Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 29

Anuvāka 6 Der Aṃśu-Graha, mit dem Prajāpati als Erster schöpfte: Atemregel, Vierkantschale, Gold und Wasser.

devā vā asurān yajñam abhijitya te prabāhug grahān gṛhṇānā āyan

Als die Götter die Asuras besiegt und das Opfer gewonnen hatten, kamen sie gemeinsam Schöpfbecher (graha) schöpfend heran. [?]

sa prajāpatir amanyata yaḥ prathamo grahīṣyate sa evedaṃ bhaviṣyatīti

Prajāpati dachte: „Wer als Erster schöpfen wird, der wird dies (alles) werden.“

sa etam am̐śum apaśyat

Er erblickte diesen Aṃśu (Soma-Halm).

taṃ parāṅ prāṇann agṛhṇīta

Ihn schöpfte er, indem er nach außen ausatmete (hinausatmete). [?]

sa parāṅ śriyo 'ntam agacchat

Er gelangte nach außen an das Ende des Glücks (der Herrlichkeit).

bubhūṣann etaṃ gṛhṇīta

Wer zu gedeihen wünscht, soll diesen schöpfen.

parāṅ eva prāṇyān nāpānyāt

Nur nach außen soll er atmen, nicht einatmen. [?]

parāṅ eva śriyo 'ntaṃ gacchati

So gelangt er an das Ende des Glücks (der Herrlichkeit).

yad apānity ārtim ārchati pra vā mīyate sarvajyāniṃ vā jīyate

Atmet er ein, so gerät er in Not, stirbt entweder hin oder wird um alles gebracht. [?]

yadi kāmayeta sadṛṅ yajamānas syād iti na prāṇyān nāpānyāt

Wenn er wünscht: „Der Opferherr soll seinesgleichen (gleichrangig) sein“, so soll er weder aus- noch einatmen.

sadṛṅṅ eva bhavati

Gleich wird er tatsächlich.

catussrakti pātraṃ bhavati

Das Gefäß hat vier Ecken.

sarvāsv eva dikṣv ṛdhnoti ‖

In allen Himmelsrichtungen also gedeiht er.

hiraṇyena sam̐sparśayati

Er lässt (das Gefäß) mit Gold berühren.

amṛtenaivainam̐ saṃdadhāti

Mit Unsterblichkeit verbindet er ihn.

sakṛd abhiṣutasya gṛhṇāti

Er schöpft aus (Soma), der nur einmal ausgepresst wurde.

na vai prajāpatim̐ savanair āptum arhati

Prajāpati kann man nicht durch (mehrere) Pressungen erreichen.

narcam anvāha na yajur vadati

Er sagt keinen Vers nach, spricht keinen Opferspruch.

na vai prajāpatiṃ vācāptum arhati

Prajāpati kann man nicht mit der Rede erreichen.

yo 'm̐śor āyatanaṃ vedāyatanavān bhavati

Wer die Stätte des Aṃśu kennt, der wird stätten-begabt (hat festen Halt).

vāmadevyam evām̐śuṃ gṛhṇan vāmadevyaṃ manasā dhyāyet

Beim Schöpfen des Aṃśu soll er in Gedanken das Vāmadevya (Sāman) betrachten.

etad vā am̐ṣor āyatanam

Dies ist die Stätte des Aṃśu.

āyatanavān bhavati ya evaṃ veda

Stättenbegabt wird, wer so weiß.

hiraṇyam abhivyaniti

Er atmet auf das Gold hin (haucht es an). [?]

āyuṣaivātmānam abhidhinoti

Mit Lebenskraft erquickt er sich selbst. [?]

adbhiḥ pratyukṣati

Mit Wasser besprengt er es zurück.

amṛtenaivainam̐ saṃrambhayati ‖

Mit Unsterblichkeit verbindet er ihn (fest). [?]