Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 30

Anuvāka 8 Verse zur Freilassung des Opfertiers aus den Fesseln und zur Übergabe an die Götter.

prajāpater jāyamānāḥ prajā jātāś ca yā imāḥ |

Prajāpatis Geschöpfe, die geboren werden, und die, die bereits geboren sind, diese:

tā asmai prativedaya cikitvām̐ anumanyatām ‖

tu ihm diese kund; der Wissende möge zustimmen!

paśupateḥ paśavo virūpās sadṛśā uta |

Des Herrn der Tiere Tiere sind verschiedengestaltig und auch gleichgestaltig;

teṣāṃ yaṃ vavrire devās tam̐ svarāḍ anumanyatām ‖

welches von ihnen die Götter erwählten, dem möge der Selbstherrscher (svarāj) zustimmen!

prajānantaḥ pratigṛhṇanti pūrve prāṇam aṅgebhyo adhi niścarantam |

Wissend nehmen die Früheren den Hauch an, der aus den Gliedern heraustritt.

huto yāhi pathibhir devayānair oṣadhīṣu pratitiṣṭhā śarīraiḥ ‖

Geopfert geh auf den zu den Göttern führenden Pfaden; in den Pflanzen faß Stand mit den Körpern [?]!

ye badhyamānam anubadhyamānā anvaikṣanta manasā cakṣuṣā ca |

Die, die dem Gebundenen, mit(gebunden) folgend, mit Geist und Auge nachschauten:

agniṣ ṭām̐ agre pramumoktu devaḥ prajāpatiḥ prajayā saṃvidānaḥ ‖

Agni, der Gott, löse sie zuerst los, Prajāpati, einig mit den Geschöpfen!

ya āraṇyāḥ paśavo viśvarūpā virūpās santo bahudhaikarūpāḥ |

Die Wildtiere, die vielgestaltigen, die als verschiedengestaltige vielfach doch einer Gestalt sind:

vāyuṣ ṭām̐ agre pramumoktu devo viśvakarmā prajayā saṃrarāṇaḥ ‖

Vāyu, der Gott, löse sie zuerst los, Viśvakarman, mit den Geschöpfen sich erfreuend!

yeṣām īśe paśupatiḥ paśūnāṃ catuṣpāda uta ye dvipādaḥ |

Über deren, der Tiere, Vierfüßer und auch Zweifüßer, der Herr der Tiere gebietet:

niṣkrītās te yajñiyaṃ bhāgaṃ yantu rāyaspoṣā yajamānaṃ viśantu ‖

losgekauft sollen diese ihren Opferanteil erlangen; Reichtumsfülle soll in den Opferherrn eingehen!

pramuñcamānā bhuvanasya reto gātuṃ dhatta yajamānāya devāḥ |

Ihr Götter, die ihr den Samen der Welt freilaßt, verschafft dem Opferherrn einen Weg!

upākṛtam̐ śaśamānaṃ yad asthāt priyaṃ devānām apy etu pāthaḥ ‖

Das Herbeigeführte, das sich eifrig (bemühend) hingestellt hat, gehe zum lieben Trank der Götter ein!

nānā prāṇo yajamānasya paśunā yajño devebhis saha devayānaḥ |

Getrennt sei der Hauch des Opferherrn vom Tier; das Opfer, zu den Göttern führend, (gehe) mit den Göttern.

samyag āyur yajño yajñapatau dadhātu ‖

Volles Leben lege das Opfer in den Opferherrn!

upeta śamitāro devānāṃ dasitam̐ haviḥ |

Tretet herzu, ihr Schlachter [Anm.: śamitṛ, die das Tier Zubereitenden], das Opfergut der Götter (ist) bereit [?].

paśoḥ pāśaṃ pramuñcata pāśaṃ yajñapater adhi ‖

Löst die Fessel des Tieres, die Fessel vom Herrn des Opfers!

aditiḥ pāśān pramumoktv etān namaḥ paśubhyaḥ paśupataye 'stu |

Aditi löse diese Fesseln! Verehrung den Tieren, Verehrung dem Herrn der Tiere!

yo no dveṣṭy adharas sa padīṣṭa tasmin pāśān pratimuñcāma etān ‖

Wer uns haßt, der falle nieder; auf ihn legen wir diese Fesseln!

tvām u tye dadhire prathamaṃ vicakṣyam̐ śṛtaṃ kartāram uta yajñiyaṃ ca |

Dich haben jene als den ersten eingesetzt, den Schauenswerten, den Gargekochten [?], den Vollbringer und den zum Opfer Tauglichen.

agne sadakṣas satanūr hi bhūtvātha vaha havyaṃ devebhyo jātavedaḥ ‖

Agni, sei mit Geschick (sadakṣa) und mit Leib versehen, dann trage die Opfergabe zu den Göttern, Jātavedas!

jātavedo vapayā gaccha devām̐s tvam̐ hi hotā prathamo babhūtha |

Jātavedas, geh mit dem Netzfett (vapā) zu den Göttern; denn du wurdest als erster Hotṛ.

ghṛtasyāgne tanvā saṃbhava satyās santu yajamānasya kāmāḥ ‖

Agni, vereine dich mit dem Leib des Schmalzes; wahr seien des Opferherrn Wünsche!