Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 29

Anuvāka 7 Die Atigrāhya-Becher für Agni, Indra und Sūrya als Stütze des Opfers und Mittel der Vorrangstellung, samt ihrem Ursprungsmythos.

athaite 'tigrāhyās

Nun diese Atigrāhyas (Überbecher):

yad eva param ojo vīryam anavaruddhaṃ tasyāvaruddhyai

Zur Gewinnung dessen, was die höchste Kraft und Manneskraft noch nicht gewonnen ist.

teja eva tena purastād dhatte

Glanz legt er damit nach vorn in sich.

indriyam eva tena madhyato dhatte

Sinneskraft legt er damit in die Mitte.

brahmavarcasam asā ādityas

Jener Āditya ist der Glanz des heiligen Wortes (brahmavarcasa).

upariṣṭād eva tena brahmavarcasaṃ dhatte

Brahmavarcasa legt er damit nach oben in sich.

tejo vā agnir indriyam indro brahmavarcasam asā ādityas

Agni ist Glanz, Indra Sinneskraft, jener Āditya Brahmavarcasa.

tejasā caiva brahmavarcasena cendriyam ubhayata ātman parigṛhṇāti

Durch Glanz und Brahmavarcasa umfasst er die Sinneskraft beiderseits in sich selbst.

upastambhanaṃ vā etad yajñasya yad atigrāhyās

Eine Stütze des Opfers sind diese Atigrāhyas.

cakriyau pṛṣṭhāni

(Ebenso) die beiden Cakriya-Sprüche und die Pṛṣṭha-Sāmans. [?]

yad ete na gṛhyerann upariṣṭād garīyām̐si pṛṣṭhāni prāñcaṃ yajñaṃ saṃmṛṇyur

Würden diese nicht geschöpft, dann würden die schwereren Pṛṣṭhas von oben das nach Osten gerichtete Opfer zerdrücken. [?]

purastād eva yajñam upastabhya cakriyā upāsyati

(damit) stützt er das Opfer zuvor und stellt die Cakriyas (dazu) hin. [?]

prātassavane gṛhṇīyāt

Beim Morgenpressen soll man sie schöpfen.

etad vai savanānāṃ vīryāvattamam

Dies ist das Manneskraftreichste der Pressungen.

vīryād evainān adhigṛhṇāti ‖

Aus Manneskraft fasst er sie (die Pressungen) an sich.

devā vai sarva eva sadṛśā āsan

Die Götter waren alle einander gleich.

na vyāvṛtam agacchan

Sie gelangten nicht zu einem Vorrang.

tata eta etān grahān apaśyann agnir āgneyam indra aindram̐ sūryas sauryam

Da erblickten sie diese Schöpfbecher: Agni den Agni-Becher, Indra den Indra-Becher, Sūrya den Sūrya-Becher.

tato vai te vyāvṛtam agacchañ chraiṣṭhyaṃ devānām

Daraufhin gelangten sie zum Vorrang, zur Führung unter den Göttern.

yasyaite gṛhyante vyāvṛtam eva gacchati śraiṣṭhyam̐ samānānām

Für wen diese geschöpft werden, der gelangt zum Vorrang, zur Führung unter seinesgleichen.

prajāpatir vai devebhyo bhāgadheyāni vyādiśat

Prajāpati wies den Göttern ihre Anteile zu.

yajñam eva so 'manyatātmānam antaragām iti

Er dachte: „Das Opfer, mich selbst habe ich ausgelassen.“ [?]

tasya yāḥ priyās tisras tanva āsam̐s tā apanyadhatta

Seine drei liebsten Leiber, die legte er beiseite.

etān vāva sa tad grahān apanyadhatta

Eben diese Schöpfbecher legte er damals beiseite.

yena yajñenertset tasminn etān grahān gṛhṇīyāt

Bei dem Opfer, mit dem er (Erfolg) haben will, soll er diese Schöpfbecher schöpfen. [?]

sarvam evainam̐ savīryam̐ sayonim̐ satanūm ṛddhyai saṃbharati ‖

Ihn versorgt er so ganz, samt Manneskraft, Schoß und Leib, zum Gedeihen.

vṛtre vā ete purāsan

Diese waren früher bei Vṛtra.

sa indro vṛtram̐ hatvā sa etam āgneyam avindata

Nachdem Indra Vṛtra erschlagen hatte, fand er diesen Agni-Becher.

tam agnaye prāyacchad etaṃ me dhārayeti

Den gab er Agni: „Halte ihn mir!“

tam̐ sūryāya prāyacchad etaṃ me dhārayeti

Den gab er Sūrya: „Halte ihn mir!“

sa aindaṃ vittvetarau punar ayācata

Nachdem er den Indra-Becher gefunden hatte, forderte er die beiden anderen zurück.

tā asmai na punar adattām

Die beiden gaben sie ihm nicht zurück.

ta imāṃl lokān vyupāyann agnir imam indro 'ntarikṣam̐ sūryo 'mum

Sie verteilten diese Welten: Agni diese (Erde), Indra den Luftraum, Sūrya jene (Himmelswelt). [?]

etair vai te grahair eṣu lokeṣv ārdhnuvan

Mit diesen Schöpfbechern gediehen sie in diesen Welten.

etair eṣāṃ lokānām ādhipatyaṃ paryāyan

Mit ihnen erlangten sie die Oberherrschaft über diese Welten.

sarveṣv evaiṣu lokeṣv ṛdhnoty eṣāṃ lokānām ādhipatyaṃ paryeti yasyaite gṛhyante ‖

In allen diesen Welten gedeiht und erlangt die Oberherrschaft über diese Welten, für wen diese geschöpft werden.

yad vai virājas tejas tad āgneyas

Was der Glanz der Virāj ist, das ist der Agni-Becher.

yac chakvaryās tad aindras

Was der Śakvarī gehört, das der Indra-Becher.

yad revatyās tat sauryas

Was der Revatī gehört, das der Sūrya-Becher.

yatraitāni sāmāni syus tad etān gṛhṇīyāt

Wo diese Sāmans sind, dort soll man diese (Becher) schöpfen.

sāmnām̐ satejastvāya

Damit die Sāmans Glanz haben.

athaite homāś ca bhakṣaṇāni ca

Nun sind dies (die Becher) Opfergüsse und Verzehrbecher.

etair vai bambhāviśvavayasā imāṃl lokān arvācaś ca parācaś ca prājānītām

Mit ihnen erkannten Bambha und Viśvavayas diese Welten, die diesseitigen und die jenseitigen. [Anm.: Bambha und Viśvavayas als mythische Wesen, [?]]

yasyaite gṛhyante sam asmā ime lokā arvāñcaḥ parāñcaś ca bhānti

Für wen diese geschöpft werden, dem leuchten diese Welten, diesseitige und jenseitige, zusammen auf.

eteṣāṃ vai vīryeṇāgnir ita ūrdhvo bhāti

Durch die Manneskraft dieser leuchtet Agni von hier aufwärts.

suprajñāno vā ita ittham asau lokas

Gut erkennbar ist von hier aus so jene Welt.

amuto ha tvā arvāṅ duṣprajñānam

Von dort aus dagegen ist das Diesseits schwer erkennbar.

sa ha tvā imaṃ lokam amuto 'rvāṅ prajānāti yasyaite gṛhyante ‖

Der erkennt von dort diese Welt herwärts, für wen diese geschöpft werden.