Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 30

Anuvāka 2 Über die Reihenfolge der Schöpfbecher (graha) im Trirātra und die Erzählung vom Dreiteilen der Pañcāla.

aindravāyavāgrā agre gṛhyante 'tha śukrāgrā athāgrāyaṇāgrās

Zuerst werden die mit dem Aindravāyava beginnenden Becher geschöpft, dann die mit dem Śukra beginnenden, dann die mit dem Āgrāyaṇa beginnenden.

gāyatro vā aindravāyavas traiṣṭubhaś śukro jāgata āgrāyaṇas

Gāyatra fürwahr ist der Aindravāyava, traiṣṭubh der Śukra, jāgata der Āgrāyaṇa.

etāvanti vai chandām̐si

So viele Metren gibt es fürwahr.

cchandobhir devās svargaṃ lokam āyan

Durch die Metren gelangten die Götter in die Himmelswelt;

chandobhir eva svargaṃ lokam eti

durch die Metren eben gelangt (der Opferherr) in die Himmelswelt.

āgrāyaṇaś caturthe 'han

Am vierten Tag ist der Āgrāyaṇa (der erste),

jāgato vā āgrāyaṇas

denn jāgata ist der Āgrāyaṇa.

jaganmukha eṣa trirātras

Dieser Trirātra hat die Jagatī zum Anfang;

yad eva cchanda āpnoti tenottaraṃ trirātraṃ pratanute

mit dem Metrum, das er (im ersten) erreicht, spannt er den folgenden Trirātra aus.

aindravāyavāgrāḥ pañcame 'han

Am fünften Tag sind die Aindravāyava-Becher die ersten,

gāyatro vā aindravāyavaḥ

denn gāyatra ist der Aindravāyava,

prāṇo gāyatrī

die Gāyatrī ist der Hauch (Lebensatem);

prāṇam eva madhyato dadhāti

den Hauch eben setzt er in die Mitte.

tasmān madhyataḥ prāṇas

Darum ist der Hauch in der Mitte.

śukrāgrāṣ ṣaṣṭhe 'han

Am sechsten Tag sind die Śukra-Becher die ersten;

traiṣṭubho vai śukras

traiṣṭubh fürwahr ist der Śukra,

triṣṭubanta eṣa trirātras

dieser Trirātra endet mit der Triṣṭubh;

antam evainam abhyudūhati

am Ende eben schließt er ihn ab (führt er ihn hinauf).

śukrāgrā eva saptame 'han

Nur mit Śukra-Bechern zuerst (beginnt) der siebente Tag;

traiṣṭubho vai śukras

traiṣṭubh fürwahr ist der Śukra,

triṣṭummukha eṣa cchandomaḥ

dieser Chandoma(-Tag) hat die Triṣṭubh zum Anfang;

pratyuttabdhyai sayatvāya

(dies geschieht) zum Gegenstützen, zum Zusammenbinden [?].

atho yad eva cchanda āpnoti tenottaraṃ trirātraṃ pratanute

Und ferner: mit dem Metrum, das er erreicht, spannt er den folgenden Trirātra aus.

āgrāyaṇāgrā aṣṭame 'han

Am achten Tag sind die Āgrāyaṇa-Becher die ersten;

jāgato vā āgrāyaṇas

jāgata fürwahr ist der Āgrāyaṇa,

jaganmadhya eṣa cchandomas

dieser Chandoma-Tag hat die Jagatī in der Mitte;

chandasām eva vyūham anuvyūhati

die Anordnung der Metren eben ordnet er nach.

aindravāyavāgrāḥ prāyaṇīya aindravāyavāgrā udayanīye

Am Beginnstag (prāyaṇīya) sind die Aindravāyava-Becher die ersten, am Schlußtag (udayanīya) die Aindravāyava-Becher die ersten:

prāṇo vā aindravāyavaḥ

der Hauch fürwahr ist der Aindravāyava,

prāṇenaiva prayanti prāṇenodyanti

mit dem Hauch eben ziehen sie aus, mit dem Hauch kehren sie zurück.

prāṇā vai grahās

Die Hauche fürwahr sind die Schöpfbecher (graha);

tān etan mohayati yad vyatihāraṃ gṛhṇāti

die verwirrt er, wenn er in vertauschter Folge schöpft.

yad agrān yad agrān gṛhṇīyāt taṃ dhārayan nā sādayitor āsīta

Wenn er die (jeweils) ersten Becher schöpft, so soll er, den (Becher) haltend, nicht (eher) sitzen bleiben als bis er (ihn) abgesetzt hat [?].

prāṇā vai grahāḥ

Die Hauche fürwahr sind die Schöpfbecher;

prāṇān evāyatanaśa āpādayati

die Hauche eben bringt er jeweils an ihre Stätte.

athottaraṃ prasṛtā gṛhyante

Sodann werden die folgenden ausgestreckt (prasṛta) geschöpft [?].

evam̐ ha vai keśino dālbhyasya vam̐śavraścane grahāñ jagṛhus

So schöpften fürwahr beim „Bambusfällen“ des Keśin Dālbhya die Priester die Becher.

sa hovāca luśākapiḥ khārgaliḥ kathaṃ grahān agrahīṣṭeti

Da sprach Luśākapi Khārgali: „Wie habt ihr die Becher geschöpft?“

itthamittham iti hāsmā ūcus

„So und so“, sagten sie ihm.

sa hovāca tryanīkam asya prajā bhaviṣyatīti

Er sprach: „Dreiheerig wird sein Volk (seine Nachkommenschaft) werden.“

tataḥ pañcālās tredhābhavan

Daraufhin wurden die Pañcāla dreigeteilt.

yasyaivaṃ grahā gṛhyante tryanīkam asya prajā bhavati ‖

Wem so die Becher geschöpft werden, dessen Volk (Nachkommenschaft) wird dreiheerig.