Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 28

Anuvāka 3 Über die Marutvatīya-Becher, den Mahendra-Graha und den Vaṣaṭkāra der Virāj.

mādhyandinena vai savanenendro vṛtram ahan marudbhir vīryeṇa

Mit der Mittagspressung erschlug Indra den Vṛtra, mit den Maruts, durch Heldenkraft.

marutvatīyam̐ stotraṃ bhavati marutvatīyam ukthaṃ marutvatīyā grahās

Das Lobgesang ist marutvatīya [Anm.: „mit den Maruts verbunden“], das Uktha ist marutvatīya, die Schöpfbecher sind marutvatīya;

sarvata eva yajamānaṃ vīryeṇa samardhayati

von allen Seiten stattet er den Opferherrn mit Heldenkraft aus.

sarvato vṛtram̐ hanti

Von allen Seiten erschlägt er den Vṛtra.

pratihitir eva prathamo marutvatīyas

Das Anlegen (des Geschosses) ist der erste Marutvatīya-Becher,

apāyatir dvitīyas

das Zurückziehen [Ausholen] der zweite,

visṛṣṭiṃ tṛtīyena visṛjati

den Wurf schleudert er mit dem dritten.

vajram eva prathamena marutvatīyenodyacchate

Den Vajra erhebt er mit dem ersten Marutvatīya,

pra dvitīyena harati

mit dem zweiten schleudert er ihn,

stṛṇute tṛtīyena

mit dem dritten streckt er (den Feind) nieder.

yaṃ dviṣyād amarutvatīyām̐s tasya gṛhṇīyāt

Für den, den er hasst, soll er (die Becher) ohne Marutvatīya-Formel schöpfen;

vīryaṃ vai marutas

die Maruts sind nämlich die Heldenkraft;

vīryeṇaivainaṃ vyardhayati

durch die Heldenkraft bringt er ihn zu Schaden [wörtl. trennt ihn ab].

indro vai vṛtram̐ haniṣyan pradānaṃ devebhyaḥ prāyacchad dakṣiṇās

Als Indra den Vṛtra erschlagen wollte, gab er den Göttern eine Gabe, Opferlöhne (dakṣiṇā).

sa marutvatīyair eva vṛtram ahan

Er erschlug den Vṛtra mit den Marutvatīya-Bechern.

tasmān marutvate 'nūkte na deyam

Darum soll nicht gegeben werden, wenn die Marutvatīya-Formel nachgesprochen ist;

hato hi tarhi vṛtras

denn dann ist Vṛtra erschlagen,

no pratigṛhṇīyāt

Nicht soll man (die Gabe) annehmen [?];

pratiṣṭhitān paśūn pracyāvayaty apaśur bhavati

er bringt festgestandene Tiere zum Weichen und wird ohne Vieh.

indro vai vṛtram̐ hatvā sa mahendro 'bhavat

Indra wurde, nachdem er den Vṛtra erschlagen hatte, zum Mahendra („Großer Indra“).

so 'nyān devān atyamanyata

Er hielt sich für größer als die anderen Götter.

sa etaṃ graham uddhāram udaharata mahendrīyam

Er hob diesen Schöpfbecher als Auslese hervor, den Mahendra-Becher.

tasmād rājā saṃgrāmaṃ jitvā nirājaṃ nirajate

Darum treibt ein König, der eine Schlacht gewonnen hat, die Beute heraus [?] [Anm.: nirāja, Bedeutung unsicher].

te taṃ devā abruvan sarvaṃ vā avocathā astu no 'trāpīti

Da sagten die Götter zu ihm: „Alles hast du gesagt [beansprucht]; uns soll auch hierbei (ein Anteil) sein.“

kathaṃ vo 'pi syād iti

„Wie soll er euch auch zuteilwerden?“ (sagte er).

virājaitasya grahasya yajatv iti

„Mit der Virāj soll er (der Hotṛ) für diesen Schöpfbecher die Yajya-Formel sprechen.“

devapātraṃ vai virāḍ

Die Virāj ist nämlich das Götter-Gefäß;

devapātreṇaiva devatās tarpayati ‖

damit sättigt er die Gottheiten mit dem Götter-Gefäß.

tasmād yad rājā saṃgrāmaṃ jayaty api tatra sūtagrāmaṇīnām

Darum (gilt): wenn der König in der Schlacht siegt, (so) auch dort für die Wagenlenker und Dorfvorsteher [?] [Anm.: sūta und grāmaṇī, Teilhaber am Sieg; Sinn unsicher].

gāyatryā vai trivṛd āyatanavām̐s triṣṭubhā pañcadaśo jagatyaikavim̐śas

Durch die Gāyatrī hat der Trivṛt-(Stoma) seinen Standort, durch die Triṣṭubh der Pañcadaśa, durch die Jagatī der Ekaviṃśa.

āyatanam eva yat saptadaśas

Der Standort ist eben der Saptadaśa (Siebzehnfache);

saptadaśam evāyatanavantaṃ karoti

damit gibt er dem Saptadaśa seinen Standort.

yaṃ dviṣyāt triṣṭubhā tasya yajet

Für den, den er hasst, soll er mit der Triṣṭubh opfern;

ojo vai vīryaṃ triṣṭub

die Triṣṭubh ist nämlich Kraft und Heldenkraft;

ojasaivainaṃ vīryeṇāyatanāc chinatti

mit Kraft und Heldenkraft schneidet er ihn von seinem Standort ab;

so 'nāyatanaḥ parābhavati

er, standortlos, geht zugrunde.

devā vā asurān hatvā vairadeyād īṣamāṇās te yajñaṃ madhyataḥ prāviśan

Die Götter, nachdem sie die Asuras erschlagen hatten, gingen aus Furcht vor der Vergeltung [?] mitten ins Opfer hinein.

etāṃ vāva tad ṛcaṃ prāviśan virājam eva

In diesen Vers gingen sie damals ein, eben in die Virāj.

devatānām abhīṣṭyai

(geschieht) zur Erlangung der Gottheiten [?].

ādityā vai svargaṃ lokaṃ yantas te 'ṅgiraso 'smiṃl loke saha yajñena pratyauhan

Als die Ādityas zur Himmelswelt gingen, ließen sie die Aṅgirasen mit dem Opfer in dieser Welt zurück [?].

te 'ṅgirasa ādityān abruvan katibhyo vo havyaṃ vakṣyāma iti

Die Aṅgirasen sagten zu den Ādityas: „Für wie viele von euch sollen wir die Opfergabe bringen?“

trayastrim̐śata ity abruvan

„Für dreiunddreißig“, sagten sie.

daśa vasava indra ekādaśas

Zehn Vasus, Indra als elfter;

daśa rudrā indra ekādaśas

zehn Rudras, Indra als elfter;

daśādityā indra ekādaśas

zehn Ādityas, Indra als elfter.

trim̐śad etā devatās trim̐śat

Dreißig sind diese Gottheiten, dreißig [Silben hat die Virāj];

dvyakṣaro vaṣaṭkāras

zweisilbig ist der Vaṣaṭkāra,

kalpante 'sya devatā havye

Die Gottheiten fügen sich ihm bei der Opfergabe;

yathādevatam asya havyaṃ gacchati

seine Opfergabe geht zu jeder Gottheit, wie es ihr zukommt.

vṛṇata enam ārtvijyāya ya evaṃ veda

Den, der dies weiß, wählen sie zum Priesteramt.

yāvatīr hi devatās tā havyaṃ gamayati ‖

Denn so viele Gottheiten es gibt, zu denen lässt er die Opfergabe gelangen.