prajananaṃ vai pātnīvatas
Zeugung (Fortpflanzungsmittel) fürwahr ist der Pātnīvata [Anm.: Abschnitt des Opfers mit den Gattinnen der Götter],
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 30
prajananaṃ vai pātnīvatas
Zeugung (Fortpflanzungsmittel) fürwahr ist der Pātnīvata [Anm.: Abschnitt des Opfers mit den Gattinnen der Götter],
yad vai kiṃca yajñe pātnīvataṃ kriyate prajananam eva tat
was immer im Opfer zum Pātnīvata gehörig vollzogen wird, das ist eben Zeugung.
parāṅ vā etarhi yajñaḥ parācīr devatās
Abgewandt ist jetzt fürwahr das Opfer, abgewandt die Gottheiten,
tvāṣṭro bhavati
(daher) gehört (die Spende) dem Tvaṣṭṛ.
parācīṣv eva devatāsu tvaṣṭāraṃ vṛṣāṇam apisṛjati
Bei den abgewandten Gottheiten läßt er eben den Tvaṣṭṛ, den Stier [?], hinzukommen [?].
so 'smai mithunaṃ karoti
Der schafft ihm ein Paar (Begattung).
vajro vā eṣa purastāt saṃmīyate yad ekādaśinī
Eine Keule (vajra) fürwahr wird da vorn errichtet, nämlich die elfgliedrige Opferpfostenreihe (ekādaśinī),
sa īśvaraḥ pratyañcaṃ yajñam̐ saṃpuras
die vermag den Opfer, (der sich) zurückwendet, zu hemmen [?];
yat pātnīvato mīyate
daß der Pātnīvata (nach ihr) errichtet wird,
pratyuttabdhyai sayatvāya
(geschieht) zum Gegenstützen, zum Zusammenbinden [?].
manor vai kapālāny āsan
Des Manu fürwahr waren Opferschalen (kapāla).
tair yāvatoyāvato 'surān abhyupādhāt te parābhavan
Mit ihnen bedrängte er jeweils so viele Asuras, wie (er ihrer) traf; diese gingen zugrunde.
atha tarhi triṣṭāvarutrī āstām asurabrahmau
Da nun waren damals Triṣṭā und Varutrī, die beiden Brahmanen der Asuras [?].
tā asurā abruvann imāni manukapālāni yācethām iti
Zu ihnen sprachen die Asuras: „Erbittet diese Schalen des Manu!“
tau prātaritvānā abhiprāpadyetām
Die beiden gingen morgens früh zu ihm hin.
vāyave 'gnā3i vāyava indrā3 iti
„Für Vāyu, ho Agni! Für Vāyu, ho Indra!“ [Anm.: gedehnte Anrufung, Zuruf beim Nahen]
kiṃkāmau stha ity abravīt
„Was wünscht ihr beide?“ sprach er.
imāni nau kapālāni dehīti
„Gib uns diese Schalen!“
tāny ābhyām adadāt
Er gab sie den beiden.
tāny araṇyaṃ parāhṛtya samapim̐ṣṭām
Sie trugen sie in den Wald hinaus und zerstampften sie.
tan manor gāvo 'bhivyatiṣṭhanta
Da stellten sich Manus Rinder dazu (auf, ordneten sich darüber).
tāny ṛṣabhas samaleṭ
Ein Stier leckte sie auf.
tasya ruvato yāvanto 'surā upāśṛṇvam̐s te parābhavan
Von den Asuras, die sein Brüllen hörten, gingen so viele zugrunde.
tau prātaritvānā abhiprāpadyetām
Die beiden gingen morgens früh (wieder) zu ihm hin.
vāyave 'gnā3i vāyava indrā3 iti
„Für Vāyu, ho Agni! Für Vāyu, ho Indra!“
kiṃkāmau stha ity abravīt
„Was wünscht ihr beide?“ sprach er.
anena tvarṣabheṇa yājayāveti
„Laß dich von uns durch diesen Stier zum Opfer führen!“ [?]
tat patnī yajur vadantī pratyapadyata
Da trat (seine) Gattin, den Opferspruch sprechend, ihnen entgegen.
tasyā dyāṃ vāg ātiṣṭhat
Ihre Stimme stieg zum Himmel empor [?].
tasyā vadantyā yāvanto 'surā upāśṛṇvam̐s te parābhavan
Von den Asuras, die sie sprechen hörten, gingen so viele zugrunde.
tasmān naktam̐ strī candrataraṃ vadati
Darum spricht die Frau nachts leuchtender (heller) [?].
tau prātaritvānā abhiprāpadyetām
Die beiden gingen morgens früh (wieder) zu ihm hin.
vāyave 'gnā3i vāyava indrā3 iti
„Für Vāyu, ho Agni! Für Vāyu, ho Indra!“
kiṃkāmau stha ity abravīt
„Was wünscht ihr beide?“ sprach er.
anayā tvā patnyā yājayāveti
„Laß dich durch diese Gattin von uns zum Opfer führen!“ [?]
sā paryagnikṛtāsīt
Sie war (schon) mit dem Feuer umkreist (paryagnikṛta) [Anm.: als Opfertier zur Schlachtung bestimmt].
athendro 'cāyan
Da bemerkte es Indra:
manum̐ śraddhādevaṃ triṣṭāvarutrī asurabrahmau jāyayā vyardhayata iti
„Manu Śraddhādeva bringen Triṣṭā und Varutrī, die beiden Brahmanen der Asuras, durch seine Gattin um (sein Opfergut).“
sa āgacchat
Er kam herbei.
so 'bravīd ābhyāṃ tvā yājayānīti
Er sprach: „Mit diesen beiden will ich dich zum Opfer führen.“
nety abravīt
„Nein“, sprach er.
na vā aham anayor īśa iti
„Ich bin über diese beiden nicht Herr.“
atithipatir vāvātither īśa ity abravīt
„Der Gastgeber ist doch Herr über den Gast“, sprach er.
tā asmai prāyacchat
Er übergab sie ihm.
sa prativeśo vediṃ kurvann āsta
Der saß als Nachbar da und richtete den Altar her.
tā apṛcchatāṃ ko 'sīti
Die beiden fragten: „Wer bist du?“
brāhmaṇa iti
„Ein Brāhmaṇa“,
katamo brāhmaṇa iti ‖
„was für ein Brāhmaṇa?“
kiṃ brāhmaṇasya pitaraṃ kim u pṛcchasi mātaram |
„Was fragst du nach des Brāhmaṇa Vater, was nach der Mutter?
śrutaṃ ced asmin vedyam̐ sa pitā sa pitāmahaḥ ‖
Ist an ihm Wissen (Gehörtes) zu finden, der ist Vater, der ist Großvater.“
iti
So (sprach er).
tā avittām
Die beiden erkannten (ihn) nicht.
indro vā iti
„Indra fürwahr (ist es)“ (dachten sie) —
tau prāpatatām
die beiden stürzten davon [?].
tayor yāḥ prokṣaṇīr āpa āsam̐s tābhir anuvisṛjya śīrṣe acchinat
Mit dem Wasser, das von den beiden als Sprengwasser (prokṣaṇī) da war, (sie) besprengend [?], schlug er ihnen die Köpfe ab.
tau vṛṣaś ca yavāṣaś cābhavatām
Die beiden wurden zu Vṛṣa und Yavāṣa [Anm.: Pflanzennamen, wohl Justicia adhatoda und ein Dornstrauch; unsichere Deutung].
tasmāt tau varṣeṣu śuṣyatas
Deshalb verdorren die beiden in der Regenzeit,
adbhir hi hatau
denn sie sind von Wassern erschlagen.
tāṃ paryagnikṛtām udasṛjat
Jene mit Feuer umkreiste gab er frei (ließ er los).
tayārdhnot
Mit ihr gedieh er.
tā imā manāvyāḥ prajās
Das sind diese Geschlechter der Manu-Nachkommen [?].
yat paryagnikṛtaṃ pātnīvatam utsṛjati
Daß man das mit Feuer umkreiste Pātnīvata(-Tier) freigibt,
yām eva manur ṛddhim ārdhnot tām ṛdhnoti
dadurch erlangt (der Opferherr) eben das Gedeihen, mit dem Manu gedieh.
saṃsthāpyā3 na sam̐sthāpyā3 iti mīmām̐sante
„Soll es abgeschlossen werden oder nicht abgeschlossen werden?“ so erwägen sie.
sravati vai yajño 'sam̐sthitas
Es rinnt fürwahr das Opfer, wenn es nicht abgeschlossen ist;
tam̐ sravantaṃ yajamāno 'nu parāsravati prajayā ca paśubhiś ca
dem Rinnenden rinnt der Opferherr nach, dahin, mit Nachkommen und Vieh.
sam̐sthāpya eva
Abzuschließen ist es eben,
yajñasya pratiṣṭhityai
zum Standfassen des Opfers.
yadi sam̐sthāpayed yāvanti paśor avadānāni tāvanty ājyasyāvadyet
Wenn er (es) abschließen will, so soll er so viele (Stücke) Opferschmalz abschneiden, wie es Abschnitte (avadāna) vom Opfertier gibt.
ayātayāmam̐ hy etat prājāpatyaṃ yad ājyam
Unverbraucht (ayātayāma) ist nämlich dies, das Prajāpati Gehörige, das Opferschmalz (ājya).
ayātayāmo devānāṃ prajāpatis
Unverbraucht ist unter den Göttern Prajāpati.
tad eva sam̐sthāpayati tad u na sam̐sthāpayati
Damit schließt er es eben ab, und damit schließt er es doch nicht ab;
ubhayam eva karoti ‖
beides tut er eben.