na dīkṣitena hotavyam
Der Geweihte soll nicht opfern.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 23
na dīkṣitena hotavyam
Der Geweihte soll nicht opfern.
havir vai dīkṣito rudro 'gnir
Eine Opfergabe ist der Geweihte, Rudra ist Agni;
yaj juhuyād dhavirbhūtam ātmānaṃ rudrāyāpidadhyāt
wenn er opferte, würde er sich selbst, zur Opfergabe geworden, Rudra darbieten [?].
yan na juhuyād yajñaṃ vicchindyāt
Wenn er nicht opferte, würde er das Opfer abbrechen.
tad etad vratam aparasminn agnā adhiśritya pūrvam agnim abhisaṃcarati
Dieses Gelübde: auf einem anderen Feuer (die Milch) aufsetzend, umgeht er das frühere Feuer [?].
tenaiva yajñam̐ saṃtanoti
Damit setzt er das Opfer fort.
yathā vi gaur ūdhaḥ kuruta evam eṣa devebhyo yajñam̐ saṃbharati yo dīkṣate
Wie eine Kuh ihr Euter (füllt) [?], so rüstet der, der die Weihe nimmt, den Göttern das Opfer zu.
yaj juhuyād yajñaṃ viduhyāt srevayet
Wenn er opferte, würde er das Opfer ausmelken (erschöpfen) [?], zum Rinnen bringen.
yathopadhīte sūta evaṃ tat
Wie bei einer Untergelegten [?] geboren wird, so ist es;
yad upari juhoti
daß er obenauf opfert [?],
sakṛd eva yāma āgate devebhyo yajñaṃ duhe
nur einmal, wenn die (Opfer-)Stunde gekommen ist, melkt er den Göttern das Opfer.
sarvaṃ vā etasya havirbhūtaṃ yo dīkṣitas
Alles ist des Geweihten zur Opfergabe geworden;
nirādiśya hi dīkṣate
denn nach Bestimmung (Widmung) läßt er sich weihen.
tasya yo 'nnam atti yajñaṃ girati
Wer dessen Speise ißt, verschlingt das Opfer.
tasya yajñenaiva prāyaścittiḥ ‖
Dafür ist mit dem Opfer selbst die Sühne (prāyaścitti).
pāśena vā eṣo 'bhihito yo dīkṣito varuṇyaḥ pāśas tasya
Mit der Schlinge ist der Geweihte umgeben; Varuṇas Schlinge gehört ihm.
yo 'nnam atti varuṇa enaṃ grāhuko bhavati
Wer (seine) Speise ißt, den ergreift Varuṇa (wird Varuṇa zum Greifer).
tasmād baddhasya nigasya cānnaṃ nādyāt
Darum soll man nicht die Speise eines Gebundenen und eines Verschlungenen [?] essen.
devānāṃ vā etat pariṣūtaṃ yo dīkṣito manuṣyāṇām in nvai pariṣūtam̐ surabhyavāyam
Der Geweihte ist der Götter Umhüllung [?]; der Menschen aber ist (die Umhüllung) ein wohlriechender Trank [?].
tasmād dīkṣitasyānnaṃ nādyāt
Darum soll man die Speise eines Geweihten nicht essen.
tredhā vā etasya pāpmānaṃ vibhajante yo dīkṣitas
Dreifach teilen sie das Unheil dessen auf, der geweiht ist:
yo 'nnam atti sa tṛtīyam
wer die Speise ißt, (trägt) ein Drittel;
yo 'ślīlaṃ kīrtayati sa tṛtīyam
wer Unfeines nennt, ein Drittel;
yo nāma gṛhṇāti sa tṛtīyam
wer (seinen) Namen nennt, ein Drittel.
tasmād dīkṣitasya nānnam adyān nāślīlaṃ kīrtayen na nāma gṛhṇīyāt
Darum soll man des Geweihten Speise nicht essen, nichts Unfeines nennen, nicht seinen Namen aussprechen.
dānāya vā eṣa dīkṣate 'thaitad anṛtaṃ karoti
Zum Geben läßt er sich weihen [?]; dennoch tut er dieses Unwahre,
yat pratigṛhṇāti
daß er annimmt.
garbho dīksito hinasti garbhaṃ pratigṛhītam
Ein Embryo ist der Geweihte; das Angenommene verletzt den Embryo.
pūṣā sanīnām̐ somo rādhasām iti
„Pūṣan der Gaben, Soma der Spenden“ –
pūṣā hi sanīnām īśe somo rādhasām
denn Pūṣan gebietet über die Gaben, Soma über die Spenden.
rāsveyat someti
„Schenke soviel, Soma!“ –
somo vā etad etasmai rāsate yad vanute
Soma schenkt ihm dies, was er (als Lohn) erwirbt.
ā bhūyo bhareti
„Bringe mehr herbei!“ –
āgame hy enaṃ bhūyas
denn beim Kommen (Empfang) (wird es) ihm mehr.
devas savitā vasor vasudāveti
„Der Gott Savitṛ, der Gütergeber der Güter“ –
savitṛprasūta eva pratigṛhṇāti
auf Savitṛs Antrieb nimmt er nur an,
ātmano 'him̐sāyai
damit sein Selbst nicht verletzt wird.
devebhyo vai yajño na prābhavat
Für die Götter reichte das Opfer nicht hin.
taṃ dakṣiṇābhis samabhāvayan
Sie machten es mit Opferlöhnen hinreichend.
yad dīkṣito bhṛtiṃ vanute yajñam eva saṃbhāvayati
Daß der Geweihte Lohn (bhṛti) erwirbt, damit macht er das Opfer hinreichend.
tasmād dvādaśa rātrīr dīkṣito bhṛtiṃ vanvīta
Darum soll der Geweihte zwölf Nächte lang Lohn erwerben.
yāvān eva yajñas taṃ saṃbhāvayati ‖
Das ganze Opfer macht er hinreichend.
devebhyo vā anyā dakṣiṇā nīyante manuṣyebhyo 'nyās
Für die Götter werden die einen Opferlöhne hingeführt, für die Menschen andere.
tā etā anudiśati
Diese weist er der Reihe nach zu.
vāyave tveti
„Dem Vāyu dich“ –
yā naśyati
(die Gabe,) die verloren geht.
nirṛtyai tveti
„Der Nirṛti dich“ –
yāvasīdati
(die,) die eingeht (umkommt).
rudrāya tveti
„Dem Rudra dich“ –
yāṃ rudro hanti yā sam̐śīryate
(die,) die Rudra erschlägt, die zerbricht.
varuṇāya tveti
„Dem Varuṇa dich“ –
yāpsu yā bleṣkeṇa
(die,) die im Wasser (bleibt), die durch Verlust [?].
yamāya tveti
„Dem Yama dich“ –
yānyena mṛtyunā
(die,) die durch einen anderen Tod (stirbt).
etā vai devebhyo nīyante manuṣyebhya itarās
Diese sind es, die den Göttern zugeführt werden; für die Menschen die übrigen.
tā etāḥ
Dies sind sie.
puṇyabrāhmaṇa etābhir bhūya upardhnoti
Ein frommer Brahmane gedeiht durch diese noch mehr [?].
ṛdhnoti ya evaṃ veda
Es gedeiht, wer dies weiß.
devīr āpo apāṃ napād ity apo 'tigāhate
„Ihr göttlichen Wasser, Urenkel der Wasser“ – so durchschreitet er Wasser.
yad evāsāṃ yajñiyaṃ yad dhaviṣyaṃ tat parivṛṇakti
Was von ihnen opferwürdig ist, was zur Opfergabe taugt, das läßt er beiseite [?].
anavakleśāya
Damit es nicht beeinträchtigt wird.
agnir vai dīkṣitas
Agni ist der Geweihte;
śamayanty agnim āpas
die Wasser löschen Agni.
yajuṣātigāhate
Mit einem Opferspruch durchschreitet er,
aśāntyai
damit (Agni) nicht erlischt [?].
śāntir hy āpas
Denn die Wasser sind Besänftigung.
atho teja evātman bhūyas samādhatte
Auch legt er mehr Glanz in sich selbst.
yad ayajuṣātigāheta vihradinīr āpas syur
Würde er ohne Opferspruch durchschreiten, würden die Wasser (zu) Tümpeln [?];
yajuṣātigāhate ‖
mit einem Opferspruch durchschreitet er.
tasmād āpas saṃtatā avicchinnā dhāvanti
Darum fließen die Wasser zusammenhängend, ununterbrochen.
yadi nāvyāṃ tared araṇī ca rathaṃ cādhāya taret
Wenn er (ein Wasser) in schiffbarem Zustand überquert, soll er die beiden Reibhölzer (araṇī) und den Wagen aufsetzend überqueren.
agnir vai sarvā devatās
Agni ist alle Gottheiten;
yajño rathas
das Opfer ist der Wagen;
devatābhiś caiva yajñena ca saha tarati
mit den Gottheiten und mit dem Opfer zusammen überquert er.
ā pārād gantor loṣṭaṃ vimṛṇann āsīta
Bis zum Hinübergehen ans andere Ufer soll er einen Erdklumpen zerdrückend sitzen [?].
tenāsyā naiti
Damit geht (der Frevel) [?] ihm nicht an.
sakṣehy ayaṃ te yonir ṛtviya iti
„Komm mit uns; dies ist dein Schoß, der jahreszeitgerechte“ –
yathāyajus
je nach dem Opferspruch.
edam aganma devayajanaṃ pṛthivyā iti devayajanam adhyavasyati
„Zu diesem Götteropferplatz der Erde sind wir gekommen“ – so betritt er den Opferplatz (devayajana).
ṛksāmābhyām̐ saṃtaranto yajurbhir iti
„Mit Ṛc und Sāman hinüberfahrend, mit Opfersprüchen“ –
ṛksāmābhyāṃ caiva devatābhiś ca devayajanam abhisaṃtarati ‖
mit Ṛc und Sāman und mit den Gottheiten gelangt er zum Opferplatz hinüber.