Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 29

Anuvāka 5 Der Upayāma-Schöpfbecher mit Soma und Dickmilch für Prajāpati und die Ordnung der Pressungen mit Milchspeise, Dickmilch-Gharma und Āśir.

upayāmagṛhīto 'si

Mit dem Upayāma(-Halter) geschöpft bist du. [Anm.: Upayāma = Halte-Schale, mit der der Graha gefasst wird]

prajāpataye tvā jyotiṣmate jyotiṣmantaṃ gṛhṇāmi

Für Prajāpati, den Lichtvollen, schöpfe ich dich, den Lichtvollen.

dakṣāya dakṣavṛdham

Für Dakṣa (den Tüchtigen), den Tüchtigkeit Mehrenden,

agnijihvebhyas tvartāyubhyo vātāpibhyaḥ parjanyātmabhya indrajyeṣṭhebhyo varuṇarājabhyaḥ

für die, deren Zunge Agni ist, die Ṛta-Lebenskräftigen, die Wind-Trinker, die Parjanya zur Seele haben, die Indra zum Ältesten, Varuṇa zum König haben – (dich schöpfe ich). [?]

yataḥ prajā akhidrā ajāyanta tasmai tvā prajāpataye vibhudāvne juhomi svāhā

Von dem her die Geschöpfe unversehrt geboren wurden, dem, Prajāpati, dem freigebig Gebenden [?], opfere ich dich. Svāhā!

abhi somo 'paḥ kāmayate 'bhi somam āpas

Der Soma begehrt die Wasser hin, die Wasser begehren den Soma hin.

yathā gāvas saṃjānānās saṃgatyānyānyāṃ ghnanty evaṃ vā etau saṃjānānau saṃgatyānyo'nyasyendriyaṃ vīryaṃ nirhatas

Wie Kühe, einig geworden und zusammengetroffen, einander (mit den Hörnern) stoßen, so schlagen diese beiden, einig geworden und zusammengetroffen, einander Sinneskraft und Manneskraft heraus.

ubhayam etat prājāpatyaṃ yat somaś cāpaś ca

Beides gehört Prajāpati: Soma und die Wasser.

apām eṣa raso yad dadhi

Dieses ist der Saft der Wasser, nämlich die Dickmilch.

yad vai putrau yudhyete pitā tābhyāṃ kalpayati sva evainau loke svena bhāgadheyena pitā śamayati

Wenn zwei Söhne kämpfen, richtet der Vater es für sie ein; jeden in seiner eigenen Welt, mit seinem eigenen Anteil, besänftigt der Vater sie.

sa ha tvai yajñena samṛddhena yajate yasyaiṣa gṛhyate

Der opfert mit einem vollendeten Opfer, für den dieser (Graha) geschöpft wird.

dadhnā sarvāṇi savanāni paśūmanti vīryāvanti kartavyāni

Mit Dickmilch sind alle Pressungen viehreich und manneskräftig zu machen.

yat payasyayā prātassavane caranti

Dass sie beim Morgenpressen mit der Payasyā verfahren,

tena tat paśumad vīryāvat

dadurch ist es viehreich und manneskräftig.

yad dadhigharmeṇa madhyandine

Dass beim Mittag mit dem Dickmilch-Gharma,

tena tat paśumad vīryāvat

dadurch ist es viehreich und manneskräftig.

yad āśirā tṛtīyasavane

Dass beim dritten Pressen mit dem Āśir (Milchmischung),

tena tat paśumad vīryāvat

dadurch ist es viehreich und manneskräftig.

sarvāṇy asya savanāni paśumanti vīryāvanti bhavanti ya evaṃ veda ‖

Alle seine Pressungen werden viehreich und manneskräftig, wer so weiß.