havirdhāne praṇenekti
Er wäscht (reinigt) die beiden Havirdhāna(-Karren) [Anm.: Havirdhāna = Karren, die die Opfergaben/Somapflanzen tragen].
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 25
havirdhāne praṇenekti
Er wäscht (reinigt) die beiden Havirdhāna(-Karren) [Anm.: Havirdhāna = Karren, die die Opfergaben/Somapflanzen tragen].
medhye evaine yajñiye karoti
Rein und opfertauglich macht er sie eben.
granthīn vicṛtanti
Die Knoten lösen sie.
devagranthīn eva granthiṣyanto manuṣyagranthīn vicṛtanti
Sie lösen die Menschen-Knoten, da sie eben Götter-Knoten knüpfen werden.
havir vai havirdhāne
Die Opfergabe ist fürwahr in den Havirdhānas.
stīrṇe barhiṣi havir āsādayanti
Auf dem gestreuten Barhis stellen sie die Opfergabe nieder.
tasmāt stīrṇe barhiṣi havirdhāne pravartayanti
Daher rollen sie die Havirdhānas auf das gestreute Barhis.
patny upānakti
Die Gattin (des Opferherrn) salbt (die Achse).
patnyā evaiṣa yajñasyānvārambhas
Dies ist der Anschluss der Gattin an das Opfer.
atho mithunam eva yajñamukhe dadhāti
Zudem setzt er ein Paar an den Beginn des Opfers.
prajananāya
Zur Fortpflanzung.
triḥ prācīnam upānakti
Dreimal salbt sie in Ostrichtung.
asaṃkhyātam̐ hi tiraścīnaṃ manuṣyā upāñjanti
Denn die Menschen salben quer und ohne zu zählen.
vyāvṛttyai
Zur Unterscheidung.
yajuṣopānakti
Mit einem Opferspruch salbt sie.
ayajuṣā hi manuṣyā upāñjanti
Denn die Menschen salben ohne Opferspruch.
vyāvṛttyai
Zur Unterscheidung.
dakṣiṇata upānakti
Von der Südseite her salbt sie.
dakṣiṇato hy ete udīcī manuṣyalokam upāvartete
Denn von Süden her wenden sich diese beiden nach Norden zur Menschenwelt hin.
mānuṣam evainayor uttaraṃ karoti ‖
Das Menschliche macht er bei diesen beiden zum Oberen (Höheren).
yad uttarād upāñjyān nānyataraṃ cana lokam upāvarteyātām
Würde man von Norden her salben, so würden sich die beiden keiner der beiden Welten zuwenden [?].
svargāya vā ete lokāya pravartete yad dhavirdhāne
Zur Himmelswelt fürwahr rollen diese beiden, die Havirdhānas.
yuñjate mana iti sāvitryā juhoti
Mit einem Savitṛ-Vers („Sie schirren den Geist an“) opfert er.
savitṛprasūte evaine svargaṃ lokaṃ gamayati
Von Savitṛ angetrieben lässt er sie zur Himmelswelt gehen.
havir vai havirdhāne
Die Opfergabe ist fürwahr in den Havirdhānas.
na havir anabhighṛtaṃ medham aśnute
Keine nicht mit Schmelzbutter begossene Opfergabe erlangt Reinheit.
yad abhyanakti
Dass er (die Achse) einsalbt,
abhy evaine ghārayati
lässt er sie eben mit Butter begießen (übergießen).
medhyatvāya
Zur Reinheit.
śuṣko vā eṣa nirṛtigṛhīto yad akṣo nabhyābhyām ubhayato baddha upadhibhyām̐ saṃdaṣṭas
Trocken und von Nirṛti ergriffen ist fürwahr diese Achse, die an beiden Seiten an den Naben festgebunden und von den Felgen [?] eingeklemmt ist.
yad upānakti
Dass er sie salbt,
medhyam evainaṃ yajñiyaṃ karoti
macht er sie eben rein und opfertauglich.
ghoṣo vai nāmāsura āsīt
Ein Asura namens Ghoṣa (Lärm) war fürwahr (einst da).
sa vanaspatīn prāviśat
Er ging in die Bäume ein.
taṃ devā gṛhītvobhayato 'badhnan
Die Götter ergriffen ihn und banden ihn auf beiden Seiten fest.
yat kṣveded asuryā vāg yajñam avavaded rakṣām̐si yajñam anvavetya hanyur
Würde (der Karren) knarren [?], so würde die asurische Rede das Opfer schädigen und die Rakṣas würden, dem Opfer nachgehend, (es) zerschlagen.
anugṛhṇanto yanti
Sie fahren, (die Havirdhānas) ergreifend (unterstützend) [?].
rakṣasām ananvavāyāya
Damit die Rakṣas nicht folgen.
vartmanā vai yajñaṃ rakṣām̐sy anvavetya jighām̐santi
Auf der Spur nämlich, dem Opfer nachgehend, wollen die Rakṣas (es) erschlagen.
vaiṣṇavyā vartmañ juhoti
Mit einem Viṣṇu-Vers opfert er auf der Wagenspur.
viṣṇur vai yajñas
Viṣṇu ist fürwahr das Opfer.
viṣṇunaiva yajñād rakṣām̐sy apahanti
Durch Viṣṇu eben schlägt er die Rakṣas vom Opfer weg.
vyṛddhā vā eṣāhutir yām anagnau juhoti
Verfehlt ist fürwahr diese Opferspende, die man nicht ins Feuer opfert.
yad dhiraṇyam upāsya juhoti
Dass er, Gold hineingelegt, opfert,
agnimaty eva juhoti
opfert er eben in etwas, das Feuer hat [Anm.: Gold gilt als Agnis Same].
samṛddhyai
Zum Gelingen.
svargaṃ vā ete lokaṃ preto yad dhavirdhāne
Zur Himmelswelt fürwahr gehen diese beiden hin, die Havirdhānas.
gāyatryā dakṣiṇasya vartmañ juhoti
Mit der Gāyatrī opfert er auf der Spur des südlichen (Karrens).
asyām evaine ākramayati
Auf dieser (Erde) eben lässt er sie aufschreiten.
triṣṭubhottarasya
Mit der Triṣṭubh (auf der Spur) des nördlichen.
antarikṣa evaine
Im Luftraum eben (lässt er) sie
ākramayati
aufschreiten.
āhavanīyaṃ gamayati
Er lässt (sie) zum Āhavanīya gehen.
svargam evaine lokaṃ gamayati
Zur Himmelswelt eben lässt er sie gehen.
svargo hi loka āhavanīyas
Denn der Āhavanīya ist die Himmelswelt.
trīn purastāt prakramān ucchim̐ṣati
Drei Schritte lässt er im Osten übrig.
traya ime lokās
Drei sind diese Welten.
imān evāsmai lokān ucchim̐ṣati ‖
Diese Welten eben lässt er ihm übrig.
divo vā viṣṇa uta vā pṛthivyā iti dakṣiṇasya havirdhānasya methīm upaminoti
Mit „Aus dem Himmel, o Viṣṇu, oder von der Erde“ setzt er den Pfosten [methī] des südlichen Havirdhāna ein.
viṣṇur vai yajñas
Viṣṇu ist fürwahr das Opfer.
mukhata eva yajñasyāśiṣam avarunddhe
Am Mund eben gewinnt er den Segen des Opfers.
tāṃ paruṣiparuṣy āśāsāna eti
Diesen (Pfosten) begleitet er Glied um Glied Segen erbittend.
viṣṇor nu kaṃ vīryāṇi pravocam ity uttarasya
„Viṣṇus Heldentaten will ich nun verkünden“ – (so) beim nördlichen.
vaiṣṇavaṃ vai havirdhānam
Viṣṇu zugehörig ist fürwahr das Havirdhāna.
svayaivainad devatayā samardhayati
Durch die eigene Gottheit eben bringt er es zum Gelingen.
viṣṇoḥ pṛṣṭham asīti cchadir upariṣṭād adhinidadhāti
Mit „Du bist Viṣṇus Rücken“ legt er das Dach obenauf.
idam eva tena karoti yad idam uttarārdham̐ śīrṣṇas
Damit macht er eben dies (Dach), (nämlich) diesen oberen Teil des Kopfes [?].
viṣṇo rarāṭam asīti purastāt
Mit „Du bist Viṣṇus Stirn“ (legt er es) vorn.
rarāṭam eva tena karoti
Die Stirn eben macht er damit.
viṣṇoś śnaptre stha ity abhitas
Mit „Ihr seid Viṣṇus Ecken (Schläfen)“ beidseits.
śnaptre eva tena karoti ‖
Die Schläfen eben macht er damit.
tiryañcaṃ purastād vam̐śaṃ viṣīvyanti
Sie nähen vorn einen Querbalken (Bambus) fest [?].
tasmāt tiraścī puruṣasya bhruvau
Daher sind die Brauen beim Menschen quer.
viṣṇos syūr asi viṣṇor dhruvo 'sīti
„Du bist Viṣṇus Naht, du bist Viṣṇus fester (Halt).“
vaiṣṇavaṃ vai havirdhānam
Viṣṇu zugehörig ist fürwahr das Havirdhāna.
svayaiva devatayā sīvyati
Durch die eigene Gottheit eben näht er.
svayā devatayā granthiṃ grathnāti
Durch die eigene Gottheit knüpft er den Knoten.
yaṃ prathamaṃ granthiṃ grathnīyāt taṃ prathamaṃ vicṛtet
Den Knoten, den er zuerst knüpft, den soll er zuerst lösen.
ātmano gopīthāya
Zum Schutz seiner selbst.
yad anyaṃ pūrvaṃ vicṛted amehenādhvaryuḥ pramīyeta
Würde er einen anderen zuerst lösen, so würde der Adhvaryu am Harnleiden [ameha] sterben [?].
upariṣṭāc chamyās saṃnahyanti paścād upaminvanti
Sie binden die Jochpflöcke [śamyā] oben zusammen und stecken (sie) hinten ein.
adhastād dhi manuṣyā yuñjanti purastād upaminvanti
Denn die Menschen schirren von unten an und stecken vorn ein.
vyāvṛttyai ‖
Zur Unterscheidung.
śiro vā etad yajñasya yad dhavirdhānam
Der Kopf des Opfers ist fürwahr das Havirdhāna.
purastād varṣīyo bhavati paścāt kradhīyas
Vorn ist es höher (länger), hinten kürzer [?].
tasmāt purastāt puruṣasya śiro varṣīyaḥ paścāt kradhīyas
Daher ist der Kopf des Menschen vorn höher, hinten kürzer.
vaiṣṇavam asi viṣṇave tveti saṃmitam abhimantrayate
Mit „Du bist Viṣṇus, für Viṣṇu dich“ spricht er über das (Gespann) Zusammengefügte.
vaiṣṇavaṃ vai havirdhānam
Viṣṇu zugehörig ist fürwahr das Havirdhāna.
svayaivainad devatayā samardhayati
Durch die eigene Gottheit eben bringt er es zum Gelingen.
pra tad viṣṇus stavate vīryeṇeti trīn prakramān yajamānaṃ prāñcaṃ prakramayati
Mit „Das preist Viṣṇu durch seine Heldenkraft“ lässt er den Opferherrn drei Schritte nach Osten tun.
viṣṇum evainaṃ bhūtam imāṃl lokān gamayati ‖
Als zu Viṣṇu Gewordenen lässt er ihn eben durch diese Welten gehen.