garbho dīkṣito yonir dīkṣitavimitam ulbaṃ dīkṣitavasanaṃ jarāyu kṛṣṇājinam
Ein Embryo ist der Geweihte, der Mutterschoß ist die Weihehütte (dīkṣitavimita), die Fruchtwasserhülle das Weihegewand, die Nachgeburt das Antilopenfell (kṛṣṇājina).
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 23
garbho dīkṣito yonir dīkṣitavimitam ulbaṃ dīkṣitavasanaṃ jarāyu kṛṣṇājinam
Ein Embryo ist der Geweihte, der Mutterschoß ist die Weihehütte (dīkṣitavimita), die Fruchtwasserhülle das Weihegewand, die Nachgeburt das Antilopenfell (kṛṣṇājina).
etasmād vai yoner indro 'jāyata
Aus diesem Mutterschoß wurde Indra geboren.
kulāyam evaitad āsīvanaṃ kṛtvopacarati
Ein Nest, ein Genähtes [?], macht er dies gleichsam und besorgt es (den Geweihten darin).
tasmād dīkṣitaṃ nānyatra dīkṣitavimitāt sūryo 'bhinimrocen nānyatrābhyudiyāt
Darum soll die Sonne den Geweihten nicht anderswo als in der Weihehütte untergehen (und) nicht anderswo aufgehen sehen.
svād eva yoneḥ prajāyate
Aus dem eigenen Mutterschoß wird er (so) geboren.
ākūtyai prayuje agnaye svāheti
„Dem Vorsatz (ākūti), dem Anspannen, dem Agni – svāhā!“
ākūya vai yajñaḥ prayujyate
Nach vorherigem Vorsatz wird das Opfer angespannt (in Angriff genommen);
yatraiva yajñam ākuvate tad enam ālabhate
dort, wo man das Opfer plant, dort ergreift er es.
medhāyai manase agnaye svāheti
„Der Einsicht (medhā), dem Sinn (manas), dem Agni – svāhā!“
medhayā vai manasābhigacchati yajatām̐ sya iti
Mit Einsicht und Sinn geht man darauf zu: „Ich werde opfern.“
yajñam evālabhate
Das Opfer ergreift er eben.
dīkṣāyai tapase agnaye svāheti
„Der Weihe (dīkṣā), der Askese (tapas), dem Agni – svāhā!“
dīkṣayā vai tapasā yajñaṃ prāpnoti
Durch Weihe und Askese erreicht man das Opfer;
yajñam evāvarunddhe
das Opfer gewinnt er eben.
sarasvatyai pūṣṇe agnaye svāheti
„Der Sarasvatī, dem Pūṣan, dem Agni – svāhā!“
vāg vai sarasvatī paśavaḥ pūṣā
Die Rede ist Sarasvatī, das Vieh ist Pūṣan.
vācā paśubhyo yajña ālabhyate
Durch die Rede wird für das Vieh (die Opfertiere) das Opfer ergriffen;
vācaiva paśubhyo 'dhi yajñam ālabhate
eben durch die Rede ergreift er für das Vieh das Opfer.
āpo devīr bṛhatīr viśvaśaṃbhuva iti
„Die göttlichen Wasser, die großen, allbeglückenden“ –
āpo vai yajñas
die Wasser sind das Opfer.
divi yajño 'ntarikṣe pṛthivyām
Im Himmel ist das Opfer, im Luftraum, auf der Erde;
brahma bṛhaspatir
das heilige Wort (brahman) ist Bṛhaspati.
atrātra vai yajñas
Hier und da eben ist das Opfer;
yatrayatraiva yajñas tata enaṃ brahmaṇālabhate
wo immer das Opfer ist, von da ergreift er es mit dem heiligen Wort.
pañcaitāni juhoti
Diese fünf opfert er;
pāṅkto yajñas
fünffach ist das Opfer;
yajñam evāvarunddhe
das Opfer gewinnt er eben.
yajñasya vā ete saṃbhārā yad etāni yajūm̐ṣi
Des Opfers Zurüstungen (saṃbhāra) sind diese Opfersprüche.
yad etāni na juhuyād asaṃbhṛto 'sya yajñas syāt
Wenn er diese nicht opferte, wäre sein Opfer nicht zugerüstet.
yad etāni juhoti
Daß er diese opfert,
yāvān eva yajñas tam̐ saṃbharati
damit rüstet er das ganze Opfer zu.
adīkṣito vā ekayāhutyā
Ein Ungeweihter (bleibt) [?] mit einer einzigen Spende;
adanti ha sma vā etasya purānnaṃ yasyaitāni na hūyante
man verzehrt dessen Vorspeise [?], für den diese (Spenden) nicht geopfert werden.
yad etāni juhoti
Daß er diese opfert,
dīkṣitatvāyaiva dvitīyatvāya
(geschieht) eben für das Geweihtsein, für das Zweitsein (Zweitgeburt) [?].
agnaye svāhāgnaye svāheti juhoti
„Dem Agni – svāhā! Dem Agni – svāhā!“ – so opfert er.
agnis sarvā devatās
Agni ist alle Gottheiten;
sarvā eva devatā avarunddhe
alle Gottheiten gewinnt er eben.
pañcaitāni juhoti
Diese fünf opfert er;
audgrabhaṇam̐ ṣaṣṭham
das Audgrabhaṇa (Aufschöpfopfer) ist das sechste;
ṣaḍ ṛtavas
sechs sind die Jahreszeiten;
ṛtuṣv eva pratitiṣṭhati ‖
in den Jahreszeiten faßt er eben Fuß.
yajñas sṛṣṭaḥ pra yajur avlināt pra sāma
Das erschaffene Opfer: der Opferspruch (yajus) verschwand [?], der Sāman-Gesang verschwand.
tam ṛg evāyacchan nava sāmāni dvādaśa yajūm̐ṣi
Nur der Vers (ṛc) hielt es fest; (dabei) neun Sāmans, zwölf Opfersprüche.
tasmān navabhir bahiṣpavamānam̐ stuvanti
Darum lobsingen sie das Bahiṣpavamāna mit neun (Versen).
ṛcaudgrabhaṇaṃ juhvati
Sie opfern das Audgrabhaṇa mit einem Vers.
yad ṛcaudgrabhaṇaṃ juhoti
Daß er das Audgrabhaṇa mit einem Vers opfert,
yajñam eva sṛṣṭaṃ praty ud ṛcā yacchati
damit hält er das erschaffene Opfer durch den Vers wieder empor.
dvādaśabhir ha sma vai kārudveṣiṇa audgrabhaṇaṃ juhvati
Mit zwölf (Spenden) opferten die Kārudveṣiṇas das Audgrabhaṇa.
etad eva sa dvādaśagṛhītaṃ kṛtvā juhuyāt
Dies eben kann er als Zwölfgeschöpftes [?] machend opfern;
tenaiva tad āpnoti
damit erlangt er es eben.
pūrṇayā srucā juhoti
Mit voller Opferkelle (sruc) opfert er;
pūrṇaḥ prajāpatiḥ
voll ist Prajāpati;
prajāpatim evāpnoti
Prajāpati erlangt er eben.
yad ūnayā juhuyād bhrātṛvyāya lokaṃ kuryāt
Würde er mit einer nicht vollen opfern, so würde er dem Rivalen (bhrātṛvya) eine Welt (Raum) schaffen.
kāmartaṃ vai pūrṇam
Das Volle ist wunscherfüllt [?];
yam̐ hi kāmaṃ kāmayate taṃ pūrṇasya kurute
denn welchen Wunsch einer wünscht, den macht er zu dem des Vollen [?].
yam eva kāmaṃ kāmayate tam avarunddhe ‖
Welchen Wunsch er eben wünscht, den gewinnt er.
sve chandasi yajñaḥ pratiṣṭhāpyas
Im eigenen Metrum ist das Opfer zu gründen.
anuṣṭub vai prajāpates svaṃ chandas
Die Anuṣṭubh ist Prajāpatis eigenes Metrum;
yajñaḥ prajāpatis
das Opfer ist Prajāpati.
yad anuṣṭubhaudgrabhaṇaṃ juhoti
Daß er das Audgrabhaṇa mit einer Anuṣṭubh opfert,
sva eva cchandasi yajñaṃ pratiṣṭhāpayati
damit gründet er das Opfer im eigenen Metrum.
cchandaḥpratiṣṭhāno vai yajñas
Das Opfer hat das Metrum zur Grundlage;
sa yathāchandasaṃ chandassu pratiṣṭhāpyas
es ist je nach dem Metrum in den Metren zu gründen.
saiṣānuṣṭup
Diese ist die Anuṣṭubh:
tasyās saptākṣaram ekaṃ padam aṣṭākṣarāṇi trīṇi
von ihr ist ein Pāda siebensilbig, drei achtsilbig.
teṣām̐ saptānāṃ yāni trīṇi tāny aṣṭā upayanti
Von jenen sieben (Silben) nehmen die drei zu den acht hinzu [?];
tāny ekādaśa
das sind elf:
sā triṣṭub
das ist die Triṣṭubh.
yāni catvāri tāny aṣṭā upayanti
Die vier, die zu den acht hinzukommen,
tāni dvādaśa
das sind zwölf:
sā jagatī
das ist die Jagatī.
yāny aṣṭau sā gāyatrī
Die acht, das ist die Gāyatrī.
avibhaktānuṣṭup
Ungeteilt ist es die Anuṣṭubh;
svāhākāreṇa paṅktis
mit dem svāhā-Ruf die Paṅkti.
etāvanti vai chandām̐si
So viele sind der Metren;
yajñam eva yathāchandasaṃ chandassu pratiṣṭhāpayati ‖
das Opfer gründet er eben je nach dem Metrum in den Metren.
yajñas sṛṣṭo devatābhir ālabhyas
Das erschaffene Opfer ist mit den Gottheiten zu ergreifen.
viśvo devasya netur iti
„Alle (Welt) des Gottes, des Führers“ (Vers) –
yan netṛmatī tena sāvitrī
daß er das Wort „Führer“ enthält, deshalb gehört er Savitṛ.
marta iti
„Der Sterbliche“ –
pitṛdevatyā
dies gehört den Vätern.
viśva iti
„Alle“ –
vaiśvadevī
dies gehört den All-Göttern.
dyumnam iti
„Glanz“ –
bārhaspatyā
dies gehört Bṛhaspati.
puṣyatv iti
„Er möge gedeihen“ –
pauṣṇī
dies gehört Pūṣan.
sārasvatas svāhākāras
Der svāhā-Ruf gehört Sarasvatī.
etāvatīr vai devatās
So viele sind der Gottheiten;
yajñam eva sṛṣṭaṃ devatābhir ālabhate
das erschaffene Opfer ergreift er eben mit den Gottheiten.
yajñas sṛṣṭas tredhā prāviśad ṛcaṃ tṛtīyena sāma tṛtīyena yajus tṛtīyena
Das erschaffene Opfer drang dreifach ein: in den Vers mit einem Drittel, in den Sāman mit einem Drittel, in den Opferspruch mit einem Drittel.
tasya yā priyā tanūr āsīt tayā yajuḥ prāviśat
Von ihm, welches der liebe Leib war, mit dem drang es in den Opferspruch ein.
tasmād yajuṣo noccaiḥ kīrtayitavyam
Darum darf man den Opferspruch nicht laut hersagen;
yajñasya priyāṃ tanvam udūrṇoti
man deckte [?] des Opfers lieben Leib auf.
abrahmavarcasī bhavati nagnaṃbhāvukaḥ ‖
Er wird ohne Brahman-Glanz (brahmavarcasa) und in Gefahr, nackt zu werden [?].