Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 27

Anuvāka 3 Aindravāyava-Becher: Rede, Atem, Indra und Vāyu; der Vāyu-Anteil und die Vernichtung des Vṛtra.

prāṇa upām̐śur apāno 'ntaryāmo vāg aindravāyavas

Der Upāṃśu ist der Einatem, der Antaryāma der Ausatem, der Aindravāyava die Rede.

yad upām̐śvantaryāmā aindravāyavo 'nugṛhyate

Dass nach Upāṃśu und Antaryāma der Aindravāyava geschöpft wird,

prāṇāpānayor eva vācam upariṣṭād dadhāti

so legt er die Rede oben auf Ein- und Ausatem.

tasmāt prāṇyāpānya puruṣo vācaṃ vadati

Darum spricht der Mensch die Rede, indem er ein- und ausatmet.

devā vai prātassavanam udyamaṃ nāśaknuvan

Die Götter vermochten das Morgenpressen nicht hochzuheben (in Gang zu bringen).

tṛtīyasavane tarhi vāyur āsīt

Damals war Vāyu beim dritten Pressen.

taṃ devāḥ prāñcaṃ paryaharan

Ihn brachten die Götter nach vorn herum.

prāṇo vāyur aindro yajñas

Der Atem ist Vāyu, das Opfer ist indrahaft [?].

yad aindravāyavaḥ prātassavane gṛhyate

Dass der Aindravāyava beim Morgenpressen geschöpft wird,

prāṇenaiva yajñaṃ parigṛhya purastād udyacchante

(so) nehmen sie durch den Atem das Opfer in Besitz und heben es von vorn an.

vāyavyo vā eṣa purāsīt

Dieser (Becher) war früher wahrlich Vāyu allein gehörig.

sā vāk sṛṣṭā na vyāvartatādhvanad eva

Jene Rede, einmal erschaffen, kehrte nicht (in Ordnung) zurück, sie tönte nur (ungeordnet) fort [?].

sa indro 'bravīn mahyam atrāpi gṛhyatām aham etāṃ vyāvartayiṣyāmīti

Indra sprach: „Auch mir soll hier geschöpft werden; ich werde sie zur Ordnung wenden.“

tata etam aindravāyavam agṛhṇan

Da schöpften sie diesen Aindravāyava.

seyaṃ vāg indriyeṇa vyāvṛttā vadati

So spricht diese Rede, durch die Indrakraft (Sinneskraft) geordnet.

sa eṣa somo vāco vyāvṛttyai gṛhyate

Dieser Soma wird zur Ordnung (Abgrenzung) der Rede geschöpft.

vyāvṛttaṃ pāpīyasā vadati ya evaṃ veda

Deutlich geordnet spricht er (vor) einem Schlechteren, wer so weiß [?].

prajānām̐ sṛṣṭānāṃ tau samabhidyetām

Bei den erschaffenen Geschöpfen wurden diese beiden (Ein- und Ausatem) zerspalten [?].

tā na prāṇyāpānam aśaknuvan nāpānya prāṇitum

Sie vermochten weder einzuatmen noch auszuatmen, noch auszuatmend zu leben [?].

sa indro 'bravīn mahyam atrāpi gṛhyatām aham etau prāṇāpānau vidadiṣya iti

Indra sprach: „Auch mir soll hier geschöpft werden; ich werde diese beiden, Ein- und Ausatem, festsetzen.“

tata etam aindravāyavam agṛhṇan

Da schöpften sie diesen Aindravāyava.

vāyava indravāyubhyām anubrūhīti

„Sprich den Vers für Vāyu (den Vāyu-Becher), für Indra und Vāyu“ [?] –

indraṃ madhye karoti vāyum abhitaḥ

Indra setzt er in die Mitte, Vāyu auf beide Seiten.

prāṇāpānayor vidhṛtyai

Zum Auseinanderhalten von Ein- und Ausatem.

indriyaṃ vai vyānas

Die Sinneskraft ist wahrlich der Zwischenatem.

vyānena vā imau prāṇāpānau vidhṛtau prāṅ ca pratyaṅ ca na kṣīyete

Durch den Zwischenatem sind diese beiden, Ein- und Ausatem, auseinandergehalten; vorwärts und rückwärts (gehend) nehmen sie nicht ab.

nāyam ūrdhva utkrāmati netaro 'vāk saṃkrāmati

Weder geht dieser nach oben hinaus, noch tritt der andere nach unten über.

vyānam eva madhyato dadhāti

Den Zwischenatem legt er in die Mitte,

prāṇāpānayor vidhṛtyai ‖

zum Auseinanderhalten von Ein- und Ausatem.

tasmāt trir vāg vadati śanakair uccair atha sūccair

Darum spricht die Rede dreifach: leise, laut und (dann) ganz laut [?].

devā vai vāyum abruvam̐s tvayā mukhena vṛtram̐ hanāmeti

Die Götter sprachen zu Vāyu: „Mit dir als Mund wollen wir Vṛtra erschlagen.“

so 'bravīd vāryaṃ vṛṇai madagrā eva grahā gṛhyāntā iti

Er sprach: „Ich erwähle eine Wunschgabe: die Becher sollen mit mir an der Spitze geschöpft werden.“

tasmād vāyvagrā grahā gṛhyante

Darum werden die Becher mit Vāyu voran geschöpft.

vāryavṛto hy asya

Denn die Wunschgabe ist von ihm erwählt worden.

sa indro 'bravīn mahyam atrāpi gṛhyatām atha tvai stariṣyāmaha iti

Indra sprach: „Auch mir soll hier geschöpft werden; dann werden wir dich (Vṛtra) niederstrecken [?].“

ta etam aindravāyavam agṛhṇan

Sie schöpften diesen Aindravāyava.

sa eṣa somo vārtraghno vijityai gṛhyate

Dieser Soma ist der Vṛtra-tötende und wird zum Sieg geschöpft.

sa hato 'pūyat

Erschlagen faulte er (fing an zu stinken).

te devā vāyum abruvann imaṃ no vivāhīti

Die Götter sprachen zu Vāyu: „Wehe uns diesen (Gestank) weg.“

so 'bravīd vāryaṃ vṛṇai maddevatyāny eva pātrāṇy ucyāntā iti

Er sprach: „Ich erwähle eine Wunschgabe: Es sollen nur die mir zugehörigen Gefäße (Vāyavya) [?] gepriesen [?] werden.“

tasmād gandham apāhan

Darum schlugen sie den Geruch weg.

sa eṣa paśau pramīte

Dies (ist) bei einem getöteten Tier (der Fall) [?].

tasmāt tasmān nāpigṛhyam

Darum ist von jenem (Geruch) nichts wegzunehmen (zu bewahren) [?].

somasya hi sa rājño gandhas

Denn das ist der Geruch des Königs Soma.

nainaṃ rājayakṣmo vindati ya evaṃ veda

Ihn befällt die Königskrankheit (rājayakṣma) nicht, wer so weiß.

tasmāc chuktaṃ viṣajanti

Darum setzt man das Saure (Śukra) ab (bringt es zur Geltung) [?].

tasmād api tṛtīyaṃ vāyoḥ pātram

Darum ist auch das dritte Gefäß das des Vāyu.

atha vāyavyāny ucyante

Dann werden die Vāyu-Gefäße (Sprüche) gepriesen,

vāryavṛtāni hy asya ‖

denn sie sind von ihm als Wunschgabe erwählt.