vācā vai saha manuṣyā ajāyantarte vāco devāś cāsurāś ca
Mit der Rede zusammen wurden die Menschen geboren; ohne Rede (wurden geboren) Götter und Asuras.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 6
vācā vai saha manuṣyā ajāyantarte vāco devāś cāsurāś ca
Mit der Rede zusammen wurden die Menschen geboren; ohne Rede (wurden geboren) Götter und Asuras.
te yan manuṣyā avadam̐s tad evābhavan
Was die Menschen sprachen, das wurde eben.
te devāś cāsurāś ca prajāpatim abruvann ime vāvedam abhūvann iti
Die Götter und Asuras sprachen zu Prajāpati: „Diese (Menschen) sind es, die dies (All) geworden sind.“
sa vācas satyaṃ niramimīta bhūr bhuvas svar iti
Er maß aus der Rede die Wahrheit heraus: „Bhūr Bhuvas Svar“.
yat turīyam anṛtaṃ tan manuṣyeṣu nyadadhāt
Was das vierte (Viertel), die Unwahrheit, war, das legte er in die Menschen.
etad vai vāco 'nṛtaṃ yan manuṣyā vadanti
Das ist die Unwahrheit der Rede, was die Menschen sprechen.
bhūr itīmām asṛjatāgniṃ rathaṃtaraṃ trivṛtaṃ gāyatrīm
Mit „Bhūr“ schuf er diese (Erde), Agni, das Rathaṃtara(-Sāman), den Trivṛt(-Stoma) und die Gāyatrī.
bhuvar ity antarikṣaṃ vātaṃ vāmadevyaṃ triṣṭubhaṃ pañcadaśam
Mit „Bhuvar“ den Luftraum, den Wind, das Vāmadevya(-Sāman), die Triṣṭubh und den Pañcadaśa(-Stoma).
svar iti divam̐ sūryaṃ bṛhad ekavim̐śaṃ jagatīm
Mit „Svar“ den Himmel, Sūrya, das Bṛhat(-Sāman), den Ekaviṃśa(-Stoma) und die Jagatī.
bhūr bhuvas svar agnau jyotir jyotir agnā ity agnihotraṃ juhuyāt
Mit „Bhūr Bhuvas Svar; im Agni ist Licht, Licht im Agni“ soll man das Agnihotra opfern.
etad vai vācas satyam etan mithunam etad brahma
Das ist die Wahrheit der Rede, das ist das Paar, das ist das heilige Wort.
tenaiva juhoti
Damit eben opfert man.
imā evaitad iṣṭakā upadhatte
Diese (Welten) als Schichtziegel (iṣṭakā) legt man damit auf.
imā evaitad iṣṭakā upadhāyottamaṃ nākaṃ rohati
Hat man diese Schichtziegel aufgelegt, steigt man auf den höchsten Himmelsrücken (nāka).
uttamas samānānāṃ bhavati yasyaivam agnihotram̐ hūyate ‖
Der höchste unter Gleichen wird der, für den das Agnihotra so geopfert wird.
vācaṃ yacched agnihotra unnīyamāne
Die Rede soll man zügeln, während beim Agnihotra herausgeschöpft wird.
tapasā vai prajāpatiḥ prajā asṛjata
Durch Askese (tapas) schuf Prajāpati die Geschöpfe.
yan na vyāharat tad evātapyata
Dass er nicht (sprach), dadurch übte er eben Askese.
sṛṣṭir vā etad yad agnihotram̐ sṛṣṭir etad vratam
Das Agnihotra ist wahrlich Schöpfung, Schöpfung ist dieses Gelübde.
tā udbhavas sthety udabhāvayat
„Werdet auf!“ – mit diesen Worten ließ er sie erstehen.
yarhi bindava iva syus tarhy avekṣetodbhavas sthod ahaṃ prajayā pra paśubhir bhūyāsam iti
Wenn (die Milchtropfen) gleichsam wie Tropfen erscheinen, dann soll man hinblicken: „Werdet auf! Ich möchte mit Nachkommen und Vieh aufblühen.“
udbhūtir vā etat prabhūtir yad agnihotram
Das Agnihotra ist wahrlich Aufkommen und Überfluss.
ut prajayā pra paśubhir bhavati yasyaivam agnihotram̐ hūyate
Mit Nachkommen, mit Vieh kommt der auf, für den das Agnihotra so geopfert wird.
agnināvekṣate
Er blickt mit Agni (hin) [?].
prajananaṃ vā etad yad agnihotram
Das Agnihotra ist wahrlich Zeugung.
agniḥ prajanayitā
Agni ist der Erzeuger.
praiva janayati ‖
So zeugt man eben.
reto vā etad yad agnihotram
Das Agnihotra ist wahrlich Same.
na suśṛtaṃ kuryāt
Man soll (die Milch) nicht zu gar machen,
retaḥ krūḍayet
sonst brächte man den Samen zum Wallen (verdürbe ihn) [?];
no aśṛtam
auch nicht ungekocht.
antareṇaiva syāt
Es soll in der Mitte dazwischen sein.
rudra mṛḍānārbhava mṛḍa dhūrte namas te 'stv iti hutvodaṅṅ uddiśet
„Rudra, sei gnädig! Ohne Schaden (?) sei gnädig, Schädiger! Verehrung sei dir!“ – nach diesem Opfer soll man (etwas) nach Norden zuweisen [?].
etāni vai rudrasya krūrāṇi nāmāni
Dies sind Rudras grausame Namen.
tair eṣa prajā hinasty agnihotre bhāgadheyam icchamānas
Mit ihnen schädigt dieser die Geschöpfe, wenn er beim Agnihotra einen Anteil wünscht.
tāny evāsya pratinudati
Diese (Namen) stößt man von ihm zurück.
tāni śamayati
Man besänftigt sie.
yarhy ayaṃ devaḥ prajā abhimanyeta sajūr jātavedo divā pṛthivyā haviṣo vīhi svāheti
Wenn dieser Gott (Rudra) den Geschöpfen zürnt: „Eins mit Himmel und Erde, Jātavedas, genieße die Opfergabe! Svāhā!“
dvādaśa rātrīr agnihotraṃ juhuyāt
Zwölf Nächte lang soll man das Agnihotra opfern.
yā vā agner jātavedasas tanūs tayaiṣa prajā hinasty agnihotre bhāgadheyam icchamānas
Mit der Gestalt (tanū) des Agni Jātavedas schädigt dieser die Geschöpfe, wenn er beim Agnihotra einen Anteil wünscht.
tām evāsya prīṇāti
Diese erfreut man ihm.
tasyai taj juhoti ‖
Für sie opfert man dies.
tad ajāmi
Das ist keine Wiederholung (ajāmi).
āhutyor āgneyy eṣāgneyītarā
Von den beiden Spenden ist diese agnisch, und die andere (ebenfalls) agnisch.
saṃvatsaraṃ vā etam indhate 'gniṃ vaiśvānaram
Ein Jahr lang entzündet man dieses Feuer, Agni Vaiśvānara.
na vā etasya saṃvatsare 'pyasti na vaiśvānare yo 'nāhitāgnis
Wer die Feuer nicht angelegt hat, hat weder am Jahr noch am Vaiśvānara Anteil.
yāni dārūṇi te māsā ye sthūlā aṅgārās te ṛtavo ye 'ṇīyām̐sas te 'rdhamāsā murmurā ahorātrāṇi
Die Hölzer sind die Monate; die dicken Kohlen die Jahreszeiten; die feineren die Halbmonate; die Glutfunken Tage und Nächte.
yat suvarṇaṃ jyotis tad bārhaspatyam
Das goldfarbene Licht gehört zu Bṛhaspati.
yan na suvarṇaṃ na lohitaṃ tan maitram
Was weder goldfarben noch rot ist, das gehört zu Mitra.
yal lohitaṃ tad vāruṇam
Was rot ist, das gehört zu Varuṇa.
yat sadhūmaṃ tad vaiśvadevam
Was rauchend ist, das gehört zu den Allgöttern (Viśvedevas).
yatrāṅgāreṣv agnir lelāyeva tad asyāsyam āvir nāma
Wo in den Kohlen Agni gleichsam züngelt, das ist sein Mund, mit Namen Āvis („offenbar“).
tad brahma
Das ist das heilige Wort.
tasmin hotavyam
In diesem ist zu opfern.
mukhena vā aśnāti
Mit dem Mund isst er (Agni).
aṅgānyavatyāviḥ prajāsu bhavati
Bei den Geschöpfen wird Āvis der die Glieder Schützende [?].
śvaśśvo vasīyān bhavati yasyaivam agnihotram̐ hūyate ‖
Von Tag zu Tag wird der besser, für den das Agnihotra so geopfert wird.