svāhā yajñaṃ manasa iti
„Svāhā! Das Opfer (sei) dem Sinn (übergeben)“ –
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 23
svāhā yajñaṃ manasa iti
„Svāhā! Das Opfer (sei) dem Sinn (übergeben)“ –
manasā vai yajña ālabhyate
durch den Sinn (manas) wird das Opfer ergriffen;
vātayonir yajñas
das Opfer hat den Wind zum Schoß.
divi yajño 'ntarikṣe pṛthivyām
Im Himmel ist das Opfer, im Luftraum, auf der Erde;
atrātra vai yajñas
hier und da eben ist das Opfer;
yatrayatraiva yajñas tata enaṃ manasālabhate
wo immer das Opfer ist, von da ergreift er es mit dem Sinn.
taṃ yatvāste
Ihn (den Opferspruch) sagt er und bleibt sitzen [?].
yajñam eva tad yatvāste
Das Opfer damit vollziehend bleibt er sitzen.
yad visṛjed yajñaṃ visṛjet
Wenn er (die Rede) freigäbe, gäbe er das Opfer frei (preis).
yadi visṛjet punar dīkṣayet
Falls er sie freigibt, soll man ihn erneut weihen.
yat punar dīkṣayed āhutīr atirecayet
Weiht man ihn erneut, soll man die Spenden überzählig machen [?].
gāyatrīṃ vaiṣṇavīm anubrūyāt
Er soll den Viṣṇu-Gāyatrī-Vers nachsprechen.
vāg vai gāyatrī
Die Rede ist die Gāyatrī,
yajño viṣṇus
das Opfer ist Viṣṇu;
vācaiva yajñam̐ saṃtanoti
mit der Rede setzt er das Opfer fort.
bārhaspatyām uttarām anubrūyāt
Den folgenden, Bṛhaspati gehörenden Vers soll er nachsprechen.
brahma vai bṛhaspatis
Bṛhaspati ist das heilige Wort (brahman);
brahmaṇā yajñasyārtaṃ niṣkriyate
durch das Brahman wird des Opfers Schaden ausgeheilt.
brahamaṇaiva yajñasyārtaṃ niṣkaroti
Eben durch das Brahman heilt er des Opfers Schaden aus.
tvam agne vratapā asīty agnaye vratapataye 'nubrūyāt
„Du, Agni, bist Hüter des Gelübdes“ – (diesen Vers) soll er für Agni, den Herrn des Gelübdes, nachsprechen.
vratapatiṃ vā etasya vrataṃ gacchati yo dīkṣitas san na vrataṃ carati
Zum Herrn des Gelübdes geht das Gelübde dessen (zurück), der als Geweihter das Gelübde nicht einhält.
agnir devānāṃ vratapatis
Agni ist der Götter Herr des Gelübdes;
vratapater evādhi vratam ālabhate
vom Herrn des Gelübdes ergreift er das Gelübde.
adīkṣiṣṭāyam asā āmuṣyāyaṇa iti trir upām̐śv āha trir uccais
„Geweiht hat sich dieser N.N., der Sohn des N.N. (āmuṣyāyaṇa)“ – dreimal sagt er es leise, dreimal laut.
devebhyaś caiva manuṣyebhyaś ca yajñaṃ prāha
Damit verkündet er das Opfer den Göttern und den Menschen.
nakṣatraṃ dṛṣṭvā vācaṃ visṛjate
Nachdem er einen Stern gesehen hat, gibt er die Rede frei.
divā vai manuṣyā yajñena caranti naktaṃ devās
Bei Tag gehen die Menschen mit dem Opfer um, bei Nacht die Götter.
ahnaiva rātrīm abhisaṃtatya devebhyo yajñam̐ saṃprayacchati
Mit dem Tag die Nacht verbindend, übergibt er den Göttern das Opfer,
gopīthāya
zum Schutz.
vrataṃ kṛṇuteti
„Vollzieht das Gelübde!“ –
yajñaṃ kurutety evaitad āha
„Vollzieht das Opfer!“ sagt er damit.
pāṅkty eṣā vyāhṛtiḥ
Fünfteilig ist diese Ausrufung;
pāṅkto yajñas
fünffach ist das Opfer;
vāca evaitat samyag udyate
so wird dies von der Rede richtig ausgesprochen.
nottāno dīkṣitaś śayīta
Der Geweihte soll nicht auf dem Rücken liegen.
yad uttānaś śayīta devalokam upāvarteta
Wenn er auf dem Rücken läge, käme er (sterbend) zur Götterwelt hinüber [?].
na nyaṅ śayīta
Er soll nicht auf dem Gesicht liegen.
yan nyaṅ śayīta pitṛlokam upāvarteta ‖
Wenn er auf dem Gesicht läge, käme er zur Väterwelt.
jano vā itaḥ pitaro dūre
Von hier sind die Menschen (nahe), die Väter fern;
janād āgacchati
von den Menschen her kommt er [?].
pramāyukas syāt
Er würde dem Tod verfallen [?].
tiryaṅṅ eva śayīta
Nur seitlich (quer) soll er liegen.
antarikṣadevatyo vai dīkṣitas
Der Luftraum ist die Gottheit des Geweihten;
svam eva lokam̐ svamāyatanam upāvṛtya śaye
zu seiner eigenen Welt, seinem eigenen Sitz kehre ich zurück und schlafe.
nāgneḥ parāṅ śayīta
Nicht von Agni abgewandt soll er schlafen.
agnis sarvā devatās
Agni ist alle Gottheiten;
devatābhya āvṛścyeta
er würde von den Gottheiten abgeschnitten.
agnim evābhyāvṛtya śayīta
Agni zugewandt soll er schlafen.
agnis sarvā devatās
Agni ist alle Gottheiten;
devatā evābhyāvṛtya śaye
den Gottheiten zugewandt schlafe ich eben.
daivīṃ dhiyaṃ manāmaha iti mārjayate
„Auf die göttliche Einsicht sinnen wir“ – (mit diesem Vers) reinigt (wäscht) er sich [?].
brahmaṇā
Mit dem heiligen Wort (Brahman),
satejastvāya
zum Glanzbesitz.
atho āpo me ned dīkṣām avamuṣṇān ity annaṃ vai manuṣyebhya udabībhatsata
Und (damit) die Wasser mir nicht die Weihe wegnehmen. Die Speise ekelte sich vor den Menschen [?].
tad devā ayiyam̐san
Da wollten die Götter sie (die Speise) [?] –
tā āpo 'bruvann upāvartasva vayaṃ ta etān svadayiṣyāma iti
die Wasser sagten: „Kehre zurück, wir wollen dir diese wohlschmeckend machen.“
tad upāvartata
Da kehrte sie zurück.
yad dīkṣito mārjayate
Daß der Geweihte sich reinigt,
annādyasyāvaruddhyai ‖
(geschieht) zur Gewinnung der Speisenutzung (annādya).
tasmād brāhmaṇa āhārya āhṛte hastā avanejīta
Darum soll er, wenn ein Brahmane (Speise) bringt, nach dem Bringen die Hände waschen,
annādyasyāvaruddhyai
zur Gewinnung der Speisenutzung.
na vā etena hutaṃ vratayitavyaṃ nāhutaṃ yo dīkṣitas
Der Geweihte darf nicht Geopfertes noch Nichtgeopfertes als Gelübdespeise nehmen [?].
ye devā manujātā iti vratayati
„Ihr Götter, die aus dem Manas (Sinn) geboren“ – so hält er das Gelübde ein.
prāṇā vai devā manujātās
Die Lebenshauche sind die aus dem Manas geborenen Götter.
svāyām eva devatāyām̐ hutaṃ vratayati
In der eigenen Gottheit opfernd hält er das Gelübde ein.
tenāsya na hutaṃ bhavati nāhutam
Dadurch ist es ihm weder geopfert noch nicht geopfert.
agne tvam̐ su jāgṛhīti svapsyann agnim abhimantrayeta
„Agni, wache du gut!“ – beim Schlafengehen soll er Agni anrufen.
bahu vā eṣa supto vratyaṃ nigacchati
Viel Gelübdewidriges begeht dieser im Schlaf;
agnir devānāṃ vratapatir
Agni ist der Götter Herr des Gelübdes;
vratapataya eva vratam̐ saṃpradāya kāmam ṛdhate
dem Herrn des Gelübdes das Gelübde übergebend, erlangt er den Wunsch.
tvam agne vratapā asīti prabudhyāgnim abhimantrayeta
„Du, Agni, bist Hüter des Gelübdes“ – beim Erwachen soll er Agni anrufen.
vratapataye vā eṣa vratam̐ saṃprayacchati
Dem Herrn des Gelübdes übergibt er das Gelübde.
agnir devānāṃ vratapatis
Agni ist der Götter Herr des Gelübdes;
vratapater evādhi vratam ālabhate ‖
vom Herrn des Gelübdes ergreift er das Gelübde.