aindravāyavāgrān gṛhṇīta yaḥ kāmayeta yathāpūrvaṃ prajābhyaḥ kalpeteti
Mit dem Aindravāyava zuerst soll er die Becher schöpfen, wer wünscht: „Es soll für die Nachkommen wie zuvor (in Ordnung) sein.“
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 30
aindravāyavāgrān gṛhṇīta yaḥ kāmayeta yathāpūrvaṃ prajābhyaḥ kalpeteti
Mit dem Aindravāyava zuerst soll er die Becher schöpfen, wer wünscht: „Es soll für die Nachkommen wie zuvor (in Ordnung) sein.“
yajñasya vai kḷptam anu prajābhyaḥ kalpate
Dem Geordneten des Opfers folgend wird es für die Nachkommen geordnet;
yajñasyākḷptam anu na kalpate
dem Ungeordneten folgend wird es nicht geordnet.
yathāpūrvam eva prajābhyaḥ kalpayati
Wie zuvor eben ordnet er es für die Nachkommen.
na kanīyāñ jyāyām̐sam atikrāmati
Nicht überschreitet der Geringere den Größeren.
aindravāyavāgrān gṛhṇīyād āmayāvinaḥ
Mit dem Aindravāyava zuerst soll er (die Becher) für einen Kranken schöpfen.
prāṇena vā eṣa vyṛdhyate yasyāmayati
Um den Hauch kommt der fürwahr, der erkrankt;
prāṇa aindravāyavaḥ
Hauch ist der Aindravāyava;
prāṇenaivainam̐ samardhayati
mit dem Hauch eben stattet er ihn wieder aus.
maitrāvaruṇāgrān gṛhṇīran yeṣāṃ dīkṣitānāṃ pramīyeta
Mit dem Maitrāvaruṇa zuerst sollen sie schöpfen, wenn von den zur Weihe Gegangenen jemandem (einer) stirbt.
prāṇāpānābhyāṃ vā ete vyṛdhyante yeṣāṃ dīkṣitānāṃ pramīyate
Um Einatmung und Ausatmung (prāṇa, apāna) kommen diese fürwahr, von deren Geweihten einer stirbt.
prāṇāpānau vai mitrāvaruṇau
Ein- und Ausatmung fürwahr sind Mitra und Varuṇa;
prāṇāpānā eva mukhataḥ pariharante
Ein- und Ausatmung eben nehmen sie vorn (am Mund) wieder auf [?].
tasmān mukhataḥ prāṇāpānau
Darum sind Ein- und Ausatmung am Mund.
āśvināgrān gṛhṇītānujāvaras
Mit dem Āśvina zuerst soll er schöpfen, wer ein Nachgeborener (anujāvara) ist [Anm.: jüngerer Bruder oder Nachkomme; Bedeutung unsicher].
aśvinau vai devānām ānujāvarau
Die Aśvins fürwahr sind unter den Göttern die Nachgeborenen.
tā agraṃ paryaitām
Die beiden gingen zur Spitze hin (umkreisten die Spitze).
aśvinā etasya devatā ya ānujāvaras
Die Aśvins sind die Gottheit dessen, der ein Nachgeborener ist.
tā evānvārabhate
Diese eben faßt er an (um ihre Hilfe).
tā enam agraṃ pariṇayataḥ
Die beiden führen ihn zur Spitze herum.
śukrāgrān gṛhṇīta gataśrīr
Mit dem Śukra zuerst soll er schöpfen, wessen Glück dahin ist.
asau vā ādityaś śukras
Jene Sonne (Āditya) fürwahr ist der Śukra;
eṣo 'ntas
sie ist das Ende;
antaṃ manuṣyaś śriyo gatvā nivartate
zum Ende des Glücks gelangt, kehrt der Mensch um.
antād evāntam ālabhate
Vom Ende her eben ergreift er das Ende.
na tataḥ pāpīyān bhavati yādṛṅ san yajate
Nicht wird er schlechter als der, als der er opfert [?].
manthyagrān gṛhṇītābhicaran
Mit dem Manthin zuerst soll er schöpfen, wenn er Schadenzauber (abhicāra) übt.
ārtapātraṃ vā etad yan manthipātram
Ein Gefäß des Unheils (ārta) fürwahr ist dies, das Manthin-Gefäß;
mṛtyunaivainaṃ grāhayati
durch den Tod eben läßt er ihn (den Feind) ergreifen.
ukthyāgrān gṛhṇītābhicaryamāṇas
Mit dem Ukthya zuerst soll er schöpfen, wenn gegen ihn Schadenzauber geübt wird.
sarveṣāṃ vā etat pātrāṇām indriyaṃ vīryaṃ yad ukthyapātram
Die Sinneskraft (indriya) und Manneskraft aller Gefäße fürwahr ist dies, das Ukthya-Gefäß;
sarveṇaivainam indriyeṇātiprayuṅkte ‖
mit der ganzen Sinneskraft eben rüstet er ihn aus [?].
mā tvat kṣetrāṇy araṇāni ganma māpaspharīḥ payasā mā na ādhak |
„Nicht mögen wir von dir aus zu fremden (öden) Gefilden gelangen, nicht laß uns entgleiten, mit Milch nicht uns versengen [?],
mā vayam eno 'nyakrṭaṃ bhujema
nicht möchten wir die von einem anderen begangene Schuld genießen (büßen);
sarasvaty abhi no neṣi vasyaḥ ‖
Sarasvatī, führe uns zum Besseren (zu Gütern) hin!“
iti
So (der Vers).
mṛtyor vai kṣetrāṇy araṇāni
Des Todes fürwahr sind die fremden (öden) Gefilde;
tenaiva mṛtyoḥ kṣetrāṇi na gacchati
damit eben geht er nicht in die Gefilde des Todes.
āgrāyaṇāgrān gṛhṇīta yasya pitā pitāmahaḥ puṇyas syād atha tan na prāpnuyāt
Mit dem Āgrāyaṇa zuerst soll er schöpfen, wessen Vater und Großvater verdienstvoll (gepriesen) war, er selbst aber dies nicht erreichen sollte.
vācā vā eṣa indriyeṇa vyṛdhyate yasya pitā pitāmahaḥ puṇyo bhavaty atha tan na prāpnoti
Um die Rede, die Sinneskraft, kommt der fürwahr, dessen Vater und Großvater verdienstvoll ist, er aber dies nicht erreicht.
ura ivaitad yajñasya vāg iva yad āgrāyaṇas
Wie die Brust ist dies des Opfers, wie die Rede, nämlich der Āgrāyaṇa;
vācaivainam indriyeṇa samardhayati
mit der Rede, der Sinneskraft, eben stattet er ihn aus.
pūrṇān grahān gṛhṇīyād āmayāvinaḥ
Volle Becher soll er für einen Kranken schöpfen.
prāṇān vā etasya śug ṛcchati yasyāmayati
Dessen Hauche erreicht fürwahr Kummer (Schmerz), der erkrankt;
prāṇā grahāḥ
Hauche sind die Becher;
prāṇān evāsya śuco muñcati
die Hauche eben löst er ihm vom Kummer.
pūrṇān grahān gṛhṇīyād yarhi parjanyo na varṣet
Volle Becher soll er schöpfen, wenn Parjanya nicht regnet.
prāṇān vā etarhi prajānām̐ śug ṛcchati yarhi parjanyo na varṣati
Die Hauche der Geschöpfe erreicht fürwahr dann Kummer, wenn Parjanya nicht regnet;
prāṇā grahāḥ
Hauche sind die Becher;
prāṇān eva prajānām̐ śuco muñcati
die Hauche eben der Geschöpfe löst er vom Kummer.
tājak pravarṣati ‖
Sogleich (tājak) regnet es los.