Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 23

Anuvāka 12 Verse an Agni, Soma, Bṛhaspati, Indra, Mitra, Varuṇa und Rudra; Schlußvermerk des dreiundzwanzigsten Sthānaka.

tvam agne bṛhad vayo dadāsi deva dāśuṣe |

Du, Agni, gibst hohe Lebenskraft (vayas), Gott, dem Opfernden;

kavir gṛhapatir yuvā

weiser Seher, Hausherr, jung,

havyavāḍ agnir ajaraḥ ‖ pitaro vibhur vibhāvā sudṛśīko asme

Opferträger Agni, alterslos. – Ihr Väter! [?] der Weitreichende, Strahlende, Schönblickende, bei uns:

sugārhapatyās sam iṣo dīdihy asmadryak saṃmimīhi śravām̐si

als guter Hausherr laß Labungen zusammen leuchten, uns zugewandt, verleihe Ruhm [?].

ya imā viśvā jātāni

Der all diese Geschöpfe (…)

viśvā rūpāṇi ‖

alle Gestalten (umfaßt) [?].

tvaṃ ca soma no vaśo jīvātuṃ na marāmahe |

Und du, Soma, sei uns gewogen [?]; wir wollen nicht sterben, (sondern) leben;

priyastotro vanaspatiḥ ‖

der du Loblieder liebst, Herr der Bäume.

brahmā devānāṃ padavīḥ kavīnām ṛṣir viprāṇāṃ mahiṣo mṛgāṇām |

Der Brahman der Götter, Wegkundige der Dichter, Seher unter den Redekundigen, Büffel unter den Tieren,

śyeno gṛdhrāṇām̐ svadhitir vanānām̐ somaḥ pavitram atyeti rebhan ‖

Falke unter den Geiern, Beil unter den Wäldern: so geht Soma über das Läuterungssieb hinweg, brüllend.

udapruto na vayo rakṣamāṇā vāvadato abhriyasyeva ghoṣāḥ |

Wie aus dem Wasser aufspringende Vögel, sich hütend [?], laut tönend, wie die Rufe der Wolke [?],

giribhrajo normayo madanto bṛhaspatim abhy arkā anāvan ‖

wie Wogen, die vom Berg herabglänzen, jubelnd, sangen die Lieder zu Bṛhaspati hin.

ham̐sair iva sakhibhir vāvadadbhir aśmanmayāni nahanā vyasyan |

Wie mit lärmenden Schwänen als Gefährten sprengte er die steinernen Fesseln auf;

bṛhaspatir abhikanikradad gā uta prāstaud uc ca vidvām̐ agāyat ‖

Bṛhaspati, laut brüllend gegen die Kühe hin, stimmte den Preis an und sang, wissend, empor.

tvam̐ sutasya pītaye sadyo vṛddho ajāyathāḥ |

Du wurdest zum Trinken des Gepreßten sogleich erwachsen geboren;

indra jyaiṣṭhyāya sukrato ‖

Indra, zur Vorrangstellung, du Kundiger.

bhuvas tvam indra brahmaṇā mahān bhuvo viśveṣu savaneṣu yajñiyaḥ |

Du wurdest, Indra, durch das heilige Wort (brahman) groß; du wurdest in allen Pressungen der Verehrungswürdige;

bhuvo nṝm̐ś cyautno viśvasmin bhare jyeṣṭhaś ca mantro viśvacarṣaṇe ‖

du wurdest der Männer Antreiber in jedem Kampf und der erste Spruch (mantra) für (dich), den Allschauenden [?].

mitrasya carṣaṇīdhṛtaś śravo devasya sānasi |

Von Mitra, der die Menschen trägt, den Ruhm, des Gottes, den gewinnbringenden [?],

satyaṃ citraśravastamam ‖

den wahren, ruhmreichsten [?].

mitro janān yātayati bruvāṇo mitro dādhāra pṛthivīm uta dyām |

Mitra treibt die Menschen an, indem er ruft; Mitra hat Erde und Himmel gehalten;

mitraḥ kṛṣṭīr animiṣābhicaṣṭe satyāya havyaṃ ghṛtavad vidhema ‖

Mitra schaut unablässig auf die Stämme; dem Wahren möchten wir gheehaltige Opfergabe darbringen.

pra sa mitra marto astu prayasvān yas ta āditya śikṣate vratena |

Vor(an) soll jener Sterbliche sein, Mitra, und reich an Labung, der dir, Āditya, mit dem Gelübde dienen will;

na hanyate na jīyate tvoto nainam am̐ho aśnoty antito na dūrāt ‖

er wird nicht erschlagen, nicht besiegt, von dir behütet; Bedrängnis erreicht ihn nicht, weder von nahe noch von fern.

yat kiṃcedaṃ varuṇa daivye jane 'bhidrohaṃ manuṣyāś carāmasi |

Was immer hier, Varuṇa, an Vergehen (abhidroha) wir Menschen gegen das göttliche Volk begehen,

acittī yat tava dharmā yuyopima mā nas tasmād enaso deva rīriṣaḥ ‖

wenn wir aus Unverstand deine Ordnungen (dharman) verletzt haben: darum, Gott, tue uns wegen dieser Sünde nichts zuleide.

kitavāso yad riripur na dīvi yad vā ghā satyam uta yan na vidma |

Wenn Spieler [?] (uns) betrogen haben wie im Spiel, oder wenn wir wahrhaftig (gefehlt haben) und was wir nicht wissen –

sarvā tā vi ṣya śithireva devādhā te syāma varuṇa priyāsaḥ ‖

all das löse auf wie Gelöstes, Gott; dann möchten wir dir, Varuṇa, lieb sein.

yathā no aditiḥ karat paśve nṛbhyo yathā gave |

Wie Aditi es uns machen möge: für das Vieh, für die Männer, wie für die Kuh,

yathā tokāya rudriyam ‖

wie für das Kind die Gnade [?] Rudras.

mā nas toke tanaye mā na āyau mā no goṣu mā no aśveṣu rīriṣaḥ |

Nicht an unserem Sohn, unserem Enkel, nicht an unserem Leben, nicht an unseren Kühen, nicht an unseren Rossen tu Schaden;

vīrān mā no rudra bhāmito vadhīr haviṣmanto namasā vidhema te ‖

unsere Männer (Helden) erschlage nicht, Rudra, im Zorn; Opfergaben tragend möchten wir dir mit Verneigung dienen.

iti śrīyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyāṃ madhyamikāyāṃ dīkṣitannāma trayoviṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

So (endet) im Śrī-Yajus, der Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, im mittleren (Teil), das dreiundzwanzigste Sthānaka, namens „Dīkṣita“ [?]; es ist vollständig.