kadrūś ca vai suparṇī cātmarūpayor aspardhetām
Kadrū und Suparṇī wetteiferten um Selbst und Gestalt [?].
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 23
kadrūś ca vai suparṇī cātmarūpayor aspardhetām
Kadrū und Suparṇī wetteiferten um Selbst und Gestalt [?].
sā kadrūs suparṇīm ātmarūpam ajayat
Kadrū gewann von Suparṇī das Selbst und die Gestalt.
iyaṃ vai kadrūr dyaus suparṇī
Diese (Erde) ist Kadrū, der Himmel Suparṇī.
chandām̐si vai sauparṇāni
Die Metren sind die Suparṇa-Söhne.
sā kadrūs suparṇīm abravīt
Kadrū sagte zu Suparṇī:
tṛtīyasyām ito divi somas tam āhara tenātmānaṃ niṣkrīṇīṣveti
„Im dritten Himmel von hier ist der Soma; hole ihn, und kaufe dich damit los.“
sā suparṇī chandām̐sy abravīt
Suparṇī sagte zu den Metren:
etasmai vai pitarau putrān bibhṛta īdṛśān mā spṛṇavān ito mā niṣkrīṇīteti
„Dazu unterhalten Eltern ihre Söhne, (damit sie) solches (leisten): rettet mich, kauft mich von hier los.“
sā jagaty udapatac caturdaśākṣarā satī
Da flog die Jagatī auf, obwohl sie vierzehnsilbig war.
sāprāpya nyavartata
Ohne (das Ziel) zu erreichen, kehrte sie um.
tasyā dve akṣare ahīyetām
Zwei Silben gingen ihr verloren.
sā paśūm̐ś ca dīkṣāṃ cādāyāpatat
Sie flog herab, indem sie das Vieh und die Weihe (dīkṣā) mitnahm.
tasmāt paśumantaṃ dīkṣopanamati
Darum kommt die Weihe zu dem, der Vieh hat.
tasmād āhur jagatī chandasāṃ paśavyatameti
Darum sagt man: „Die Jagatī ist unter den Metren dem Vieh am meisten zugehörig.“
sā triṣṭub udapatat trayodaśākṣarā satī
Da flog die Triṣṭubh auf, obwohl sie dreizehnsilbig war.
sāprāpya nyavartata
Ohne (das Ziel) zu erreichen, kehrte sie um.
tasyā dve akṣare ahīyetām
Zwei Silben gingen ihr verloren.
sā dakṣiṇāṃ ca tapaś cādāyāpatat
Sie flog herab, indem sie den Opferlohn (dakṣiṇā) und die Askese (tapas) mitnahm.
tasmāt triṣṭubho loke dakṣiṇā nīyanta
Darum werden Opferlöhne in der Triṣṭubh-Welt (beim Mittagspressen) hingeführt.
etad vāva tapo yat svaṃ dadāti
Dies ist die Askese: daß man das Seine gibt.
tasmād āhur mādhyandinam̐ savanānāṃ tapasvitamam iti
Darum sagt man: „Die Mittagspressung ist unter den Pressungen die asketischste.“
sā gāyatry udapatac caturakṣarā satī
Da flog die Gāyatrī auf, obwohl sie (nur) vier(silbig) [?] war.
sājayā karṇagṛhyodapatat
Sie flog auf, von der Ziege am Ohr gefaßt.
tam asyā ajābhyāruṇat
Die Ziege hielt ihn (den Soma) für sie zurück [?].
tad ajāyā ajātvam
Darin liegt das Ziegen-Sein der Ziege [?].
sā tāni ca catvāryakṣarāṇi somaṃ cādāyāpatat
Sie flog herab, indem sie diese vier Silben und den Soma mitnahm.
sāṣṭākṣarābhavat
Sie wurde achtsilbig.
brahamavādino vadanti
Die Brahman-Redner sagen:
kasmād gāyatrī kaniṣṭhā chandasām̐ satī yajñamukhaṃ parīyāya kasmāt tejasvinitameti
„Warum ist die Gāyatrī, obwohl sie die jüngste der Metren ist, dem Anfang des Opfers vorangegangen, warum die glanzvollste?“
yad evādas somam āharat tasmād gāyatrī yajñamukhaṃ tasmāt tejasvinitamā
Weil sie jenen Soma holte, darum ist die Gāyatrī der Anfang des Opfers, darum die glanzvollste.
sā padmāṃ dve savane āharan
Sie brachte [?] die zwei Pressungen herbei;
mukhena tṛtīyam
mit dem Mund die dritte.
yan mukhenāharat tad adhayat
Was sie mit dem Mund herbeibrachte, das saugte sie [?].
tasmād dve savane śukravatī dhītam iva tṛtīyasavanam
Darum sind die zwei Pressungen (mit dem) Śukra(-Becher) versehen, die dritte Pressung ist gleichsam getrunken (gesogen).
tasmād ṛjīṣaṃ tṛtīyasavane 'bhiṣuṇvanti
Darum keltert man in der dritten Pressung den Rückstand (ṛjīṣa).
yat tṛtīyasavana āśiram avanayanti
Daß sie in der dritten Pressung die Milchmischung (āśira) hinzugießen,
tṛtīyasavanam eva tat saṃbharanto manyante ‖
damit rüsten sie die dritte Pressung, meinen sie, zu.