Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 28

Anuvāka 7 Über den Sāvitra-Becher, den Antaryāma-Becher und den Vaiśvadeva bei der dritten Pressung.

antaryāmapātreṇa sāvitraṃ gṛhṇāti

Mit dem Antaryāma-Gefäß schöpft er den Sāvitra.

savitṛprasūtāḥ paśavaḥ prajāyante

Vom Savitṛ angetrieben werden die Tiere geboren;

savitṛprasūta evainān prajanayati

vom Savitṛ angetrieben lässt er sie entstehen.

tam asannaṃ juhoti

Ihn opfert er nicht (auf den Boden) gesetzt [Anm.: asanna, ohne dass er abgestellt wurde] [?];

tasmād asannāḥ paśavas sadadi prajāyante

darum werden die Tiere, nicht sitzend, im Sitzenden [?] geboren [Anm.: Deutung unsicher].

devā vai tṛtīyasavanam udyamaṃ nāśaknuvan

Die Götter vermochten die dritte Pressung nicht zu erheben [auszuführen].

prātassavane tarhi savitāsīt

Bei der Morgenpressung war damals Savitṛ (der Führende).

taṃ devā abruvam̐s tvayedam udyacchāmahā iti

Die Götter sagten zu ihm: „Mit dir wollen wir dies erheben.“

nety abravīn mukhyo 'ham asmi na pratyaṅṅ apakramiṣyāmīti

„Nein“, sagte er, „ich bin der Erste und werde nicht rückwärts abtreten.“

mukhya evātrāsa ity abruvan mukhya ihātha tvayodyacchāmahā iti

Sie sagten: „Auch hier sei du der Erste; du bist hier der Erste, und mit dir wollen wir (es) erheben.“

tat savitrodayacchanta

Damit erhoben sie es durch Savitṛ.

yat sāvitro gṛhyate

Dass der Sāvitra geschöpft wird,

tṛtīyasavanasyodyatyai

(geschieht) zur Erhebung der dritten Pressung.

abhi tvā deva savitar ity etayā prātassavane mukhyas

Mit diesem Vers „Zu dir, Gott Savitṛ“ ist er bei der Morgenpressung der Erste;

samantaṃ vai tat savitā yajñaṃ paryabhavat

damals umfasste Savitṛ das Opfer ringsum.

samantaṃ bhrātṛvyaṃ paribhavati ya evaṃ veda

Ringsum überwältigt er den Feind, der dies weiß.

antaryāmapātreṇāgrāyaṇāt sāvitraṃ tṛtīyasavane gṛhṇāti ‖

Mit dem Antaryāma-Gefäß schöpft er nach dem Āgrayaṇa den Sāvitra bei der dritten Pressung.

prātar vā eṣa gṛhyate gāyatryā loke yad āgrāyaṇas

Am Morgen wird dieser geschöpft, im Bereich der Gāyatrī, nämlich der Āgrayaṇa;

taṃ tṛtīyasavane vigṛhṇāti jagatyā loke

ihn schöpft er bei der dritten Pressung auseinander [in anderer Weise], im Bereich der Jagatī.

tasmād āgrāyaṇāt sāvitro gṛhyate

Darum wird nach dem Āgrayaṇa der Sāvitra geschöpft;

savitā hi devānāṃ gāyatras

denn Savitṛ ist der Gāyatra [Anm.: der zur Gāyatrī Gehörige] unter den Göttern.

sāvitrasya sam̐srāve vaiśvadevam abhigṛhṇāti

Im Abfluss des Sāvitra schöpft er den Vaiśvadeva dazu.

samāno vā eṣa grahas

Ein und derselbe ist dieser Schöpfbecher;

vaiśvadevīr imāḥ prajās

Diese Geschöpfe gehören allen Göttern;

savitṛprasūtāḥ prajāḥ prajāyante

vom Savitṛ angetrieben werden die Geschöpfe geboren;

savitṛprasūtā evaināḥ prajanayati

vom Savitṛ angetrieben lässt er sie entstehen.

suśarmāsi supratiṣṭhāna iti

„Du bist von gutem Schutz, von gutem Stand“ (so der Spruch);

some hi somam abhigṛhṇāti

denn er schöpft Soma auf Soma dazu.

atho suśarmāṇam evottaram adharasmai karoti supratiṣṭhānam adharam uttarasmai

Und zugleich macht er den oberen für den unteren zum guten Schutz, den unteren für den oberen zum guten Stand.

bṛhadukṣe nama iti

„Verehrung dem Bṛhaduksan“ [Anm.: „dem großen Stier“?] (so der Spruch);

bṛhad dhi devānāṃ namaḥ pitṝṇām

denn groß ist die Verehrung der Götter und der Väter [?].

ukthabhāgā vai pitaro 'stomabhājas

Die Väter sind Anteilhaber am Uktha, nicht am Stoma [?];

yatraivaibhya uktham̐ śam̐sati tad ebhyo grahaṃ gṛhṇāti ‖

dort, wo er ihnen das Uktha rezitiert, schöpft er ihnen den Schöpfbecher.