aṅgiraso vai svargaṃ lokaṃ yantas te mekhalās saṃnyakiran
Die Aṅgiras streuten auf dem Weg zur Himmelswelt ihre Gürtel zusammen (hin).
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 23
aṅgiraso vai svargaṃ lokaṃ yantas te mekhalās saṃnyakiran
Die Aṅgiras streuten auf dem Weg zur Himmelswelt ihre Gürtel zusammen (hin).
tataś śara udatiṣṭhat
Daraus erhob sich das Śara-Rohr.
yac charamayī mekhalā bhavati
Daß der Gürtel aus Śara-Rohr ist,
tām eva mekhalām ālabhate
damit ergreift er eben jenen Gürtel.
devā vai yatrorjaṃ vyabhajanta tataś śara udatiṣṭhat
Wo die Götter die Nahrungskraft (ūrj) verteilten, daraus erhob sich das Śara-Rohr.
yac charamayī mekhalā bhavati
Daß der Gürtel aus Śara-Rohr ist,
tām evorjam ālabhate
damit ergreift er eben jene Nahrungskraft.
ūrg vai mekhalā
Nahrungskraft ist der Gürtel.
madhyaṃ prati parivyayati
Er umwindet (sie) um die Mitte;
ūrjam eva madhyato dadhāti yajamāne ca prajāsu ca
die Nahrungskraft setzt er in die Mitte, in den Opferherrn und in die Nachkommenschaft.
tasmān madhyataḥ prajā ūrg ūrjayati
Darum kräftigt die Nahrungskraft die Geschöpfe von der Mitte her.
nābhiṃ prati parivyayati
Bis zum Nabel umwindet er (den Gürtel).
ūrdhvaṃ vai puruṣasya nābhyā medhyam avācīnam amedhyam
Oberhalb des Nabels ist am Menschen das Reine, unterhalb das Unreine;
medhyasya cāmedhyasya ca vyāvṛttyai
zur Scheidung des Reinen und Unreinen.
trivṛd bhavati
Er ist dreifach (trivṛt).
trivṛtā vai stomena prajāpatiḥ prajā asṛjata
Mit dem dreifachen Stoma erschuf Prajāpati die Geschöpfe.
tṛvṛd vajras
Dreifach ist der Donnerkeil (vajra);
vajram eva bhrātṛvyāya praharati
den Donnerkeil schleudert er eben auf den Rivalen.
indro vai vṛtrāya vajraṃ prāharat
Indra schleuderte auf Vṛtra den Donnerkeil.
tasya yat prāśīryata sa śaro 'bhavat
Was von ihm zerbrach, das wurde Śara-Rohr.
tac charasya śaratvam
Das ist das Śara-Sein des Śara.
vajro vai śaras
Ein Donnerkeil ist das Śara-Rohr.
yac charamayī mekhalā bhavati
Daß der Gürtel aus Śara ist,
vajram eva bhrātṛvyāya praharati
damit schleudert er den Donnerkeil auf den Rivalen.
stṛṇuta enam
„Streckt ihn nieder!“ [?]
yaṃ dviṣyāt taṃ parivyayan dhyāyet
Wen er haßt, an den soll er beim Umwinden denken;
vajreṇaivainam̐ samarpayati
mit dem Donnerkeil trifft er ihn eben.
mekhalā pum̐so bhavati yoktram̐ striyās
Der Gürtel ist des Mannes, das Zugseil (yoktra) der Frau [?].
strī vai mekhalā
Weiblich ist der Gürtel,
pumān yoktraṃ
männlich das Zugseil (yoktra);
mithunam eva yajñamukhe viparyūhete
das Paar stellen sie am Anfang des Opfers gegenübergestellt hin [?],
prajananāya
zur Zeugung.
vajro vai mekhalā
Ein Donnerkeil ist der Gürtel;
kṣud udaraṃ pāpmā bhrātṛvyas
Hunger, Leib, Unheil, Rivale.
yan mekhalāṃ parivyayate
Daß er den Gürtel umlegt,
vajreṇaiva pāpmānaṃ bhrātṛvyam apahate ‖
damit schlägt er mit dem Donnerkeil das Unheil, den Rivalen, weg.
yajño vai deveṣv āsīd dakṣiṇā pitṛṣu
Das Opfer war bei den Göttern, der Opferlohn (dakṣiṇā) bei den Vätern.
sa yajño dakṣiṇām abhyakāmayata
Dieses Opfer begehrte den Opferlohn.
taṃ pitaro 'bruvan
Die Väter sagten zu ihm:
deveṣu no bhāgadheyam iccheti
„Suche uns unter den Göttern einen Anteil (bhāgadheya)!“
te 'bruvan
Jene (Götter) sagten:
tṛtīyasavanabhāgā asann iti
„Sie sollen das dritte Pressen (tṛtīyasavana) zum Anteil haben.“
tasmāt pitṛbhyas tṛtīyasavanaṃ kriyate
Darum wird den Vätern das dritte Pressen gemacht.
tam ahvayat tāṃ hūto 'dhāvat
Es rief sie; gerufen lief er zu ihr.
tasmāt pumān striyā hūto dhāvati
Darum läuft der Mann, von der Frau gerufen, hin.
tasmāc chrotriyas strīkāmatamas
Darum ist der Vedakundige (śrotriya) am meisten den Frauen zugeneigt.
sa hi yajñasya nediṣṭhī tām̐ samabhavat
Denn er, dem Opfer am nächsten (zunächst), vereinigte sich mit ihr.
tad indro 'cāyat
Das bemerkte Indra.
so 'manyata
Er dachte:
yo vā ito janiṣyate sa evedaṃ bhaviṣyatīti
„Wer von hier geboren wird, der wird dies (alles) sein.“
taṃ yoniṃ prāviśat
In diesen Schoß drang er ein;
tasmād ajāyata
daraus wurde er geboren.
sa punaḥ pratyavaikṣata
Er blickte wieder zurück.
so 'manyata
Er dachte:
yo vā ito 'paro janiṣyate sa me sapatno bhaviṣyatīti
„Wer von hier als anderer geboren wird, der wird mein Nebenbuhler (sapatna) sein.“
tam anuhāya niveṣṭyācchinat
Ihm nachfolgend, ihn umhüllend, zerschnitt er ihn [?].
sā viṣāṇābhavat
Das wurde die Hornspitze (viṣāṇā).
yad viṣāṇā bhavati
Daß eine Hornspitze da ist,
yajñasyaiva reta indrasya yoniṃ dakṣiṇāyā yonim ālabhate
damit ergreift er des Opfers Same, Indras Schoß, den Schoß des Opferlohns.
pañcāvṛd bhavati
Sie ist fünffach gewunden.
pañcabhir hi sa tāṃ niveṣṭyācchinat
Denn mit fünf (Wicklungen) umhüllte er sie und zerschnitt sie.
indrasya yonir asīti
„Du bist Indras Schoß“ –
indrasya hy eṣā yoniḥ
denn dies ist Indras Schoß.
kṛṣyai tvā susasyāyā iti
„Für den Anbau, für gute Frucht dich“ –
tasmāt kṛṣṭaṃ pacyate
darum reift das Bestellte.
utkṛdhīti
„Reiß (Erde) auf!“ –
tasmād ūrdhvā oṣadhaya utpadyante
darum wachsen die Pflanzen aufwärts empor.
yajuṣā kaṇḍūyate
Mit einem Opferspruch kratzt er sich;
ayajuṣā hi manuṣyāḥ kaṇḍūyante
denn die Menschen kratzen sich ohne Opferspruch.
vyāvṛttyai
Zur Unterscheidung.
yad ayajuṣā kaṇḍūyeta varuṇavat kaṇḍūyetāpi garbhāḥ pāmanā jāyeran
Wenn er sich ohne Opferspruch kratzte, kratzte er sich varuṇahaft; auch würden Kinder mit Räude (Krätze) geboren.
vāg vai devān manuṣyān praviśanty ait
Die Rede ging in die Götter, dann in die Menschen ein [?].
tasyā yad atyaricyata tad vanaspatīn prāviśat
Was von ihr übrigblieb, das drang in die Bäume ein.
saiṣā vanaspatiṣu vāg vadati yā dundubhau yā nāḍyāṃ yā tūṇave
Diese Rede spricht in den Bäumen: die in der Pauke, die im Rohr (Flöte), die im Saiteninstrument [?].
yad daṇḍo bhavati
Daß ein Stab da ist,
vāca evātiriktam avarunddhe
damit gewinnt er den Überschuß der Rede.
taṃ maitrāvaruṇāya prayacchati
Diesen übergibt er dem Maitrāvaruṇa (Priester),
vācam evāsmai tat prayacchati
damit gibt er ihm eben die Rede.
tām̐ śaśvad ṛtvigbhyo vibhajati
Diese verteilt er immer wieder unter die Priester.
tasmād asya vāṅ nopadasyati
Darum geht seine Rede nicht zur Neige.
āsyadaghnaḥ kāryas
Er soll bis zum Mund reichend gemacht werden;
tāvatī hīyaṃ vāg vadati
denn soweit spricht diese Rede.
atho etāvati hi vācā vīryaṃ kriyate
Auch wird nur bis dahin durch die Rede Kraft (vīrya) gewirkt.
yo vṛkṣaḥ phalagrahis tasya kuryāt phalagrahir asānīti ‖
Von dem Baum, der Früchte trägt, soll er ihn machen: „Fruchttragend möge ich sein.“