Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 6

Anuvāka 11 Verse an Agni: Wohlwollen, Gabe und Schutz für den Opferer; Schlussformel des sechsten Sthānaka.

kṛṇuṣva pājaḥ ‖

„Mach Kraft (pājas)“ [Anm.: Stichwort (pratīka) eines Verses].

sa te jānāti sumatiṃ yaviṣṭha ya īvate brahmaṇe gātum airat |

Der kennt dein Wohlwollen, Jüngster, der dem herankommenden Brahmanen den Weg eröffnete;

viśvāny asmai sudināni rāyo dyumnāny aryo vi duro abhidyaut ‖

alle guten Tage, Reichtümer und Glanzkräfte (dyumna) des Arya (Herrn) [?] ließ er ihm die Türen erleuchten.

sed agne astu subhagas sudānur yas tvā nityena haviṣā ya ukthaiḥ |

Der sei, Agni, glücklich und freigebig, der dich mit stetiger Opfergabe, der dich mit Lobliedern

piprīṣati sva āyuṣi duroṇe viśved asmai sudinā sāsad iṣṭiḥ ‖

erfreuen will im eigenen Leben, im eigenen Haus; ihm sei jeder Tag ein guter, der Opferwunsch werde ihm zuteil [?].

arcāmi te sumatiṃ ghoṣy arvāk saṃ te vāvātā jaratām iyaṃ gīḥ |

Ich preise dein Wohlwollen, ich rufe hierher; mit dir vereint möge dieses Lied, das liebend gewünschte, laut erklingen [?].

svaśvās tvā surathā mārjayemāsme kṣatrāṇi dhārayer anu dyūn ‖

Mit guten Rossen und gutem Wagen wollen wir dich reinigen; halte uns Herrschaften Tag für Tag aufrecht.

iha tvā bhūry ācared upa tman doṣāvastar dīdivām̐sam anu dyūn |

Hier möge viele dir dienen, selbst herzutretend, dir, der du Abend und Morgen leuchtest, Tag für Tag.

krīḍantas tvā sumanasas sapemābhi dyumnā tasthivām̐so janānām ‖

Spielend, wohlgesinnt wollen wir dir dienen, die wir über die Glanzkräfte der Menschen hinaus dastehen [?].

yas tvā svaśvas suhiraṇyo agna upayāti vasumatā rathena |

Wer, mit guten Rossen und gutem Gold, Agni, zu dir kommt mit dem güterreichen Wagen,

tasya trātā bhavasi tasya sakhā yas ta ātithyam ānuṣag jujoṣat ‖

dessen Retter wirst du, dessen Freund, der deine Gastbewirtung ununterbrochen gern annimmt [?].

maho rujāmi bandhutā vacobhis tan mā pitur gotamād anviyāya |

Ich breche (Hindernisse) groß durch Verwandtschaft mit Worten; das ist mir vom Vater Gotama nachgekommen.

tvaṃ no asya vacasaś cikiddhi hotar yaviṣṭha sukrato damūnāḥ ‖

Nimm du dieses unser Wort wahr, Hotṛ, Jüngster, Einsichtsreicher, Hausfreund.

asvapnajas taraṇayas suśevā atandrāso 'vṛkā aśramiṣṭhāḥ |

Schlaflos geboren, eilend, wohltätig, unermüdlich, ohne Wolf(sart), unermattet –

te pāyavas sadhryañco niṣadyāgne tava naḥ pāntv amūra ‖

diese deine Schützer, einträchtig hingesetzt, mögen uns schützen, Agni, du Unbetörter.

ye pāyavo māmateyaṃ te agne paśyanto andhaṃ duritād arakṣan |

Die Schützer, die, Agni, den Sohn der Māmatā [Anm.: Dīrghatamas], den Blinden, sehend vor Unheil bewahrten,

rarakṣa tān sukṛto viśvavedā dipsanta id ripavo nāha debhuḥ ‖

den hat der Allwissende, gut Handelnde behütet; die Feinde, die ihn schädigen wollten, haben ihn nicht getäuscht.

tvayā vayam̐ sadhanyas tvotās tava praṇīty aśyāma vājān |

Mit dir wollen wir zu Reichtum kommen, von dir gefördert; unter deiner Führung mögen wir Siegespreise erlangen.

ubhā śam̐sā sūdaya satyatāte 'nuṣṭhuyā kṛṇuhy ahrayāṇa ‖

Beide Verwünschungen [?] mache du zunichte, Wahrhaftiger; sofort mach (es) so, Unbeirrter.

ayā te agne samidhā vidhema prati stomam̐ śasyamānaṃ gṛbhāya |

Mit diesem Scheit wollen wir dich verehren, Agni; nimm den vorgetragenen Lobpreis entgegen.

dahāśaso rakṣasaḥ pāhy asmān druho nido mitramaho avadyāt ‖

Verbrenne den bösen Wunsch des Rakṣas; schütze uns vor Trug, vor Schmähern, vor Tadel, du Mitra-Mächtiger [?].

iti śrīyajuṣi kāṭhāke carkaśākhāyām iṭhimikāyām agnihotrabrāhmaṇaṃ nāma ṣaṣṭhaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

So (endet) im Glücks-Yajus der Kāṭhaka-Schule, in der Carka-Śākhā, in der Iṭhimikā, das Agnihotra-Brāhmaṇa genannt, das sechste Sthānaka, vollständig.