mādhyandinād vai savanād devās svargaṃ lokam āyan
Von der Mittagspressung aus gingen die Götter zur Himmelswelt;
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 28
mādhyandinād vai savanād devās svargaṃ lokam āyan
Von der Mittagspressung aus gingen die Götter zur Himmelswelt;
teṣām eta ākramās saṃkramā yad dakṣiṇās
deren Schritte und Übergänge sind diese, nämlich die Opferlöhne (dakṣiṇā).
yad dakṣiṇā dadāti
Dass er Opferlohn gibt,
setum eva kīrtvā svargaṃ lokam eti
damit geht er, nachdem er eine Brücke gebaut hat [?], zur Himmelswelt.
yāvad vā iha prāṇad dadāti tāvanto 'muṣmiṃl loke prāṇās
So viel er hier, solange er atmet, gibt, so viele Lebenshauche hat er in jener Welt.
tasmād bahu deyam
Darum soll viel gegeben werden.
tasmād iha bahu dattaṃ praśam̐santi
Darum preist man hier, was viel gegeben wurde.
jyāyām̐sam eva setuṃ kirate
Eine größere Brücke streut er auf [?].
etarhi vai devatā nediṣṭhān nyānamanti
Jetzt neigen sich die Gottheiten dem Nächsten zu [?].
tasmād eṣa etarhi tejiṣṭhaṃ tapati yāvan nediṣṭhād eva svargaṃ lokam ārohati
Darum brennt sie (die Sonne) jetzt am heißesten, weil er eben vom Nächsten aus zur Himmelswelt aufsteigt [?].
saurībhyāṃ juhoti
Mit zwei Saurī-Versen [Anm.: Sonnenversen] opfert er;
svargasya lokasya samaṣṭyai
zur vollständigen Erlangung der Himmelswelt.
dvābhyām
Mit zweien;
dvipād yajamānas
zweifüßig ist der Opferherr;
asyām evainam ākrāmayati
auf dieser (Erde) lässt er ihn Fuß fassen [schreiten],
yad āgneyyāgnīdhre juhoti
indem er im Āgnīdhra-Feuerraum mit einem Agni-Vers opfert;
antarikṣa evainam ākrāmayati ‖
im Luftraum lässt er ihn schreiten [?].
yad dadāti
Dass er gibt,
svargam evainaṃ lokaṃ gamayati
damit lässt er ihn zur Himmelswelt gelangen.
dyāṃ gaccha svar gaccheti
„Geh zum Himmel, geh zum Licht [Himmelswelt]“ (so der Spruch);
svargasya lokasya samaṣṭyai
zur vollständigen Erlangung der Himmelswelt.
rūpaṃ vo rūpeṇābhyāgāṃ vayasā vaya iti
„Eure Gestalt habe ich mit (meiner) Gestalt erreicht, mit Lebenskraft die Lebenskraft“ (so der Spruch).
etad vai paśūnāṃ rūpaṃ yad ghṛtaṃ yad dhiraṇyam
Dies ist nämlich die Gestalt des Viehs: die Schmelzbutter (ghṛta) und das Gold;
rūpam evaiṣāṃ rupeṇābhyaiti vayasā vayas
ihre Gestalt erreicht er mit Gestalt, mit Lebenskraft die Lebenskraft.
tutho vo viśvavedā vibhajatv iti
„Tuthas, der Allwissende, soll euch verteilen“ (so der Spruch).
satyaṃ vai tutho viśvavedās
Die Wahrheit ist nämlich Tutha, der Allwissende [Anm.: tutha als Name des Verteilers, Deutung unsicher] [?];
satyenaivainān brahmaṇā vibhajati
durch die Wahrheit, durch das heilige Wort (brahman) verteilt er sie.
etat te agne rādha eti somacyutam iti
„Dies ist deine Gabe, Agni, sie kommt, vom Soma herabgeträufelt“ (so der Spruch).
āgneyā vai paśavas
Die Tiere gehören Agni;
te some dīyante
sie werden beim Soma gegeben.
tan mitrasya pathā nayeti
„Führe sie auf Mitras Pfad“ (so der Spruch);
mitrasyaivainān pathā nayati
auf Mitras Pfad führt er sie.
antarāgnīdhraṃ ca sadaś ca nayati
Er führt sie zwischen dem Āgnīdhra und dem Sadas hindurch.
etena vai pathā devās svargam lokam āyan
Auf diesem Pfad gingen die Götter zur Himmelswelt;
tam evainā apipādayati ‖
eben auf ihn lässt er sie treten [?].
dakṣiṇato vai devānāṃ yajñaṃ rakṣām̐sy abhyajayan
Von rechts (Süden) her eroberten die Rakṣas das Opfer der Götter;
tam āgnīdhrāt punar apājayan
sie (die Götter) gewannen es vom Āgnīdhra aus wieder zurück [?].
yad āgnīdhrād dakṣiṇā dakṣiṇā nayanti
Dass sie die Opferlöhne vom Āgnīdhra aus nach Süden führen,
yajñasyābhijityai
(geschieht) zum Sieg über das Opfer [d. h. zu seiner Gewinnung],
rakṣasām apahatyai
zur Vertreibung der Rakṣas.
āgneyyāgnīdhre juhoti
Er opfert im Āgnīdhra mit einem Agni-Vers;
āgneyā vai paśavaḥ
die Tiere gehören Agni;
paśūnāṃ niṣkrītyai
(so geschieht es) zum Loskauf des Viehs.
vāruṇyā dvitīyayā juhuyād yady aśvaṃ vāno vā rathaṃ vā dāsyan syāt
Mit einem zweiten, dem Varuṇa-Vers, soll er opfern, wenn er ein Ross oder einen Wagen zu geben im Begriff ist [?] [Anm.: vāno unklar].
vāruṇā hy aśvā vāruṇā vanaspatayas
Denn Rosse gehören Varuṇa, Bäume gehören Varuṇa;
agnis sarvā devatās
Agni ist alle Gottheiten;
devatānām abhīṣṭyai
zur Erlangung der Gottheiten.
upabarhaṇaṃ dadāti
Ein Kopfkissen gibt er;
etad vai chandasāṃ rūpam
dies ist nämlich die Gestalt der Metren;
rūpeṇaiva cchandām̐sy avarunddhe
durch die Gestalt gewinnt er die Metren für sich [?].
hiraṇyaṃ dadāti
Gold gibt er;
hiraṇyajyotiṣa evainās svargaṃ lokaṃ gamayati
mit goldenem Licht lässt er sie zur Himmelswelt gelangen.
asmadrātā madhumatī devatrā gaccheti
„Von uns geschenkt, honigsüß, geh zu den Göttern“ (so der Spruch);
svargam evainā lokaṃ gamayati ‖
zur Himmelswelt lässt er sie gelangen.
pra dātāram āviṣeti
„Tritt hervor zum Geber“ [?] (so der Spruch);
tasmād amuṣmiṃl loka āgāmukās
darum sind sie in jener Welt (dem Geber) zukommend [?].
ṛtasya pathā preta candradakṣiṇā iti
„Auf dem Pfad der Ordnung geht dahin, ihr mit glänzendem Opferlohn“ (so der Spruch).
yo vai yajñiyo medhyas sa ṛtasya panthās
Was opferwürdig und rein ist, das ist der Pfad der Ordnung (ṛta);
tenaivainā nayati
auf ihm führt er sie.
brāhmaṇam adyardhyāsaṃ pitṛmantaṃ paitṛmatyam iti
„Einen Brahmanen möchte ich heute gedeihen lassen [?], einen, der Väter hat, von väterlicher Abstammung“ (so der Spruch).
yo vai śrotriya ārṣeyas sa pitṛmān paitṛmatyas
Wer nämlich ein Vedakundiger (śrotriya) aus einem Ṛṣi-Geschlecht ist, der ist „vätertragend“ und „von väterlicher Abstammung“.
taṃ videyam ity evaitad āha
„Den möge ich finden“, das sagt er damit.
sa hi sudhātudakṣiṇas
Denn er ist einer, dessen Opferlohn gut angelegt ist [?] [Anm.: sudhātu, wörtl. „von guter Grundlage“].
yām abrāhmaṇāya dadāti vanaspatayas tayā prathante
Den Opferlohn, den er einem Nicht-Brahmanen gibt, mit dem breiten sich die Bäume aus [?];
yāṃ kaṇvakaśyapebhyo dadāti nīhāras tayā prathate
den er den Kaṇvas und Kaśyapas gibt, mit dem breitet sich der Nebel aus [?] [Anm.: Anspielung unsicher];
yāṃ brāhmaṇāyāśrotriyāya dadāti marīcayas tayā prathante
den er einem Brahmanen gibt, der nicht Vedakundiger ist, mit dem breiten sich die Lichtstrahlen [Flimmern] aus [?].
yām̐ śrotriyāyārṣeyāya dadāti tayāmuṣmiṃl loka ṛdhnoty asmim̐ś cāsya loke punar bhogāya bhavati
Den er einem Vedakundigen aus einem Ṛṣi-Geschlecht gibt, mit dem gedeiht er in jener Welt, und in dieser Welt dient er ihm wieder zum Genuss.
tasmāt sa evaiṣṭavyas
Darum ist eben ein solcher aufzusuchen.
vi svaḥ paśya vy antarikṣam iti sadaḥ prekṣate ‖
„Schau den Himmel [das Licht], schau den Luftraum“ — mit diesem (Spruch) blickt er auf das Sadas.
somapā vā ete brāhmaṇās
Somatrinker sind diese Brahmanen;
teṣāṃ tejasvīni cakṣūm̐ṣi
glanzvoll sind ihre Augen.
arātīyanti vā ete dadate
Feindselig gesinnt sind diese [Empfänger], wenn sie nehmen [?];
ta enam īśvarāḥ pratinudas
sie vermögen ihn zurückzustoßen.
tebhya eva namaskaroti
Vor ihnen verneigt er sich,
apratinodāya
damit er nicht zurückgestoßen werde.
atrihiraṇyaṃ dadāti
Atri-Gold gibt er.
svarbhānur vā āsuras sūryaṃ tamasāvidhyat
Der Asura Svarbhānu durchbohrte die Sonne mit Finsternis;
tam atrir evāgre 'nvavindat
ihn (die Sonne) fand Atri zuerst wieder.
yad atrihiraṇyaṃ dadāti
Dass er Atri-Gold gibt,
svargasya lokasya samaṣṭyai
(geschieht) zur vollständigen Erlangung der Himmelswelt.
yady ātreyaṃ na vinded ya ārṣeyas sam̐hitas tasmai dadyāt
Wenn er keinen Ātreya findet, soll er (das Gold) einem geben, der ein Ārṣeya ist, ein Vedakundiger [?] [Anm.: sam̐hita, wohl „ausgebildet“].
tenaivardhnoti
Damit gedeiht er.
asurā vai devebhyo dakṣiṇām anayan
Die Asuras führten den Göttern einen Opferlohn zu;
tāṃ pratyanudanta
sie [die Götter] stießen ihn zurück.
te 'bruvann asnihad eṣeti
Sie [die Asuras] sagten: „Diese ist zerflossen [ausgelaufen] [?].“
tebhyo 'parām anayan
Ihnen führten sie einen anderen zu;
tāṃ pratyanudanta
sie stießen ihn zurück.
te 'bruvan nṛmṇam eṣāgād iti
Sie sagten: „Männerkraft [?] ist diese gekommen.“
tebhyo 'parām anayan
Ihnen führten sie einen anderen zu;
tāṃ pratyanudanta
sie stießen ihn zurück.
te 'bruvann adrāpsīd eṣeti
Sie sagten: „Sie ist getropft [?].“
etā ha vai tad ṛṣir abhyanūvāca ‖
Auf diese [Vorgänge] hin sprach der Seher damals (den Vers) nach:
ava drapso am̐śumatīm atiṣṭhad iyānaḥ kṛṣṇo daśabhis sahasraiḥ |
„Der Tropfen stieg herab an die Am̐śumatī, der schwarze, ausziehend mit zehntausend,
āvat tam indraś śacyā dhamantam apa snehitīr nṛmaṇām adadhrām ‖ iti
ihn, der [in seiner Kraft] blies, unterstützte Indra mit seiner Macht; er (Indra) stieß die Feindseligen [?] (weg), die Männerkraft habende Unbezwinger“ [?] [Anm.: Ṛgveda-Vers, Deutung unsicher; hier nur so viel wie nötig].
sā sālāvṛkī saṃbhūyāsurān prāviśat
Sie [die zurückgewiesene Gabe] wurde zu einer Hyäne [Wölfin] (sālāvṛkī) und drang in die Asuras ein;
sainān niradahat
sie verbrannte sie.
tasmād dakṣiṇā pratinuttā na pratigṛhyā
Darum darf ein zurückgestoßener Opferlohn nicht angenommen werden.
na goṣu cālayet
Nicht soll er sie unter die Kühe treiben [?].
sālāvṛky evainaṃ bhūtvā praviśati
Zur Sālāvṛkī geworden, dringt sie in ihn ein,
sainaṃ nirdahati ‖
und sie verbrennt ihn.