tvam agne bṛhad vayo dadāsi deva dāśuṣe |
Du, Agni, gibst hohe Lebenskraft (vayas), Gott, dem Opfernden;
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 23
tvam agne bṛhad vayo dadāsi deva dāśuṣe |
Du, Agni, gibst hohe Lebenskraft (vayas), Gott, dem Opfernden;
kavir gṛhapatir yuvā
weiser Seher, Hausherr, jung,
havyavāḍ agnir ajaraḥ ‖ pitaro vibhur vibhāvā sudṛśīko asme
Opferträger Agni, alterslos. – Ihr Väter! [?] der Weitreichende, Strahlende, Schönblickende, bei uns:
sugārhapatyās sam iṣo dīdihy asmadryak saṃmimīhi śravām̐si
als guter Hausherr laß Labungen zusammen leuchten, uns zugewandt, verleihe Ruhm [?].
ya imā viśvā jātāni
Der all diese Geschöpfe (…)
viśvā rūpāṇi ‖
alle Gestalten (umfaßt) [?].
tvaṃ ca soma no vaśo jīvātuṃ na marāmahe |
Und du, Soma, sei uns gewogen [?]; wir wollen nicht sterben, (sondern) leben;
priyastotro vanaspatiḥ ‖
der du Loblieder liebst, Herr der Bäume.
brahmā devānāṃ padavīḥ kavīnām ṛṣir viprāṇāṃ mahiṣo mṛgāṇām |
Der Brahman der Götter, Wegkundige der Dichter, Seher unter den Redekundigen, Büffel unter den Tieren,
śyeno gṛdhrāṇām̐ svadhitir vanānām̐ somaḥ pavitram atyeti rebhan ‖
Falke unter den Geiern, Beil unter den Wäldern: so geht Soma über das Läuterungssieb hinweg, brüllend.
udapruto na vayo rakṣamāṇā vāvadato abhriyasyeva ghoṣāḥ |
Wie aus dem Wasser aufspringende Vögel, sich hütend [?], laut tönend, wie die Rufe der Wolke [?],
giribhrajo normayo madanto bṛhaspatim abhy arkā anāvan ‖
wie Wogen, die vom Berg herabglänzen, jubelnd, sangen die Lieder zu Bṛhaspati hin.
ham̐sair iva sakhibhir vāvadadbhir aśmanmayāni nahanā vyasyan |
Wie mit lärmenden Schwänen als Gefährten sprengte er die steinernen Fesseln auf;
bṛhaspatir abhikanikradad gā uta prāstaud uc ca vidvām̐ agāyat ‖
Bṛhaspati, laut brüllend gegen die Kühe hin, stimmte den Preis an und sang, wissend, empor.
tvam̐ sutasya pītaye sadyo vṛddho ajāyathāḥ |
Du wurdest zum Trinken des Gepreßten sogleich erwachsen geboren;
indra jyaiṣṭhyāya sukrato ‖
Indra, zur Vorrangstellung, du Kundiger.
bhuvas tvam indra brahmaṇā mahān bhuvo viśveṣu savaneṣu yajñiyaḥ |
Du wurdest, Indra, durch das heilige Wort (brahman) groß; du wurdest in allen Pressungen der Verehrungswürdige;
bhuvo nṝm̐ś cyautno viśvasmin bhare jyeṣṭhaś ca mantro viśvacarṣaṇe ‖
du wurdest der Männer Antreiber in jedem Kampf und der erste Spruch (mantra) für (dich), den Allschauenden [?].
mitrasya carṣaṇīdhṛtaś śravo devasya sānasi |
Von Mitra, der die Menschen trägt, den Ruhm, des Gottes, den gewinnbringenden [?],
satyaṃ citraśravastamam ‖
den wahren, ruhmreichsten [?].
mitro janān yātayati bruvāṇo mitro dādhāra pṛthivīm uta dyām |
Mitra treibt die Menschen an, indem er ruft; Mitra hat Erde und Himmel gehalten;
mitraḥ kṛṣṭīr animiṣābhicaṣṭe satyāya havyaṃ ghṛtavad vidhema ‖
Mitra schaut unablässig auf die Stämme; dem Wahren möchten wir gheehaltige Opfergabe darbringen.
pra sa mitra marto astu prayasvān yas ta āditya śikṣate vratena |
Vor(an) soll jener Sterbliche sein, Mitra, und reich an Labung, der dir, Āditya, mit dem Gelübde dienen will;
na hanyate na jīyate tvoto nainam am̐ho aśnoty antito na dūrāt ‖
er wird nicht erschlagen, nicht besiegt, von dir behütet; Bedrängnis erreicht ihn nicht, weder von nahe noch von fern.
yat kiṃcedaṃ varuṇa daivye jane 'bhidrohaṃ manuṣyāś carāmasi |
Was immer hier, Varuṇa, an Vergehen (abhidroha) wir Menschen gegen das göttliche Volk begehen,
acittī yat tava dharmā yuyopima mā nas tasmād enaso deva rīriṣaḥ ‖
wenn wir aus Unverstand deine Ordnungen (dharman) verletzt haben: darum, Gott, tue uns wegen dieser Sünde nichts zuleide.
kitavāso yad riripur na dīvi yad vā ghā satyam uta yan na vidma |
Wenn Spieler [?] (uns) betrogen haben wie im Spiel, oder wenn wir wahrhaftig (gefehlt haben) und was wir nicht wissen –
sarvā tā vi ṣya śithireva devādhā te syāma varuṇa priyāsaḥ ‖
all das löse auf wie Gelöstes, Gott; dann möchten wir dir, Varuṇa, lieb sein.
yathā no aditiḥ karat paśve nṛbhyo yathā gave |
Wie Aditi es uns machen möge: für das Vieh, für die Männer, wie für die Kuh,
yathā tokāya rudriyam ‖
wie für das Kind die Gnade [?] Rudras.
mā nas toke tanaye mā na āyau mā no goṣu mā no aśveṣu rīriṣaḥ |
Nicht an unserem Sohn, unserem Enkel, nicht an unserem Leben, nicht an unseren Kühen, nicht an unseren Rossen tu Schaden;
vīrān mā no rudra bhāmito vadhīr haviṣmanto namasā vidhema te ‖
unsere Männer (Helden) erschlage nicht, Rudra, im Zorn; Opfergaben tragend möchten wir dir mit Verneigung dienen.
iti śrīyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyāṃ madhyamikāyāṃ dīkṣitannāma trayoviṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖
So (endet) im Śrī-Yajus, der Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, im mittleren (Teil), das dreiundzwanzigste Sthānaka, namens „Dīkṣita“ [?]; es ist vollständig.