Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 27

Anuvāka 7 Śukra- und Manthin-Becher: Ein- und Ausatem, Auge, Paare beim Opfer.

āyus saṃdhattaṃ prāṇam̐ saṃdhattam iti

„Fügt Lebensdauer zusammen, fügt Atem zusammen“ –

prāṇān eva saṃdhattas

die Atem eben fügen sie zusammen;

tasmāt prāṇā dvandvam̐

darum sind die Atem paarig.

saṃjagmānā divā pṛthivyeti

„Zusammengekommen mit Himmel und Erde“ –

imān eva lokān samardhayatas

diese Welten eben bringen sie zum Gedeihen.

nirastā śaṇḍāmarkau saha tena yaṃ dviṣma iti

„Weggeworfen sind Śaṇḍa und Marka samt dem, den wir hassen“ –

etāvān vai yajño yāvac chukrāmanthinau

So groß wie Śukra- und Manthin-Becher ist das Opfer.

etāvatī pṛthivī yāvaty uttaravedis

So groß wie die Uttaravedi ist die Erde.

anṛtam̐ śaṇḍāmarkau

Śaṇḍa und Marka sind Unwahrheit,

anṛtaṃ bhrātṛvyas

Unwahrheit ist der Nebenbuhler.

anṛtam eva bhrātṛvyam etāvatā yajñāc ca pṛthivyāś ca nirbhajatas

Die Unwahrheit, den Nebenbuhler, schließen sie so vom Opfer und von der Erde aus.

śukrasyādhiṣṭhānam asi manthino 'dhiṣṭhānam asīti

„Du bist die Grundlage des Śukra, du bist die Grundlage des Manthin“ –

samiddha eva juhutas

sie opfern nur ins entflammte (Feuer).

agnir vā āhutyā atidravād abibhet

Agni fürchtete sich vor dem Überfließen (Überlaufen) der Spende.

yac chalkau prāsyatas

Dass sie die beiden Holzspäne (śalka) hineinwerfen,

āhutyā anatidravāya ‖

(geschieht) damit die Spende nicht überläuft.

cakṣuṣī vā ete yajñasya yac chukrāmanthinau

Die Augen des Opfers sind wahrlich Śukra und Manthin.

yac chalkau prāsyatas

Dass sie die beiden Späne hineinwerfen,

cakṣuṣor evāntardhattas

(so) setzen sie sie zwischen die Augen [?],

tasmā indrāya sutam ājuhota tasmai sūryāya sutam ājuhoteti

„Für Indra opfert den gepressten (Soma), für Sūrya opfert den gepressten“ –

cakṣuṣor vyāvṛttyai

zur Unterscheidung der beiden Augen.

tasmāt samānam̐ sac cakṣur dvedhā

Darum ist das Auge, obwohl eines, doppelt.

sarvam eva prajāsu cakṣur dhattas

Das ganze Auge legen sie in die Geschöpfe.

yaḥ pātrāṇāṃ grahāṇām̐ somānāṃ mithunaṃ veda tasmād eva mithunāt prajāyate

Wer das Paar der Gefäße, der Schöpfbecher und der Somas kennt, der wird aus eben diesem Paar fruchtbar.

sthālībhir anyān grahān gṛhṇanti vāyavyair anyān

Manche Schöpfbecher schöpft man mit Töpfen (sthālī), andere mit Vāyavya-Gefäßen.

tat pātrāṇāṃ mithunam

Das ist das Paar der Gefäße.

śrīṇanty anyān grahān nānyān

Manche Becher mischt man (mit Milch), andere nicht.

tad grahāṇāṃ mithunam

Das ist das Paar der Schöpfbecher.

āśīrvanto 'nye somā bhavanti nānye

Manche Somas sind mit Milchmischung (āśīr) versehen, andere nicht.

tasmād eva mithunāt prajāyate ‖

Aus eben diesem Paar wird man fruchtbar.