ādityā vā asurān hatvā vairadeyād īṣamāṇās te devān prāviśan
Die Ādityas, nachdem sie die Asuras erschlagen hatten, gingen aus Furcht vor der Vergeltung [?] in die (anderen) Götter ein.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 28
ādityā vā asurān hatvā vairadeyād īṣamāṇās te devān prāviśan
Die Ādityas, nachdem sie die Asuras erschlagen hatten, gingen aus Furcht vor der Vergeltung [?] in die (anderen) Götter ein.
dvidevatyān vāva tat prāviśan
Damals gingen sie in die Dvidevatya-Becher ein [Anm.: Becher mit zwei Gottheiten].
ete hi devānām̐ saha bhūyiṣṭhās
Denn diese sind unter den Göttern die zahlreichsten zusammen [?].
tasmād ādityo dvidevatyebhyo gṛhyate
Darum wird der Āditya-Becher nach den Dvidevatya-Bechern geschöpft.
ucchiṣṭād vā ādityā jātās
Aus dem Rest sind die Ādityas geboren;
tasmād eṣa ucchiṣṭas somo gṛhyate
darum wird dieser Soma als Rest geschöpft.
uccheṣaṇabhāgā vā ādityās
Die Ādityas sind Anteilhaber am Übriggebliebenen;
tasmād eṣa ucchiṣṭas somo gṛhyate
darum wird dieser Soma als Rest geschöpft.
pariśrite gṛhṇāti
Im Umhegten [Anm.: pariśrita, mit Vorhang/Wand umschlossener Raum] schöpft er.
rudro vā agniḥ paśava ādityaḥ
Rudra ist Agni, das Vieh ist Āditya;
paśūnāṃ gopīthāya
zum Schutz des Viehs.
rudraṃ vai devā yajñān nirabhajan
Rudra schlossen die Götter vom Opfer aus.
te samavādiśann eṣa te mātari bhāga ity ādityāntam etāvad āgamayityaitat prati yajñād antaradadhur
Sie einigten sich: „Dies ist dein Anteil an der Mutter“ [?] und ließen ihn bis zum Āditya-(Becher) so weit kommen, dann setzten sie ihn wieder vom Opfer weg [?] [Anm.: Satz unsicher; Wortlaut wohl verderbt].
yat pariśrita ādityaṃ gṛhṇāti
Dass er den Āditya im Umhegten schöpft,
rudram eva yajñād antardadhāti ‖
damit hält er Rudra vom Opfer fern.
paśavo vā ādityas
Der Āditya ist das Vieh.
yad eṣa bhūyiṣṭhas somo gṛhyate
Dass dieser Soma in größter Menge geschöpft wird,
tasmāt paśavo 'dyamānā na kṣīyante
darum nimmt das Vieh, obwohl gegessen, nicht ab.
yadā bahavo 'ntarvedi syur atha gṛhṇīyāt
Wenn viele (Leute) innerhalb der Vedi sind, dann soll er schöpfen;
tān evānnādyam avarunddhe
damit gewinnt er sie [?] als Speise.
yadāsya bhrātṛvyo 'ntarvedi syād atha gṛhṇīyāt
Wenn sein Feind innerhalb der Vedi ist, dann soll er schöpfen.
eṣa vai yajamānasya svo loko yad vediḥ
Dies ist des Opferherrn eigene Welt, nämlich die Vedi;
paśava ādityas
das Vieh ist der Āditya;
sva eva loke bhrātṛvyasya paśūn vṛṅkte
in der eigenen Welt schneidet er dem Feind das Vieh ab.
bṛhatīḥ puroruco bhavanti
Bṛhatī-Formeln sind die Vorformeln (puroruc) [Anm.: Einleitungsverse];
paśavo vai bṛhatīḥ
Das Vieh sind die Bṛhatīs,
paśava ādityaḥ
das Vieh ist der Āditya;
paśuṣv eva paśūn dadhāti
in das Vieh legt er (so) das Vieh.
somam agre gṛhṇāty atha dadhy atha somam
Zuerst schöpft er Soma, dann saure Milch (dadhi), dann Soma.
ūrg vai dadhi paśava ādityas
Kraftnahrung ist die saure Milch, das Vieh ist der Āditya;
ūrjam eva paśuṣu madhyato dadhāti
die Kraftnahrung legt er in die Mitte des Viehs.
śṛtātaṅkyaṃ bhavati
Es ist Gekochtes [Anm.: śṛtātaṅkya, gekochte, geronnene Milch; Sinn unsicher] [?];
tasmād āmā pakvaṃ duhe
darum melkt die Rohe (Kuh) Gekochtes [d. h. gibt gare Milch].
yadi kāmayeta varṣed iti yā divyā vṛṣṭis tayā tvā śrīṇāmīti dadhnopariṣṭāc chrīṇīyāt
Wenn er wünscht: „Es möge regnen“, so soll er mit dem Spruch „Mit dem himmlischen Regen mische ich dich“ oben mit saurer Milch (den Soma) mischen.
paśavo vai dadhi paśava ādityaḥ
Das Vieh ist die saure Milch, das Vieh ist der Āditya;
paśubhya eva varṣati yarhi varṣati
dem Vieh zugute regnet es, wann immer es regnet;
paśubhya eva vṛṣṭiṃ ninayati
dem Vieh zugute leitet er den Regen hinab.
upām̐śusavanena mekṣayati
Mit dem Upāṃśusavana-Stein [Anm.: leise gebrauchter Presstein] rührt er um.
prāṇo vā upām̐śusavanaḥ paśava ādityaḥ
Der Lebenshauch ist der Upāṃśusavana, das Vieh ist der Āditya;
paśuṣv eva prāṇaṃ dadhāti
in das Vieh legt er den Lebenshauch.
vivasva ādityaiṣa te somapītha iti
„Vivasvat Āditya, dies ist dein Somatrunk“ (so der Spruch).
eṣa vāva sa upām̐śusavanas
Dies eben ist jener Upāṃśusavana;
sākṣād evainam̐ somapīthena samardhayati
unmittelbar stattet er ihn mit dem Somatrunk aus.
yady udgṛhītasya stoko 'vapadyate tājak pravarṣati
Wenn von dem Aufgenommenen ein Tropfen herabfällt, so regnet es alsbald.
gṛhītvāpidadhāti
Nachdem er geschöpft hat, deckt er (den Becher) zu,
garbhāṇāṃ dhṛtyā aprapādāya
zum Festhalten der Leibesfrüchte, damit sie nicht abfallen.
taṃ daśame stotre pracyāvayati
Ihn lässt er beim zehnten Stotra (Lobgesang) ausströmen [?];
tasmād daśame māsi garbhā hitāḥ prajāyante
darum werden im zehnten Monat die eingesetzten Leibesfrüchte geboren.
anyatrekṣamāṇo juhoti
Anderswohin blickend, opfert er.
rudro vā agniḥ paśava ādityaḥ
Rudra ist Agni, das Vieh ist Āditya;
paśūnāṃ gopīthāya
zum Schutz des Viehs.
yadīkṣeta brāḥmaṇa upadraṣṭā paśūn gṛhṇīyāt
Wenn er einen Brahmanen erblickt, der zuschaut, so soll er das Vieh (den Becher) schöpfen [?].
paśūnām eva pradīyamānānām anupadraṣṭā bhavati ‖
Er wird nicht zum Zuschauer des Viehs, das (als Opferlohn) gegeben wird [?].