Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 30

Anuvāka 4 Mantras und Deutung des Adityā-Bechers zum Regenerwirken mit dem vierstrichigen Gefäß.

kṣetrasya pate madhumantam ūrmiṃ dhenur iva payo asmāsu dhukṣva |

Herr des Feldes, die honigsüße Welle, wie eine Milchkuh die Milch, melke sie uns zu!

madhuścutaṃ ghṛtam iva supūtam ṛtasya naḥ patayo mṛḍayantu ‖

Honigtriefend, wie wohlgeläutertes Schmalz, mögen uns die Herren der Ordnung (ṛta) gnädig sein!

upayāmagṛhīto 'si

Mit der Unterlage (upayāma) gefaßt bist du.

adityai tvā caturūdhnyai ‖

Für Aditi, die viereuterige, (fasse) ich dich.

udīrayata marutas samudrato yūyaṃ vṛṣṭiṃ varṣayathā purīṣiṇaḥ |

Erhebt euch, Maruts, vom Meer her; ihr laßt Regen regnen, ihr Wasserreichen [?].

na vo dasrā upadasyanti dhenavaś śubhaṃ yātām anu rathā avṛtsata ‖

Nicht versiegen euch, ihr Wundervollen, die Milchkühe; auf glänzender Fahrt rollten eure Wagen hinterdrein [?].

upayāmagṛhīto 'si

Mit der Unterlage gefaßt bist du.

adityai tvā caturūdhnyai ‖

Für Aditi, die viereuterige, (fasse) ich dich.

mahīm ū ṣu mātaram̐ suvratānām ṛtasya patnīm avase huvema |

Die große Mutter der Gutgesinnten, die Gattin der Ordnung, wollen wir zur Hilfe rufen,

tuvikṣatrām ajarantīm urūcīm̐ suśarmāṇam aditim̐ supraṇītim ‖

die Machtreiche, Unalternde, Weitreichende, Gutbeschirmende, Aditi, die gut Führende.

upayāmagṛhīto 'si

Mit der Unterlage gefaßt bist du.

adityai tvā caturūdhnyai ‖

Für Aditi, die viereuterige, (fasse) ich dich.

adityai tvā caturūdhnyai ‖

Für Aditi, die viereuterige, (fasse) ich dich.

vṛṣṭir vai devebhyo 'pākrāmat

Der Regen fürwahr wich von den Göttern zurück;

saiṣu lokeṣv aśrayata

er nahm Zuflucht in diesen Welten.

tāṃ devā anveṣṭum adhriyanta

Die Götter vermochten es nicht (die Kraft), sie aufzusuchen [?].

ta etaṃ graham apaśyan

Da sahen sie diesen Becher;

tenaibhyo lokebhyo vṛṣṭim̐ saṃprācyāvayan

Damit ließen sie aus diesen Welten den Regen zusammenströmen.

tam etaṃ vṛṣṭikāmo gṛhṇīta

Diesen soll schöpfen, wer Regen wünscht,

kṣetrasya pate madhumantam ūrmim iti

mit „Herr des Feldes, die honigsüße Welle“.

asau vai kṣetrasya patir amuto varṣati

Jener (Himmel/Regenspender) fürwahr ist der Herr des Feldes; von dort regnet es.

udīrayata marutas samudrata iti

„Erhebt euch, Maruts, vom Meer her“:

marutas sṛṣṭāṃ vṛṣṭiṃ nayanti

Die Maruts führen den entlassenen Regen herbei.

mahīm ū ṣu mātaram̐ suvratānām iti

„Die große Mutter der Gutgesinnten“:

iyam aditir asyāṃ varṣati

Diese Aditi ist die Erde; auf ihr regnet es.

etā vai devatā varṣasyeśate

Diese Gottheiten fürwahr gebieten über den Regen;

ebhya eva lokebhyo vṛṣṭim̐ saṃpracyāvayati

Aus diesen Welten eben läßt er den Regen zusammenströmen.

catusstanaṃ pātraṃ bhavati

Das Gefäß ist vierzitzig (mit vier Zitzen).

digbhya eva vṛṣṭim̐ saṃpracyāvayati

aus den Himmelsrichtungen eben läßt er den Regen zusammenströmen.

yaṃ prathamam̐ stanam anupadyate tasyā diśo 'bhy etad varṣati

Zu welcher Zitze der Regen zuerst hinneigt [?], aus dieser Himmelsrichtung regnet es hierher.

api pātre kriyamāṇe varṣati

Schon während das Gefäß gemacht wird, regnet es.

mṛnmayena gṛhṇāti

Mit einem irdenen (Gefäß) schöpft er,

na hi mṛnmayam āhutim ānaśe ‖

Denn ein irdenes erreicht die Opfergabe nicht [?].