upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 30
upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
prajāpataye tvā prajābhyas
Für Prajāpati (fasse) ich dich, für die Geschöpfe.
eṣa te yoniḥ
Dies ist dein Schoß.
prajāpataye tvā prajābhyas
Für Prajāpati (fasse) ich dich, für die Geschöpfe.
upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
prajābhyas tvā prajāpataye
Für die Geschöpfe (fasse) ich dich, für Prajāpati.
eṣa te yoniḥ
Dies ist dein Schoß.
prajābhyas tvā prajāpataye
Für die Geschöpfe (fasse) ich dich, für Prajāpati.
upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
antarikṣāya tvā vanaspatibhyas
Für den Luftraum (fasse) ich dich, für die Bäume (Vanaspatis).
eṣa te yonir
Dies ist dein Schoß.
antarikṣāya tvā vanaspatibhyas
Für den Luftraum (fasse) ich dich, für die Bäume.
upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
vanaspatibhyas tvāntarikṣāya
Für die Bäume (fasse) ich dich, für den Luftraum.
eṣa te yonir
Dies ist dein Schoß.
vanaspatibhyas tvāntarikṣāya
Für die Bäume (fasse) ich dich, für den Luftraum.
upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
adbhyas tvauṣadhībhyas
Für die Wasser (fasse) ich dich, für die Pflanzen.
eṣa te yonir
Dies ist dein Schoß.
adbhyas tvauṣadhībhyas
Für die Wasser (fasse) ich dich, für die Pflanzen.
upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
oṣadhībhyas tvādbhyas
Für die Pflanzen (fasse) ich dich, für die Wasser.
eṣa te yonir
Dies ist dein Schoß.
oṣadhībhyas tvādbhyaḥ ‖
Für die Pflanzen (fasse) ich dich, für die Wasser.
ud u tyaṃ jātavedasaṃ devaṃ vahanti ketavaḥ |
Empor tragen jenen Jātavedas, den Gott, die Strahlen (Banner),
dṛśe viśvāya sūryam ‖
die Sonne, damit alle (sie) sehen.
upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
sūryāya tvā
Für Sūrya (fasse) ich dich.
eṣa te yonis
Dies ist dein Schoß.
sūryāya tvā ‖
Für Sūrya (fasse) ich dich.
vācaspatiṃ viśvakarmāṇam ūtaye manoyujaṃ vāje adyāhuvema |
Den Herrn der Rede, Viśvakarman, wollen wir heute zur Hilfe rufen, den Geistgeschirrten, im Wettkampf.
sa no nediṣṭham̐ havanāny āgamad viśvaśambhūr avase sādhukarmā ‖
Er komme unseren Anrufungen ganz nahe, der allen Heil Bringende, zur Hilfe, der Gutwerkende.
upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
indrāya tvā viśva karmaṇe
Für Indra (fasse) ich dich, für Viśvakarman.
eṣa te yonir
Dies ist dein Schoß.
indrāya tvā viśvakarmaṇe ‖
Für Indra (fasse) ich dich, für Viśvakarman.
mahīm ū ṣu mātaram̐ suvratānām ṛtasya patnīm avase huvema |
Die große Mutter der Gutgesinnten, die Gattin der Ordnung, wollen wir zur Hilfe rufen,
tuvikṣatrām ajarantīm urūcīm̐ suśarmāṇam aditim̐ supraṇītim ‖
die Machtreiche, Unalternde, Weitreichende, Gutbeschirmende, Aditi, die gut Führende.
upayāmagṛhīto 'si
Mit der Unterlage gefaßt bist du.
adityai tvā
Für Aditi (fasse) ich dich.
eṣa te yonir
Dies ist dein Schoß.
adityai tvā ‖
Für Aditi (fasse) ich dich.
saṃtatir vā ete grahās
Ein Zusammenhang (saṃtati) fürwahr sind diese Becher.
yathā vai śālaivam̐ saṃvatsaras
Wie eine Halle, so fürwahr ist das Jahr;
yathā śālāyāḥ pakṣasī evam̐ saṃvatsarasya pakṣasī
wie die beiden Flügel der Halle, so sind die beiden Flügel (Hälften) des Jahres;
yathā madhyamo vam̐śa evaṃ divākīrtyam
wie der mittlere Firstbalken, so ist der Divākīrtya(-Tag) [Anm.: der Mitteltag des Jahresopfers, Tag der Sonnenwende].
yad ete na gṛhyeran viṣūcī saṃvatsarasya pakṣasī vyavasram̐seyātām ārtim ārcheyur
Wenn diese (Becher) nicht geschöpft würden, würden die beiden Jahreshälften auseinanderfallen, sie würden ins Unheil (ārti) geraten.
yad ete gṛhyante
Daß diese geschöpft werden:
yathā śālāyāḥ pakṣasī madhyamaṃ vam̐śam abhisamāyacchanty evam evaitat saṃvatsarasya pakṣasī divākīrtyam abhisaṃtanvanti
wie man die beiden Flügel der Halle gegen den mittleren Firstbalken hin zusammenspannt, so verbinden sie so die beiden Hälften des Jahres mit dem Divākīrtya.
te sarve saha divākīrtye gṛhyante
Diese alle werden zugleich am Divākīrtya geschöpft.
yathā vai madhyamo vam̐śa evaṃ divākīrtyam
Wie der mittlere Firstbalken, so ist der Divākīrtya.
yad vai saubalas syād avaśīryeta ‖
Wäre er gebrechlich (saubala) [?], so würde er zerbrechen [?].
yad ete na gṛhyante
(Daß) diese nicht (schon vorher) geschöpft werden,
draḍhimna evānunaddhyā aśithilatvāya
(geschieht) eben zur Festigkeit, zum Angebundensein, zum Nichtlockerwerden [?].
śukrāgrā etad ahar gṛhyante
Mit dem Śukra zuerst werden an diesem Tag die Becher geschöpft;
traiṣṭubho vai śukras
traiṣṭubh fürwahr ist der Śukra,
traiṣṭubham etad ahaḥ
traiṣṭubh ist dieser Tag;
pratyuttabdhyai sayatvāya
zum Gegenstützen, zum Zusammenbinden [?].
saurya etad ahaḥ paśur ālabhyate
An diesem Tag wird ein Opfertier für Sūrya geopfert;
sauryo graho gṛhyate
ein Becher für Sūrya wird geschöpft.
asau vā āditya etad ahas
Jene Sonne (Āditya) fürwahr ist dieser Tag;
tam eva pratyakṣam ṛdhnuvanti
sie eben gewinnen sie sichtbar (unmittelbar) für sich.
ṣaḍ etad ahar atigrāhyā gṛhyante
Sechs Atigrāhya-Becher [Anm.: „Überschöpfbecher“, Nebenbecher] werden an diesem Tag geschöpft;
paśus saptamas
das Opfertier ist der siebente;
sapta prāṇās
sieben sind die Hauche (am Kopf).
asā ādityaś śiraḥ prajānām
Jene Sonne ist der Kopf der Geschöpfe;
sīrṣann eva prāṇān dadhāti
im Kopf eben setzt er die Hauche ein.
tasmāt sapta śīrṣaṇyāḥ prāṇās
Darum sind sieben Hauche im Kopf.
indro vai vṛtram̐ hatvā sa imāṃl lokān abhyajayat
Indra fürwahr besiegte, nachdem er den Vṛtra erschlagen hatte, diese Welten.
tasyāsau loko 'nabhijita āsīt
Ihm war jene (jenseitige) Welt unbesiegt.
taṃ viśvakarmā bhūtvābhyajayat
Diese besiegte er, indem er Viśvakarman wurde.
yad vaiśvakarmaṇo gṛhyate
Daß der Vaiśvakarmaṇa-Becher geschöpft wird,
amuṣya lokasyābhijityai
(geschieht) zum Besiegen jener Welt.
yanti vā ete 'smāl lokād ye vaiśvakarmaṇaṃ gṛhṇate
Sie scheiden fürwahr aus dieser Welt, die den Vaiśvakarmaṇa schöpfen;
parāñca iva hi
denn sie sind gleichsam abgewandt.
ete na rohanti
Diese steigen nicht (wieder) auf [?].
ta īśvarāḥ prametor
Sie könnten (leicht) umkommen.
ādityam̐ śvo gṛhṇīran
Den Āditya-Becher sollen sie tags darauf schöpfen.
iyam aditir
Diese (Erde) ist Aditi;
asyām eva tena pratitiṣṭhanti
auf ihr eben fassen sie damit Stand.
ā parārdhāt saṃvatsarasyānyamanyaṃ gṛhṇīran
Bis zur jenseitigen Hälfte des Jahres sollen sie einen nach dem andern (der Becher) schöpfen [?].
viśvāny anyena karmāṇi kurvāṇā yanty asyām anyena pratitiṣṭhanti
Mit dem einen gehen sie, alle Werke verrichtend, (dorthin); mit dem anderen fassen sie auf dieser (Erde) Stand.
tā ubhau saha mahāvrate gṛhyete
Diese beiden werden zugleich am Mahāvrata [Anm.: Hauptfesttag des Jahresopfers] geschöpft;
antam evāgatyobhayor lokayor ṛdhnuvanti vaiśvakarmaṇenāmuṣminn ādityenāsmin
zum Ende eben gelangt, gedeihen sie in beiden Welten: durch den Vaiśvakarmaṇa in jener, durch den Āditya in dieser.
arkyam ukthaṃ bhavati
Ein Arkya-Ukthya [Anm.: Preislied „des Strahlenden“] findet statt;
annaṃ vā arkyam
Speise fürwahr ist das Arkya;
annāda eva tena pratitiṣṭhanti ‖
als Speiseesser eben fassen sie damit Stand.