Götter das Vieh hervorgehen.

yad ṛkṣam alomakaṃ tasmin yājayed yaṃ dviṣyāt

Auf einem (Platz), der kahl und ohne Haar(wuchs) [?] ist, soll man den opfern lassen, den man hasst.

vyṛddhaṃ vā etad oṣadhibhir yad ṛkṣam alomakam

Das ist fürwahr von den Pflanzen verlassen, was kahl und haarlos ist.

paśubhir evainaṃ vyardhayati ‖

Vom Vieh eben bringt man ihn zum Verlust.

yat samayā devayajanaṃ panthā vidhāvet tasmin yājayed yaṃ kāmayeta vy enaṃ prajayā paśubhiś chindyām iti

Wenn ein Weg quer am Opferplatz vorbeiläuft, soll man den dort opfern lassen, von dem man wünscht: „Ich möchte ihn von Nachkommenschaft und Vieh abschneiden.“

etad vai vicchinnaṃ nāma devayajanam

Dies ist fürwahr der Opferplatz namens „Abgeschnittener“ [vicchinna].

vy enaṃ prajayā paśubhiś chinatti

Er schneidet ihn von Nachkommenschaft und Vieh ab.

yad antarāpaś ca devayajanaṃ ca panthā vidhāvet tasmin yājayed yaṃ kāmayeta nainam aparo yajña upanamed iti

Wenn ein Weg zwischen Wasser und Opferplatz hindurchläuft, soll man den dort opfern lassen, von dem man wünscht: „Kein anderes Opfer soll ihm nahen.“

etad vai parivartma nāma devayajanam

Dies ist fürwahr der Opferplatz namens „Umgangsweg“ [parivartman].

pary eṇam aparo yajño vṛṇakti

Ein anderes Opfer geht um ihn herum (und meidet ihn).

yatrāpas sarvatas samavad raveyus tasmin yajetānnakāmas

Wo Wasser von allen Seiten zusammenströmend rauschen [?], dort soll opfern, wer Speise begehrt.

digbhyo vā etasmā annam̐ haranti yasmai haranty āpo 'nnam

Aus den Himmelsrichtungen bringt man dem fürwahr Speise, dem die Wasser Speise bringen.

sarvābhya eva digbhyo 'nnādyam avarunddhe

Aus allen Himmelsrichtungen gewinnt er Speise (zum Verzehr).

tad etat samāpaṃ nāma devayajanam

Das ist der Opferplatz namens „Samāpa“ (mit Wasser ringsum) [?].

nīpatamam ivartasamānānāṃ bhavati ‖

Er ist gleichsam der niedrigste [?] unter den (Plätzen), die im Wechsel der Jahreszeiten gleich sind [?].