Quellen der Menschheit

Śatapatha-Brāhmaṇa (Śukla-Yajurveda) · Kāṇḍa 1

Adhyāya 7 Die Trennung der Kälber, die Schuld des Opferers und die Besänftigung Rudras

Brāhmaṇa 1 (Der Parṇa-Zweig und die Bereitung der Gharma-Milch): Dieses Brāhmaṇa schildert die vorbereitenden Handlungen am Vorabend der Soma-Pressung: das Fortscheuchen der Kälber mit dem Parṇa-Zweig – dessen Name volksetymologisch auf den Mythos vom Soma raubenden Gāyatrī-Vogel zurückgeführt wird –, die Formeln beim Zusammenführen von Kälbern und Muttertieren sowie die sorgfältig geregelte Bereitung der Gharma-Milch fürs Melken. Eingebettet sind Vorschriften zum Läuterungsgerät (pavitra), zum nächtlichen Agnihotra mit Reisbrei und zur rituellen Einkochung der Milch, die den Übergang vom häuslichen zum Soma-Opfer markieren. Brāhmaṇa 2 (Die Schuld des Opferers, der Vaṣaṭ-Ruf und die Teilung der Monatshälften): Das zweite Brāhmaṇa entfaltet zunächst die klassische Lehre von der vierfachen Geburtsschuld des Menschen – gegenüber Göttern, Ṛṣis, Vätern und Menschen – und wie Opfer, Vedastudium, Nachkommenschaft und Gastfreundschaft diese Schuld abtragen. Daran schließt sich eine technische Erörterung des Opferabschnitts (avadāna) und seiner vier bzw. fünf Bestandteile (Anuvākyā, Yājyā, Vaṣaṭ-Ruf, Gottheit) an, einschließlich der Bildersprache von Anuvākyā und Yājyā als Paarung, deren Vereinigung im Vaṣaṭ-Ruf kulminiert. Den Abschluss bildet eine ätiologische Erzählung, wie sich Götter und Asuras die zu- und abnehmende Monatshälfte teilten und wie sich die Götter durch das Neu- und Vollmondsopfer schließlich das ganze Jahr aneigneten. Brāhmaṇa 3 (Agni Sviṣṭakṛt: Der Gott, der zurückblieb): Das dritte Brāhmaṇa erzählt, wie der über das Vieh herrschende Gott – unter den Namen Śarva, Bhava, Rudra oder Agni bekannt – beim Aufstieg der Götter zum Himmel zurückblieb und sich, da man ihn am Opfer nicht beteiligt hatte, zornig näherte; durch das Angebot eines eigenen Anteils, des Sviṣṭakṛt, wird er besänftigt. Ausführlich behandelt werden die liturgischen Einzelheiten dieses Anteils – Versmaß, Reihenfolge von Anuvākyā und Yājyā, Ausrichtung nach Norden, verstärkte Schmalzgabe – als Schutzmaßnahmen gegen die von Rudra ausgehende Gefahr für das Vieh, illustriert durch die warnende Erzählung vom verunglückten Bhāllaveya. Den Abschluss bildet eine Erörterung, warum die Opferspeisen im Āhavanīya- und nicht im Gārhapatya-Feuer gekocht werden. Brāhmaṇa 4 (Prajāpati und seine Tochter: Der Ursprung des Prāśitra): Das vierte Brāhmaṇa erzählt den bekannten, wegen seiner offenkundigen Anstößigkeit oft diskutierten Mythos von Prajāpatis Vereinigung mit seiner eigenen Tochter, seiner Verwundung durch Rudras Pfeil und der Reinigung des dabei entstandenen Samenrests: Bhaga erblindet und Pūṣan verliert seine Zähne beim Versuch, ihn zu essen, bis Bṛhaspati – durch Savitṛs Antrieb geschützt – ihn unbeschadet verzehrt. Diese Erzählung begründet Ursprung und rituelle Behandlung des Prāśitra-Anteils, der seither dem Brahman-Priester zufällt, sowie die Vorschrift, während seines Verzehrs strengstes Schweigen zu wahren, damit der die Einheit des Opfers wahrende Brahman-Priester nicht selbst Anlass einer neuerlichen Zerstörung wird.

sa vai parṇaśākhayā vatsānapākaroti | tadyatparṇaśākhayā vatsānapākaroti yatra vai gāyatrī somamacāpatattadasyā āharantyā apādastābhyāyatya parṇam praciceda gāyatryai vā somasya vā rājñastatpatitvā parṇo 'bhavattasmātparṇo nāma tadyadevātra somasya nyaktaṃ tadihāpyasaditi tasmātparṇaśākhayā vatsānapākaroti

Er treibt die Kälber nämlich mit einem Parṇa-Zweig fort. Dass er sie mit dem Parṇa-Zweig fortscheucht, erklärt sich so: Als die Gāyatrī auf den Soma herabstieß, um ihn zu rauben, wurde ihr beim Forttragen ein Fuß (eine Kralle) abgeschossen [Anm.: apādaḥ, „ihr fielen die Füße/Krallen ab“, und acāpatat, „sie schoss herab“, gehören zum bekannten, aber philologisch dichten Mythos vom Gāyatrī-Vogel, der den Soma raubt; die Übersetzung folgt hier dem Sinn dieser vielerzählten Episode]; sie streckte sich daraufhin aus und brach dabei eine Feder (parṇa) ab. Weil diese Feder – sei es die der Gāyatrī, sei es die des Königs Soma – herabfiel (patitvā, von der Wurzel pat, „fallen“), entstand daraus der Parṇa-Baum; daher sein Name parṇa, wortspielerisch von diesem „Fallen“ hergeleitet. Und weil an ihr etwas vom Soma haftete, soll dies auch hier, beim Fortscheuchen der Kälber, der Fall sein; deshalb treibt er die Kälber mit dem Parṇa-Zweig fort.

tamācinatti | iṣe tvorje tveti vṛṣṭyai tadāha yadāheṣe tvetyūrje tveti yo vṛṣṭādūrgraso jāyate tasmai tadāha

Er berührt das Kalb mit den Worten: „Dir zur Labung! Dir zur Stärkungskraft!“ – dies sagt er im Hinblick auf den Regen. Denn wenn er „dir zur Labung“ und „dir zur Stärkungskraft“ sagt, so gilt dies demjenigen, der aus dem Regen als Kraftsaft entsteht.

atha mātṛbhirvatsāntsamavārjanti | sa vatsaṃ śākhayopaspṛśati vāyava sthetyayaṃ vai vāyuryo 'yam pavata eṣa vā idaṃ sarvam prapyāyati yadidaṃ kiṃ ca varṣatyeṣa vā etāsām prapyāyayitā tasmādāha vāyava sthetyupāyava sthetyu haika āhurūpa hi dvitīyo 'yatīti tadu tathā na brūyāt

Sodann treibt man die Kälber mit den Muttertieren zusammen. Er berührt das Kalb mit dem Zweig und spricht: „Ihr seid Vāyus!“ Dieser Wind nämlich, der da weht, ist es, der alles hier zum Anschwellen bringt, was immer hier regnet; er lässt auch diese Kühe mit Milch anschwellen; deshalb sagt er: „Ihr seid Vāyus.“ Manche sagen stattdessen „ihr seid Neben-Vāyus“ (upāyavaḥ stha) [Anm.: die überlieferte Begründung dieser Variante – die „zweite Gestalt trete gleichsam noch hinzu“ – bleibt in ihrer genauen Logik unklar], doch so sollte man es nicht sagen.

atha mātṛṇāmekāṃ śākhayopaspṛśati | vatsena vyākṛtya devo vaḥ savitā prārpayatviti savitā vai devānām prasavitā savitṛprasūtā yajñaṃ sambharāniti tasmādāha devo vaḥ savitā prārpayatviti

Dann berührt er eine der Muttertiere mit dem Zweig, nachdem er sie mittels des Kalbes ausgesondert hat, mit den Worten: „Der Gott Savitṛ möge euch antreiben!“ Savitṛ nämlich ist der Antreiber der Götter; im Gedanken „von Savitṛ angetrieben will ich das Opfer zusammenbringen“ sagt er deshalb: „Der Gott Savitṛ möge euch antreiben!“

śreṣṭhatamāya karmaṇa iti | yajño vai śreṣṭhatamaṃ karma yajñāya hi tasmādāha śreṣṭhatamāya karmaṇa iti

„Zum allerbesten Werk!“ – das Opfer nämlich ist das allerbeste Werk; für das Opfer treibt er sie an, deshalb sagt er: „Zum allerbesten Werk!“

āpyāyadhvamaghnyā indrāya bhāgamiti | tadyathaivādo devatāyai havirgṛhṇannādiśatyevamevaitaddevatāyā ādiśati yadāhāpyāyadhvamaghnyā indrāya bhāgamiti

„Schwellet an, ihr Unverletzlichen, einen Anteil für Indra!“ – Ebenso wie man dort, wenn man die Opfergabe für eine Gottheit nimmt, sie eben dieser Gottheit zuweist, ebenso weist er sie hier durch diesen Spruch der Gottheit zu, wenn er sagt: „Schwellet an, ihr Unverletzlichen, einen Anteil für Indra!“

prajāvatīranamīvā ayakṣmā iti | nātra tirohitamivāsti mā va stena īśata māghaśaṃsa iti mā vo nāṣṭrā rakṣāṃsīśatetyevaitadāha dhruvā asmingopatau syāta bahvīrityanapakramiṇyo 'sminyajamāne bahvyaḥ syātetyevaitadāha

„Reich an Nachkommenschaft, frei von Krankheit, frei von Siechtum sollt ihr sein!“ – hier ist nichts Verborgenes, das der Erklärung bedürfte. „Nicht soll euch ein Dieb, nicht ein Übelredender (māghaśaṃsa, wörtl. „der Böses Ansagende“) bemächtigen“ – damit meint er eigentlich: „Nicht sollen euch die Unholde (Rakṣas) durch Verderben (nāṣṭrā) bemächtigen.“ „Fest sollt ihr bei diesem Herrn der Rinder sein, zahlreich“ – damit meint er eigentlich: „Nicht wegziehende, beständige sollt ihr bei diesem Opferer sein, zahlreich.“

athāhavanīyāgārasya vā purastāt | gārhapatyāgārasya vā śākhāmupagūhati yajamānasya paśūnpāhīti tadbrahmaṇaivaitadyajamānasya paśūnparidadāti guptyai

Dann verbirgt er den Zweig entweder vor dem Āhavanīya-Feuerhaus oder vor dem Gārhapatya-Feuerhaus, mit den Worten: „Behüte die Herden des Opferers!“ Damit übergibt er durch dieses Formelwort (brahman) die Herden des Opferers eben diesem Feuer zum Schutz.

tasyām pavitraṃ karoti | vasoḥ pavitramasīti yajño vai vasustasmādāha vasoḥ pavitramasīti

Daran bringt er das Läuterungsgerät (pavitra) an, mit den Worten: „Du bist das Läuterungsmittel des Guts (vasu, Reichtums)!“ Das Opfer nämlich ist Vasu, der Reichtum; deshalb sagt er: „Du bist das Läuterungsmittel des Vasu.“

atha yavāgvaitāṃ rātrimagnihotraṃ juhoti | ādiṣṭaṃ vā etaddevatāyai havirbhavati yatpayaḥ sa yatpayasā juhuyādyathānyasyai devatāyai havirgṛhītaṃ tadanyasyai juhuyādevaṃ tattasmādyavāgvaitāṃ rātrimagnihotraṃ juhoti juhvatyagnihotramupakḷptokhā bhavatyathāhopasṛṣṭām prabrūtādeti yadā prāhopasṛṣṭeti

Dann opfert er in dieser Nacht das Agnihotra mit Reisbrei statt mit Milch. Milch nämlich ist als Opfergabe bereits einer anderen Gottheit zugewiesen; würde er mit Milch opfern, so wäre es, als opferte er einer Gottheit das, was einer anderen als Opfergabe zugedacht war – ebenso verhält es sich hier; deshalb opfert er in dieser Nacht das Agnihotra mit Reisbrei. Während sie das Agnihotra opfern, wird die Okhā, die Feuerpfanne, hergerichtet; dann sagt er: „Melde, dass es hineingegossen ist!“ – dies geschieht, sobald er „hineingegossen“ gemeldet hat.

athokhāmādatte dyaurasi pṛthivyasītyupastautyevaināmetanyahayatyeva yadāha dyaurasi pṛthivyasīti mātariśvano gharmo 'sīti yajñamevaitatkaroti yathā gharmam pravṛñjyādevam pravṛṇakti viśvadhā asi parameṇa dhāmnā dṛṃhasva mā hvāriti dṛṃhatyevaināmetadaśithilāṃ karoti mā te yajñapatirhvārṣīditi yajamāno vai yajñapatistadyajamānāyaivaitadahvalāmāśāste

Dann nimmt er die Okhā auf, mit den Worten: „Du bist der Himmel, du bist die Erde!“ – damit erhöht er sie eben; wenn er sagt „du bist der Himmel, du bist die Erde“, „du bist der Gharma des Mātariśvan“, so macht er sie eben zum Opfer; wie man den Gharma-Kessel heranziehen würde, so zieht er ihn heran. „Du bist in jeglicher Weise durch höchsten Ort – festige dich, weiche nicht!“ – damit macht er sie eben fest, nicht wankend. „Nicht soll dir der Opferherr fehlgehen!“ – der Opferer nämlich ist der Opferherr; damit erbittet er eben für den Opferer Fehllosigkeit.

atha pavitraṃ nidadhati | tadvai prāṅnidadhyātprācī hi devānāṃ digatho udagudīcī hi manuṣyāṇāṃ digayaṃ vai pavitraṃ yo 'yam pavate so 'yamimāṃllokāṃstiryaṅṅanupavate tasmādudaṅnidadhyāt

Dann legt man das Läuterungsgerät nieder. Man sollte es eigentlich nach Osten hin ausgerichtet niederlegen, denn der Osten ist die Himmelsrichtung der Götter; hier aber legt man es nach Norden, denn der Norden ist die Himmelsrichtung der Menschen. Dieser Wind nämlich, der da weht, ist das Läuterungsmittel; er durchweht diese Welten quer; deshalb sollte man es nach Norden hin niederlegen.

tadyathaivādaḥ | somaṃ rājānam pavitreṇa sampāvayantyevamevaitatsampāvayatyudīcīnadaśaṃ vai tatpavitram bhavati yena tatsomaṃ rājānaṃ sampāvayanti tasmādudaṅnidadhyāt

Ebenso wie man dort den König Soma mit dem Läuterungsmittel läutert, ebenso läutert man ihn auch hier; nach Norden gerichtet ist nämlich jenes Läuterungsmittel, mit dem man den König Soma läutert; deshalb sollte man es nach Norden hin niederlegen.

tannidadhāti | vasoḥ pavitramasīti yajño vai vasustasmādāha vasoḥ pavitramasīti śatadhāraṃ sahasradhāramityupastautyevainadetanmahayatyeva yadāha śatadhāraṃ sahasradhāramiti

Er legt es nieder, mit den Worten: „Du bist das Läuterungsmittel des Vasu!“ – das Opfer nämlich ist Vasu; deshalb sagt er: „Du bist das Läuterungsmittel des Vasu.“ „Hundertströmig, tausendströmig!“ – damit erhöht er es eben, wenn er sagt „hundertströmig, tausendströmig“.

atha vācaṃyamo bhavati ā tisṛṇāṃ dogdhorvāgvai yajño 'vikṣubdho yajñaṃ tanavā iti

Dann hält er die Rede zurück, bis zum Melken der drei Kühe – im Gedanken: „Die Rede ist das Opfer; ungestört will ich das Opfer fortführen.“

tadānīyamānamabhimantrayate | devastvā savitā punātu vasoḥ pavitreṇa śatadhāreṇa supveti tadyathaivādaḥ somaṃ rājānam pavitreṇa sampāvayantyevamevaitatsampāvayati

Er bespricht es, während es herbeigebracht wird: „Der Gott Savitṛ möge dich läutern mit dem hundertströmigen Läuterungsmittel des Guten, du Wohlgeläuterte!“ Ebenso wie man dort den König Soma mit dem Läuterungsmittel läutert, ebenso läutert er auch dies hier.

athāha kāmadhukṣa iti amūmiti sā viśvāyurityatha dvitīyām pṛcati kāmadhukṣa ityamūmiti sā viśvakarmetyatha tṛtīyām pṛcati kāmadhukṣa ityamūmiti sā viśvadhāyā iti tadyatpṛcati vīryāṇyevāsvetaddadhāti tisro dogdhi trayo vā ime lokā ebhya evainadetallokebhyaḥ sambharatyatha kāmaṃ vadati

Dann sagt er: „Melke nach Wunsch!“ – „jene dort“ – „sie ist voll Lebenskraft für alle (viśvāyu)“. Dann mischt er die zweite Melkung hinzu, mit den Worten: „Melke nach Wunsch!“ – „jene“ – „sie ist von allumfassendem Wirken (viśvakarma)“. Dann mischt er die dritte Melkung hinzu, mit den Worten: „Melke nach Wunsch!“ – „jene“ – „sie ist allernährend (viśvadhāyā)“. Dass er die Melkungen vermengt, damit verleiht er ihnen eben Kraft; er melkt drei Kühe, denn drei sind diese Welten – eben aus diesen Welten bringt er dies zusammen. Danach spricht er den Wunsch aus, den er sich erfüllt wünscht.

athottamāṃ dohayitvā | yena dohayati pātreṇa tasminnudastokamānīya palyaṅya pratyānayati yadatra payaso 'hāyi tadihāpyasaditi rasasyo caiva sarvatvāyedaṃ hi yadā varṣatyathauṣadhayo jāyanta oṣadhīrjagdhvāpaḥ pītvā tata eṣa rasaḥ sambhavati tasmādu rasasyo caiva sarvatvāya tadudvāsyātanakti tīvrīkarotyevainadetattasmādudvāsyātanakti

Nachdem er die letzte Kuh hat melken lassen, gießt er den im Melkgefäß verbliebenen Rest (udastokam) [Anm.: die genaue Bedeutung von udastokam und der beschriebene Vorgang des Zurückgießens (palyaṅya pratyānayati) sind im Sanskrit nicht ganz sicher zu bestimmen; die Übersetzung folgt der plausibelsten Deutung dieses Melkrituals] zurück und lässt ihn wieder hineinfließen, im Gedanken: „Was hier an Milch übriggeblieben ist, das soll auch hier sein“ – dies zugunsten der Vollständigkeit des Safts (Geschmacks). Wenn es nämlich regnet, entstehen die Pflanzen; und nachdem das Vieh die Pflanzen gefressen und das Wasser getrunken hat, entsteht daraus eben dieser Saft – auch deshalb zugunsten seiner Vollständigkeit. Dann nimmt er es vom Feuer und lässt es einkochen; damit macht er es eben scharf und kräftig – deshalb nimmt er es vom Feuer und lässt es einkochen.

ātanakti | indrasya tvā bhāgaṃ somenātanacmīti tadyathaivādo devatāyai havirgṛhṇannādiśatyevamevaitaddevatāyā ādiśati yadāhendrasya tvā bhāgamiti somenātanacmīti svadayatyevainadetaddevebhyaḥ

Er lässt es einkochen, mit den Worten: „Dich, den Anteil Indras, verdichte ich mit Soma!“ Ebenso wie man dort, wenn man die Opfergabe für eine Gottheit nimmt, sie zuweist, ebenso weist er sie auch hier der Gottheit zu, wenn er sagt: „Dich, den Anteil Indras, verdichte ich mit Soma.“ Damit macht er es eben den Göttern schmackhaft.

athodakavatottānena pātreṇāpidadhāti | nedenadupariṣṭānnāṣṭrā rakṣāṃsyavamṛśāniti vajro vā āpastadvajreṇaivaitannāṣṭrā rakṣāṃsyato 'pahanti tasmādudakavatottānena pātreṇāpidadhāti

Dann bedeckt er es mit einem nach oben offenen, Wasser enthaltenden Gefäß, im Gedanken: „Damit nicht von oben her die Unholde durch Verderben daran rühren.“ Das Wasser nämlich ist der Vajra, die Keule; damit hält er eben mittels des Vajra die Unholde davon fern – deshalb bedeckt er es mit einem nach oben offenen, Wasser enthaltenden Gefäß.

so 'pidadhāti | viṣṇo havyaṃ rakṣeti yajño vai viṣṇustadyajñāyaivaitaddhaviḥ paridadāti guptyai tasmādāha viṣṇo havyaṃ rakṣeti

Er bedeckt es, mit den Worten: „O Viṣṇu, behüte die Opfergabe!“ Das Opfer nämlich ist Viṣṇu; damit übergibt er eben dem Opfer die Opfergabe zum Schutz – deshalb sagt er: „O Viṣṇu, behüte die Opfergabe!“

ṛṇaṃ ha vai jāyate yo 'sti | sa jāyamāna eva devebhya ṛṣibhyaḥ pitṛbhyo manuṣyebhyaḥ

Wer da ist, wer geboren wird, wird als Schuldner geboren; er steht gleich bei seiner Geburt in Schuld gegenüber den Göttern, den Ṛṣis, den Vätern und den Menschen.

sa yadeva yajeta | tena devebhya ṛṇaṃ jāyate taddhyebhya etatkaroti yadenānyajate yadebhyo juhoti

Dass er nun opfert, darin besteht die ihm obliegende Schuld gegenüber den Göttern [Anm.: wörtlich heißt es „dadurch entsteht ihm die Schuld gegenüber den Göttern“ – gemeint ist aber nicht ein Neu-Entstehen der Schuld, sondern ihre Tilgung durch die entsprechende Leistung; dieselbe Wendung kehrt in den folgenden Kaṇḍikās wieder]; denn eben dies leistet er ihnen, indem er ihnen opfert, indem er ihnen darbringt.

atha yadevānubruvīta | tena 'rṣibhya ṛṇaṃ jāyate taddhyebhya etatkarotyṛṣīṇāṃ nidhigopa iti hyanūcānamāhuḥ

Dass er ferner die Veden studiert, darin besteht die ihm obliegende Schuld gegenüber den Ṛṣis; denn eben dies leistet er ihnen dadurch. Man nennt ja den, der die Veden studiert hat, einen „Hüter des Schatzes der Ṛṣis“.

atha yadeva prajāmiceta | tena pitṛbhya ṛṇaṃ jāyate taddhyebhya etatkaroti yadeṣāṃ saṃtatāvyavacinnā prajā bhavati

Dass er ferner Nachkommenschaft zu erlangen sucht, darin besteht die ihm obliegende Schuld gegenüber den Vätern; denn eben dies leistet er ihnen dadurch, dass für sie die Nachkommenschaft in der Fortsetzung ihrer Linie nicht abgeschnitten wird.

atha yadeva vāsayate | tena manuṣyebhya ṛṇaṃ jāyate taddhyebhya etatkaroti yadenānvāsayate yadebhyo 'śanaṃ dadāti sa ya etāni sarvāṇi karoti sa kṛtakarmā tasya sarvamāptaṃ sarvaṃ jitaṃ

Dass er ferner Gäste beherbergt, darin besteht die ihm obliegende Schuld gegenüber den Menschen; denn eben dies leistet er ihnen dadurch, dass er sie beherbergt, dass er ihnen Speise gibt. Wer nun all dies tut, der hat sein Werk vollbracht; ihm ist alles erreicht, alles gewonnen.

sa yena devebhya ṛṇaṃ jāyate | tadenāṃstadavadayate yadyajate 'tha yadagnau juhoti tadenāṃstadavadayate tasmādyatkiṃ cāgnau juhvati tadavadānaṃ nāma

Womit ihm die Schuld gegenüber den Göttern entstand, die trägt er ihnen ab (avadayate, von ava-dā, „abschneiden, abtragen“), indem er opfert; und indem er ins Feuer gießt, trägt er sie ihnen eben damit ab. Deshalb heißt das, was man auch immer ins Feuer gießt, „avadāna“, „Abschnitt“ – von demselben Verbum „abschneiden/abtragen“ hergeleitet, das sowohl das Abtrennen der Opferportion als auch das Abtragen der Schuld bezeichnet.

tadvai caturavattam bhavati | idaṃ vā anuvākyātha yājyātha vaṣaṭkāro 'tha sā devatā caturthī yasyai devatāyai havirbhavatyevaṃ hi devatā avadānānyanvāyattā avadānāni vā devatā anvāyattānyatiriktaṃ ha tadavadānaṃ yatpañcamaṃ kasmā u hi tadavadyettasmāccaturavattam bhavati

Das nun besteht aus vier Abschnitten: dies ist nämlich erstens der Anuvākyā-Spruch, dann zweitens der Yājyā-Spruch, dann drittens der Vaṣaṭ-Ruf, und viertens ist da die Gottheit, welcher die Opfergabe gilt. So nämlich sind die Abschnitte den Gottheiten zugeordnet, die Gottheiten den Abschnitten; überflüssig wäre da ein fünfter Abschnitt, denn für wen sollte man diesen abschneiden? Deshalb besteht es aus vier Abschnitten.

uto pañcāvattameva bhavati | pāṅkto yajñaṃ pāṅktaḥ paśuḥ pañca 'rtavaḥ saṃvatsarasyaiṣo pañcāvattasya sampadbahurhaiva prajayā paśubhirbhavati yasyaivaṃ viduṣaḥ pañcāvattaṃ kriyata etaddha nveva prajñātaṃ kaurupāñcālaṃ yaccaturavattaṃ tasmāccaturavattam bhavati

Und dennoch besteht es auch aus fünf Abschnitten: fünfteilig ist das Opfer, fünfteilig das Opfertier, fünf sind die Jahreszeiten des Jahres – darin vollendet sich das Fünf-Abschnitte-System. Reich an Nachkommenschaft und Vieh wird, wem, der dies so weiß, das Opfer mit fünf Abschnitten vollzogen wird. Das Vier-Abschnitte-System aber ist das wohlbekannte „Kaurupāñcāla“, das der Kuru und Pañcāla [Anm.: eine regionale Schulbezeichnung, deren genauer Bezug hier nicht weiter erläutert wird]; deshalb besteht es in der Praxis aus vier Abschnitten.

sa vai yāvanmātramivaivāvadyet mānuṣaṃ ha kuryādyanmahadavadyedvyṛddhaṃ vai tadyajñasya yanmānuṣaṃ nedvyṛddhaṃ yajñe karavāṇīti tasmādyāvanmātramivaivāvadyet

Man sollte nur eine geringe Menge, gleichsam nur so viel wie nötig, abschneiden; würde man ein großes Stück abschneiden, so würde man etwas Menschliches, Gewöhnliches tun – verkehrt ist nämlich das, was am Opfer menschlich ist; im Gedanken „nicht will ich etwas Verkehrtes beim Opfer tun“ sollte man deshalb nur eine geringe Menge abschneiden.

sa ājyasyopastīrya | dvirhaviṣo 'vadāyāthopariṣṭādājyasyābhighārayati dve vā āhutī somāhutirevānyājyāhutiranyā tata eṣā kevalī yatsomāhutirathaiṣājyāhutiryaddhaviryajño yatpaśustadājyamevaitatkaroti tasmādubhayata ājyam bhavatyetadvai juṣṭaṃ devānāṃ yadājyaṃ tajjuṣṭamevaitaddevebhyaḥ karoti tasmādubhayata ājyam bhavati

Nachdem er Schmalz untergegossen hat, schneidet er zweimal von der Opfergabe ab und begießt sie danach von oben mit Schmalz. Es gibt nämlich zwei Opferungen: die eine ist die Soma-Opferung, die andere die Schmalz-Opferung; davon ist die Soma-Opferung die für sich bestehende, die Schmalz-Opferung aber ist diejenige, die das Opfertier als Opfergabe darstellt – eben dieses macht er hierdurch zum Schmalzopfer. Deshalb ist auf beiden Seiten Schmalz; dies ist ja das den Göttern Wohlgefällige, das Schmalz; eben dieses Wohlgefällige bereitet er damit den Göttern – deshalb ist auf beiden Seiten Schmalz.

asau vā anuvākyeyaṃ yājyā | te ubhe yoṣe tayormithunamasti vaṣaṭkāra eva tadvā eṣa eva vaṣaṭkāro ya eṣa tapati sa udyannevāmūmādhedravatyastaṃ yannimāmadhidravati tadetena vṛṣṇemām prajātim prajāyete yainayoriyam prajātiḥ

Jener Vers dort ist der Anuvākyā-Spruch, dieser hier ist der Yājyā-Spruch; beide sind weiblich, gleichsam zwei Frauen; ihre Vereinigung aber ist der Vaṣaṭ-Ruf. Dieser Vaṣaṭ-Ruf ist eben jener Gott, der da brennt, die Sonne: Aufgehend bespringt er gleichsam jenen Vers, untergehend diesen. Durch diesen Zeugungsakt des Bullen zeugen die beiden diese Nachkommenschaft; denn von ihnen beiden stammt diese Nachkommenschaft.

so 'nuvākyāmanūcya | yājyāmanudrutya paścādvaṣaṭkaroti paścādvai parītya vṛṣā yoṣāmadhidravati tadene ubhe purastātkṛtvā vṛṣṇā vaṣaṭkāreṇādhidrāvayati tasmādu saha vaiva vaṣaṭkāreṇa juhuyādvaṣaṭkṛte vā

Nachdem er den Anuvākyā-Spruch rezitiert und den Yājyā-Spruch angeschlossen hat, spricht er danach den Vaṣaṭ-Ruf; von hinten nämlich, sie umgehend, bespringt der Bulle die Kuh. Indem er also beide Sprüche vorausgehen lässt, lässt er sie durch den Bullen namens Vaṣaṭ-Ruf von hinten bespringen; deshalb soll man entweder zugleich mit dem Vaṣaṭ-Ruf opfern oder unmittelbar nachdem er gesprochen ist.

devapātraṃ vā eṣa yadvaṣaṭkāraḥ | tadyathā pātra uddhṛtya prayacedevaṃ tadatha yatpurā vaṣaṭkārājjuhuyādyathādho bhūmau nidigdhaṃ tadamuyā syādevaṃ tattasmādu saha vaiva vaṣaṭkāreṇa juhuyādvaṣaṭkṛte vā

Der Vaṣaṭ-Ruf ist nämlich das Gefäß der Götter; wie man eine Speise erst aus dem Gefäß nimmt und dann darreicht, so verhält es sich auch hier. Würde man aber vor dem Vaṣaṭ-Ruf opfern, so wäre es, als würde die Opfergabe auf dem Erdboden verschüttet; deshalb soll man entweder zugleich mit dem Vaṣaṭ-Ruf opfern oder unmittelbar nachdem er gesprochen ist.

tadyathā yonau retaḥ siñcet | evaṃ tadatha yatpurā vaṣaṭkārājjuhuyādyathā yonau retaḥ siktaṃ tadamuyā syādevaṃ tattasmādu saha vaiva vaṣaṭkāreṇa juhuyādvaṣaṭkṛte vā

Es verhält sich auch so, wie wenn man Samen in den Schoß ergösse. Würde man vor dem Vaṣaṭ-Ruf opfern, so wäre es, als wäre der Same schon vorher in den Schoß ergossen worden; deshalb soll man entweder zugleich mit dem Vaṣaṭ-Ruf opfern oder unmittelbar nachdem er gesprochen ist.

asau vā anuvākyeyaṃ yājyā | sā vai gāyatrīyaṃ triṣṭubasau sa vai gāyatrīmanvāha tadamūmanubruvannasau hyanuvākyemāmanvāheyaṃ hi gāyatrī

Jener Vers dort ist der Anuvākyā-Spruch, dieser hier ist der Yājyā-Spruch; jener steht im Gāyatrī-, dieser im Triṣṭubh-Versmaß. Den Gāyatrī-Vers spricht er als vorangehenden Spruch, eben weil er die Anuvākyā ist; diesen anderen Vers spricht er als nachfolgenden, die Yājyā, da sie durch die Gāyatrī bedingt ist.

atha triṣṭubhā yajati | tadanayā yajanniyaṃ hi yājyāmuṣyā adhi vaṣaṭkarotyasā u hi triṣṭuptadene sayujau karoti tasmādime sambhuñjāte anayoranu sambhogamimāḥ sarvāḥ prajā anu sambhuñjate

Dann opfert er mit dem Triṣṭubh-Vers, der Yājyā; indem er so opfert, spricht er den Vaṣaṭ-Ruf über jenem Gāyatrī-Vers, denn dieser ist ja dem Triṣṭubh zugeordnet – damit macht er die beiden zu einem vereinten Paar. Deshalb genießen diese beiden gemeinsam, und im Gefolge ihrer Vereinigung genießen auch alle Geschöpfe gemeinsam.

sa vā aṅkhayannivaivānuvākyāmanubrūyāt | asau hyanuvākyā bṛhaddhyasau bārhataṃ hi tadrūpaṃ kṣipra eva yājyayā tvareteyaṃ hi yājyā rathantaraṃ hīyaṃ rāthantaraṃ hi tadrūpaṃ hvayati vā anuvākyayā prayacati yājyayā tasmādanuvākyāyai rūpaṃ huve havāmaha āgacedam barhiḥ sīdeti yaddhvayati hi tayā prayacati yājyayā tasmādyājyāyai rūpaṃ vīhi havirjuṣasva havirāvṛṣāya svāddhi piba preti yatpra hi tayā yacati

Man sollte den Anuvākyā-Spruch gleichsam schaukelnd, langsam schwingend, rezitieren, denn jener Vers, die Anuvākyā, ist der Bṛhat-Melodie zugeordnet – das ist ja deren Wesensform. Rasch aber sollte man mit dem Yājyā-Spruch eilen, denn dieser, die Yājyā, ist der Rathantara-Melodie zugeordnet – das ist deren Wesensform. Mit dem Anuvākyā-Spruch ruft man nämlich herbei, mit dem Yājyā-Spruch reicht man dar; deshalb ist das Herbeirufen die Wesensform des Anuvākyā-Spruchs, wie in: „Ich rufe, wir rufen herbei, komm her, setz dich auf dieses Barhis!“ Und ebenso, wie man dabei ruft, so reicht man mit dem Yājyā-Spruch dar; deshalb ist das Darreichen die Wesensform des Yājyā-Spruchs, wie in: „Nimm, erfreue dich an der Opfergabe, an der dem Bullen willkommenen Opfergabe, trink, da sie wohlschmeckend ist, trink voran!“ – denn das ist es, was man mit ihr darreicht (pra-yacchati).

sā yā purastāllakṣaṇā | sānuvākyā syādasau hyanuvākyā tasyā amuṣyā avastāllakṣma candramā nakṣatrāṇi sūryaḥ

Welcher Vers durch ein voranstehendes Kennzeichen bestimmt ist, der sollte die Anuvākyā sein, denn jener untere Bereich gehört der Anuvākyā; ihre Kennzeichen dort unten sind Mond, Sterne und Sonne.

atha yopariṣṭāllakṣaṇā | sā yājyā syādiyaṃ hi yājyā tasyā asyā upariṣṭāllakṣmauṣadhayo vanaspataya āpo 'gnirimāḥ prajāḥ

Welcher Vers dagegen durch ein oberes Kennzeichen bestimmt ist, der sollte die Yājyā sein, denn jener obere Bereich gehört der Yājyā; ihre Kennzeichen dort oben sind die Pflanzen, die Bäume, die Gewässer, das Feuer, diese Geschöpfe.

sā ha nveva samṛddhānuvākyā | yasyai prathamātpadāddevatāmabhivyāharati so eva samṛddhā yājyā yasyā uttamātpadāddevatāyā adhi vaṣaṭkaroti vīryaṃ vai devata 'rcastadubhayata evaitadvīryeṇa parigṛhya yasyai devatāyai havirbhavati tasyai prayacati

Wohlgeraten ist nur diejenige Anuvākyā, bei der man schon von der ersten Silbe an die Gottheit nennt; wohlgeraten ist nur diejenige Yājyā, bei der man von der letzten Silbe an, über der Gottheit, den Vaṣaṭ-Ruf spricht. Die Kraft nämlich ist die Gottheit in Gestalt der Verse; damit umfasst er sie von beiden Seiten mit dieser Kraft und reicht die Opfergabe eben jener Gottheit dar, der sie gilt.

sa vai vaugiti karoti | vāgvai vaṣaṭkāro vāgreto reta evaitatsiñcati ṣaḍityṛtavo vai ṣaṭtadṛtuṣvevaitadretaḥ sicyate tadṛtavo retaḥ siktamimāḥ prajāḥ prajanayanti tasmādevaṃ vaṣaṭkaroti

Er spricht den Vaṣaṭ-Ruf in der Form „vau-ṣaṭ“ [Anm.: etymologisches Wortspiel, das den Ruf vaṣaṭ in vau (= vāc, „Rede“, zugleich „Same“) und ṣaṭ („sechs“, für die sechs Jahreszeiten) zerlegt]: Die Rede nämlich ist der Vaṣaṭ-Ruf, und die Rede ist Same – damit ergießt er eben Samen; und ṣaṭ, „sechs“ – sechs nämlich sind die Jahreszeiten – damit wird der Same eben in die Jahreszeiten ergossen; die Jahreszeiten aber bringen den ergossenen Samen dazu, diese Geschöpfe zu erzeugen. Deshalb spricht er den Vaṣaṭ-Ruf auf diese Weise.

devāśca vā asurāśca | ubhaye prājāpatyāḥ prajāpateḥ piturdāyamupeyuretāvevārdhamāsau ya evāpūryate taṃ devā upāyanyo 'pakṣīyate tamasurāḥ

Sowohl die Götter als auch die Asuras, beide Nachkommen Prajāpatis, traten das Erbe ihres Vaters Prajāpati an: Sie erhielten eben diese beiden Monatshälften – die zunehmende erhielten die Götter, die abnehmende die Asuras.

te devā akāmayanta | kathaṃ nvimamapi saṃvṛñjīmahi yo 'yamasurāṇāmiti te 'rcantaḥ śrāmyantaścerusta etaṃ haviryajñaṃ dadṛśuryaddarśapūrṇamāsau tābhyāmayajanta tābhyāmiṣṭvaitamapi samavṛñjata

Da wünschten sich die Götter: „Wie könnten wir uns wohl auch jene Hälfte aneignen, die den Asuras gehört?“ Sie zogen umher, Verse rezitierend und sich abmühend; da erblickten sie dieses Opfer der Opfergabe, nämlich Neu- und Vollmondsopfer. Mit diesen beiden opferten sie, und nachdem sie so geopfert hatten, eigneten sie sich auch die andere Hälfte an.

ya eṣo 'surāṇāmāsīt | yadā vā etā ubhau pariplavete atha māso bhavati māsaśaḥ saṃvatsaraḥ sarvaṃ vai saṃvatsaraḥ sarvameva taddevā asurāṇāṃ samavṛñjata sarvasmātsapatnānasurānnirabhajantsarvamvevaiṣa etatsapatnānāṃ saṃvṛṅkte sarvasmātsapatnānnirbhajati ya evametadveda

Wenn diese beiden Hälften – jene, die den Göttern, und jene, die den Asuras gehörte – einmal umlaufen sind, entsteht ein Monat; monatsweise entsteht das Jahr, und das Jahr ist das Ganze. Eben dieses Ganze eigneten sich damit die Götter von den Asuras an, und vom Ganzen schlossen sie die Asuras, ihre Nebenbuhler, aus. Ebenso eignet sich das Ganze an und schließt den Nebenbuhler vom Ganzen aus, wer dies so weiß.

sa yo devānāmāsīt | sa yavāyuvata hi tena devā yo 'surāṇāṃ so 'yavā na hi tenāsurā ayuvata

Die Hälfte, die den Göttern gehörte, heißt „yavā“, die Vereinende, denn durch sie vereinigten sich (yu, „verbinden“) die Götter; die Hälfte, die den Asuras gehörte, heißt „ayavā“, die Nicht-Vereinende, denn durch sie vereinigten sich die Asuras nicht.

atho itarathāhuḥ ya eva devānāmāsītso 'yavā na hi tamasurā ayuvata yo 'surāṇāṃ sa yavāyuvata hi taṃ devāḥ sabdamahaḥ sagarā rātriryavyā māsāḥ sumekaḥ saṃvatsaraḥ sveko ha vai nāmaitadyatsumeka iti yavā ca hi vā ayavā yavetīvātha yenaiteṣāṃ hotā bhavati tadyāvihotramityācakṣate

Manche aber sagen es umgekehrt: die Hälfte, die den Göttern gehörte, sei die „ayavā“, denn die Asuras hätten sich nicht mit ihr vereinigt; die Hälfte, die den Asuras gehörte, sei die „yavā“, denn die Götter hätten sich mit ihr vereinigt. Verbunden ist der Tag, verbunden die Nacht, vereinigend die Monate, wohlvereint das Jahr [Anm.: die hier verwendete technische Terminologie zur Klassifikation von yavā und ayavā – den Zeitabschnitten Tag, Nacht, Monat und Jahr – ist sprachlich obskur und in Teilen unsicher überliefert; die Übersetzung dieser Passage bleibt tentativ] – „sveka“ ist ja eigentlich gemeint, wenn man „sumeka“, „wohlvereint“, sagt, denn das Wort ist gleichsam aus „yavā“ und „ayavā“ zu „yava“ zusammengezogen. Und wer für diese beiden Hälften der Hotṛ-Priester ist, dessen Amt nennt man „Yāvihotra“.

yajñena vai devāḥ | divamupodakrāmannatha yo 'yaṃ devaḥ paśūnāmīṣṭe sa ihāhīyata tasmādvāstavya ityāhurvāstau hi tadahīyata

Durch das Opfer stiegen die Götter zum Himmel empor; der Gott aber, der über das Vieh herrscht, blieb hier zurück. Deshalb nennt man ihn „Vāstavya“, den zur Wohnstätte Gehörigen, denn er blieb an der Wohnstätte (vāstu) zurück.

sa yenaiva devā divamupodakrāman | teno evārcantaḥ śrāmyantaśceruratha yo 'yaṃ devaḥ paśūnāmīṣṭe ya ihāhīyata

Mit eben diesem Opfer, mit dem die Götter zum Himmel emporgestiegen waren, zogen sie umher, Verse rezitierend und sich abmühend; dabei war auch der Gott zugegen, der über das Vieh herrscht und hier zurückgeblieben war.

sa aikṣata | ahāsya hāntaryantyu mā yajñāditi so 'nūccakrāma sa āyatayottarata upotpede sa eṣa sviṣṭakṛtaḥ kālaḥ

Da bemerkte er: „Ach, sie gehen ja an mir vorbei, ohne mich am Opfer teilhaben zu lassen!“ Er stieg ihnen nach, näherte sich von Norden her und trat hinzu – dies eben ist der Zeitpunkt des Sviṣṭakṛt, dessen [Agni], der das Opfer gut vollendet und gelingen lässt.

te devā abruvan | mā visrakṣīriti te vai mā yajñānmāntargatāhutim me kalpayateti tatheti sa samabṛhatsa nāsyatsa na kaṃ canāhinat

Da sprachen die Götter zu ihm: „Schieße nicht! Verstoße uns nicht vom Opfer; wir wollen dir eine Opfergabe unter uns bereiten!“ – „So sei es“, sprach er; da zog er sich zusammen, schoss nicht, und verletzte niemanden.

te devā abruvan | yāvanti no havīṃṣi gṛhītānyabhūvantsarveṣāṃ teṣāṃ hutamupajānīta yathāsmā āhutiṃ kalpayāmeti

Da sprachen die Götter: „Wie viele Opfergaben uns auch schon entnommen wurden – nehmt zur Kenntnis, dass sie alle bereits dargebracht sind, damit wir ihm eine Opferspende bereiten können.“

te 'dhvaryumabruvan | yathāpūrvaṃ havīṃṣyabhighārayaikasmā avadānāya punarāpyāyayāyātayāmāni kuru tata ekaikamavadānamavadyeti

Sie sprachen zum Adhvaryu: „Begieße die Opfergaben wie zuvor, lass sie für einen weiteren Abschnitt erneut anschwellen und mache sie so wieder unverbraucht (ayātayāma); dann schneide von jeder einzelnen einen Abschnitt ab.“

so 'dhvaryuḥ | yathāpūrvaṃ havīṃṣyabhyaghārayadekasmā avadānāya punarāpyāyayadayātayāmānyakarottata ekaikamavadānamavādyattasmādvāstavya ityāhurvāstu hi tadyajñasya yaddhuteṣu haviḥṣu tasmādyasyai kasyai ca devatāyai havirgṛhyate sarvatraiva sviṣṭakṛdanvābhaktaḥ sarvatra hyevainaṃ devā anvābhajan

Der Adhvaryu begoss also wie zuvor die Opfergaben, ließ sie für einen weiteren Abschnitt erneut anschwellen und machte sie so wieder unverbraucht; dann schnitt er von jeder einzelnen einen Abschnitt ab. Deshalb heißt es „Vāstavya“: Dies ist die Wohnstätte (vāstu) des Opfers, nämlich das, was von den bereits dargebrachten Opfergaben noch übrig bleibt. Und deshalb wird, bei welcher Gottheit auch immer eine Opfergabe genommen wird, überall der Sviṣṭakṛt mit einem Anteil bedacht, denn überall gaben ihm eben die Götter einen Anteil.

tadvā agnaya iti kriyate | agnirvai sa devastasyaitāni nāmāni śarva iti yathā prācyā ācakṣate bhava iti yathā bāhīkāḥ paśūnām patī rudro 'gniriti tānyasyāśāntānyevetarāṇi nāmānyagnirityeva śāntatamaṃ tasmādagnaya iti kriyate sviṣṭakṛta iti

Dies geschieht nun im Namen Agnis: Agni nämlich ist jener Gott, der Vieh-Gott; seine Namen sind „Śarva“, wie ihn die östlichen Völker nennen, „Bhava“, wie ihn die Bāhīkas nennen, ferner „Herr des Viehs“, „Rudra“ und „Agni“. Von diesen sind die übrigen Namen unbesänftigt; allein „Agni“ ist der friedlichste; deshalb geschieht dies im Namen Agnis, als des Sviṣṭakṛt.

te hocuḥ | yattvayyamutra satyayakṣmahi tannaḥ sviṣṭaṃ kurviti tadebhyaḥ sviṣṭamakarottasmātsviṣṭakṛta iti

Da sprachen die Götter zu ihm: „Was wir dir gegenüber dabei versäumt haben (satyayakṣmahi) [Anm.: die zugrundeliegende Verbform ist ungewöhnlich gebildet und nicht ganz sicher zu deuten; sie wird hier im Sinn von „versäumen/verfehlen“ verstanden, passend zur anschließenden Erklärung des Namens Sviṣṭakṛt] – das mache uns zu einem gut Geopferten (sviṣṭa)!“ Da machte er es ihnen zu einem gut Geopferten; daher der Name „Sviṣṭakṛt“, „der das Opfer gut macht“.

so 'nuvākyāmanūcya sampaśyati | ye tathāgniṃ sviṣṭakṛtamayāḍagniragneḥ priyā dhāmānīti tadāgneyamājyabhāgamāhāyāṭsomasya priyā dhāmānīti tatsaumyamājyabhāgamāhāyāḍagneḥ priyā dhāmānīti tadya eṣa ubhayatrācyuta āgneyaḥ puroḍāśo bhavati tamāha

Nachdem er den Anuvākyā-Spruch rezitiert hat, ordnet er entsprechend zu: „Man opfere so dem Agni Sviṣṭakṛt, Agni – die liebe Wohnstätte Agnis“ – dies sagt er für den Agni gehörenden Schmalzanteil; „man opfere die liebe Wohnstätte des Soma“ – dies sagt er für den Soma gehörenden Schmalzanteil; „man opfere die liebe Wohnstätte Agnis“ – dies sagt er für den Reiskuchen, der Agni gehört und an beiden Stellen unverrückt feststeht.

atha yathādevatam | ayāḍdevānāmājyapānām priyā dhāmānīti tatprayājānuyājānāha prayājānuyājā vai devā ājyapā yakṣadagnerhotuḥ priyā dhāmānīti tadagniṃ hotāramāha tadasmā etāṃ devā āhutiṃ kalpayitvāthainenaitadbhūyaḥ samaśāmyanpriya enaṃ dhāmannupāhvayanta tasmādevaṃ saṃpaśyati

Sodann, jeweils der Gottheit entsprechend: „Man opfere die liebe Wohnstätte der schmalztrinkenden Götter“ – dies sagt er für die Vor- und Nachopferungen (Prayāja und Anuyāja), denn dies sind die schmalztrinkenden Götter. „Es opfere Agni, der Hotṛ, die liebe Wohnstätte“ – dies sagt er für Agni als Hotṛ. Nachdem ihm die Götter diese Opfergabe bereitet hatten, besänftigten sie ihn hierauf noch weiter und riefen ihn mit den „lieben Wohnstätten“ herbei; deshalb ordnet er es entsprechend so zu.

taddhaike | devatām pūrvāṃ kurvantyayāṭkārādagnerayāṭsomasyāyāḍiti tadu tathā na kuryādviloma ha te yajñe kurvanti ye devatām pūrvāṃ kurvantyayāṭkārādidaṃ hi prathamamabhivyāharannayāṭkāramevābhivyāharati tasmādayāṭkārameva pūrvaṃ kuryāt

Manche stellen dabei die Gottheit vor die Silbe „ayāṭ“, sagen also: „Agnis, man opfere“, „Somas, man opfere“ – so sollte man es aber nicht machen; wer die Gottheit vor die Silbe „ayāṭ“ stellt, handelt beim Opfer verkehrt, denn wenn man es richtig spricht, spricht man zuerst die Silbe „ayāṭ“ aus; deshalb sollte man die Silbe „ayāṭ“ stets zuerst setzen.

yakṣatsvam mahimānamiti | yatra vā ado devatā āvāhayati tadapi svam mahimānamāvāhayati tadataḥ prāṅnyai kiṃ cana svāya mahimna iti kriyate tadatra tam prīṇāti tatho hāsyaiṣo 'moghāyāvāhito bhavati tasmādāha yakṣatsvam mahimānamiti

„Es opfere seiner eigenen Größe!“ – wo man jene Gottheit herbeiruft, da ruft man zugleich ihre eigene Größe mit herbei; deshalb geschieht dies für die eigene Größe zuerst, noch bevor irgendetwas anderes geopfert wird. Damit stimmt man den Gott günstig, so dass er nicht vergeblich herbeigerufen wird; deshalb sagt er: „Es opfere seiner eigenen Größe!“

ā yajatāmejyā iṣa iti | prajā vā iṣastā evaitadyāyajūkāḥ karoti tā imāḥ prajā yajamānā arcantyaḥ śrāmyantyaścaranti

„Es opfere herbei die zu opfernden Speisegaben!“ – Speisegaben sind ja die Geschöpfe; eben diese macht er damit opferbereit, denn diese Geschöpfe ziehen, selbst opfernd, Verse rezitierend und sich abmühend, umher.

so adhvarā jātavedā juṣatāṃ haviriti | tadyajñasyaivaitatsamṛddhimāśāste yaddhi devā havirjuṣante tena hi mahajjayati tasmādāha juṣatāṃ haviriti

„Er, der Jātavedas (Agni), möge sich an den Opferhandlungen, an der Opfergabe erfreuen!“ – damit erbittet er eben das Gedeihen des Opfers; denn wenn die Götter die Opfergabe wohlwollend annehmen, gewinnt man dadurch Großes; deshalb sagt er: „Er möge sich an der Opfergabe erfreuen.“

tadyadete atra | yājyānuvākye avakḷptatame bhavatastṛtīyasavanaṃ vai sviṣṭakṛdvaiśvadevaṃ vai tṛtīyasavanam piprīhi devāṃ uśato yaviṣṭheti tadanuvākyāyai vaiśvadevamagne yadadya viśo adhvarasya hotariti tadyājyāyai vaiśvadevaṃ tadyadete evaṃrūpe bhavatasteno ete tṛtīyasavanasya rūpaṃ tasmādvā ete atra yājyānuvākye avakḷptatame bhavataḥ

Dass nun hier diese beiden Sprüche, der Anuvākyā- und der Yājyā-Spruch, am passendsten sind, liegt daran, dass der Sviṣṭakṛt zur dritten Pressung gehört und die dritte Pressung den Viśvedevas, den All-Göttern, geweiht ist. „Erfreue die begierigen Götter, du Jüngster!“ – das gilt als Anuvākyā den Viśvedevas; „O Agni, was heute vom Volk des Opfers dargebracht wird, du Hotṛ“ – das gilt als Yājyā den Viśvedevas. Weil diese beiden so beschaffen sind, tragen sie das Wesensmerkmal der dritten Pressung; deshalb sind eben diese beiden hier als Anuvākyā und Yājyā am passendsten.

te vai triṣṭubhau bhavataḥ | vāstu vā etadyajñasya yatsviṣṭakṛdavīryaṃ vai vāstvindriyaṃ vīryaṃ triṣṭubindriyamevaitadvīryaṃ vāstau sviṣṭakṛti dadhāti tasmāttriṣṭubhau bhavataḥ

Diese beiden sind im Triṣṭubh-Versmaß: der Sviṣṭakṛt ist ja die Wohnstätte des Opfers; kraftlos ist die Wohnstätte, Kraft aber ist die Fähigkeit (indriya), und der Triṣṭubh ist die Fähigkeit; eben diese Kraft, diese Fähigkeit legt er damit in die Wohnstätte, den Sviṣṭakṛt; deshalb sind diese beiden im Triṣṭubh-Versmaß.

uto anuṣṭubhāveva bhavataḥ | vāstvanuṣṭubvāstu sviṣṭakṛdvāstāvevaitadvāstu dadhāti pesukaṃ vai vāstu pisyati ha prajayā paśubhiryasyaivaṃ viduṣo 'nuṣṭubhau bhavataḥ

Und dennoch sind sie auch im Anuṣṭubh-Versmaß: der Anuṣṭubh ist die Wohnstätte, der Sviṣṭakṛt ist die Wohnstätte; damit legt er eben Wohnstätte in Wohnstätte. Gedeihlich ist ja die Wohnstätte; an Nachkommenschaft und Vieh gedeiht, für wen, der dies so weiß, diese beiden im Anuṣṭubh-Versmaß sind.

tadu ha bhāllaveyaḥ | anuṣṭubhamanuvākyāṃ cakre triṣṭubhaṃ yājyāmetadubhayam parigṛhṇāmīti sarathātpapāta sa patitvā bāhumapi śaśre sa parimamṛśe yatkimakaraṃ tasmādidamāpaditi sa haitadeva mene yadviloma yajñe 'karamiti tasmānna viloma kuryātsacandasāveva syātāmubhe vaivānuṣṭubhā ubhe vā triṣṭubhau

Nun machte einst Bhāllaveya den Anuṣṭubh zur Anuvākyā und den Triṣṭubh zur Yājyā, im Gedanken: „Damit erfasse ich beides zugleich!“ Da fiel er vom Wagen und verletzte sich dabei sogar den Arm. Er überlegte, was er wohl getan habe, dass ihm dieses Missgeschick zugestoßen sei, und erkannte: „Ich habe beim Opfer etwas Verkehrtes getan.“ Deshalb sollte man nichts Verkehrtes tun; beide Sprüche sollten vielmehr im gleichen Versmaß stehen – entweder beide im Anuṣṭubh oder beide im Triṣṭubh.

sa vā uttarārdhādavadyati | uttarārdhe juhotyeṣā hyetasya devasya diktasmāduttarārdhādavadyatyuttarārdhe juhotyetasyai vai diśa udapadyata taṃ tata evāśamayaṃstasmāduttarārdhādavadyatyuttarārdhe juhoti

Er schneidet vom oberen, nördlichen Teil ab und opfert im oberen Teil, denn dies ist die Himmelsrichtung dieses Gottes; deshalb verfährt er so. Aus dieser Himmelsrichtung nämlich entstand er, und von dort aus besänftigten sie ihn; deshalb schneidet er vom oberen Teil ab und opfert im oberen Teil.

sa vā abhyardha ivetarābhya āhutibhyo juhoti | itarā āhutīḥ paśavo 'nuprajāyante rudriyaḥ sviṣṭakṛdrudriyeṇa paśūnprasajedyaditarābhirāhutibhiḥ saṃsṛjette 'sya gṛhāḥ paśava upamūryamāṇā īyustasmādabhyardha ivetarābhya āhutibhyo juhoti

Er opfert dabei mit einer gleichsam um die Hälfte größeren Zugabe als bei den übrigen Opfergüssen. Im Gefolge der übrigen Opfergüsse werden die Opfertiere geboren; der Sviṣṭakṛt aber gehört Rudra an. Würde er ihn mit den übrigen Opfergüssen vermengen, setzte er die Opfertiere der Rudra-Gefahr aus, und seine Hauswesen, seine Opfertiere, gingen gleichsam zerstört zugrunde; deshalb opfert er mit dieser um die Hälfte größeren Zugabe.

eṣa vai sa yajñaḥ | yena taddevā divamupodakrāmanneṣa āhavanīyo 'tha ya ihāhīyata sa gārhapatyastasmādetaṃ gārhapatyātprāñcamuddharanti

Dies ist eben jenes Opferfeuer, mit dem die Götter zum Himmel emporstiegen – das ist das Āhavanīya; jenes aber, das hier zurückblieb, ist das Gārhapatya; deshalb trägt man dieses Feuer vom Gārhapatya nach vorn, nach Osten, heraus.

taṃ vā aṣṭāsu vikrameṣvādadhīta | aṣṭākṣarā vai gāyatrī gāyatryaivaitaddivamupotkrāmati

Man sollte es in acht Schritten niederlegen: achtsilbig nämlich ist der Gāyatrī-Vers; mit dem Gāyatrī eben steigt es damit zum Himmel empor.

ekādaśasvādadhīta | ekādaśākṣarā vai triṣṭuptriṣṭubhaivaitaddivamupotkrāmati

In elf Schritten sollte man es niederlegen: elfsilbig nämlich ist der Triṣṭubh; mit dem Triṣṭubh eben steigt es damit zum Himmel empor.

dvādaśasvādadhita | dvādaśākṣarā vai jagatī jagatyaivaitaddivamupotkrāmati nātra mātrāsti yatraiva svayam manasā manyeta tadādadhīta sa yadvā apyalpakamiva prāñcamuddharati tenaiva divamupotkrāmati

In zwölf Schritten sollte man es niederlegen: zwölfsilbig nämlich ist der Jagatī; mit dem Jagatī eben steigt es damit zum Himmel empor. Es gibt hierbei kein festes Maß; wo man es eben selbst im Sinn für richtig hält, dort sollte man es niederlegen; und wenn man es auch nur um ein Weniges nach vorn heraus trägt, so steigt es eben damit zum Himmel empor.

tadāhuḥ | āhavanīye havīṃṣi śrapayeyurato vai devā divamupodakrāmaṃsteno evārcantaḥ śrāmyantaścerustasminhavīṃṣi śrapayāma tasminyajñaṃ tanavāmahā ityapaskhala iva ha sa haviṣāṃ yadgārhapatye śrapayeyuryajña āhavanīyo yajñe yajñaṃ tanavāmahā iti

Dazu heißt es: Man sollte die Opferspeisen im Āhavanīya kochen, denn von dort aus stiegen die Götter zum Himmel empor; mit eben diesem Feuer zogen sie, Verse rezitierend und sich abmühend, umher, im Gedanken: „In diesem wollen wir die Opferspeisen kochen, in diesem das Opfer fortführen.“ Es wäre gleichsam ein Fehltritt bei den Opferspeisen, würde man sie im Gārhapatya kochen; das Āhavanīya aber ist das Opfer selbst, so dass man gleichsam sagen könnte: „Im Opfer wollen wir das Opfer fortführen.“

uto gārhapatya eva śrapayanti | āhavanīyo vā eṣa na vā eṣa tasmai yadasminnaśṛtaṃ śrapayeyustasmai vā eṣa yadasmiṃcūtaṃ juhuyurityato yatarathā kāmayeta tathā kuryāt

Und dennoch kocht man tatsächlich im Gārhapatya: das Āhavanīya ist zwar dieses Feuer, doch eignet es sich auch wiederum nicht dafür, da man in ihm Ungekochtes kochen würde; es eignet sich aber auch nicht dafür, dass man in ihm bereits Gekochtes, Übergekochtes darbringen würde; deshalb möge man tun, wie man es für richtig hält.

sa haiṣa yajña uvāca | nagnatāya vai bibhemīti kā te 'nagnatetyabhita eva mā paristṛṇīyuriti tasmādetadagnimabhitaḥ paristṛṇanti tṛṣṇāyā vai bibhemīti kā te tṛptiriti brāhmaṇasyaiva tṛptimanutṛpyeyamiti tasmātsaṃsthite yajñe brāhmaṇaṃ tarpayitavai brūyādyajñamevaitattarpayati

Dieses Opferfeuer sprach einst: „Ich fürchte mich vor der Nacktheit.“ – „Was ist deine Nichtnacktheit, deine Bekleidung?“ – „Man umgebe mich ringsum mit Streu (Barhis)!“ Deshalb bestreut man dieses Feuer ringsum. „Ich fürchte mich vor dem Durst, dem Mangel.“ – „Was ist deine Sättigung?“ – „Möge ich an der Sättigung eines Brahmanen mit teilhaben!“ Deshalb soll man, wenn das Opfer beendet ist, sagen, dass man einen Brahmanen sättigen möge; damit sättigt man eben das Opfer selbst.

[Anm.: Der Sanskrit-Text zu dieser Kaṇḍikā fehlt im überlieferten Quellentext (Transkriptionslücke zwischen den Kaṇḍikā-Markierungen); eine Übersetzung ist daher nicht möglich.]

prajāpatirha vai svāṃ duhitaramabhidadhyau | divaṃ oṣasaṃ vā mithunyenayā syāmiti tāṃ sambabhūva

Prajāpati richtete sein Sinnen auf seine eigene Tochter – sei es der Himmel, sei es die Uṣas, die Morgenröte – im Gedanken: „Möge ich mich mit ihr vereinigen!“ Und er vereinigte sich mit ihr.

tadvai devānāmāga āsa | ya itthaṃ svāṃ duhitaramasmākaṃ svasāraṃ karotīti

Das war den Göttern ein Vergehen: „Dass er auf solche Weise mit seiner eigenen Tochter, unserer Schwester, verfährt!“

te ha devā ūcuḥ | yo 'yaṃ devaḥ paśūnāmīṣṭe 'tisaṃdhaṃ vā ayaṃ carati ya itthaṃ svāṃ duhitaramasmākaṃ svasāraṃ karoti vidhyemamiti taṃ rudro 'bhyāyatya vivyādha tasya sāmi retaḥ pracaskanda tathennūnaṃ tadāsa

Da sprachen die Götter: „Der Gott, der über das Vieh herrscht, soll ihn treffen – denn dieser da handelt betrügerisch (überschreitet in trügerischer Weise die Ordnung), der so mit seiner eigenen Tochter, unserer Schwester, verfährt; lasst uns diesen treffen!“ Da zielte Rudra auf ihn und durchbohrte ihn; zur Hälfte entfuhr ihm dabei der Same. So war es damals.

tasmādetadṛṣiṇābhyanūktam | pitā yatsvāṃ duhitaramadhiṣkan kṣmayā retaḥ saṃjagmāno niṣiñcaditi tadāgnimārutamityukthaṃ tasmiṃstadvyākhyāyate yathā taddevā retaḥ prājanayaṃsteṣāṃ yadā devānāṃ krodho vyaidatha prajāpatimabhiṣajyaṃstasya taṃ śalpaṃ nirakṛntantsa vai yajña eva prajāpatiḥ

Deshalb ist dies von einem Ṛṣi besungen worden: „Als der Vater seine eigene Tochter bestieg, ergoss er, sich mit der Erde vereinigend, seinen Samen“ – dies gehört zum Āgnimāruta-Lied, in dem erklärt wird, wie die Götter jenen Samen erzeugten. Als sich der Zorn der Götter gelegt hatte, heilten sie Prajāpati und schnitten ihm den beschädigten Auswuchs (śalpa) heraus; Prajāpati aber ist eben das Opfer selbst.

te hocuḥ | upajānīta yathedaṃ nāmuyāsatkanīyo hāhuteryathedaṃ syāditi

Da sprachen sie: „Bedenkt, wie dieses Stück nicht verlorengehen soll – es ist ja von geringerer Art als eine gewöhnliche Opfergabe; beratet, wie damit zu verfahren ist.“

te hocuḥ | bhagāyainaddakṣiṇata āsīnāya pariharata tadbhagaḥ prāśiṣyati tadyathāhutamevam bhaviṣyatīti tadbhagāya dakṣiṇata āsīnāya paryājahrustadbhago 'vekṣāṃ cakre tasyākṣiṇī nirdadāha tathennūnaṃ tadāsa tasmādāhurandho bhaga iti

Da sprachen sie: „Reicht es Bhaga herum, der zur Rechten sitzt; isst Bhaga es, so ist es, als wäre es ordentlich geopfert.“ Da reichten sie es Bhaga herum, und als er danach hinblickte, versengte es ihm die Augen. So war es damals; deshalb sagt man: „Bhaga ist blind.“

te hocuḥ | no nvevātrāśamatpūṣṇa enatpariharateti tatpūṣṇe paryājahrustatpūṣā prāśa tasya dato nirjaghāna tathennūnaṃ tadāsa tasmādāhuradantakaḥ pūṣeti tasmādyam pūṣṇe caruṃ kurvanti prapiṣṭānāmeva kurvanti yathādantakāyaivam

Da sprachen sie: „Nun, so reicht es doch wenigstens Pūṣan herum!“ Da reichten sie es Pūṣan herum; Pūṣan aß es, und es schlug ihm die Zähne aus. So war es damals; deshalb sagt man: „Pūṣan ist zahnlos.“ Deshalb bereitet man den Brei, den man für Pūṣan macht, stets aus zerstoßenen, feingemahlenen Körnern – wie eben für einen Zahnlosen.

te hocuḥ | no nvevātrāśamadbṛhaspataya enatpariharateti tadbṛhaspataye paryājahruḥ sa bṛhaspatiḥ savitārameva prasavāyopādhāvatsavitā vai devānām prasavitedam me prasuveti tadasmai savitā prasavitā prāsuvattadenaṃ savitṛprasūtaṃ nāhinattato 'rvācīnaṃ śāntaṃ tadetannidānena yatprāśitram

Da sprachen sie: „Auch dieser hat noch nichts davon gegessen – reicht es also Bṛhaspati herum!“ Da reichten sie es Bṛhaspati herum. Bṛhaspati aber wandte sich zunächst an Savitṛ, um dessen Antrieb zu erlangen: „Savitṛ ist ja der Antreiber der Götter; er möge dies für mich antreiben!“ Da trieb ihm Savitṛ, der Antreiber, es an, und von Savitṛ angetrieben, verletzte es ihn nicht. Seither ist es besänftigt zu uns gelangt; dies eben ist der Ursprung dessen, was „Prāśitra“ heißt, das Anteilstück, das gegessen wird.

sa yatprāśitramavadyati | yadevātrāviddhaṃ yajñasya yadrudriyaṃ tadevaitannirmimīte 'thāpa upaspṛśati śāntirāpastadadbhiḥ śamayatyatheḍām paśūntsamavadyati

Dass man nun das Prāśitra-Anteilstück abschneidet: eben das, was hier vom Opfer verwundet, was Rudra-behaftet ist, das bemisst man damit ab; dann berührt man Wasser: Wasser ist Besänftigung; damit besänftigt man es mit dem Wasser; dann schneidet man zugleich einen Anteil für die Iḍā und einen für die Opfertiere ab.

sa vai yāvanmātramivaivāvadyet | tathā śalpaḥ pracyavate tasmādyāvanmātramivaivāvadyedanyatarata ājyaṃ kuryādadhastādvopariṣṭādvā tathā khadanniḥsaraṇavadbhavati tathā nisravati tasmādanyatarata ājyaṃ kuryādadhastādvopariṣṭādvā

Man sollte nur eine geringe Menge abschneiden, gleichsam nur so viel wie nötig, denn so löst sich der Auswuchs; deshalb sollte man nur eine geringe Menge abschneiden. Man sollte auch auf der einen oder anderen Seite Schmalz anbringen, sei es unten, sei es oben, so dass es wie das Ausrinnen aus einer Wunde wirkt, wie ein Herausfließen; deshalb sollte man auf der einen oder anderen Seite Schmalz anbringen, unten oder oben.

sa ājyasyopastīrya | dvirhaviṣo 'vadāyāthopariṣṭādājyasyābhighārayati tadyathaiva yajñasyāvadānamevametat

Nachdem er Schmalz untergegossen hat, schneidet er zweimal von der Opfergabe ab und begießt sie danach von oben mit Schmalz; wie das Abschneiden einer Opferportion beim Opfer, ebenso verhält es sich hiermit.

tanna pūrveṇa pariharet | pūrveṇa haike pariharanti purastādvai pratyañco yajamānam paśava upatiṣṭhante rudriyeṇa ha paśūnprasajedyatpūrveṇa pariharette 'sya gṛhāḥ paśava upamūryamāṇā īyustasmādityeva tiryakprajihīta tathā ha rudriyeṇa paśūnna prasajati tiryagevainaṃ nirmimīte

Man sollte es nicht auf der Vorderseite, im Osten, herumreichen; manche reichen es dort herum; von vorne nämlich treten dem Opferer die Opfertiere entgegen; er würde die Opfertiere der Rudra-Gefahr aussetzen, wenn er es auf der Vorderseite herumreichte; dann würden seine Hauswesen, seine Opfertiere, sich gleichsam zerstörend dahingehen; deshalb sollte man es seitwärts, quer, herumreichen; so setzt man die Opfertiere nicht der Rudra-Gefahr aus, sondern bemisst es quer ab.

tatpratigṛhṇāti | devasya tvā savituḥ prasave 'śvinorbāhubhyām pūṣṇo hastābhyām pratigṛhṇāmīti

Er nimmt es entgegen, mit den Worten: „Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvins, mit den Händen des Pūṣan nehme ich dich entgegen!“

tadyathaivādo bṛhaspatiḥ savitāram | prasavāyopādhāvatsavitā vai devānām prasavitedam me prasuveti tadasmai savitā prasavitā prāsuvattadenaṃ savitṛprasūtaṃ nāhinadevamevaiṣa etatsavitārameva prasavāyopadhāvati savitā vai devānām prasavitedam me prasuveti tadasmai savitā prasavitā prasauti tadenaṃ savitṛprasūtaṃ na hinasti

Ebenso wie sich dort Bṛhaspati an Savitṛ wandte, um dessen Antrieb zu erlangen – „Savitṛ ist ja der Antreiber der Götter; er möge dies für mich antreiben!“, worauf ihm Savitṛ, der Antreiber, es antrieb, und es ihn, von Savitṛ angetrieben, nicht verletzte –, ebenso wendet sich auch dieser, der Opferer, an Savitṛ, um dessen Antrieb zu erlangen: „Savitṛ ist ja der Antreiber der Götter; er möge dies für mich antreiben!“ Da treibt ihm Savitṛ, der Antreiber, es an; da, von Savitṛ angetrieben, verletzt es ihn nicht.

tatprāśnāti | agneṣṭvāsyena prāśnāmīti na vā agniṃ kiṃ cana hinasti tatho hainametanna hinasti

Er isst es, mit den Worten: „Mit dem Mund Agnis esse ich dich!“ Nichts nämlich vermag Agni etwas anzuhaben; ebenso haftet ihm (dem Essenden) dadurch kein Schaden an.

tanna dadbhiḥ khādet | nenma idaṃ rudriyaṃ dato hinasaditi tasmānna dadbhiḥ khādet

Man sollte es nicht mit den Zähnen kauen, im Gedanken: „Damit nicht dieses Rudra-Behaftete mich an den Zähnen verletze“; deshalb sollte man es nicht mit den Zähnen kauen.

athāpa ācāmati | śāntirāpastadadbhiḥ śāntyā śamayate 'tha parikṣālya pātraṃ

Dann trinkt, spült man mit Wasser nach: Wasser ist Besänftigung; damit besänftigt man es mit der Besänftigung des Wassers; dann spült man das Gefäß rundum aus.

athāsmai brahmabhāgam paryāharanti | brahmā vai yajñasya dakṣiṇata āste 'bhigoptā sa etam bhāgam pratividāna āste yatprāśitraṃ tadasmai paryāhārṣustatprāśīdatha yamasmai brahmabhāgam paryāharanti tena bhāgī sa yadata ūrdhvamasaṃsthitaṃ yajñasya tadabhigopāyati tasmādvā asmai brahmabhāgam paryāharanti

Dann reicht man ihm, dem Brahman-Priester, den Brahman-Anteil herum: der Brahman-Priester sitzt ja zur Rechten des Opfers als dessen Hüter; er sitzt da, seinen Anteil erwartend. Das Prāśitra, das man ihm herumgereicht hatte, das aß er; den Brahman-Anteil aber, den man ihm herumreicht, damit wird er nochmals Anteilhaber; denn was hiervon noch am Opfer unvollendet ist, das behütet er; deshalb reicht man ihm den Brahman-Anteil herum.

sa vai vācaṃyama eva syāt | brahmanprasthāsyāmītyaitasmādvacaso vivṛhanti vā ete yajṇaṃ kṣaṇvanti ye madhye yajñasya pākayajñiyayeḍayā caranti brahmā vā ṛtvijām bhiṣaktamastadbrahmā saṃdadhāti na ha saṃdadhyādyadvāvadyamāna āsīta tasmādvācaṃyama eva syāt

Er sollte die Rede zurückhalten, schweigen, außer für die Worte „Brahman, ich werde fortfahren“; denn wer inmitten des Opfers mit der zum Pāka-Opfer gehörigen Iḍā-Formel redend umhergeht [Anm.: der Bezug dieser dichten Wendung auf die Iḍā-Formel des häuslichen Pāka-Opfers bleibt im Einzelnen unsicher; gemeint ist offenbar unangemessenes Reden während des laufenden Opfervollzugs], reißt das Opfer gleichsam auseinander oder schädigt es. Der Brahman-Priester aber ist der beste Heiler unter den Priestern; er fügt es wieder zusammen. Er könnte es aber nicht zusammenfügen, säße er während des Abschneidens der Anteile redend da; deshalb sollte er die Rede zurückhalten.

sa yadi purā mānuṣīṃ vācaṃ vyāharet | tatro vaiṣṇavīmṛcaṃvā yajurvā japedyajño vai viṣṇustadyajñam punarārabhate tasyo haiṣā prāyaścittiḥ

Sollte er vorher versehentlich menschliche, alltägliche Rede äußern, so soll er dabei einen Viṣṇu-Vers oder eine Viṣṇu-Opferformel murmeln; das Opfer nämlich ist Viṣṇu; damit knüpft er das Opfer wieder an; dies ist die Sühnehandlung dafür.

sa yatrāha brahmanprasthāsyāmīti tadbrahmā japatyetaṃ te devā savitaryajñam prāhuriti tatsavitāram prasavāyopadhāvati sa hi devānām prasavitā bṛhaspataye brahmaṇa iti bṛhaspatirvai devānām brahmā tadya eva devānām brahmā tasmā evaitatprāha tasmādāha bṛhaspataye brahmaṇa iti tena yajñamava tena yajñapatiṃ tena māmaveti nātra tirohitamivāsti

Wo er sagt: „Brahman, ich werde fortfahren“, da murmelt der Brahman-Priester: „Dieses Opfer, o Savitṛ, haben dir die Götter übergeben“ – damit wendet er sich an Savitṛ, um dessen Antrieb zu erlangen, denn dieser ist der Antreiber der Götter. „Dem Bṛhaspati, dem Brahman-Priester“ – Bṛhaspati nämlich ist der Brahman-Priester der Götter; wer eben der Brahman-Priester der Götter ist, für den sagt er eben dies; deshalb sagt er: „Dem Bṛhaspati, dem Brahman.“ „Damit behüte das Opfer, damit den Opferherrn, damit mich“ – hier ist nichts Verborgenes, das der Erklärung bedürfte.

mano jūtirjuṣatāmājyasyeti | manasā vā idaṃ sarvamāptaṃ tanmanasaivaitatsarvāmāpnoti bṛhaspatiryajñamimaṃ tanotvariṣṭaṃ yajñaṃ samimaṃ dadhātviti yadvivṛḍhaṃ tatsaṃdadhāti viśve devāsa iha mādayantāmiti sarvaṃ vai viśve devāḥ sarveṇaivaitatsaṃdadhāti sa yadi kāmayeta brūyātpratiṣṭheti yadyu kāmayetāpi nādriyeta

„Der Antrieb des Geistes möge sich am Schmalz erfreuen!“ – durch den Geist wird ja dies alles erreicht; damit erreicht er eben durch den Geist dies alles. „Bṛhaspati möge dieses Opfer ausdehnen, möge dieses unversehrte Opfer zusammenfügen!“ – was zerrissen ist, das fügt er damit zusammen. „Die All-Götter mögen sich hier erfreuen!“ – die All-Götter sind ja das Ganze; mit dem Ganzen eben fügt er es damit zusammen. Wenn er will, mag er noch „Grund und Stand“ (pratiṣṭhā) hinzufügen; wenn er es aber nicht will, braucht er sich auch nicht darum zu kümmern.

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