Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 28

Anuvāka 10 Über die Zurüstung der Somagefäße als Träger der Geschöpfe und ihre Ausstattung mit Lobgesang und Uktha.

pātrāṇi payujyante

Die Gefäße werden zugerüstet [?] [Anm.: payujyante, Lesung unsicher, wohl prayujyante „eingesetzt“];

anayor lokayor vidhṛtyai

zur Auseinanderhaltung dieser beiden Welten.

prānyāni yujyante nānyāni

Die einen werden nach vorn eingesetzt, die anderen nicht;

yāni prayujyanta imaṃ tair lokaṃ dādhāra yāni na prayujyante 'muṃ taiḥ

mit denen, die eingesetzt werden, hält er diese Welt, mit denen, die nicht eingesetzt werden, jene.

anirukta upām̐śupātraṃ prayujyate

Das Upāṃśu-Gefäß wird ohne Benennung [Anm.: anirukta, unausgesprochen] eingesetzt;

ajā eva tat paśūnām anuprajāyante

die Ziegen werden damit nach den (anderen) Tieren geboren [?].

trir vigṛhṇāti

Dreimal schöpft er (es) auseinander;

tasmāt sā trīñ janayati

darum gebiert sie (die Ziege) drei,

yad upām̐śupātraṃ prayujyate

Dass das Upāṃśu-Gefäß eingesetzt wird,

ajā eva tena paśūnāṃ dādhāra

damit hält er die Ziegen unter den Tieren.

antaryāmapātraṃ prayujyate

Das Antaryāma-Gefäß wird eingesetzt;

avaya eva tat paśūnām anuprajāyante

die Schafe werden damit nach den Tieren geboren.

yad antaryāmapātraṃ prayujyate

Dass das Antaryāma-Gefäß eingesetzt wird,

avīr eva tena paśūnāṃ dādhāra

damit hält er die Schafe [avī] unter den Tieren.

ṛtupātre prayujyete

Die beiden Ṛtu-Gefäße werden eingesetzt;

aśvā eva tat paśūnām anuprajāyante

die Rosse werden damit nach den Tieren geboren.

tasmāt tayor aśvasyeva śapho 'dhastāt

Darum ist unter ihnen wie beim Ross ein Huf unten [Anm.: Gefäßfuß wie ein Huf].

yad ṛtupātre prayujyete

Dass die beiden Ṛtu-Gefäße eingesetzt werden,

aśvān eva tena paśūnāṃ dādhāra

damit hält er die Rosse unter den Tieren.

ukthyapātraṃ prayujyate

Das Ukthya-Gefäß wird eingesetzt;

āraṇyā eva tat paśavo 'nuprajāyante

die wilden Tiere [āraṇya] werden damit nachgeboren.

tasmāt tān dhṛtān grāmam āgatān ghnanti

Darum erschlagen sie diese, wenn sie festgehalten ins Dorf gekommen sind [?].

yad ukthyapātraṃ prayujyate

Dass das Ukthya-Gefäß eingesetzt wird,

āraṇyān eva tena paśūn dādhāra

damit hält er die wilden Tiere.

śukrapātraṃ prayujyate

Das Śukra-Gefäß wird eingesetzt;

atrīr eva tat prajā anuprajāyante

die fressenden [atrī] Geschöpfe werden damit nachgeboren [?] [Anm.: atrī, „Fresser“ = Raubtiere/Esser].

manthipātraṃ prayujyate

Das Manthin-Gefäß wird eingesetzt;

ādyā eva tat prajā anuprajāyante

die essbaren [ādya] Geschöpfe werden damit nachgeboren.

yad ete prayujyete

Dass diese beiden eingesetzt werden,

ubhayīr evaitad atrīś cādyāś ca prajā dādhāra

damit hält er beide Arten von Geschöpfen, die Fressenden und die Essbaren.

ṛtupātre śukrapātrāt pūrve prayujyete

Die beiden Ṛtu-Gefäße werden vor dem Śukra-Gefäß eingesetzt.

asau vā ādityaś śukro raśmaya ṛtavas

Jene Sonne ist der Śukra, die Strahlen sind die Jahreszeiten;

tasmād ete pūrve prayujyete

darum werden diese beiden früher eingesetzt;

etasmād avaram ādityapātraṃ prayujyate

Danach wird das Āditya-Gefäß eingesetzt;

gāva eva tat paśūnām anuprajāyante

die Kühe werden damit nach den Tieren geboren.

yad ādityapātraṃ prayujyate

Dass das Āditya-Gefäß eingesetzt wird,

gā eva tena paśūnāṃ dādhāra

damit hält er die Kühe unter den Tieren.

āgrāyaṇapātraṃ prayujyate

Das Āgrayaṇa-Gefäß wird eingesetzt;

sarvā eva tat prajā anuprajāyante

alle Geschöpfe werden damit nachgeboren.

yad āgrāyaṇapātraṃ prayujyate

Dass das Āgrayaṇa-Gefäß eingesetzt wird,

sarvā eva tena prajā dādhāra

damit hält er alle Geschöpfe.

droṇakalaśaḥ prayujyate

Der Droṇakalaśa wird eingesetzt;

prajāpatir vai droṇakalaśas

der Droṇakalaśa ist Prajāpati.

yad droṇakalaśaḥ prayujyate

Dass der Droṇakalaśa eingesetzt wird,

tasmād idaṃ prajāpatiḥ prajā veda

darum kennt Prajāpati diese Geschöpfe [?];

tasmād ayaṃ kṣayo 'sti

darum gibt es diese Wohnstatt [Anm.: kṣaya, Behausung] [?].

etāvanto vai prātar grahā gṛhyante

So viele Schöpfbecher werden am Morgen geschöpft;

te stotravanta ukthavanto nidānavanta āyatanavantaḥ kartavyās

sie sind mit Lobgesang, Uktha, Nidāna (Grundlage) und Standort auszustatten.

navaitān gṛhītvā navabhir bahiṣpavamāṇam̐ stuvanti

Neun davon schöpft er, dann lobpreisen sie mit neun (Versen) das Bahiṣpavamāna.

tena te stotravantas

Dadurch sind sie mit Lobgesang versehen —

yat punar etyāśvinaṃ gṛhṇāti

dass er, wiederkehrend, den Aśvina schöpft.

stomenaiva sa stotravān

Durch den Stoma [Preisgesang] ist er mit Lobgesang versehen.

yad upām̐śvantaryāmau hutau hotānumantrayate

Dass der Hotṛ nach dem Opfern von Upāṃśu und Antaryāma (den Spruch) nachspricht,

tena tā ukthavantau ‖

dadurch sind diese beiden mit Uktha versehen.

tenaindravāyava ukthavān

damit ist der Aindravāyava mit Uktha versehen;

tena maitrāvaruṇa ukthavān

damit ist der Maitrāvaruṇa mit Uktha versehen;

tenāśvina ukthavān

damit ist der Aśvina mit Uktha versehen;

yan niṣkevalyam

was das Niṣkevalya [Anm.: eigenständiges Uktha] angeht,

tena śukramanthinā ukthavantau

damit sind Śukra und Manthin mit Uktha versehen;

tenāgrāyaṇa ukthavān

damit ist der Āgrayaṇa mit Uktha versehen;

tena dhruva ukthavān

damit ist der Dhruva mit Uktha versehen;

yad ukthāny ukthaśam̐sinaś śam̐santi

was die Uktha-Rezitatoren als Ukthas rezitieren,

tenokthya ukthavān

damit ist der Ukthya mit Uktha versehen.

etāvanto vai prātar grahā gṛhyante

So viele Schöpfbecher werden am Morgen geschöpft;

tān etat stotravata ukthavato nidānavata āyatanavataḥ karoti

sie macht er damit mit Lobgesang, Uktha, Nidāna und Standort versehen.

nidānavān āyatanavān bhavati ya evaṃ veda ‖

Wer dies weiß, wird mit Nidāna und Standort versehen.

iti śrīmadyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyāṃ madhyamikāyām āyuṣyaṃ nāmāṣṭāviṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

Hiermit (endet) im ehrwürdigen Yajus, im Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, in der Madhyamikā (Abteilung), der achtundzwanzigste Sthānaka namens „Āyuṣya“, vollendet.