nānā vā etau purā somā agṛhṇan mitrāya ca varuṇāya ca
Früher schöpften wahrlich diese beiden (Götter) getrennte Somas, für Mitra und für Varuṇa.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 27
nānā vā etau purā somā agṛhṇan mitrāya ca varuṇāya ca
Früher schöpften wahrlich diese beiden (Götter) getrennte Somas, für Mitra und für Varuṇa.
tāḥ prajā aśāntā avidhṛtā anyānyāṃ ghnatīr acaran
Da gingen diese Geschöpfe ungestillt und ungeordnet einander erschlagend umher.
te devā abruvan sahemaṃ gṛhṇāma mitreṇa varuṇam̐ śamayāma varuṇena mitram iti
Die Götter sprachen: „Wir wollen diesen (Soma) gemeinsam schöpfen; durch Mitra besänftigen wir Varuṇa, durch Varuṇa Mitra.“
tato vā etam̐ sahāgṛhṇan
Darauf schöpften sie ihn gemeinsam.
te mitreṇaiva varuṇam aśamayan varuṇena mitram
Sie besänftigten Varuṇa durch Mitra, Mitra durch Varuṇa.
tā imāḥ prajā mitreṇa śāntā varuṇena vidhṛtās
Diese Geschöpfe sind (so) durch Mitra beruhigt, durch Varuṇa auseinandergehalten (geordnet).
yan maitrāvaruṇo gṛhyate
Dass der Maitrāvaruṇa geschöpft wird,
kḷptyā eva vidhṛtyai
(geschieht) eben zur Ordnung, zur Aufrechterhaltung.
devā vai mitram abruvan vṛtram̐ hanāmeti
Die Götter sprachen zu Mitra: „Wir wollen Vṛtra erschlagen.“
nety abravīn mitro 'ham asmi na hinasmīti
„Nein“, sprach er, „ich bin Mitra; ich verletze nicht.“
hanāmaivety abruvan
„Wir wollen (ihn) doch erschlagen“, sagten sie.
so 'bravīd vāryaṃ vṛṇai payasā me somam̐ śrīṇān iti
Er sprach: „Ich erwähle eine Wunschgabe: Mit Milch sollen sie meinen Soma mischen.“
tasmāt payasā maitrāvaruṇam̐ śrīṇanti
Darum mischt man den Maitrāvaruṇa mit Milch,
vāryavṛtam̐ hy asya
denn die Wunschgabe ist von ihm erwählt.
tato vṛtram aghnan
Darauf erschlugen sie Vṛtra.
tasmād rājanyenādhyakṣeṇa vaiśyaṃ ghnanti
Darum erschlagen sie durch den Rājanya als Aufseher den Vaiśya [?].
taṃ mitras sann anṛtam akar iti varuṇo 'gṛhṇāt
„Mitra, der du (Mitra) bist, hast Unwahrheit getan“ – so ergriff Varuṇa ihn.
apa paśavo 'krāman
Das Vieh wich weg.
sa mitro varuṇa evānāthata
Mitra bat Varuṇa (um Hilfe).
so 'bravīt saha nā eṣa somo gṛhyatām atha tvāto mokṣyāmīti
Er sprach: „Dieser Soma soll uns beiden gemeinsam geschöpft werden; dann werde ich dich davon lösen [?].“
tato vā etam̐ sahāgṛhṇan
Darauf schöpften sie ihn gemeinsam.
tenainaṃ varuṇād amuñcat
Damit löste er ihn von Varuṇa.
yan maitrāvaruṇo gṛhyate
Dass der Maitrāvaruṇa geschöpft wird,
nirvaruṇatvāya
(geschieht) zur Befreiung von Varuṇa (von Varuṇas Fessel).
paśavo vai payaḥ
Das Vieh ist wahrlich die Milch,
paśūnām̐ hi payas
denn die Milch gehört dem Vieh.
yat payasā maitrāvaruṇam̐ śrīṇāti
Indem er den Maitrāvaruṇa mit Milch mischt,
paśubhir evainam̐ samardhayati
stattet er ihn mit Vieh aus.
asomo vā eṣa ity āhur oṣadhaya etāḥ paya eva soma iti
Man sagt: „Dies ist kein Soma; das sind Kräuter, die Milch selbst ist Soma.“ [?]
yat payasā maitrāvaruṇam̐ śrīṇāti
Indem er den Maitrāvaruṇa mit Milch mischt,
somam evainaṃ karoti
macht er ihn zu Soma.
atho yad evāsyābhiṣṇvanto ghnanti yat krūraṃ kurvanti tac chamayati ‖
Zudem besänftigt er, was sie ihm beim Pressen (durch Schlagen) antun, was sie Grausames tun.
śṛtena śrīṇāti
Mit gekochter Milch mischt er.
maitraṃ vai śṛtaṃ vāruṇaṃ pratidhuk
Das Gekochte gehört wahrlich Mitra, die frisch Gemolkene (pratidhuk) Varuṇa.
svenaivainau bhāgadheyena samardhayati
Mit ihrem eigenen Anteil stattet er beide aus.
maitro brāhmaṇo vāruṇo rājanyas
Der Brahmane gehört zu Mitra, der Rājanya zu Varuṇa.
yad eṣa maitrāvaruṇo gṛhyate
Dass dieser Maitrāvaruṇa geschöpft wird,
tasmād brahmapurohitaṃ kṣatram
darum hat die Kriegerherrschaft den Brahmanen (das heilige Wort) zum Vorsteher (Hauspriester).
yajñasya vai śiro 'cchidyata
Des Opfers Kopf wurde abgeschnitten.
atha tarhy aśvinā asomapau bhiṣajau devānām āstām
Damals waren die beiden Aśvin, ohne Somatrunk, die Ärzte der Götter.
tau devā abruvan bhiṣajau vai stha idaṃ yajñasya śiraḥ paridhattam iti
Die Götter sprachen zu ihnen: „Ihr seid Ärzte; setzt diesen Kopf des Opfers (wieder) an.“
tā abruvatāṃ vāryaṃ vṛṇāvahai somapītho nau deveṣv astu graho nau gṛhyatām iti
Die beiden sprachen: „Wir wählen eine Wunschgabe: Bei den Göttern soll uns Somatrunk sein; ein Becher soll uns geschöpft werden.“
tau devā bahiṣpavamānena pāvayitvā tābhyām̐ śucibhyāṃ medhyābhyāṃ bhūtābhyāṃ graham agṛhṇan
Die Götter läuterten sie mit dem Bahiṣpavamāna(-Gesang) und schöpften ihnen, den Reinen, Opferfähigen Gewordenen, einen Becher.
tasmāt stute bahiṣpavamāna āśvino gṛhyate
Darum wird, wenn der Bahiṣpavamāna gepriesen ist, der Āśvina(-Becher) geschöpft.
tasmād brāhmaṇo bahiṣpavamānam āsīta
Darum soll ein Brahmane beim Bahiṣpavamāna dasitzen (teilnehmen).
pavitram̐ hi tat
Denn das ist das Läuterungsmittel.
tasmād yam̐ dviṣyāt taṃ bahiṣpavamānāt paribādheta
Darum soll man den, den man hasst, vom Bahiṣpavamāna ausschließen;
pavitrād evainaṃ paribādhate
von der Läuterung eben schließt man ihn aus.
tau devān upāvartamānau tayor yā bhiṣajyā tanūr āsīt
Als die beiden sich zu den Göttern zurückwandten, war da ihr heilender Leib (ihre Heilkraft).
tāṃ tredhā vinyadadhātām agnau tṛtīyaṃ brāhmaṇe tṛtīyam apsu tṛtīyam
Diese teilten sie dreifach: ein Drittel im Feuer, ein Drittel im Brahmanen, ein Drittel im Wasser.
yaṃ kāmayetāmayāvinaṃ jīved ity agner ante brāhmaṇāya procyāpaḥ paribrūyāt
Von wem er wünscht: „Der Kranke soll leben“, für den soll er am Ende (Rand) des Feuers einem Brahmanen (den Spruch) vortragen und (dann) über (ihn) die Wasser sprechen [?].
etāvad vai bheṣajam
Das ist wahrlich die ganze Arznei;
yāvad eva bheṣajaṃ tad asmai karoti
die Arznei, wie viel es gibt, die schafft er ihm.
jīvati sarvam āyur eti na purāyuṣaḥ pramīyate ‖
Er lebt, erreicht das volle Alter und stirbt nicht vor seiner Lebenszeit.