Kapitel 4
Feuer-Sühnefälle, die vier Stände und der Ursprung des Droṇakalaśa
Fortgesetzt wird die kasuistische Reihe der Sühnehandlungen für Pannen an den drei Feuern, bevor der Text zur Theorie des Soma-Opfers überleitet: zur Stoma-Stufenfolge Trivṛt–Pañcadaśa–Saptadaśa–Ekaviṃśa und zum Mythos, wie Prajāpati die vier Stände samt ihren Versmaßen, Sāmans und Opfertieren aus seinem Körper schuf. Eigene Erzählungen gelten dem mythischen Ursprung des Soma-Trogs Droṇakalaśa aus Prajāpatis 'Gehirn', seiner magisch-politischen Anwendung gegen feindliche Fürsten und dem Svarbhānu-Mythos von der Sonnenfinsternis.
- - -yad agnayo ’nugaccheyuḥ kiṃ tatra karma kā prāyaścittir iti. tam u haika ulmukād eva nirmanthanti. yato vai manuṣyasyāntato naśyati tato vāva sa tasya prāyaścittim icchata iti vadantaḥ. tad u tathā na vidyāt. ulmukaṃ hy eva tata ādāya cared ulmukasya vāvavraścam. ittham eva kuryāt. ulmukād evāpacchidyāraṇyor abhivimanthet. upa ha taṃ kāmam āpnoti ya ulmukamathyāyām upo taṃ yo ’raṇyoḥ. atho khalv āhur yad āhavanīya uddhṛto ’nugacchet kiṃ tatra karma kā prāyaścittir iti. anugato vā eṣa tāvad bhavati yāvad gārhapatyo nānugacchati. sa yady api bahv iva kṛtvo ’nugacchet punaḥ punar evainam uddharet. etad evātra karma. atho khalv āhur yad āhavanīya uddhṛta gārhapatyo ’nugacchet kiṃ tatra karma kā prāyaścittir iti. tam u haike tata eva prāñcam uddharanti. tad u tathā na kuryāt. yo ’ṅga tatra brūyāt prāco nvā ayaṃ yajamānasya prāṇān prāvṛkṣan mariṣyaty ayaṃ yajamāna iti tathā haiva syāt. tam u haike tata eva pratyañcam āharanti. prāṇo vai gārhapatyo ’pāna āhavanīyaḥ. saṃvidānau vā imau prāṇāpānāv annam atta iti vadantaḥ. atho gṛho vai gārhapatyaḥ. pratiṣṭho vai gṛhāḥ. sa ya enaṃ tatra brūyāt pra nvā ayam asyai pratiṣṭhāyā acyoṣṭa mariṣyaty ayaṃ yajamāna iti tathā haiva syāt. tam u haike gārhapatya evam avadhitvopasamādadhati. tad u tathā na kuryāt. yo ha tatra brūyād agnāv adhy agnim ajījanat kṣipre ’sya dviṣan bhrātṛvyo janiṣyata iti tathā haiva syāt. tam u haike ’nugamayya manthanti. tad u tathā na kuryāt. yo ha tatra brūyād api yat pariśiṣṭam abhūt tad ajījasan nāsya dāyādaś cana pariśekṣyata iti tathā haiva syāt. ittham eva kuryāt. araṇyor eva samārohayeta ayaṃ te yonir ṛtviyo yato jāto arocathāḥ. taṃ jānann agna ārohāthā no vardhayā rayim athā no vardhayā giraḥ. iti. vāsa udavasāya juhvad vaset. navāvasāne hāsyobhayatorātraṃ hutaṃ bhavati no kāṃcana paricakṣāṃ kurute. sa prātar bhasmoddhṛtya śakṛtpiṇḍena parilipya yathāyatham agnīn ādadhīta. etad evātra karma. atho khalv āhur yad āhavanīyam anuddhṛtam --
– wenn die Feuer beim Tragen mitziehen – was ist da zu tun, welche Sühne gibt es? Manche quirlen es dann eben aus einem Feuerbrand neu, mit den Worten: »Wodurch einem Menschen zuletzt etwas zugrunde geht, davon eben sucht er sich die Sühne.« Das aber soll man nicht so ansehen: Man nehme vielmehr von dort einen Feuerbrand und gehe damit weiter – ein bloßes Abtrennen vom Feuerbrand ist das. Vielmehr tue man Folgendes: Man trenne ein Stück vom Feuerbrand ab und quirle es mit den beiden Reibhölzern neu. Wer beim Quirlen mit dem Feuerbrand-Stück neu beginnt, erreicht dabei den Wunsch, den er sich mit den Reibhölzern ursprünglich wünschte.
Und man fragt weiter: Wenn das schon herausgehobene Āhavanīya-Feuer dem Träger nachfolgt – was ist da zu tun, welche Sühne gibt es? Es gilt so lange als 'nachfolgend', wie das Gārhapatya-Feuer ihm nicht nachfolgt. Selbst wenn es noch so oft nachfolgen sollte, hebe man es immer wieder von neuem heraus. Das ist hier die rechte Handlung.
Und man fragt weiter: Wenn, während das Āhavanīya-Feuer schon herausgehoben ist, das Gārhapatya-Feuer ihm nachfolgt – was ist da zu tun, welche Sühne gibt es? Manche heben es dann eben von dort ostwärts heraus. Das aber soll man nicht so tun. Denn wer dabei spräche: »Da hat er doch dem Opferherrn seine Lebenskräfte nach Osten hin entrissen; dieser Opferherr wird sterben« – so würde es auch tatsächlich eintreffen.
Manche bringen es dann eben von dort westwärts zurück, mit den Worten: »Gārhapatya ist der Einatem, Āhavanīya der Ausatem; einträchtig verzehren diese beiden, Ein- und Ausatem, die Speise.« Und ferner: Das Haus ist ja der Gārhapatya, Grundfeste ist das Haus. Wer dabei spräche: »Da hat er ihn doch von seiner Grundfeste fortbewegt; dieser Opferherr wird sterben« – so würde es auch tatsächlich eintreffen.
Manche legen es dann eben in das Gārhapatya-Feuer hinein und schichten es dort auf. Das aber soll man nicht so tun. Denn wer dabei spräche: »Da hat er Feuer auf Feuer erzeugt; bald wird ihm ein feindlicher Rivale entstehen« – so würde es auch tatsächlich eintreffen.
Manche lassen es dann einfach nachfolgen und quirlen ohnehin neu. Das aber soll man nicht so tun. Denn wer dabei spräche: »Selbst was übrig geblieben war, hat er damit vernichtet; von ihm wird nicht einmal ein Erbe übrig bleiben« – so würde es auch tatsächlich eintreffen.
Vielmehr tue man Folgendes: Man lasse es eben auf die beiden Reibhölzer übergehen: »Dies ist dein rechtmäßiger Mutterschoß, aus dem geboren du erstrahltest; ihn kennend, steige hinauf, Agni, und mehre uns dann Reichtum, mehre uns dann Loblieder.« Man verweile dort übernachtend bis zur endgültigen Niederlassung und opfere dabei; bei erneuter Niederlassung ist ihm dann beiderseits die Nacht ordnungsgemäß geopfert, und man braucht auf nichts weiter Rücksicht zu nehmen. Man hole morgens die Asche heraus, bestreiche die Feuerstelle mit einem Klumpen Dung und lege die Feuer wieder an ihrem gehörigen Platz an. Das ist hier die rechte Handlung.
Und man fragt weiter: Wenn das noch nicht herausgehobene Āhavanīya-Feuer –
[Anm.: Dieser Abschnitt setzt die kasuistische Reihe über Pannen beim Umsetzen und Übertragen der drei heiligen Feuer fort (vgl. bereits 1.51–1.60).]
-- abhy astam iyāt kiṃ tatra karma kā prāyaścittir iti. etasmād dha vai viśve devā apakrāmanti yasyāhavanīyam anuddhṛtam abhy astam eti. sa darbheṇa suvarṇaṃ hiraṇyaṃ prabadhya paścād dharet. tad etasya rūpaṃ kriyate ya eṣa tapati. ahno vā etad rūpam. tad ahno rūpaṃ kriyate. athedhmam ādīpya prāñcaṃ hareyuḥ. tam upasamādhāya caturgṛhītam ājyaṃ gṛhītvā viśvebhyo devebhyas svāhā iti juhuyāt. tad yathā vā adavada āvasathavāsinaṃ kruddhaṃ yantam ukṣavehatā vānumantrayetānyena vā priyeṇa dhāmnaivam eva tad viśvān devān anumantrayate. te hāsmai sarva evākruddhā bhavanti. atho khalv āhur yad āhavanīyam anuddhṛtam --
– dem Sonnenuntergang entgegengeht – was ist da zu tun, welche Sühne gibt es? Von dem weichen ja die All-Götter, dessen Āhavanīya-Feuer, noch nicht herausgehoben, dem Sonnenuntergang entgegengeht.
Man binde mit Gras ein goldenes Goldstück fest und trage es dahinter her; das wird zum Abbild von dem, der dort glüht – das ist ja das Abbild des Tages; so wird das Abbild des Tages hergestellt. Dann zünde man Brennholz an und trage es ostwärts; nachdem man es aufgeschichtet hat, nehme man eine vierfach gefasste Portion Ghee und opfere mit »Den All-Göttern, svāhā!«.
Es ist, wie wenn man einen zornig fortgehenden Gastgeber mit einem beruhigenden Wort oder einem anderen ihm lieben Anliegen besänftigend anspricht – ebenso spricht man damit die All-Götter besänftigend an. Und so werden sie ihm alle unzornig.
Und man fragt weiter: Wenn das noch nicht herausgehobene Āhavanīya-Feuer –
--abhyudiyāt kiṃ tatra karma kā prāyaścittir iti. etasmād dha vai viśve devā apakrāmanti yasyāhavanīyam anuddhṛtam abhyudeti. sa darbheṇa rajataṃ hiraṇyaṃ prabadhya purastād dharet. tac candramaso rūpaṃ kriyate. rātrer vā etad rūpam. tad rātre rūpaṃ kriyate. athedhmam ādīpyānvañcaṃ hareyuḥ. tam upasamādhāya caturgṛhītam ājyaṃ gṛhītvā viśvebhyo devebhyas svāhā iti juhuyāt. yatra vai dīptaṃ tatraitad iha gārhapatya ity eva vidvān uddharet. asāv eva bandhu. atha haika āhur eta ha vai svargaṃ lokaṃ paśyanto juhvati ya ādityam iti. sa yo vā tvai gataśrīs syād yo vāsmāl lokāt kṣipre prajigāṃste sa uditahomī syāt. atho khalv āhuḥ --
– dem Sonnenaufgang entgegengeht – was ist da zu tun, welche Sühne gibt es? Von dem weichen ja die All-Götter, dessen Āhavanīya-Feuer, noch nicht herausgehoben, dem Sonnenaufgang entgegengeht.
Man binde mit Gras ein silbernes Goldstück fest und trage es davor her; das wird zum Abbild des Mondes – das ist ja das Abbild der Nacht; so wird das Abbild der Nacht hergestellt. Dann zünde man Brennholz an und trage es hinterher; nachdem man es aufgeschichtet hat, nehme man eine vierfach gefasste Portion Ghee und opfere mit »Den All-Göttern, svāhā!«.
Wo es entflammt ist, von dort hebe man es, wissend »Hier ist der Gārhapatya«, eben heraus; jenes dort ist ja seine Entsprechung.
Manche sagen dazu: Diese hier opfern wahrhaftig, die Himmelswelt vor Augen, die zur Sonne gewandt opfern. Nur wer allen Glanz verloren hätte oder wer rasch aus dieser Welt fortzugehen wünschte, sollte erst nach Sonnenaufgang opfern.
Und man fragt weiter:
[Anm.: Der Ratschlag zielt darauf, das Agnihotra möglichst vor Sonnenaufgang darzubringen; nur wer sein Ansehen bereits verloren hat oder den baldigen Tod wünscht, dürfe es bis nach Sonnenaufgang hinauszögern.]
--yad agnayas saṃsṛjyeran kiṃ tatra karma kā prāyaścittir iti. sa yadi parastād anyo ’bhidahann eyāt sa vidyāt parastānmā śukram āgāt prajātir me bhūyasy abhūc chreyān bhaviṣyāmīti. tathā haiva syāt. yadi tv asya hṛdayaṃ vilikhed agnaye vivicaya iṣṭiṃ nirvapet. etā eva pañcadaśa sāmidhenīr vārtraghnāv ājyabhāgau virājau saṃyājye. athaite yājyāpuronuvākye vi te viṣvag vātajūtāso agne bhāmāsaś śuce śucayaś caranti. tuvimrakṣāso divyā navagvā vanā vananti dhṛṣatā rujantaḥ. iti. atha yājyā tvām agne mānuṣīr īḷate viśo hotrāvidaṃ viviciṃ ratnadhātamam. guhā santaṃ subhaga viśvadarśataṃ tuviṣmaṇasaṃ suyajaṃ ghṛtaśriyam. iti. atho hainayā pāpmanā vyāvṛtsyamāno yajeta. kṣipre haiva pāpmano vyāvartate. yadi tv ayam ito ’bhidahann eyād agnaye saṃvargāyeṣṭiṃ nirvapet. etā eva pañcadaśa sāmidhenīr vārtraghnāv ājyabhāgau virājau saṃyājye. athaite yājyāpuronuvākye --
– wenn die Feuer sich vermischen – was ist da zu tun, welche Sühne gibt es? Sollte von jenseits her ein anderes Feuer heranbrennend hinzukommen, so wisse man: »Von jenseits her ist mir reiner Same gekommen; reicher ist meine Nachkommenschaft geworden, besser werde ich dastehen.« So wird es auch tatsächlich sein.
Sollte ihm aber dabei das Herz vor Sorge zerrissen werden, so bringe er dem Agni Vivici (»dem Aussondernden«) ein Iṣṭi-Opfer dar: eben die fünfzehn Anzündungsverse, die beiden Vṛtra-tötenden Ghee-Anteile, die beiden Virāj-Schlussopfer. Und dies sind die Einleitungs- und Opferverse: »Auseinander fahren nach allen Seiten, windgetrieben, deine Gluten, Agni, du Reiner, rein umherziehend; die starken, himmlischen, neuntägig-wirkenden, sie erlangen die Wälder, kühn sie zerbrechend.«
Und der Opferspruch: »Dich, Agni, rufen die menschlichen Stämme an, den Hotra-kundigen, Aussondernden, größten Schätzegeber, den im Verborgenen Weilenden, Glückhaften, Allsichtbaren, Gewaltig-Gesinnten, gut zu Opfernden, Ghee-Schönen.« Damit opfere, wer sich vom Übel scheiden will; rasch scheidet er sich dadurch vom Übel.
Sollte aber dieses Feuer von hier aus heranbrennend zu jenem hingehen, bringe man dem Agni Saṃvarga (»dem Aufsaugenden«) ein Iṣṭi-Opfer dar: eben die fünfzehn Anzündungsverse, die beiden Vṛtra-tötenden Ghee-Anteile, die beiden Virāj-Schlussopfer. Und dies sind die Einleitungs- und Opferverse: –
»Weiche uns nicht in diesem großen Wettkampf um den Einsatz, wie ein Lastträger nicht weicht; erringe zusammen die Beute, erringe zusammen den Reichtum.« Und der Opferspruch: »Vom Ferneren her, aufsaugend, gelange zum Näheren; wo ich bin, dorthin steige herab.« Damit opfere, wer sich wünscht, etwas von seinem Rivalen an sich zu ziehen; rasch zieht man es ihm dadurch an sich.
Und man fragt weiter: Wenn man Feuer über Feuer heraushöbe – was ist da zu tun, welche Sühne gibt es? Man bringe dem »feuerreichen Agni« ein Iṣṭi-Opfer dar: eben die fünfzehn Anzündungsverse, die beiden Vṛtra-tötenden Ghee-Anteile, die beiden Virāj-Schlussopfer. Und dies sind die Einleitungs- und Opferverse: »Mit Feuer wird Feuer entzündet, der Seher, der Hausherr, der Jugendliche, der Opfergaben-Träger mit dem Löffel-Mund.« Und der Opferspruch: »Denn du, Agni, wirst mit Feuer, du Weiser mit dem Weisen, du Seiender mit dem Seienden, du Freund mit dem Freund, entzündet.« Damit opfere, wer sich brahmanischen Glanz wünscht; glanzvoll und von brahmanischem Ansehen wird er dadurch.
Und man fragt weiter: Wenn Āhavanīya und Gārhapatya sich vermischten – was ist da zu tun, welche Sühne gibt es? Man bringe dem »herbeikommenden Agni« ein Iṣṭi-Opfer dar: eben die fünfzehn Anzündungsverse, die beiden Vṛtra-tötenden Ghee-Anteile, die beiden Virāj-Schlussopfer. Und dies sind die Einleitungs- und Opferverse: »Agni, komm herbei zum Mahl, gepriesen, zur Opfergabe; als Hotṛ setze dich auf das Barhis-Gras.« Und der Opferspruch: »Wer Agni zum Göttermahl mit Opfergabe zu gewinnen sucht, dem sei gnädig, du Reiner.« – »Dem sei gnädig, du Reiner.«
Das Licht ist Zeugungskraft. Agni ist das Licht der Gottheiten. Die Virāj gründet sich in der Rede, in Agni; man gelangt so zur Virāj. Deshalb heißt er »das Licht«.
Zwei Stomas tragen die Morgenpressung, so wie Auge und Atem; zwei Stomas tragen die Mittagspressung, so wie Ohr und Arme; zwei Stomas tragen die dritte Pressung, so wie Mitte und Grundfeste.
Durch das Licht des Hiṅkāra legten die Götter dem Trivṛt-Stoma Licht ein, zu brahmanischem Glanz. Durch den Trivṛt mit brahmanischem Glanz legten sie dem Pañcadaśa-Stoma Licht ein, zu Kraft und Tatkraft. Durch den Pañcadaśa mit Kraft und Tatkraft legten sie dem Saptadaśa-Stoma Licht ein, zu Nachkommenschaft und Vieh, zur Zeugung. Durch den Saptadaśa mit Nachkommenschaft, Vieh und Zeugung legten sie dem Ekaviṃśa-Stoma Licht ein, zur Grundfeste.
Das ist der Stoma; »in den Stoma legen sie Licht« – deshalb heißt er Jyotiṣṭoma (»Licht-Stoma«). Und dass er Stoma um Stoma die Pressung vorantreibt, deshalb heißt er Jyotiṣṭoma. Und dass das gepriesene Opfer zur Virāj wird – Licht ist die Virāj –, deshalb heißt er Jyotiṣṭoma.
[Anm.: Der Jyotiṣṭoma ("Licht-Preisgesang") ist ein anderer Name für den Grundtyp des Soma-Opfers, den Agniṣṭoma; dieser Abschnitt bietet eine dreifache Namenserklärung.]
asthūrir vā eṣa yajñaḥ puruṣasaṃmitaḥ. yatkāma enam āharate sam asmai kāma ṛdhyate. asthūriṇā hi tatra gacchati yatra jigamiṣati. prajāpatir yat prajā asṛjata tā agniṣṭomenāsṛjata. daśamena ca vai sa tā agniṣṭomasya stotreṇāsṛjata daśamena ca māsā saṃvatsarasya. tā dvādaśena caivāgniṣṭomasya stotreṇa paryagṛhṇāda dvādaśena ca māsā saṃvatsarasya. tasmāt paśavo daśamāso garbhān bibhrati. ta ekādaśam anuprajāyante. na kā cana dvādaśam atiharati. parigṛhītā hi tena. tāsāṃ parigṛhītānām aśvataro ’tyaplavata. tasyānuhāya reta ādatta. tad gardabhe nyamārṭ tad baḍavāyāṃ tat paśuṣu tada oṣadhīṣu. tasmād gardabho dviretās tasmād baḍavā dviretāḥ. tasmāt paśavo dvau dvau janayanti. tasmād oṣadhayo ’nabhyaktā rebhanti. tasmād aśvataro barhiṣi na deyaḥ. ati hy aplavatāpa hy akrāmat. ātta retā hy aprajā hi. ṣoḍaśinas stotre deyaḥ. atirikto vai ṣoḍaśi stotrāṇām atirikto ’śvataraḥ paśūnām. atirikta evā tad atiriktaṃ dadhati yajñasya salomatāyai. sa ya evaṃ vidvān agniṣṭomenodgāyati prājātāḥ prajā janayati pari prajātā gṛhṇāti. jyeṣṭhayajño vā eṣa prajāpatiyajño yad agniṣṭomaḥ. aśnute jyaiṣṭhayaṃ śraiṣṭhayaṃ ya evaṃ veda
Ein Wagen ohne Deichselstütze ist dieses Opfer, dem Menschen in seiner Gestalt gleichgemessen; mit welchem Wunsch man es vollzieht, der Wunsch geht ihm damit in Erfüllung – ohne Deichselstütze gelangt man ja dorthin, wohin man gelangen will.
Als Prajāpati die Geschöpfe erschuf, erschuf er sie durch den Agniṣṭoma. Mit dem zehnten Lobgesang des Agniṣṭoma erschuf er sie, und mit dem zehnten Monat des Jahres; mit dem zwölften Lobgesang des Agniṣṭoma umfing er sie, und mit dem zwölften Monat des Jahres. Deshalb tragen die Tiere ihre Leibesfrucht zehn Monate; im elften gebären sie. Keines überschreitet den zwölften – davon ist es ja umfangen.
Von diesen so umfangenen Tieren sprang das Maultier darüber hinaus. Prajāpati nahm ihm daraufhin seinen Samen; den wischte er dem Esel ab, der Stute, dem übrigen Vieh, den Pflanzen. Deshalb hat der Esel zweifachen Samen, deshalb die Stute zweifachen Samen, deshalb bringt das Vieh je zwei zur Welt, deshalb wachsen Pflanzen auch unbesät wieder nach.
Deshalb darf man das Maultier nicht auf das Opfergras als Opfertier geben: Es sprang ja darüber hinaus, entfernte sich; ihm ist der Same genommen, unfruchtbar ist es. Beim Lobgesang des Ṣoḍaśin soll es gegeben werden: Überzählig ist der Ṣoḍaśin unter den Lobgesängen, überzählig das Maultier unter den Tieren. So fügt man Überzähliges zu Überzähligem, damit dem Opfer nichts an Fell – d. h. an vollständiger Ausstattung – fehle.
Wer so wissend beim Agniṣṭoma singt, erzeugt Nachkommenschaft, sobald sie geboren ist, und umfängt sie, sobald sie geboren ist. Der Agniṣṭoma ist ja das älteste Opfer, das Opfer Prajāpatis selbst. Erstgeburtsrecht und Vorrang erlangt, wer dies weiß.
[Anm.: "asthūri", ein Wagen ohne festen Deichselstützpunkt, gilt hier als Bild für ein leicht und ungehindert lenkbares Fahrzeug.]
prajāpatir vāvedam agra āsīt. jano ha vai prajāpatir devatā. so ’kāmayata bahus syāma prajāyeya bhūmānaṃ gaccheyam iti. sa śīrṣata eva mukhatas trivṛtaṃ stomam asṛjata gāyatrīṃ chando rathantaraṃ sāmāgniṃ devatāṃ brāhmaṇaṃ manuṣyam ajaṃ paśum. tasmād brāhmaṇo gāyatrīchandā āgneyo devatayā. tasmād u mukhaṃ prajānām. mukhād dhy enam asṛjata. so ’kāmayata praiva jāyeyeti. sa bāhubhyām evorasaḥ pañcadaśaṃ stomam asṛjata triṣṭubhaṃ chando bṛhat sāmendraṃ devatāṃ rājanyaṃ manuṣyam aśvaṃ paśum. tasmād rājanyas triṣṭupchandā aindro devatayā. tasmād u bāhubhyāṃ vīrye karoti. bāhubhyāṃ hy enam uraso vīryād asṛjata. so ’kāmayata praiva jāyeyeti
Prajāpati allein war am Anfang dies alles. Prajāpati, die Gottheit, ist ja auch die Menschheit selbst. Er wünschte sich: »Ich möchte viele sein, mich fortpflanzen, zu Fülle gelangen.« Da schuf er aus dem Kopf, aus dem Mund, den Trivṛt-Stoma, die Gāyatrī als Versmaß, das Rathantara-Sāman, Agni als Gottheit, den Brahmanen als Menschen, die Ziege als Tier. Deshalb hat der Brahmane die Gāyatrī als Versmaß, Agni als Gottheit; deshalb ist er der Mund der Geschöpfe – aus dem Mund nämlich schuf er ihn.
Er wünschte sich weiter: »Ich möchte mich fortpflanzen.« Da schuf er aus den Armen, aus der Brust, den Pañcadaśa-Stoma, die Triṣṭubh als Versmaß, das Bṛhat-Sāman, Indra als Gottheit, den Kriegeradel als Menschen, das Pferd als Tier. Deshalb hat der Kriegeradel die Triṣṭubh als Versmaß, Indra als Gottheit; deshalb vollbringt er Heldentaten mit den Armen – aus den Armen, aus der heldenkräftigen Brust nämlich schuf er ihn.
Er wünschte sich weiter: »Ich möchte mich fortpflanzen.«
[Anm.: Diese Herleitung der vier Stände aus verschiedenen Körperteilen Prajāpatis – hier verknüpft mit je einem Stoma, Versmaß, Sāman, einer Gottheit und einem Opfertier – ist eine sāmavedische Variante des berühmten Puruṣa-Sūkta (Ṛgveda 10.90), das die vier Stände aus dem Urmenschen (Puruṣa) hervorgehen lässt.]
sa udarād eva madhyatas saptadaśaṃ stomam asṛjata jagatīṃ chando vāmadevyaṃ sāma viśvān devān devatāṃ vaiśyaṃ manuṣyaṃ gāṃ paśum. tasmād vaiśyo jagatīchandā vaiśvadevo devatayā. tasmād u prajaniṣṇuḥ. udarād dhy enaṃ prajananād asṛjata. so ’kāmayata praiva jāyeyeti. sa padbhayām eva pratiṣṭhāyā ekaviṃśaṃ stomam asṛjatānuṣṭubhaṃ chando yajñāyajñīyaṃ sāma na kāṃ cana devatāṃ śūdraṃ manuṣyam avi paśum. tasmāc chūdro ’nuṣṭupchandā veśmapatidevaḥ. tasmād u pādāvanejyenaiva jijīviṣati. padbhayāṃ hy enaṃ pratiṣṭhāyā asṛjata. etayā vai sṛṣṭayā prajāpatiḥ prajā asṛjata. sa ya etad evaṃ veda bhūmānam eva prajayā paśubhir gacchati. tasmād v etaṃ yajñaṃ bhūyiṣṭhaṃ praśaṃsanti yad agniṣṭomam. prajāpatiyajño hy eṣaḥ
Da schuf er aus dem Bauch, aus der Mitte, den Saptadaśa-Stoma, die Jagatī als Versmaß, das Vāmadevya-Sāman, die All-Götter als Gottheit, den Vaiśya als Menschen, die Kuh als Tier. Deshalb hat der Vaiśya die Jagatī als Versmaß, die All-Götter als Gottheit; deshalb ist er fruchtbar – aus dem Bauch, aus dem zeugungskräftigen Leibesteil, schuf er ihn.
Er wünschte sich weiter: »Ich möchte mich fortpflanzen.« Da schuf er aus den Füßen, aus der Grundfeste, den Ekaviṃśa-Stoma, die Anuṣṭubh als Versmaß, das Yajñāyajñīya-Sāman, keine eigene Gottheit, den Śūdra als Menschen, das Schaf als Tier. Deshalb hat der Śūdra die Anuṣṭubh als Versmaß, den Hausherrn als einzige ihm zugeordnete Gottheit; deshalb will er allein vom Waschen der Füße anderer leben – aus den Füßen, aus der Grundfeste, schuf er ihn.
Durch diese Schöpfung erschuf Prajāpati die Geschöpfe. Wer dies so weiß, gelangt zu Fülle an Nachkommenschaft und Vieh. Deshalb preisen sie dieses Opfer, den Agniṣṭoma, am meisten: Es ist ja das Opfer Prajāpatis selbst.
Prajāpati teilte den Geschöpfen Kraft und Nahrung (ūrj) zu; daraus entstand der Udumbara-Feigenbaum. Prajāpati ist der Udgātṛ-Priester, dem Prajāpati gehörig der Udumbara. Man wählt zwar die übrigen Priester, nicht aber den Udgātṛ in gleicher Weise – dass der Udgātṛ als erste Handlung den Udumbara-Pfosten berührt, damit wählt er sich selbst durch die Gottheit selbst zum Priesteramt.
Er berührt ihn: »Ich setze dich in den Sitz des Lebens, in den Schatten des Brunnens, in das Herz des Meeres. Verehrung dem Meer, Verehrung dem Auge des Meeres. Verlasse mich nicht, du beider Mutterschoß.«
Wenn er spricht »Ich setze dich in den Sitz des Lebens«, so gilt: Das Opfer ist ja das Leben – dies wird zu dessen Sitz gemacht. »In den Schatten des Brunnens«: Das Opfer ist ja der Brunnen – dies wird zu dessen Schatten gemacht, nämlich der Sitz. »In das Herz des Meeres«: Das Herz sitzt ja in der Mitte des Selbst – deshalb geht man von der Mitte des Sitzes aus zum Udumbara-Pfosten. »Verehrung dem Meer, Verehrung dem Auge des Meeres«: Die Rede ist ja das Meer, das Denken das Auge des Meeres – eben diesen beiden Gottheiten erweist man damit Verehrung. »Verlasse mich nicht, du beider Mutterschoß«: Das Sāman ist ja der beider Mutterschoß – eben dem Sāman erweist man damit Verehrung. Wer im Begriff ist, das Priesteramt auszuüben, den lässt dabei das Sāman nicht im Stich; er gerät nicht in Not beim Sāman, wird vom Sāman nicht verlassen, wer so wissend dem Sāman Verehrung erweist. Wer ihn dabei schilt, der gerät in Not.
Der Opfersitz ist ja der Bauch Prajāpatis, der Udumbara die Kraft und Nahrung. Dass man von der Mitte des Sitzes zum Udumbara-Pfosten geht, damit legt man eben von der Mitte aus den Geschöpfen Speise in die Kraft und Nahrung. Deshalb erquickt aus der Mitte gegessene Speise. Deshalb werden, wo dies rituell verkehrt gemacht wird, die Geschöpfe hungrig – gedeihlich freilich bleiben sie dennoch.
Ob man ihn berühren solle oder nicht, darüber streitet man. Dies alles hat ja gleichsam ein eigenes Selbst: Wen die Speise am meisten begehrt, den hasst sie auch am meisten. Berührte man ihn, würde man sich vor der Speise auszeichnen; berührte man ihn nicht, würde man sich selbst von der Speise fernhalten. Man singe, ihn berührend und doch wie unberührt lassend; so zeichnet man sich weder vor der Speise aus noch hält man sich selbst von ihr fern.
Das Sāman ist die Speise der Götter, die Kraft und Nahrung der Udumbara. Dass der Udgātṛ sich an den Udumbara-Pfosten lehnt, damit legt er eben in das Sāman die Speise, die Kraft und Nahrung der Götter. Deshalb essen die Götter am meisten dort, wo man mit dem Sāman das Priesteramt ausübt.
prajāpatir udgātorg udumbaraḥ. sa eṣa ūrji śritaḥ prajāpatiḥ prajābhya ūrjam annādyaṃ vibhajati. udṅṅ āsīnaḥ prastauti. udgāyati. udīcīm eva tad diśam ūrjā bhājayati. pratyaṅṅ āsīnaḥ prastauti. pratīcīm eva tad diśam ūrjā bhājayati. dakṣiṇāsīnaḥ pratiharati. dakṣiṇām eva tad diśam ūrjā bhājayati. prāñco ’nya ṛtvija ārtvijyaṃ kurvanti. prācīm eva tad diśam ūrjā bhājayanti. tasmād eṣā diśāṃ vīryavattamopajīvanīyatamā bhūyiṣṭhaiḥ prītā. tasmād yat prajā avṛttiṃ nīyanti prācīr eva yanti. eṣā hi diśāṃ vīryavattamopajīvanīyatamā bhūyiṣṭhaiḥ prītā. yad udīcīnadevatyā udgātāro ’tha kasmād viparyāvṛtya diśa ārtvijyaṃ kurvantīty āhuḥ. brūyād diśām abhiṣṭayai diśām abhipretyai. tasmāt sarvāsu dikṣv annaṃ vidyata iti. ud divaṃ stabhanāntarikṣaṃ pṛṇa pṛthivīm upareṇa dṛṃha. dyutānas tvā māruto minotu mitrāvaruṇayor dhruveṇa dharmaṇā. ghṛtena dyāvāpṛthivī ā prīṇīthām. supippalā oṣadhīḥ kṛdhi svāhā. ity audumbarīm abhijuhoti. imān evaital lokān rasenānakti
Prajāpati ist der Udgātṛ, die Kraft und Nahrung die Udumbara; an diese Kraft und Nahrung gelehnt, verteilt Prajāpati den Geschöpfen Kraft, Nahrung und Speise. Nach Norden gewandt sitzend trägt man vor und singt; damit teilt man der nördlichen Richtung Kraft und Nahrung zu. Nach Westen gewandt sitzend trägt man vor; damit teilt man der westlichen Richtung zu. Nach Süden gewandt antwortet man; damit teilt man der südlichen Richtung zu. Die übrigen, nach Osten gewandten Priester üben ihr Amt aus; damit teilt man der östlichen Richtung zu.
Deshalb ist diese östliche die kraftvollste, am meisten zum Leben taugliche der Richtungen, von den meisten geliebt. Deshalb ziehen Geschöpfe, wenn sie ins Elend geraten, gerade nach Osten: Diese ist ja die kraftvollste, am meisten zum Leben taugliche der Richtungen, von den meisten geliebt.
Weshalb aber üben die Udgātṛs, obwohl ihre Gottheit im Norden ist, ihr Amt wechselweise nach verschiedenen Richtungen gewandt aus? – so fragt man. Man antworte: »Zum Gedeihen der Richtungen, zur Erlangung der Richtungen; deshalb findet sich in allen Richtungen Speise.«
»Stütze den Himmel empor, fülle den Luftraum, festige die Erde mit dem, was darüber ist. Leuchtend soll dich der Marut-Gott messen, mit der festen Ordnung von Mitra und Varuṇa. Mit Ghee mögen Himmel und Erde sich sättigen. Mache die Pflanzen fruchtreich, svāhā!« – damit opfert man auf den Udumbara-Pfosten; eben damit salbt man diese Welten mit ihrem Saft.
prajapatiḥ prajā asṛjata. so ’agnim api mukhād asisṛkṣata. so ’gnir mukhād bībhatsamāna ūrdhva uddrutya mastiṣkam uddhatyāsṛjyata. taṃ devāś carṣayaś copasametyābruvan vitunno ’yaṃ mastiṣko māmuyā bhūt karavāmemaṃ kasyāṃ citācitīti. te bṛhaspatim abruvan somam asmin gṛhāṇeti. sa bṛhaspatir abravīt sa vā ayaṃ krūra ivāpūto ’medhyo ’śṛtaṃkṛta iti. vayaṃ ta etaṃ pūtaṃ medhyaṃ śṛtaṃkṛtaṃ kurma ity abruvan. taṃ vai ma āharateti. tatheti. tam asmai prāyacchan. taṃ pratyagṛhṇāt devasya tvā savituḥ prasave ’śvinor bāhubhyāṃ pūṣṇo hastābhyāṃ pratigṛhṇāmi iti. devāṅgair vāvainaṃ tat pratyagṛhṇāt. taṃ pratigṛhyāpavayat vasavas tvā punantu gāyatreṇa chandasā suprajāvaniṃ rāyas poṣavanim. rudrās tvā punantu traiṣṭubhena chandasā suprajāvaniṃ rāyas poṣavanim. ādityās tvā punantu jāgatena chandasā suprajāvaniṃ rāyas poṣavanim. iti. chandobhiś ca vāvainaṃ tad devatābhiś cāpavayat. taṃ pavayitvā paścād akṣaṃ sādayati bārhaspatyam asi vānaspatyam prajāpater mūrdhātyāyupātram iti. yad āha bārhaspatyam asi iti bṛhaspatir hy etam agre pratyagṛhṇāt. yad āha vānaspatyam iti vanaspatibhyo hy enam adhikurvanti. yad āha prajāpater mūrdhā iti prajāpater hy eṣa mūrdhāsīt. yad āha atyāyupātram ity ati hy etad anyāni pātrāṇi pātram. yad etad devapātraṃ prathamaṃ yujyata uttamaṃ vimucyate tenaivāty anyāni pātrāṇi. pra śreyasaḥ pātram āpnoti ya evaṃ veda. taṃ paścāt akṣaṃ sādayitvā gāyatraṃ viśvarūpāsu gāyati
Prajāpati erschuf die Geschöpfe. Er wollte auch Agni aus seinem Mund entlassen. Agni aber, sich sträubend, sprang aus dem Mund nach oben davon und wurde, das Gehirn mit sich reißend, so nur unvollständig hervorgebracht. Die Götter und Seher kamen zusammen und sprachen: »Dieses Gehirn ist herausgerissen und irgendwohin geraten; was sollen wir damit tun, auf welchem Scheiterhaufen es aufbewahren?«
Sie sprachen zu Bṛhaspati: »Nimm den Soma darin auf.« Bṛhaspati aber sprach: »Dies ist ja gleichsam roh, unrein, ungeeignet, ungekocht.« Sie sprachen: »Wir werden es dir rein, geeignet und gekocht machen.« – »So bringt es mir denn.« – »So sei es.« Sie übergaben es ihm.
Er empfing es: »Dich empfange ich, auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvins, mit den Händen Pūṣans.« Mit den Gliedern der Götter selbst empfing er es damit.
Nachdem er es empfangen hatte, läuterte er es: »Die Vasus mögen dich läutern mit dem Versmaß Gāyatrī, dich, guter Nachkommenschaft Bringerin, Vermehrerin des Reichtums. Die Rudras mögen dich läutern mit dem Versmaß Triṣṭubh, … Die Ādityas mögen dich läutern mit dem Versmaß Jagatī, …« Mit Versmaßen und Gottheiten zugleich läuterte er es damit.
Nachdem er es geläutert hatte, setzt er es hinter die Achse: »Du gehörst Bṛhaspati, du gehörst den Bäumen, du bist Prajāpatis Haupt, ein Gefäß, das alle anderen Lebensgefäße übertrifft.« Dass er sagt »du gehörst Bṛhaspati«: Bṛhaspati hat es ja zuerst empfangen. Dass er sagt »du gehörst den Bäumen«: Aus Holz macht man es ja. Dass er sagt »du bist Prajāpatis Haupt«: Es war ja Prajāpatis Haupt. Dass er sagt »ein Gefäß, das andere übertrifft«: Dieses Göttergefäß wird ja zuerst eingesetzt und zuletzt wieder gelöst – dadurch übertrifft es die anderen Gefäße. Zum Gefäß des Vorrangs gelangt, wer dies weiß. Nachdem er es hinter die Achse gesetzt hat, singt er den Gāyatra-Gesang unter den Viśvarūpa-Versen.
[Anm.: Diese Erzählung erklärt mythologisch die Herkunft des Droṇakalaśa, eines großen hölzernen Soma-Trogs im Ritual, als das aus Prajāpatis Mund gerissene, dann von Bṛhaspati gereinigte "Gehirn Agnis".]
»Verehrung den Vätern, die zuvor sitzen, Verehrung denen, die gemeinsam mit mir sitzen. Ich spanne die hundertfüßige Rede an, singe die tausendfach-bahnige. Gāyatra, Traiṣṭubha, Jagat, alle Formen sind versammelt; die Götter haben sich Wohnstätten geschaffen.«
Dass es heißt »Verehrung den Vätern, die zuvor sitzen« – die Väter sitzen hier ja zuvor; doch nicht ihnen erweist man damit Verehrung. »Verehrung denen, die gemeinsam mit mir sitzen« – den Brahmanen, mit denen man zusammensitzt, um das Priesteramt auszuüben, eben ihnen erweist man damit Verehrung.
»Ich spanne die hundertfüßige Rede an« – damit spannt man eben die hundertfüßige Rede an. »Singe die tausendfach-bahnige« – damit besingt man sie, schon angespannt, als die tausendfach-bahnige. »Gāyatra, Traiṣṭubha, Jagat« – das sind ja die drei Pressungen –, eben diese eignet man sich damit an. »Alle Formen sind versammelt« – das Opfer ist ja alle Formen –, das Opfer stellt man damit zusammen. »Die Götter haben sich Wohnstätten geschaffen« – damit macht man das Opfer götterbegleitet.
kusurvindo hauddālakis somānām ujjgau. tam u hāsitamṛgā kaśyapānāṃ putrā ucuḥ ko ’nu no ’yaṃ nṛśaṃsako ’nta udgāyaty etemam anuvyāhariṣyām iti. te ’nuvyāhariṣyanta āstāvam upaseduḥ. sa hovāca namo brāhmaṇā astu purā vā aham adya prātaranuvākād gāyatreṇa viśvarūpāsu yajñaṃ samasthāpayam. sa yathā gobhir gavāyam itvā śramaṇam abalam anusaṃnuded evaṃ vāvedaṃ yajñaśarīram anusaṃnudāma iti. te hotthāya pravavrajur namo ’smai brāhmaṇāyāstu vidāṃ vā ayam idaṃ cakāreti. purā ha vā asya prātaranuvākād gāyatreṇa viśvarūpāsu yajñas saṃsthito bhavati ya evaṃ veda
Kusurvinda, der Sohn Uddālakas, sang bei den Soma-Opfern den Udgītha. Da sprachen die Asitamṛgas, die Söhne Kaśyapas: »Wer ist dieser Grausame, der da mittendrin singt? Wohlan, wir wollen ihm dazwischenreden!« Und sie näherten sich der Versammlung, um ihm dazwischenzureden.
Da sprach er: »Verehrung sei euch, ihr Brahmanen! Schon vor dem heutigen Morgenrezitieren habe ich mit dem Gāyatra-Gesang unter den Viśvarūpa-Versen das Opfer zur Vollendung gebracht. Wie man, mit Rindern zur Rinderweide gezogen, einen erschöpften, kraftlosen Nachzügler vorwärtstreibt, so treiben wir eben diesen Opferleib vorwärts.«
Da erhoben sie sich und zogen fort: »Verehrung sei diesem Brahmanen! Wissend hat er dies vollbracht.« Schon vor dem Morgenrezitieren ist mit dem Gāyatra-Gesang unter den Viśvarūpa-Versen das Opfer vollendet für den, der dies weiß.
[Anm.: Eine Erzählung von priesterlichem Wettstreit, wie sie für die sāmavedische Brāhmaṇa-Literatur charakteristisch ist: Der Herausgeforderte entzieht den Herausforderern durch überlegenes rituelles Wissen von vornherein den Boden.]
tad āhuḥ adhvaryo kiṃ stutaṃ stotraṃ hotā prātaranuvākenānvaśaṃsīt iti. akarma vaya tad yad asmākaṃ karma ity āha hotāraṃ pṛcchata iti. hotaḥ kiṃ stutaṃ stotraṃ prātaranuvākenānvaśaṃsīḥ iti. akarma vayaṃ tad yad asmākaṃ karma ity āha udgātāraṃ pṛcchata iti. udgātaḥ kiṃ stutaṃ stotraṃ hotā prātaranuvākenānvaśaṃsīt iti. akarma vayaṃ tad yad asmākaṃ karma iti jyotīṃṣy evāham agāsiṣam iti vrūyāt na tamāṃsi iti. jyotis tad yad ṛg jyotis tad yat sāma jyotis tad yad devatā. etāni vā ahaṃ jyotīṃṣy agāsiṣaṃ yuṣmān eva tamasā pāpmanā vidhyāni iti. tamasā caivaināṃs tat pāpmanā ca vidhyati
Dazu fragt man: »Adhvaryu, was wurde gepriesen, welchen Lobgesang begleitete der Hotṛ mit dem Morgenrezitieren?« – »Wir haben das getan, was unsere Aufgabe war«, spricht er; »fragt den Hotṛ.«
»Hotṛ, was wurde gepriesen, welchen Lobgesang hast du mit dem Morgenrezitieren begleitet?« – »Wir haben das getan, was unsere Aufgabe war«, spricht er; »fragt den Udgātṛ.«
»Udgātṛ, was wurde gepriesen, welchen Lobgesang begleitete der Hotṛ mit dem Morgenrezitieren?« – »Wir haben das getan, was unsere Aufgabe war« – dann soll er sprechen: »Lichter habe ich gesungen, nicht Finsternisse.«
»Licht ist der Ṛc-Vers, Licht das Sāman, Licht die Gottheit; eben diese Lichter habe ich gesungen – euch treffe ich damit mit Finsternis und Übel.« Und tatsächlich trifft er sie damit mit Finsternis und Übel.
[Anm.: Auch dieser Abschnitt gehört zum Genre priesterlicher Rivalitätserzählungen; die Kette von Ausweich-Antworten (Adhvaryu → Hotṛ → Udgātṛ) mündet in eine Formel, mit der der Udgātṛ etwaige Herausforderer symbolisch "verfinstert".]
Von hinten her setzt man sich, nach vorn gewandt. Damit hält man die Rede gleichsam an ihrer Quelle, dem Mund, fest. Würde man sich von vorn her, nach vorn gewandt, setzen, würde man die Rede hinter sich lassen; ihre Rede würde ihnen dann versiegen. Die Rede wich ja einst von den Göttern und ging in die Bäume ein; eben diese ist es, die im Opfergerät aus Holz steckt.
Dass man den Droṇakalaśa-Trog immer weiter unterhalb der Achse hinträgt, damit hält man die göttliche Rede fest. Zum Udgītha hin tragen die Udgātṛs den Droṇakalaśa immer weiter unterhalb der Achse; damit entfernt er aus dieser Welt einen feindlichen Rivalen. Von oben nimmt man den reinen Soma-Anteil weg; damit entfernt er aus jener Welt einen feindlichen Rivalen, wer dies weiß.
Man berühre nicht die Achse; würde man die Achse berühren, würde man dem Rivalen Glanz zuwenden. Man trägt zwischen den beiden Rädern. Deshalb ist, was zwischen den Rädern eines Wagens liegt, das am meisten zum Leben Taugliche; deshalb frisst das angejochte Zugtier zwischen den beiden Jochpflöcken.
vasavo vā etam agre prauhan. te ’śrāmyan. te rudrān āhvayan. taṃ rudrāḥ prauhan. te ’śrāmyan. ta ādityān āhvayan. tam ādityāḥ prauhan. taṃ prohati vasavas tvā prohantu gāyatreṇa chandasā. rudrās tvā prohantu traiṣṭubhena chandasā. ādityās tvā prohantu jāgatena chandasā iti. devatānām evainaṃ tat prauḍhim anuprohati. devasya tvā savituḥ prasave ’śvinor bāhubhyāṃ pūṣṇo hastābhyāṃ prohāmi iti vā prohet. devāṅgair evainaṃ tat prohati. bṛhaspatir vā etam agre prauhat. sa rūpeṇa varcasā vyārdhyata. sa aikṣata kāsya prāyaścittir iti. tāṃ droṇakalaśa eva paryapaśyat. tam abhyamṛśat tanūpā asi tanvaṃ me pāhi. varcodhā asi varco me dhehi. āyurdhā asy ayur me dhehi. vayodhā asi vayo me dhehi iti. yad evāsya tatrātmano mīyate tad etenāpyāyanam. etenaivodgātābhimṛśati tanūpā asi tanvaṃ me pāhi. varcodhā asi varco me dhehi. āyurdhā asya āyura me dhehi. vayodhā asi vayo me dhehi iti. yad evāsyātrātmano mīyate tad etenāpyāyanam. etenaivodgātābhimṛśati tanūpā asi tanvaṃ me pāhi. varcodhā asi varco me dhehi. āyurdhā-asya āyura me dhehi. vayodhā asi vayo me dhehi iti. yad evāsyātrātmano mīyate tad etenaivāpyāyayate. dvayaṃ vāvedaṃ brahma caiva kṣatraṃ ca. tad ubhayaṃ droṇakalaśe. ubhayaṃ brahma ca kṣatraṃ cāvarunddhe ya evaṃ veda
Die Vasus trugen ihn zuerst; sie ermüdeten. Sie riefen die Rudras herbei; die Rudras trugen ihn; sie ermüdeten. Sie riefen die Ādityas herbei; die Ādityas trugen ihn.
Man trägt ihn: »Die Vasus sollen dich tragen mit dem Versmaß Gāyatrī, die Rudras mit Triṣṭubh, die Ādityas mit Jagatī.« Damit trägt man ihn eben im Nachvollzug des Tragens durch die Gottheiten. Oder man trage ihn: »Auf Antrieb des Gottes Savitṛ, mit den Armen der Aśvins, mit den Händen Pūṣans trage ich dich«; mit den Gliedern der Götter selbst trägt man ihn damit.
Bṛhaspati aber trug ihn zuerst; dabei kam er an Gestalt und Glanz zu kurz. Er dachte: »Was ist die Abhilfe dafür?« Er sah sie eben im Droṇakalaśa selbst; er berührte ihn: »Du bist Leibes-Schützer, schütze meinen Leib; du bist Glanz-Geber, gib mir Glanz; du bist Lebens-Geber, gib mir Leben; du bist Kraft-Geber, gib mir Kraft.« Was ihm dabei von seinem Selbst abgeht, das wird ihm dadurch wieder ersetzt. Mit eben dieser Formel berührt ihn auch der Udgātṛ.
Zweierlei ist dies alles: Brahman und Kṣatra – priesterliche und königliche Macht; beides ist im Droṇakalaśa vereint. Beides, Brahman und Kṣatra, erlangt, wer dies weiß.
[Anm.: Die im überlieferten Text dreifache Wiederholung der Berührungsformel ist wohl eine Verdopplung der Textvorlage; hier wird sie einmal wiedergegeben.]
saṃmukhān grāvṇaḥ kṛtvābhimṛśati śyenā ajirā ṛtasya garbhāḥ prayuto napātaḥ parvatānāṃ kakubha ā nas taṃ vīraṃ vahata yaṃ bahava upajīvāmo abhiśastikṛtam anabhiśastenyam anyasyābhiśastyāḥ kartāram iti. ā haivāsya vīro jāyate ’bhiśastikṛd anabhiśastenyo ’nyasyābhiśastyāḥ kartā. droṇakalaśam adhyūhati idam ahaṃ māṃ brahmavarcase ’dhyūhāmi iti. yady asyāvaruddho rājanyas syād vimukhān grāvṇaḥ kṛtvā tūṣṇīṃ droṇakalaśam adhyūhya tam avahnārayan dakṣiṇā nirūhet idam aham amuṃ viśo nirūhāmīdam asya rāṣṭraṃ nyubjāmi iti nyañcaṃ droṇakalaśam adhyūhet idam aham amuṃ viśy adhyūhāmi iti. apetaro rudhyate ’vetaro gacchati. sa yady enam avagatya nādriyeta taṃ kāmayeta atraivāntar avaruddho ’stu iti. vimukhān grāvṇaḥ kṛtvā tūṣṇīṃ droṇakalaśam adhyūhya imā pāṃśusavanaḥ iti grāvā. tam upariṣṭād abhinidadhyāt idam aham amuṣmin viśy adhyūhāmi iti. abhiprakṣīṇānāhīnaṃ vitiṣṭhati. sa yady enaṃ viditvopadhāved asmin vāvedaṃ brāhmaṇe ’dhyāsa yad idam asmai vacane vaceti. saṃmukhān grāvṇaḥ kṛtvā droṇakalaśam adhyūhet idam aham amuṃ viśy adhyūhāmi iti. īśe svānām apainaṃ svāś cāyanty anantaram avaruddho bhavati
Nachdem man die Presssteine einander zugewandt hat, berührt man sie: »Ihr flinken Falken, Keime der Weltordnung, Antriebe, Enkel der Berge, Gipfel – bringt uns jenen Helden, von dem viele leben, der Beschuldigungen macht, selbst aber unbeschuldigbar ist, der einen anderen zum Beschuldigten macht.« Und ihm wird tatsächlich ein Held geboren, der Beschuldigungen macht, selbst unbeschuldigbar, der einen anderen zum Beschuldigten macht.
Man neigt den Droṇakalaśa zu sich: »Diesen hier neige ich zu mir, zu brahmanischem Glanz.«
Sollte er einen feindlichen Fürsten in Schach halten wollen, so wende man die Presssteine ab, neige den Droṇakalaśa schweigend, trage ihn ohne Feueranblasen nach Süden hinaus: »Diesen hier ziehe ich aus seinem Stamm heraus, sein Reich stürze ich um.« Man neige den Droṇakalaśa abwärts: »Diesen hier neige ich in seinen Stamm hinein.« Der eine Teil wird zurückgehalten, der andere geht fort. [?]
Sollte er aber, obwohl er dies bemerkt hat, sich nicht daran stören, sondern wünschen, dass jener eingeschlossen, aber dennoch bei ihm bleibe, so wende man die Presssteine ab, neige den Droṇakalaśa schweigend, lege ihn obenauf: »Diesen hier neige ich in jenen Stamm hinein.« So bleibt er, allmählich schwindend, doch fortbestehend.
Sollte er aber, nachdem er dies erfahren hat, sich ihm dennoch annähern wollen, in dem Gedanken: »Möge er sich diesem Brahmanen anschließen, was auch immer dieser ihm zu sagen hat« – so wende man die Presssteine einander zu und neige den Droṇakalaśa: »Diesen hier neige ich in jenen Stamm hinein.« Dann herrscht er über seine eigenen Leute, und seine eigenen Leute kommen zu ihm; ohne Unterbrechung bleibt er ihm verbunden.
[Anm.: Dieser Abschnitt überträgt die Handhabung des Droṇakalaśa-Trogs in eine Art rituelle Politik gegen einen rivalisierenden Fürsten – ein bemerkenswertes Beispiel magisch-politischer Nutzanwendung des Sāman-Rituals. Einzelne Wendungen bleiben im genauen Sinn unsicher.]
rāṣṭraṃ vai droṇakalaśo viśo grāvāṇaḥ. yad droṇakalaśaś śithilas syād rāṣṭraṃ śithilaṃ syāt. tad anu viśo viśam anu yajamāno yajamānam anu prajāḥ. taṃ dṛṃhati devī tvā dhiṣṇe nipātāṃ dhruve sadasi sīdeṣa ūrje sīda iti. ime vai devī dhiṣaṇe idaṃ dhruvaṃ sadaḥ. ebhir evainaṃ tal lokair dṛṃhati iṣa ūrje sīda iti - varṣaṃ vā iṣe yad upariṣṭād varṣasyaidhate tad ūrje--tad evaitenāvarunddhe. svarbhānur vā āsura ādityaṃ tamasāvidhyat. taṃ devāś carṣayaś cābhiṣajyan. te ’trim abruvann ṛṣe tvam idam apajahīti. tatheti. tad atrir apāhan. taṃ ’buvan yo nas tamasā viddhebhyo jyotir avidaj jyotir asya bhāgadheyam astv iti. tad etad atrihiraṇyaṃ hriyate. śatamānaṃ ha sma purā hriyate. athaitarhi yāvad eva kiyac ca dadati. etad dh vāva sarveṣu lokeṣu jyotir yad dhiraṇyam. sarveṣu lokeṣu jyotir dhatte ya evaṃ vidvān atrihiraṇyaṃ dadāti
Das Reich ist der Droṇakalaśa, die Untertanen sind die Presssteine. Wäre der Droṇakalaśa locker, wäre das Reich locker; dementsprechend die Untertanen, dementsprechend der Opferherr, dementsprechend seine Nachkommenschaft.
Man festigt ihn: »Dich, du Göttliche, lasse ich niederfallen auf den Opferplatz, setze dich auf den festen Sitz, setze dich zu Labung, zu Kraft.« Diese beiden Welthälften sind ja die Göttinnen, dieser Opferplatz der feste Sitz; mit eben diesen Welten festigt man ihn damit. »Setze dich zu Labung, zu Kraft« – Regen ist ja Labung; was aus dem Regen darüber hinaus noch wächst, das ist Kraft und Nahrung – eben das erlangt man damit.
Der Dämon Svarbhānu traf einst die Sonne mit Finsternis. Die Götter und Seher heilten sie. Sie sprachen zu Atri: »Seher, entferne du dies!« – »So sei es.« Da vertrieb Atri es.
Sie sprachen zu ihm: »Wer für uns, die von Finsternis Getroffenen, Licht fand, dessen Anteil soll das Licht sein.« Deshalb wird dieses »Atri-Gold« im Ritual gegeben; einst wurde ein volles Hundert gegeben, heutzutage aber gibt man, wie viel es auch sei. Gold ist ja eben in allen Welten das Licht; Licht in allen Welten erlangt, wer so wissend Atri-Gold gibt.
[Anm.: Der Mythos von Svarbhānu, der die Sonne mit Finsternis "trifft", und Atri, der das Licht wiederherstellt, ist eine bekannte vedische Deutung der Sonnenfinsternis, unabhängig bezeugt in Ṛgveda 5.40.]