Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 25

Anuvāka 4 Vermessung und Herrichtung der Vedi: Spaten-Formel, Vajra-Deutung, Abstechen der Grasnarbe, Ausgraben und Ausstreuen von Gras.

vediṃ vimimīte

Er vermisst die Vedi (den Opferaltar).

trim̐śatā paścāt prakramair mimīte ṣaṭtrim̐śatā prācīṃ caturvim̐śatyā purastāt

Mit dreißig Schritten misst er (die Breite) hinten, mit sechsunddreißig die Ostlinie [Länge], mit vierundzwanzig (die Breite) vorn.

virājaivaināṃ paścāt parimimīte bṛhatyā prācīṃ gāyatryā purastāt

Mit dem Virāj(-Metrum) eben misst er sie hinten ringsum, mit der Bṛhatī die Ostlinie, mit der Gāyatrī vorn.

chandobhir evainām̐ sarvataḥ parimimīte

Mit den Metren eben misst er sie ringsum von allen Seiten.

virājy eva pratitiṣṭhati yad virājam abhisaṃpādayati

Im Virāj eben steht er fest, wenn er das Virāj (in der Vermessung) vollendet.

sphyena stambayajur harati

Mit dem Holzschwert (sphya) trägt er die Grasbüschel-Formel (stambayajus) [Anm.: der Stambayajus ist der Spruch beim Abstechen von Grasbüscheln] [?] weg.

indro vai vṛtrāya vajraṃ prāharat

Indra schleuderte fürwahr den Vajra auf Vṛtra.

sphyas tṛtīyaṃ yūpas tṛtīyaṃ rathas tṛtīyam

Das Holzschwert ist ein Drittel, der Opferpfosten ein Drittel, der Wagen ein Drittel.

vajro vai sphyas

Ein Vajra ist fürwahr das Holzschwert.

etāvatī pṛthivī yāvatī vedis

So groß die Vedi, so groß ist die Erde.

vajreṇaiva pṛthivyā bhrātṛvyaṃ nirbhajati

Mit dem Vajra eben schließt er den Nebenbuhler von der Erde aus.

ebhya evainaṃ lokebhyo nirbhajati ‖

Von diesen Welten eben schließt er ihn aus.

tūṣṇīṃ caturtham̐ harati

Schweigend trägt er das vierte Mal weg.

aparimitād evainaṃ nirbhajati

Vom Unbegrenzten eben schließt er ihn aus.

indro vai vṛtram̐ hatvā tam anayābhinyadadhāt

Als Indra Vṛtra erschlagen hatte, legte er ihn mit diesem (Rasen) nieder [?].

yaṃ tūṣṇīṃ caturtham̐ haraty anayaiva bhrātṛvyam abhinidadhāti

Weil er das vierte Mal schweigend wegträgt, legt er mit diesem eben den Nebenbuhler nieder.

bhrātṛvyasyaiva mūlaṃ chinatti

Die Wurzel des Nebenbuhlers eben schneidet er ab.

tasmāc chiśira oṣadhayaḥ parābhavanti

Daher gehen im Winter [śiśira] die Pflanzen zugrunde.

barhis stṛṇāti

Er streut das Barhis (Opfergras).

tasmād vasantā punar ābhavanti

Daher entstehen sie im Frühling [?] wieder.

apārarum adevayajanaṃ pṛthivyā devayajanāj jahīti

„Den Ararus, der kein Opferplatz ist, entferne von der Erde, dem Opferplatz.“ [Anm.: ararus = unheilvoller Dämon bzw. Unheil, Deutung unsicher]

bhrātṛvyo vā ararus

Der Nebenbuhler ist fürwahr der Ararus.

bhrātṛvyam eva pṛthivyā apahanti

Den Nebenbuhler eben schlägt er von der Erde weg.

drapsas te dyāṃ mā skān iti

„Dein Tropfen [drapsa] soll nicht zum Himmel hin verspritzen!“

yo vā asyā rasas sa drapsas

Der Saft dieser (Erde) ist fürwahr der Tropfen.

tam imāḥ prajā upajīvanti

Von ihm leben diese Geschöpfe.

tam evāsyāṃ yacchati

Eben diesen gibt er auf ihr (der Erde) (fest) [?].

ararur dyāṃ mā paptad iti

„Der Ararus soll nicht zum Himmel fliegen!“

bhrātṛvyo vā ararus

Der Nebenbuhler ist fürwahr der Ararus.

bhrātṛvyam eva svargāl lokāt pratinudate ‖

Den Nebenbuhler eben stößt er von der Himmelswelt zurück.

viṣād vai nāmāsura āsīt

Ein Asura namens Viṣād war fürwahr (einst da) [?].

sa pṛthivīṃ viṣeṇālimpat

Er bestrich die Erde mit Gift.

ya āśnāt so 'rupyat

Wer aß, der erkrankte [?] [oder: wurde zerrissen].

yad evāsyā amedhyam ayajñiyaṃ tad apahanti

damit schlägt er eben das an ihr fort, was unrein und für das Opfer untauglich ist.

api mūlam anukhanet

Auch die Wurzel soll er nachgraben.

āviddhasya niṣkṛtyai

Zur Sühne des Durchbohrten (Verletzten) [?].

adho vā asyā vīryam

Unten ist fürwahr ihre (der Erde) Kraft.

vīryasyābhitṛttyai

Zur Durchdringung (Erreichung) der Kraft [?].

tasmāt sukṛṣṭe vrīhiyavāḥ pacyante

Daher reifen auf gut gepflügtem (Boden) Reis und Gerste.

uttarārdhe vā asyā vīryaṃ tad imāḥ prajā upajīvanti tasmān nātikheyeti

„Im oberen Teil fürwahr liegt ihre Kraft; von ihr leben diese Geschöpfe; darum soll man nicht zu tief graben.“

ā pratiṣṭhāyāḥ khanet

Er soll bis zum festen Grund graben.

yajamānasya pratiṣṭhityai

Zum festen Stand des Opferherrn.

dakṣiṇata udvanāṃ kuryāt

Im Süden soll er eine Ausgrabung (Grube) anlegen [?].

devayajanasya rūpam

(Das ist) die Gestalt des Opferplatzes.

purīṣavatīm

(Er macht sie) mit Erde-Schutt [purīṣa] versehen [?].

paśavo vai purīṣaṃ

Das Vieh ist fürwahr der Schutt (Dünger) [purīṣa].