Quellen der Menschheit

Jaiminīya-Brāhmaṇa · Kāṇḍa 1

Kapitel 7 Benannte Sāmans der Seher: von Raurava bis Vasiṣṭhas Geburtsstätte

Nach dem festen Muster 'eine Gottheit erblickt den Gesang zuerst, ein gleichnamiger Seher später aus eigenem Anliegen' entfaltet sich hier eine lange Reihe von Sāman-Ursprungserzählungen, darunter Raurava, Yaudhājaya und Auśana sowie der Mythos vom dreiköpfigen Gandharven, dessen Sieges-Geheimnis Indra durch List erspäht. Breiten Raum nimmt zudem die Theorie von Bṛhat und Rathantara ein – als 'göttlicher Wagen' des Opfers gedeutet –, bevor Sängerlegenden um Nodhas, Gotama und Vasiṣṭha den Abschnitt beschließen.

devā vā asurān hatvāpūtā ivāmedhyā amanyanta. te ’kāmayanta pūtā medhyāś śritās syāma gacchema svargaṃ lokam iti. ta etā ṛco ’paśyan. tābhir apunata. punānas soma dhārayāpo vasāno arṣasi iti. āpo vai pavitram. adbhir evāpunata. ā ratnadhā yonim ṛtasyasīdasi iti. antarikṣaṃ vā ṛtam. antarikṣam evaitenātyāyan. utso devo hiraṇyayaḥ iti. asau vai loka utso devaḥ. amum evaitena lokam upāsīdan. tato vai te pūtā medhyāś śritā abhavann agacchan svargaṃ lokam. pūto medhyaś śrito bhavati gacchati svargaṃ lokam etābhir ṛgbhis tuṣṭuvānaḥ

Die Götter, nachdem sie die Asuras erschlagen hatten, hielten sich für gleichsam unrein, opferuntauglich. Sie wünschten sich: »Mögen wir rein, opfertauglich, gefestigt werden und zur himmlischen Welt gelangen.« Sie erblickten diese Verse; mit ihnen reinigten sie sich. »Dich läuternd, o Soma, in Strömen fließend, in Wasser gehüllt, fließe du« – Wasser nämlich ist der Läuterungsfilter; eben mit Wasser reinigten sie sich damit. »Als Schatzspender setzt du dich in den Mutterschoß der Weltordnung« – der Luftraum nämlich ist die Weltordnung; eben zu ihm gelangten sie damit empor. »Die goldene Quelle, der Gott« – jene Welt nämlich ist die goldene Quelle, der Gott; eben zu jener Welt näherten sie sich damit. Von da an wurden sie rein, opfertauglich, gefestigt, und gelangten zur himmlischen Welt. Rein, opfertauglich, gefestigt wird, wer, mit diesen Versen singend, zur himmlischen Welt gelangt.

tāsu rauravam. agnir vai rūrur etat sāmāpaśyat. yad agnī rūrur etat sāmāpaśyat tad rauravasya rauravatvam. rūra itivṛdhaḥ paśukāmas tapo ’tapyata. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. sa etām iḷām upait. paśavo vā iḷā. tato vai paśūn avārunddha. tad etat paśavyaṃ sāma. ava paśūn runddhe bahupaśur bhavati ya evaṃ veda. yad u rūra itivṛdhro ’paśyat tasmād v eva rauravam ity ākhyāyate. atha yaudhājayam. indro vai yudhājīvann etat sāmāpaśyat. yad indro yudhājīvann etat sāmāpaśyat tad yaudhājayasya yaudhājayatvam. ayudha iva dviṣantaṃ bhrātṛvyaṃ jayati ya evaṃ veda. yudhājīvo vaiśvāmitraḥ pratiṣṭhākāmas tapo ’tapyata. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. tato vai sa pratyatiṣṭhat. tad etat pratiṣṭhā sāma. pratitiṣṭhati ya evaṃ veda. yad u yudhājīvo vaiśvāmitro ’paśyat tasmād v eva yaudhājayam ity ākhyāyate

Darunter das Raurava. Agni, [als] Rūru, erblickte dieses Sāman. Dass Agni, [als] Rūru, dieses Sāman erblickte, das ist die Raurava-Kraft des Raurava. Rūru Itivṛdha, sich Vieh wünschend, übte Askese. Er erblickte dieses Sāman. Mit ihm sang er. Er näherte sich damit dieser Iḷā; Vieh nämlich ist Iḷā. Dadurch gewann er Vieh. Das ist das Vieh-Sāman. Vieh gewinnt, reich an Vieh wird, wer dies weiß. Und dass Rūru Itivṛdha es erblickte, deshalb eben trägt es den Namen Raurava. Nun das Yaudhājaya. Indra, [als] Kriegs-Lebender, erblickte dieses Sāman. Dass Indra, [als] Kriegs-Lebender, dieses Sāman erblickte, das ist die Yaudhājaya-Kraft des Yaudhājaya. Wie ohne Waffen besiegt seinen hassenden Rivalen, wer dies weiß. Yudhājīva Vaiśvāmitra, sich einen festen Stand wünschend, übte Askese. Er erblickte dieses Sāman. Mit ihm sang er. Dadurch gewann er einen festen Stand. Das ist das Stand-Sāman. Einen festen Stand gewinnt, wer dies weiß. Und dass Yudhājīva Vaiśvāmitra es erblickte, deshalb eben trägt es den Namen Yaudhājaya.

[Anm.: Hier beginnt eine längere Reihe von Sāman-Ursprungserzählungen nach einem festen Muster: Eine Gottheit erblickt den Gesang zuerst, ein gleichnamiger menschlicher Weiser erblickt ihn später erneut zur Erlangung eines bestimmten Wunsches, und der Name des Sāman wird auf den Weisen zurückgeführt – ein für die sāmavedische Brāhmaṇa-Literatur charakteristisches Wortspiel-Verfahren.]

yaudhājayena vai devā asurān saṃvicya rauraveṇaiṣāṃ ravamāṇānāṃ svam ādadata. yaudhājayenaiva dviṣantaṃ bhrātṛvyaṃ saṃvicya rauraveṇāsya ravamāṇasya svam ādatte ya evaṃ veda. rauraveṇa vai devā ūrdhvās svargaṃ lokam ārohan. tān asurā o vā ity evānvārohan. tad devāḥ pratyabudhyanta. ta etaṃ stobham apaśyan. tenainān o hā u vā ity avāco ’vāghnan. utso devo hirā hā u vā iti bhūmispṛśa evākurvan. antagatam iva sāmāsīt. rauravas svargo loka eva yacchet. ūrdhvaṃ pratihārād udgātā. svargasya lokasya samaṣṭyai. ṇyāyā au ho vā ho iḷā iti. svareṇaiva saṃtatya svargaṃ lokaṃ samaśnute. etāvanti ha khalu vai sāmāny etāvatī sāmaklṛptir etāvān u sāmabandhuḥ. svāraṃ bhavati. prāṇo vai svaraḥ. atha nidhanavat. ātmā vai nidhanam. athaiḷam. paśavo vā iḷā. prāṇam ātmānaṃ paśūṃs tān evaitat saṃdadhāti. sarvayāsya sāmaklṛptyā sarveṇa sāmabandhunā stutaṃ bhavati ya evaṃ veda

Mit dem Yaudhājaya überwältigten die Götter die Asuras, und mit dem Raurava nahmen sie ihnen, den Brüllenden, ihren Besitz. Mit dem Yaudhājaya überwältigt einer seinen hassenden Rivalen, und mit dem Raurava nimmt er dem Brüllenden seinen Besitz, wer dies weiß. Mit dem Raurava stiegen die Götter empor zur himmlischen Welt. Die Asuras stiegen ihnen, »o vā« [rufend], nach. Das bemerkten die Götter. Sie erblickten diesen Stobha-Ruf. Mit ihm schlugen sie sie, mit gesenkter Stimme, »o hā u vā« [rufend], nieder. »Die goldene Quelle, der Gott«, »hirā hā u vā« [rufend] machten sie sie zu bloßen Erdberührern. Es war, als sei das Sāman an sein Ende gelangt. Das Raurava gewährt geradezu die himmlische Welt selbst. »Aufwärts vom Pratihāra« [singt] der Udgātṛ – zur Gesamterlangung der himmlischen Welt. »Ṇyāyā au ho vā ho iḷā« – eben durch den fortlaufend ausgedehnten Ton erlangt er die himmlische Welt vollständig. So viele Sāmans es gibt, so viel ist die Fügung eines Sāman, so viel eben ist die Verwandtschaft eines Sāman: Es wird tonhaft – der Atem nämlich ist der Ton. Dann wird es nidhana-versehen – das Selbst nämlich ist das Nidhana. Dann wird es iḷā-versehen – das Vieh nämlich ist Iḷā. Atem, Selbst und Vieh eben fügt es damit zusammen. Mit der ganzen Fügung, mit der ganzen Verwandtschaft eines Sāman ist vollständig gepriesen, wer dies weiß.

[Anm.: Die hier und in den folgenden Abschnitten häufig auftretenden lautmalerischen Silbenketten ("o vā", "hā u vā", "ṇyāyā au ho vā ho iḷā" und ähnliche) sind sogenannte Stobha-Silben: bedeutungsfreie, aber rituell unverzichtbare Einschub- und Verlängerungssilben der sāmavedischen Gesangspraxis, die hier lautgetreu übernommen statt übersetzt werden.]

dve u ha vāva sāmanī stobhavac caivāstobhavac ca. tayor yat stobhavat tat kṣatram atha yad astobhavat tad brahma. ubhayaṃ brahma ca kṣatraṃ cāvarunddhe ya evaṃ veda. atha yaudhājayaṃ triṇidhaṃ savanānāṃ klṛptyai. pavamānena vai devebhyo ’nnādyaṃ pradīyate. tan madhyanidhanaṃ bhavaty annādyasya viśeṣāya. yad dhi devebhyas sarvam annādyaṃ pradīyeta na tad ihānnādyaṃ pariśiṣyeta yan manuṣyāś ca paśavaś copajīveyuḥ. tad yan madhyenidhanaṃ bhavaty annādyasyaiva viśeṣāya. devānāṃ vā asurā yajñavaśasam acikīrṣan. yāvaty etad dakṣiṇānāṃ kāle na stuvanti na śaṃsanti. tad devāḥ pratyabudhyanta. ta etat sāmāpaśyan. tenāstuvata. te prātassavanam eva prathamena nidhanena paryagṛhṇan mādhyaṃdinaṃ dvitīyena tṛtīyasavanaṃ tṛtīyena. tān eva vajrān udayacchan. tān eva vajrān udyatān asurā nopādhṛṣṇuvan. tato vai devā abhavan parāsurāḥ. bhavaty ātmanā parāsya dviṣan bhrātṛvyo bhavati ya evaṃ veda. atha ha sa klṛpta eva pavamāno yasminnāvi triṇidhanaṃ bhavati savanānām eva klṛptyai

Zweierlei Sāman gibt es: eines mit Stobha-Silben und eines ohne. Von diesen ist das mit Stobha-Silben die Kṣatra-Macht, das ohne Stobha-Silben das heilige Wort. Beides, heiliges Wort und Kṣatra-Macht, sichert sich, wer dies weiß. Das Yaudhājaya hat ein dreifaches Nidhana, zur Fügung der drei Pressungen. Durch den Pavamāna wird den Göttern Speise gegeben. Dass dieser ein mittleres Nidhana hat, dient der Unterscheidung der Speise: Würde nämlich den Göttern alle Speise gegeben, bliebe hier keine Speise übrig, wovon Menschen und Vieh leben könnten. Dass er ein mittleres Nidhana hat, dient eben der Unterscheidung der Speise. Die Asuras wollten den Göttern die Herrschaft über das Opfer entreißen: solange, während der Zeit der Opfergaben, weder gesungen noch rezitiert wird. Das bemerkten die Götter. Sie erblickten dieses Sāman. Mit ihm sangen sie. Sie umfassten die Morgenpressung mit dem ersten Nidhana, die Mittagspressung mit dem zweiten, die dritte Pressung mit dem dritten. Eben diese richteten sie als Waffen auf. Diese aufgerichteten Waffen konnten die Asuras nicht überwältigen. Da wurden die Götter zu ›denen jenseits der Asuras‹. Durch sich selbst wird zu einem, dessen hassender Rivale zurückbleibt, wer dies weiß. So ist eben der Pavamāna dort gefügt, wo ein dreifaches Nidhana vorkommt, eben zur Fügung der Pressungen.

devāsurās saṃyattā jyoṅ na vyajayanta. bṛhaspatir devānāṃ purohita āsīd uśanā kāvyo ’surāṇām. tad yad evāvastād brahmākriyata tat parastād akriyata. tat samānaṃ brahma na vyajayat. teṣāṃ ha triśīrṣagandharvo vijayasyāvet. sa haiṣāsa. tasya hāpsv antar naunagaraṃ pariplavam āsa. tad indro ’nvabudhyata triśīrṣā vai nau vijayasya vedeti. tasyā jāyām ārchad etasyaiva vijayasya kāmāya. tām abravīt pṛcchatāt patiṃ ya ime devāsurās saṃyattā jyog abhūvan katara eṣāṃ jeṣyantīti. tad dhaiva saṃvadamānāvājagāma. sa ha tad eva naumaṇḍa upaśiśleṣa jalāyukā vā tṛṇakaṃ vā bhūtvā. seyaṃ patiṃ papraccha ya ime devāsurās saṃyattā jyog abhūvan katara eṣāṃ jeṣyantīti

Die Götter und Asuras stritten, lange Zeit unentschieden. Bṛhaspati war der Hauspriester der Götter, Uśanas Kāvya der der Asuras. Was auf der einen Seite an heiliger Macht (brahman) gewirkt wurde, wurde auf der anderen ebenso gewirkt. Diese gleichbleibende heilige Macht entschied nichts. Unter ihnen kannte ein dreiköpfiger Gandharva das Geheimnis des Sieges. Er allein besaß es. Er hatte inmitten der Gewässer eine treibende Boots-Siedlung. Das bemerkte Indra: »Der Dreiköpfige kennt das Geheimnis des Sieges.« Er näherte sich dessen Gattin, eben um dieses Sieges willen. Er sprach zu ihr: »Frage deinen Gatten, welcher von diesen, den seit langem streitenden Göttern und Asuras, siegen wird.« Während die beiden [Gandharva und Gattin] darüber redeten, kam er heran. Er hatte sich, zum Blutegel oder zum Grashalm geworden, dicht an eben dieses Bootsgefüge geschmiegt. Sie fragte ihren Gatten: »Welcher von diesen, den seit langem streitenden Göttern und Asuras, wird siegen?«

[Anm.: Der dreiköpfige Gandharva, der das Geheimnis des Sieges hütet, erinnert an die aus anderen Brāhmaṇas, insbesondere dem Śatapatha-Brāhmaṇa, bekannte Gestalt des dreiköpfigen Tvaṣṭra-Sohns Triśiras/Viśvarūpa, den Indra überlistet und tötet; die vorliegende Erzählung mit dem schwimmenden Bootsgefüge dürfte eine eigenständige Ausgestaltung desselben Sagenkreises sein.]

moccair iti hovāca karṇinī vai bhūmir iti. tad idam apy etad āhur moccaiḥ karṇinī vai bhūmir iti. neti hovāca brūhy eveti. sa hovāca brāhmaṇāv imau samaṃ vidatur bṛhaspatir ayaṃ deveṣūśanā kāvyo ’sureṣu. tau yat kurutastat samam eva yacchati. yā itara āhutīr juhoti tā itaraḥ. tās sametya yathāyatham eva punar viparāyanti. tayor yataro yatarān upasameṣyati te jeṣyantīti. tad dhaivendro ’nubudhya śuko bhūtvotpapāta. taṃ hānvīkṣya patantam uvāca yeṣām asau haritavarṇakaḥ patati te jeṣyantīti. sa hośanasaṃ kāvyam ājagāmāsureṣu. taṃ hovācarṣe kam imaṃ janaṃ vardhayasy asmākaṃ vai tvam asi vayaṃ vā tavāsmān abhyupāvartasveti. katheti hovāca kena mopamantrayasa iti. yā imā virocanasya prāhlādeḥ kāmadughas tābhir atitabhirha pratvitveva praduduvatuḥ. tau hāsurā anvavajahrire. tau hānvājagmuḥ. sa hovācarṣe ’nu vai nāv ime ’surā agmann iti. sa vai tathā kurv iti hovāca yathā nāv etenānvāgacchān iti. tau haitat pratipedāte --

»Moccaiḥ«, sprach er, »denn geöhrt ist die Erde.« – Dies eben sagen sie auch heute noch: »Moccaiḥ, denn geöhrt ist die Erde.« – »Nein«, sprach sie, »sag es mir doch offen.« Da sprach er: »Diese beiden Brahmanen wissen gleich viel: Bṛhaspati hier unter den Göttern, Uśanas Kāvya unter den Asuras. Was die beiden tun, das machen sie einander gleich. Welche Opfergüsse der eine darbringt, die [gleichen] der andere. Zusammengekommen, gehen sie wieder auseinander, jeder an seinen Ort, wie zuvor. Welcher von beiden sich dem anderen [Priester] nähern wird, dessen Seite wird siegen.« Da flog Indra, dies erkennend, als Papagei verwandelt empor. Ihn im Fluge beobachtend, sprach er [der Gandharva]: »Zu wem dieser Grüngefärbte fliegt, die werden siegen.« Da kam er zu Uśanas Kāvya unter den Asuras. Der sprach zu ihm: »O Weiser, wen stärkst du da? Bist du unser, oder sind wir dein? Wende dich uns doch zu!« – »Wie das?«, sprach er, »Womit lädst du mich ein?« Mit jenen wunscherfüllenden Kühen Prahlādas, des Sohns Virocanas, liefen die beiden [Kämpfenden?], wetteifernd, dahin. Die Asuras aber nahmen sie ihnen wieder ab. Die beiden [die Kühe?] kamen ihnen nach. Da sprach er: »O Weiser, sind uns diese Asuras da nun gefolgt?« – »So mache es doch so«, sprach er, »dass sie uns dadurch nachfolgen.« Da erlangten die beiden Folgendes:

[Anm.: Diese kurze Erzählung über einen Wettlauf mit wunscherfüllenden Kühen zwischen Göttern und Asuras ist im überlieferten Sanskrit-Text an mehreren Stellen mehrdeutig, insbesondere hinsichtlich der genauen Bezugspersonen der Pronomen; die Übersetzung gibt die wahrscheinlichste Lesart wieder.]

svāyudhaḥ pavate deva indur aśastihā vṛjanā rakṣamāṇaḥ. pitā devānāṃ janitā sudakṣo viṣṭambho divo dharuṇaḥ pṛthivyāḥ. iti. ā divo viṣṭambham ucchiśriyatuḥ. taṃ haivāsurān nātīyuḥ. tau hābhiḥ kāmadughābhir devānāṃ jagmatuḥ. tau hāgatau mahayāṃcakre ṛṣir vipraḥ puraetā janānām ṛbhur dhīra uśanā kāvyena. sa cid viveda nihitaṃ yad āsām apīcyaṃ guhyaṃ nāma gonām. iti. tā etāḥ paśavyā ṛcaḥ. ava paśūn runddhe bahupaśur bhavaty etābhir ṛgbhis tuṣṭuvānaḥ. tāsv auśanam. uśanā vai kāvyo deveṣv amartyaṃ gandharvalokam aicchat. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. tato vai sa deveṣv amartyaṃ gandharvalokam āśnuta. tad etal lokavit sāma. aśnute deveṣv amartyaṃ gandharvalokam ete tuṣṭuvānaḥ. yad uśanā kāvyo ’paśyat tasmād auśanam ity ākhyāyate. tat svāraṃ bhavati. svareṇa vai devebhyo ’nnādyaṃ pradīyate. ṛksamaṃ pavamānānte bhavati. narcā sāmātirecayanti narcaṃ sāmnā. tad yad iheva ceheva ca pavamānena stuvata etasyaiva samatāyai samaṃ klṛptyai. padānusvāraṃ purastād gāyatraṃ bhavati padānusvāram upariṣṭāt pavamānānte. tasmād ubhayataḥprāṇāḥ prajā ūrdhvāś cāvācīś ca. dviṣāmṇī gāyatrī. yo ’yaṃ avāṅ prāṇa eṣa eva saḥ. tasmād etena dvayaṃ prāṇena karoti bhasma ca karoti vātaṃ ca. dviṣāmṇī bṛhatī. yo ’yaṃ prāṅ prāṇa eṣa eva saḥ. tasmād etena dvayaṃ prāṇena karoti retaś ca siñcati mehati ca. ekasāmnī triṣṭup. nābhir eva sā. tasyām ekaṃ sāma. tasmād etenaikam eva prāṇena karoti yad eva prāṇān udanto ’nūdaniti

»Wohlbewaffnet läutert sich der Gott Indu, der Verwünschung tötend, die Scharen schützend. Vater der Götter, Erzeuger, wohlvermögend, Stütze des Himmels, Träger der Erde.« Die beiden richteten damit die Stütze des Himmels empor. Damit allein aber übertrafen sie die Asuras noch nicht. Die beiden gingen mit jenen wunscherfüllenden Kühen zu den Göttern über. Die beiden wurden, als sie ankamen, gepriesen: »Der Seher, der Redekundige, der Erste der Menschen, der Kunstfertige, der Weise – mit Uśanas Kāvya.« »Er hat den verborgenen, geheimen Namen dieser Kühe gefunden, der verhüllt war.« Dies sind die Vieh-Verse. Vieh gewinnt, reich an Vieh wird, wer, mit diesen Versen singend, dies weiß. Darunter das Auśana. Uśanas Kāvya wünschte sich unter den Göttern die unsterbliche Gandharven-Welt. Er erblickte dieses Sāman. Mit ihm sang er. Dadurch erlangte er unter den Göttern die unsterbliche Gandharven-Welt. Das ist das ›welterkennende‹ Sāman. Er erlangt unter den Göttern die unsterbliche Gandharven-Welt, wer mit diesen [Versen] singt. Dass Uśanas Kāvya es erblickte, deshalb trägt es den Namen Auśana. Es wird tonhaft; durch den Ton nämlich wird den Göttern Speise gegeben. Am Ende des Pavamāna entsteht ein Ausgleich zwischen Vers und Melodie. Man lässt weder den Vers die Melodie übertreffen noch die Melodie den Vers. Dass man hier wie dort mit dem Pavamāna in gleicher Weise preist, dient eben dieser Ausgeglichenheit, dieser gleichmäßigen Fügung. Vorn, beim Gāyatra, gibt es einen Fuß-Nachklang; hinten, am Ende des Pavamāna, ebenfalls einen Fuß-Nachklang. Deshalb haben die Geschöpfe Atem nach beiden Seiten, aufwärts und abwärts gerichtet. Zweimelodig ist die Gāyatrī; sie ist eben dieser abwärtsgerichtete Atem, der Ausatem. Deshalb bewirkt man durch ihn ein Doppeltes: Asche entsteht und Wind entsteht. Zweimelodig ist die Bṛhatī; sie ist eben dieser aufwärtsgerichtete Atem, der Einatem. Deshalb bewirkt man durch ihn ein Doppeltes: Samen ergießt sich und Harn wird gelassen. Einmelodig ist die Triṣṭubh; sie eben ist der Nabel. In ihr ist nur ein Sāman. Deshalb bewirkt man durch ihn nur eines: dass die Atemkräfte, aufsteigend, [entsprechend] wieder ausatmen.

[Anm.: Die Verse "pitā devānāṃ janitā sudakṣaḥ" und das Motiv vom "verborgenen, geheimen Namen der Kühe" gehören erkennbar zum Bestand echter Ṛgveda-Hymnen an Soma beziehungsweise zum vedischen Rätselmotiv der "geheimen Kuhnamen" – ein Beispiel dafür, wie das Jaiminīya-Brāhmaṇa vorhandenes Ṛgveda-Material sāmavedisch neu einbettet. Der letzte Satz über die Atemkräfte bleibt im Wortlaut unsicher.]

prajāpatir yad bṛhadrathantare asṛjata sa mana evāgre bṛhad apaśyat. vācaṃ rathantaram abhivyāharat. tad yad vācaṃ rathantaram abhivyāharat tasmād u rathantaraṃ pūrvaṃ yogam ānaśe. atha yan mano ’gre bṛhad apaśyat tasmād u bṛhadrathantare ity ākhyāyete. mano va pūrvam atha vāk. mano vai bṛhad vāg rathantaram. ṛg vai rathantaraṃ sāma bṛhat. brahma vai rathantaraṃ kṣatraṃ bṛhat. idaṃ vai rathantaram ado bṛhat. yad vā ejata iva tad rāthantaraṃ yad upasthitaṃ tad bārhatam. ye vā anyatodantāḥ paśavas te rāthantarā ya ubhayatodantās te bārhatāḥ. yā vai tiraścī vidyut sā rāthantarī yordhvā sā bārhatī. rathantarasya mahimnas saṃbhṛtya rathantareṇodgāyet yas te agnau mahimā yas te apsu rathe yas te mahimā stanayitnau ya u te vāte yas te mahimā tena saṃbhava rathantaraṃ draviṇasvan na edhi iti. draviṇasvad evodgātre bhavati. draviṇasvad yajamānāya draviṇasvad evodgātre bhavati draviṇasvad yajamānāya draviṇasvad prajābhyaḥ

Als Prajāpati Bṛhat und Rathantara schuf, erblickte er zuerst, mit dem Denken, das Bṛhat. Mit der Rede sprach er das Rathantara aus. Dass er das Rathantara mit der Rede aussprach, deshalb erlangte eben das Rathantara zuerst den Vorrang der Anwendung. Dass er aber zuerst, mit dem Denken, das Bṛhat erblickte, deshalb werden die beiden ›Bṛhad-Rathantara‹ genannt. Das Denken geht ja voran, dann die Rede. Das Denken nämlich ist das Bṛhat, die Rede das Rathantara. Der Ṛc-Vers ist das Rathantara, die Melodie das Bṛhat. Das heilige Wort ist das Rathantara, die Kṣatra-Macht das Bṛhat. Diese Welt hier ist das Rathantara, jene dort das Bṛhat. Was sich gleichsam bewegt, das gehört zum Rathantara-Typ; was ruhig dasteht, das zum Bṛhat-Typ. Die Tiere, die nur auf einer Seite Zähne haben, sind vom Rathantara-Typ; die auf beiden Seiten Zähne haben, vom Bṛhat-Typ. Der Blitz, der quer fährt, ist vom Rathantara-Typ; der senkrecht aufsteigt, vom Bṛhat-Typ. Nachdem man die Größe des Rathantara gesammelt hat, singe man mit dem Rathantara den Udgītha: »Welche Größe dein ist im Feuer, welche Größe dein im Wasser, im Wagen, welche Größe dein im Donner, und welche Größe dein im Wind – mit ihr komm zusammen, o Rathantara, reich an Gut, sei uns!« Reich an Gut wird der Udgātṛ, reich an Gut der Opferherr, reich an Gut die Nachkommen.

devāsurā aspardhanta. te devā vajraṃ kṣurapavim asṛjanta puruṣam eva. tam asurān abhyavṛñjan. so ’surān apopya devān abhyāvartata. tasmād devā abibhayuḥ. tam abhipadya bṛhadrathantarayoḥ prauhan. sa eṣa vajraḥ kṣurapavir bṛhadrathantarayoḥ puruṣa eva. sa yaṃ dviṣyād bṛhadrathantarayor enam mukhe ’pidadhyāt. yadi rāthantaras somas syād rathantare prastute brūyāt divaṃ pitaram upaśraye bṛhan mā mā hiṃsīḥ iti. athānumantrayeta prāṇair amuṣya prāṇān vṛṅkṣva. takṣaṇena tekṣaṇīyasāyur asya prāṇān vṛṅkṣva. kruddha enaṃ manunyā daṇḍena jahi. dhanur enam ātatyeṣvā vidhya iti. bṛhadrathantarayor evainaṃ mukhe’pidadhāti. yaṃ dveṣṭi taṃ purā saṃvatsarāt prāṇo jahāti. yo vai devarathaṃ veda rathī bhavati. yajño vāva devarathaḥ. tasya bahiṣpavamānam eva rathamukhaṃ bṛhadrathantare aśvāv ājyāni yoktrāṇy abhīśū pavamānau pakṣasī --

Die Götter und die Asuras stritten miteinander. Da schufen die Götter die Waffe mit scharfer Schneide, als einen Menschen selbst. Mit ihm überwältigten sie die Asuras. Nachdem er die Asuras vertrieben hatte, wandte er sich wieder den Göttern zu. Da fürchteten sich die Götter vor ihm. Sie ergriffen ihn und fügten ihn in Bṛhat und Rathantara ein. Eben diese Waffe mit scharfer Schneide ist der Mensch in Bṛhat-und-Rathantara. Wen man hasst, den sollte man in den Mund von Bṛhat-und-Rathantara einfügen. Wäre der Soma vom Rathantara-Typ, spreche man, wenn das Rathantara angestimmt wird: »Ich nehme Zuflucht beim Himmel, dem Vater; o Bṛhat, schade mir nicht.« Dann spreche man den Beschwörungsspruch: »Mit seinen Atemkräften schneide seine Atemkräfte ab. Mit dem Schnitzmesser des Schnitzers, [verkürze] sein Leben, schneide seine Atemkräfte ab. Erzürnt schlage ihn mit des Menschen Stab. Spanne den Bogen und durchbohre ihn mit dem Pfeil.« Eben damit fügt man ihn in den Mund von Bṛhat-und-Rathantara ein. Noch vor Ablauf eines Jahres verlässt der Atem den, den man hasst. Wer den göttlichen Wagen kennt, wird zum Wagenlenker. Das Opfer nämlich ist der göttliche Wagen. Sein Bahiṣpavamāna ist das Wagenmaul, Bṛhat und Rathantara die beiden Rosse, die Ājya-Sprüche die Zügel, die beiden Pavamāna-Läufe die Leitriemen, die beiden Flanken –

[Anm.: Diese Passage verbindet die schon aus 1.97–99 bekannte Erzählung vom Waffen-Menschen mit einem konkreten Fluchritual gegen einen Rivalen, das in seiner politisch-magischen Anwendung an die Droṇakalaśa-Zauberei in 1.79 erinnert. Die anschließende Gleichsetzung des Opfers mit einem göttlichen Wagen, dessen Teile den Ritualelementen entsprechen, gehört zu einer im Veda verbreiteten Bildtradition, die später etwa im berühmten Wagen-Gleichnis der Kaṭha-Upaniṣad (3.3–9) fortwirkt.]

-- auśana - kāve āṇī naudhasakāleye bandhurādhiṣṭhānaṃ vāmadevyam upastho yajñāyajñīyam adhyāsthātā sa eṣa puruṣaḥ. eṣa vai devarathaḥ. rathī bhavati ya evaṃ veda. yadi rāthantaras somas syād bṛhan nāntaryāt. yadi bārhatas somas syād rathantaraṃ nāntaryāt. ho vai bṛhadrāthantaram. rathantare prastute ho ity uktvādim ādadīta. bṛhad eva tad rathantarasya mukhato yunakti. (ā vai rathantaraṃ bārhatam.) bṛhati prastute ā ity uktvādim ādadīta. rathantaram eva tad bṛhato mukhato yunakti. asthūriṃ devarathaṃ karoti prati yajñaṃ sthāpayati praty ātmanā tiṣṭhati. eṣa vai devaratho yad rathantaram. rathantare prastute pṛthivīṃ hastābhyāṃ gacched devarathasyānapavyāthāya

– [des] Auśana; die beiden Kāve die Achsnägel; das Naudhasa …; das Kāleya die Sitzstütze; das Vāmadevya den Schoß; das Yajñāyajñīya bestieg er – das eben ist dieser Mensch. Dies eben ist der göttliche Wagen. Zum Wagenlenker wird, wer dies weiß. Wäre der Soma vom Rathantara-Typ, sollte er das Bṛhat nicht entbehren. Wäre er vom Bṛhat-Typ, sollte er das Rathantara nicht entbehren. »Ho« gehört zu Bṛhad-Rathantara. Wenn das Rathantara angestimmt wird, spreche man »ho« und nehme dann den Anfang [des Bṛhat] auf; damit jocht man eben das Bṛhat vom Munde des Rathantara her an. »Ā« gehört zu Rathantara-und-Bṛhat. Wenn das Bṛhat angestimmt wird, spreche man »ā« und nehme dann den Anfang [des Rathantara] auf; damit jocht man eben das Rathantara vom Munde des Bṛhat her an. So macht man den göttlichen Wagen ›ohne festen Achsnagel‹ – man gründet das Opfer, steht selbst durch sich selbst fest. Dies eben ist der göttliche Wagen, nämlich das Rathantara. Wenn das Rathantara angestimmt wird, gehe man mit beiden Händen zur Erde – zur ununterbrochenen Fortdauer des göttlichen Wagens.

[Anm.: Die genaue Zuordnung einzelner, teils sonst nicht näher bekannter Gesangsbezeichnungen (Kāve, Naudhasa, Kāleya) zu den Wagenteilen bleibt im Detail unsicher; tragend ist die Gesamtaussage, dass der Opferwagen aus den benannten Sāman-Elementen zusammengesetzt wird. Der Ausdruck "ohne festen Achsnagel" (asthūri) knüpft an dasselbe Bild wie bereits in 1.67 an.]

ekam akṣaraṃ stobhati. tasmād areṇāreṇa rathaḥ pratitiṣṭhann eti. dve akṣare stobhati. dve rathasya pakṣasī. pakṣābhyām eva tad devarathaṃ pratiṣṭhāpayati. trīṇy akṣarāṇi stobhati. dvipād vai yajamāna ātmā tṛtīyaḥ. yajamāna eva tat pratitiṣṭhati. atho traya ime lokāḥ. tān eva tad āpnoti. catvāry akṣarāṇi stobhati. catasro diśaś catuṣpādāḥ paśavaḥ. dikṣu caitat paśuṣu ca pratitiṣṭhati. pañcākṣarāṇi stobhati. pāṃkto yajñaḥ pāṃktāḥ paśavaḥ. yajñe caitat paśuṣu ca pratitiṣṭhati. ṣaḍ akṣarāṇi stobhati. ṣaḍ vā ṛtavaḥ. ṛtuṣv eva tat pratitiṣṭhati. atho ṣaḍ vai chandāṃsi. tāny eva tad āpnoti. saptākṣarāṇi stobhati. saptapadā vai śakvaryaḥ. śākvarāḥ paśavaḥ. paśuṣv eva tac chakvaryāṃ pratitiṣṭhati. atho sapta caturuttarāṇi chandāṃsi sapta mukhyāḥ prāṇāḥ. tāny eva tad āpnoti. aṣṭākṣarāṇi stobhati. aṣṭākṣarā vai gāyatrī. tejo brahmavarcasaṃ gāyatrī. tejasv eva tad brahmavarcase pratitiṣṭhati. atho aṣṭāśapheṣv eva paśuṣu

Er stimmt einen Stobha-Laut von einer Silbe an. Deshalb fährt der Wagen, Spur um Spur fest auftretend, dahin. Er stimmt zwei Silben an. Zwei sind die Flanken des Wagens; eben durch die beiden Flanken gründet er damit den göttlichen Wagen. Er stimmt drei Silben an. Zweifüßig ist der Opferherr, [er] selbst der dritte; eben den Opferherrn gründet er damit. Auch sind es drei, diese Welten; eben die erlangt er damit. Er stimmt vier Silben an. Vier sind die Richtungen, vierfüßig das Vieh; in den Richtungen und im Vieh gründet er dies damit. Er stimmt fünf Silben an. Fünfgliedrig ist das Opfer, fünfgliedrig das Vieh; im Opfer und im Vieh gründet er dies damit. Er stimmt sechs Silben an. Sechs nämlich sind die Jahreszeiten; in den Jahreszeiten gründet er dies. Auch sind es sechs, die Versmaße; die erlangt er damit. Er stimmt sieben Silben an. Siebenfüßig sind die Śakvarī-Verse, śakvarisch das Vieh; im Vieh, in der Śakvarī, gründet er dies. Auch sind es sieben Versmaße mit vier weiteren, sieben die maßgeblichen Atemkräfte; die erlangt er damit. Er stimmt acht Silben an. Achtsilbig ist die Gāyatrī; Glanz und heilige Glut ist die Gāyatrī. Im Glanz, in der heiligen Glut, gründet er dies. Auch in den achthufigen Tieren.

[Anm.: Die "sieben maßgeblichen Atemkräfte" beziehen sich auf die sieben Öffnungen des Kopfes (zwei Augen, zwei Ohren, zwei Nasenlöcher, ein Mund), ein auch in den Upaniṣaden geläufiges physiologisches Grundmuster.]

navākṣarāṇi stobhati. nava vai puruṣe prāṇāḥ. prāṇān evaitad dviṣato bhrātṛvyasya vṛñjyāt. prāṇān ātman dhatte ’tho bhrātṛvyasya. trivṛta eva stomasya stotram āpnoti. daśākṣarāṇi stobhati. daśākṣarā virāḍ annaṃ virāṭ. virājya eva tad annādye pratitiṣṭhati. atho daśa prāṇāḥ. tān eva tad āpnoti. ekādaśākṣarāṇi stobhati. ekādaśākṣarā triṣṭup. indriyaṃ vīryaṃ triṣṭup. indriyam eva tad vīrye pratitiṣṭhati. dvādaśākṣarāṇi stobhati. dvādaśākṣarā vai jagatī. paśavo jagatī. paśuṣv eva taj jagatyāṃ pratitiṣṭhati. atho dvādaśa māsāḥ. tān eva tad āpnoti. trayodaśākṣarāṇi stobhati. ya evāsāv adhicaras trayodaśo māsas tam eva tad āpnoti. caturdaśākṣarāṇi stobhati. saṃvatsaro vai caturdaśaḥ. saṃvatsara eva tat pratitiṣṭhati. pañcadaśākṣarāṇi stobhati. pañcadaśa vā ardhamāsasya rātrayaḥ. ardhamāsaśa eva saṃvatsaram āpnoti. ṣoḍaśākṣarāṇi stobhati. ṣoḍaśakalo vai puruṣaḥ. kalā eva tad dviṣantaṃ pāpmānaṃ bhrātavyam avāñcam apavahanti śriyam ātmanāśnute. atho ṣoḍaśina eva stomasya stotram āpnoti. saptadaśākṣarāṇi stobhati. prajāpatir vai saptadaśaḥ. prajāpatāv eva tat pratitiṣṭhati

Er stimmt neun Silben an. Neun nämlich sind die Atemkräfte im Menschen; damit würde er die Atemkräfte des hassenden Rivalen abschneiden. Er legt die Atemkräfte in sich selbst, und [entzieht sie] dem Rivalen. Er erlangt damit den Lobgesang des Trivṛt-Stoma. Er stimmt zehn Silben an. Zehnsilbig ist die Virāj; Speise ist die Virāj. In der Virāj gründet er dies in der Speise. Auch sind es zehn Atemkräfte; die erlangt er damit. Er stimmt elf Silben an. Elfsilbig ist die Triṣṭubh; Sinneskraft und Manneskraft ist die Triṣṭubh. In der Sinneskraft, in der Manneskraft, gründet er dies. Er stimmt zwölf Silben an. Zwölfsilbig ist die Jagatī; Vieh ist die Jagatī. Im Vieh gründet er dies in der Jagatī. Auch sind es zwölf Monate; die erlangt er damit. Er stimmt dreizehn Silben an. Welcher der dreizehnte, hinzutretende Monat ist [der Schaltmonat], den erlangt er damit. Er stimmt vierzehn Silben an. Vierzehnfach ist das Jahr; im Jahr selbst gründet er dies. Er stimmt fünfzehn Silben an. Fünfzehn nämlich sind die Nächte eines halben Monats; mit jedem halben Monat erlangt er ein ganzes Jahr. Er stimmt sechzehn Silben an. Sechzehnteilig ist der Mensch; durch die Teile eben treibt er den hassenden, bösen Rivalen fort, hinunter, und erlangt selbst Glanz. Auch erlangt er damit den Lobgesang des Ṣoḍaśin-Stoma. Er stimmt siebzehn Silben an. Prajāpati ist der Siebzehnte; in Prajāpati gründet er dies.

etad anyat stobhet. ṛcam evānya gāyet. sa yad ṛcam eva gāyati tena rathantarasya rūpaṃ naiti. ṛg ghi rathantaraṃ sāma bṛhat. yady u stobhed aṣṭāv evākṣarāṇi stobhet. tad v eva saṃprati. svar dṛśaṃ prativipaśyec cakṣuṣo ’pravarhāya. yad īśānam indra iti pratihared īśāno yajamānasya paśūn abhimānukas syāt. atha yat śānam indra iti pratiharati neśāno yajamānasya paśūn abhimanyate śāntāḥ prajā edhante. pratihārepratihāra udgātā iḷā iti brūyāt. paśavo vā iḷāyatanaṃ rathantaram. āyatana eva tad etān paśūn pratiṣṭhāpayati. nasthuṣaḥ iti brūyāt. yat tasthuṣaḥ iti brūyāt sthāyukāsya śrīs syāt. atha yat nasthuṣaḥ ity āha nāsya śrīs tiṣṭhati bahavo ’sya svāyātena yānti. bṛhadrathantare vyāvartayet. yad dha vai bṛhadrathantare na vyāvartayed yathā mahāvṛkṣau samṛtya śākhā vipariśṛṇīta evaṃ prajāḥ paśūn vipariśṛṇīyātām. ho vā hā vai vṛhad o vā hā rathantaram. bṛhadrathantare evaitad vyāvartayati vi pāpmanā vartate ya evaṃ veda

Etwas anderes könnte man auch als Stobha anstimmen: Man könnte auch nur den Ṛc-Vers selbst singen. Singt man aber nur den Ṛc-Vers, erlangt man dadurch nicht die Gestalt des Rathantara; denn der Ṛc-Vers ist das Rathantara, die Melodie das Bṛhat. Will man dennoch einen Stobha anstimmen, sollte man eben acht Silben anstimmen; das ist gegenwärtig das Angemessene. Man blicke wiederholt zum Himmelslicht hinauf – zum Schutz des Augenlichts vor Schaden. Würde man beim Pratihāra mit ›yad īśānam indra‹ antworten, würde der Herrschende dazu neigen, dem Opferherrn nach seinem Vieh zu trachten. Antwortet man aber mit ›yac chānam indra‹, trachtet der Herrschende nicht nach dem Vieh des Opferherrn; die Nachkommen gedeihen friedlich. Bei jedem Pratihāra soll der Udgātṛ ›Iḷā‹ sprechen. Vieh nämlich ist die Wohnstatt Iḷās, des Rathantara; eben in der Wohnstatt gründet er damit dieses Vieh. Man soll ›nasthuṣaḥ‹ sprechen. Würde man ›tasthuṣaḥ‹ sprechen, wäre sein Glanz nur ein stillstehender. Spricht man aber ›nasthuṣaḥ‹, steht sein Glanz nicht still; viele kommen von selbst zu ihm. Man wechsle zwischen Bṛhat und Rathantara ab. Würde man nicht zwischen Bṛhat und Rathantara abwechseln, würden, wie bei zwei großen, ineinander verwachsenen Bäumen die Äste auseinandergerissen würden, ebenso Nachkommen und Vieh auseinandergerissen. »Ho vā« gehört zum Bṛhat, »o vā« zum Rathantara. Damit wechselt man eben zwischen Bṛhat und Rathantara ab. Er wendet sich vom Übel ab, wer dies weiß.

[Anm.: Dass die minimale Lautvariante "īśānam"/"śānam" über Wohl und Schaden des Viehbestands entscheidet, gehört zu demselben Themenkreis rituell folgenreicher Feinunterschiede der Aussprache wie die zu 1.112 vermerkte Anekdote von "indraśatru".]

yathā syād evaṃ bubhūṣann upeyāt. yathāsyed evaṃ bhrātṛvyavān. jayaty ātmanā parāsya dviṣan bhrātṛvyo bhavati ya evaṃ veda. bṛhadrathantare yad asṛjyetāṃ tābhyāṃ bhīṣā prajāḥ paśava udavepanta. te ātmānam eva paryaikṣetāṃ kiṃ nu nāv idaṃ krūram ivātmano yasmād bhīṣā prajāḥ paśava udavepiṣateti. te nidhane evāpaśyatām. te araṇye nidhāya grāmam abhyavaitām. tad eva svakṛtam iriṇam abhavat. tasmād āhur na svakṛtam iriṇam adhyavaseyam. īśvaraḥ pāpīyān bhavitor yatsvakṛtam iriṇam adhyavasyatīti. bṛhadrathantarayor ha vā etan nidhanābhyāṃ nirdagdham. te ha vā ete grāmegeye evāpanidhane yad bṛhadrathantare. kāmaṃ ha vā etābhyām apanidhanābhyāṃ grāme stuvīta

So wie es sein sollte, so sollte man dies wünschend vorgehen; so wie es wäre, so [verfahre man], wenn man einen hassenden Rivalen hat. Er siegt; sein hassender Rivale bleibt durch ihn selbst zurück, wer dies weiß. Als Bṛhat und Rathantara geschaffen wurden, erzitterten Nachkommen und Vieh aus Furcht vor den beiden. Sie betrachteten sich selbst und dachten: »Was ist da Grausames an uns, dass Nachkommen und Vieh aus Furcht erzittern?« Sie erkannten es im Nidhana. Sie legten es in der Wildnis ab und gingen ins Dorf. Das aber wurde zu einer selbstverschuldeten Salzwüste. Deshalb sagt man: Man soll sich nicht auf einer selbstverschuldeten Salzwüste niederlassen; schlechter wird, wer sich auf einer selbstverschuldeten Salzwüste niederlässt. Durch diese beiden Nidhanas von Bṛhat-und-Rathantara wurde dies aber ausgebrannt. Diese beiden haben ihr Nach-Nidhana eben ›im Dorf zu singen‹, nämlich Bṛhat und Rathantara. Mit diesen beiden Nach-Nidhanas mag man nach Belieben im Dorf singen.

[Anm.: Das Bild der "selbstverschuldeten Salzwüste", die durch das bloße Ablegen einer unerkannten Gefahr entsteht, ist eine bemerkenswerte, sprichwortartig verdichtete Formulierung innerhalb dieser sonst sehr technischen Passage.]

aṣṭākṣareṇa prastauti. dvyakṣareṇottare prastautya abhikrāntyā anapabhraṃśāya. aṣṭākṣareṇa prastauti. dvyakṣareṇottare prastauti. dvipādam eva tad aṣṭāśapheṣu paśuṣv adhyūhati. tasmād dvipād aṣṭāśaphān paśūn adhitiṣṭhati. aṣṭākṣareṇa prastauti. dvyakṣareṇottare prastauti. dvipādam eva tad aṣṭāśapheṣu paśuṣv adhyūhati. tasmād dvipād aṣṭāśaphān paśūn adhitiṣṭhati. aṣṭākṣareṇa prastauti. dvyakṣareṇottare dve prastauti. tad dvādaśa saṃpadyante. dvādaśa māsās saṃvatsaraḥ. saṃvatsaraḥ prajāpatir yajñaḥ. saṃvatsaram evaitena prajāpatiṃ yajñam āpnoti. akṣareṣu rathantaraṃ karoti. tasmād areṇāreṇa rathaḥ pratitiṣṭhann eti. rathantareṇa vai devā asurān saṃvicya bṛhatā jālenevābhinyaubjan. rathantareṇaiva dviṣantaṃ bhrātṛvyaṃ bṛhatā jālenevābhinyubjati ya evaṃ veda. rathantareṇa vai devā ūrdhvās svargaṃ lokam āyan. tāny asurarakṣasāni nava navataya imān lokān avṛṇvan. rathā hi nāmāsuḥ. te devā rathantareṇaiva stutvā rathantaraṃ samāruhya svargaṃ lokam agacchan. te ’bruvann atāriṣma vā imān rathān iti tad eva rathantarasya rathantaratvam. tarati dviṣantaṃ bhrātṛvyaṃ ya evaṃ veda

Er beginnt den Gesang mit acht Silben. Mit zwei Silben beginnt er die folgenden – zum Fortschreiten ohne Abgleiten. Er beginnt mit acht Silben. Mit zwei Silben beginnt er die folgenden. Damit überträgt er die Zweifüßigkeit auf die achthufigen Tiere. Deshalb beherrscht der Zweifüßige die achthufigen Tiere. Er beginnt mit acht Silben. Mit zwei Silben beginnt er die folgenden. Damit überträgt er die Zweifüßigkeit auf die achthufigen Tiere. Deshalb beherrscht der Zweifüßige die achthufigen Tiere. Er beginnt mit acht Silben. Mit zwei Silben beginnt er die folgenden, zweimal. Das ergibt zwölf. Zwölf Monate sind ein Jahr; das Jahr ist Prajāpati, ist das Opfer. Eben damit erlangt er das Jahr, Prajāpati, das Opfer. In den [übrigen] Silben bildet er das Rathantara. Deshalb fährt der Wagen, Spur um Spur fest auftretend, dahin. Mit dem Rathantara überwältigten die Götter die Asuras und drückten sie nieder wie mit einem großen Netz. Mit dem Rathantara drückt seinen hassenden Rivalen nieder wie mit einem großen Netz, wer dies weiß. Mit dem Rathantara stiegen die Götter empor zur himmlischen Welt. Die Asura-Unholde suchten diese Welten neunundneunzigfach zu versperren; ›Wagen‹ nämlich heißen [diese Unholde auch]. Die Götter, mit dem Rathantara singend, bestiegen das Rathantara [wie einen Wagen] und gelangten zur himmlischen Welt. Sie sprachen: »Wir haben diese Wagen überwunden!« Das eben ist die Rathantara-Kraft des Rathantara. Er überwindet seinen hassenden Rivalen, wer dies weiß.

[Anm.: Die Sätze über das Anstimmen mit acht und zwei Silben erscheinen im überlieferten Text tatsächlich zweifach hintereinander, fast wortgleich – wie schon in 1.89 wird diese Wiederholung hier mitübersetzt, statt sie stillschweigend zu tilgen. Der Name "Rathantara" wird abschließend auf "ratham" (Wagen) und die Wurzel "tṛ", überwinden, zurückgeführt.]

aśanayā ha vai rathā annam u vai rathantaram. annenāśanayāṃ ghnanti. tāṃtām aśanayām anne hatvā svargaṃ lokam ārohan. bṛhatā vai devās svargaṃ lokam ajigāṃsan. tena na vyāpnuvan. tasminn uṣṇikkakubhā upādadhuḥ. tena vyāpnuvan. te ’bruvansvargaṃ lokaṃ gatvā bṛhad vāvedam abhūd yena svargaṃ lokaṃ vyāpāmeti. tad eva bṛhato bṛhattvam. dvādaśa bṛhato rohān rohet svargakāma udadhim ardayed vṛṣṭikāmaḥ. yāvanty u ha vai bṛhatyā akṣarāṇy uṣṇikkakubhoś ca tāvad itas svargo lokaḥ. pra svargaṃ lokam āpnoti ya evaṃ veda

Hunger, das sind ja gleichsam ›Wagen‹; Speise aber ist das Rathantara. Mit Speise erschlagen sie den Hunger. Diesen Hunger immer wieder mit Speise erschlagend, stiegen sie zur himmlischen Welt empor. Mit dem Bṛhat wollten die Götter zur himmlischen Welt gelangen. Damit allein vermochten sie es nicht. Da fügten sie ihm die Versmaße Uṣṇih und Kakubh hinzu. Damit vermochten sie es. Sie sprachen: »Zur himmlischen Welt gelangt, ist dies hier ›groß‹, bṛhat, geworden, wodurch wir dies vermochten!« Das eben ist die Bṛhat-Kraft des Bṛhat. Zwölf Stufen des Bṛhat sollte ersteigen, wer sich den Himmel wünscht; ein Gewässer sollte aufwühlen, wer sich Regen wünscht. Denn so viele Silben die Bṛhatī zusammen mit Uṣṇih und Kakubh hat, so weit ist von hier aus die himmlische Welt entfernt. Die himmlische Welt erlangt gänzlich, wer dies weiß.

[Anm.: Mit Uṣṇih und Kakubh sind hier zwei weitere der sieben klassischen vedischen Versmaße genannt (neben Gāyatrī, Anuṣṭubh, Bṛhatī, Paṅkti, Triṣṭubh und Jagatī, die bereits in früheren Abschnitten auftraten).]

atho bṛhat. mano bṛhat. dvādaśākṣaraḥ prastāvaḥ. tāvad dhi sāma. dvādaśa māsās saṃvatsaraḥ. saṃvatsaras sāma. trayo bṛhato rohā ima eva lokāḥ. te punar nava bhavanti prāṇā eva. mano daśamam. dvādaśa bṛhatas tanvo māsā eva. māsā raśmayaḥ. raśmayo marutaḥ. tair asāv ādityo dhṛtaḥ. sa ya etad evaṃ veda yatra kāmayata iha dhriyayeti dhriyate tatra. yo vai bṛhato bārhataṃ padaṃ vedoru prajayā paśubhiḥ prathate. dvādaśākṣaraṃ vā bṛhato bārhataṃ padam. tad āyacchate ’vageyam. yo vai bṛhati trivṛtaṃ sadevaṃ proḍhaṃ veda gacchati kṣatramātrām. rohā ha vāva bṛhatas trivṛtsadevāḥ. brahmaṇo ’sya sataḥ kṣatrasyeva prakāśo bhavati ya evaṃ veda. indro vṛtraṃ vajreṇādhyasya nāstṛṣīti manyamānaḥ parāṃ parāvatam agacchat. taṃ prajāpatir akāmayata tat syād iti. tam o ho ity anvāhvayat. so ’bhavat. o ho ity evāvaruddho rājanyaḥ kurvīta. ava haiva gacchati

Weiter zum Bṛhat: Das Denken ist das Bṛhat. Zwölfsilbig ist der Prastāva, der Vorgesang; so viel eben ist das Sāman. Zwölf Monate sind ein Jahr; das Jahr ist das Sāman. Drei Stufen hat das Bṛhat – eben diese Welten. Diese werden wiederum neun – eben die Atemkräfte. Das Denken ist die zehnte. Zwölf sind die Leiber des Bṛhat – eben die Monate. Die Monate sind die Strahlen, die Strahlen die Maruts. Durch sie wird jener Āditya, die Sonne, getragen. Wer dies so weiß, wird gehalten, wo immer er sich wünscht: »Möge ich hier gehalten werden.« Wer die Bārhata-Stätte des Bṛhat kennt, breitet sich weit aus mit Nachkommen und Vieh. Zwölfsilbig nämlich ist die Bārhata-Stätte des Bṛhat; das ist es, was er als das Mitzusingende festhält. Wer den im Bṛhat emporgetragenen Trivṛt-Stoma, den götterbegleiteten, kennt, erlangt ein Maß an Kṣatra-Macht. Die Stufen des Bṛhat sind eben der götterbegleitete Trivṛt. Ihm, obwohl er der heiligen Macht angehört, erwächst gleichsam der Abglanz der Kṣatra-Macht, wer dies weiß. Indra, nachdem er Vṛtra mit der Waffe geschlagen hatte, im Gedanken, dass dieser sich nicht mehr erheben werde, entfernte sich in eine ferne Gegend. Prajāpati wünschte sich, dass dies [Indras Sieg] vollständig sei. Er rief ihn mit »o ho« herbei. Da kam er [zurück]. So, mit »o ho« zurückgeholt, sollte ein Adliger verfahren; dann kommt er wieder voran.

[Anm.: Dass Indra nach der Erschlagung Vṛtras erst wiederhergestellt, zurückgerufen werden muss, gehört zu demselben vedischen Motivkreis wie das später eigens dafür entwickelte Sautrāmaṇī-Ritual zur Heilung und Wiederherstellung Indras nach der Vṛtra-Tötung.]

devā vā asurān yudham apaprayanto ’bruvan yan no vāmaṃ vasu tad apanidhāya yudhyāmahai yad adya kasmiṃś cid bhūte ’bhyavadhāvāmeti. paśavo vāva teṣāṃ vāmaṃ vasv āsīt. tad apanidhāya yudham apaparāyan. te devā asurān ajayan. te vijigyānāḥ punar āyanta ekaṃ bhūtam abhyavāyan. tan na vyajānatedaṃ mama vāmam idaṃ mameti. te ’bruvan vīdaṃ bhajāmahā iti. tasya vibhāge na samapādayan. te ’bruvan prajāpatāv eva pṛcchāmahā iti. te prajāpatāv apṛcchanta. sa prajāpatir abravīt sarveṣām eva va etad vāmaṃ saha sarvān va etena stoṣyanti sarvān va etad avaṣyati mā vibhagdhvam iti. tad yad gāyatrīṣu stuvanti tenāgneyam. gāyatryo hy agnir iti. yat pṛṣṭhaṃ mādhyaṃdinaṃ tenaindram. yat kavatīṣu stuvanti tena prājāpatyam. yad aniruktaṃ tena vaiśvadevam. yanmaitrāvaruṇāya stuvanti tena maitrāvaruṇam. tad vā etat paśavyaṃ yad vāmadevyam. anejann udgāyet paśūnām aparāvāpāya. yad ejann udgāyet paśūn parāvapet. tad āhuḥ prāvṛto ’nejann udgāyen nen mopadraṣṭānuvyāharād iiti. tad upakāryarūpam. prāvṛta evānejann udgāyet

Die Götter, zum Kampf gegen die Asuras auf dem Weg, sprachen: »Was uns an lieber Habe gehört, das wollen wir beiseitelegen und dann kämpfen, damit wir nicht, falls uns heute ein Missgeschick trifft, alles verlieren.« Ihr Vieh war ihre liebe Habe. Das legten sie beiseite und zogen zum Kampf. Die Götter besiegten die Asuras. Als Sieger zurückgekehrt, kamen sie zu einer einzigen, ununterscheidbaren Masse [ihres Viehs]. Sie konnten nicht mehr unterscheiden: »Dies ist mein, das ist mein.« Sie sprachen: »Lasst uns dies aufteilen.« Die Aufteilung gelang ihnen nicht gleichmäßig. Sie sprachen: »Lasst uns Prajāpati fragen.« Sie fragten Prajāpati. Prajāpati sprach: »Dies eure Gut gehört euch allen gemeinsam; damit werdet ihr alle zusammen gepriesen werden, das wird euch alle nähren – teilt es nicht auf!« Dass man mit den Gāyatrī-Versen preist, dadurch ist es āgneyisch – Agni nämlich gehört zur Gāyatrī. Was das Pṛṣṭha am Mittag ist, dadurch ist es aindrisch. Was man mit den Kavatī-Versen preist, dadurch ist es prājāpatyisch. Was unbestimmt bleibt, dadurch ist es allgöttlich. Was man für Mitra-und-Varuṇa preist, dadurch ist es maitrāvaruṇisch. Das eben ist das Vieh-Sāman, welches das Vāmadevya ist. Man singe den Udgītha ohne sich zu bewegen, damit das Vieh nicht zerstreut wird. Würde man sich beim Singen des Udgītha bewegen, würde man das Vieh zerstreuen. Dazu sagt man: Wer [rituell] geschützt ist, sollte den Udgītha ohne Bewegung singen, damit ihm nicht etwa ein Zuschauer dazwischenrede. Das ist eine Sache der Schutzvorkehrung. Nur wohlgeschützt singe man den Udgītha ohne Bewegung.

akṣaṃ ha sma vā etat purā viśaś śīrṣan nidadhati ya eva tam udgāyan nāvapātayiṣyati sa na udgāsyatīti. tad u tad upakāryarūpam eva. kāmam evodgeyam. tasya trīṇya akṣarāṇi channāni gāyati. trayo vā ime lokāḥ. prajāpatir vāmadevyaṃ prajāpatir lokānām abhinetā. sa no lokānām abhinetā sa no lokān abhinayād iti. vāmadevyasya stotra ṛṣabham apyarjet. sau hau khā ity evarṣabhaḥ. yonir vāmadevyaṃ prajananam ṛṣabhaḥ. yonyām evaitat prajananena prajananam apisṛjati prajātyai. tat parokṣam iva geyam. narcam upaspṛśet. vayo vai vāmadevyam. yad ṛcam upaspṛśed yathā vayo ’ntarikṣeṇa patad vṛkṣam ṛcchet tādṛk tat. pade antarā nāvānyāt. yad pade antarāvānyād yathā kartaṃ patet tādṛk tat. uttarasya padasyārabhyāvānyāt. sa yathākramaṇād ākramaṇam ākramyodanyāt tādṛk tat

Früher legte man dazu eine Achse auf den Scheitel des Volkes: Nur wer, den Udgītha singend, sie nicht zu Fall brächte, der sollte für uns den Udgītha singen. Auch das ist eine Sache der Schutzvorkehrung. Man mag nach eigenem Belieben singen. Dafür singt man drei verhüllte Silben; drei nämlich sind diese Welten. Prajāpati ist das Vāmadevya; Prajāpati ist der Führer der Welten. »Er sei unser Führer der Welten, er führe uns durch die Welten.« Beim Stotra des Vāmadevya sollte man sich auch einen Stier sichern. »Sau hau khā« – das eben ist der Stier. Der Mutterschoß ist das Vāmadevya, Zeugungskraft der Stier. In den Mutterschoß eben fügt man damit, durch die Zeugungskraft, das Erzeugte ein, zur Fortpflanzung. Das sollte man wie verborgen singen. Man sollte dabei nicht den Ṛc-Vers berühren. Lebenskraft, [zugleich] der Vogel, ist das Vāmadevya; würde man den Ṛc-Vers berühren, wäre es, als würde ein Vogel, durch den Luftraum fliegend, gegen einen Baum stoßen – so wäre es. Man sollte nicht zwischen zwei Versfüßen hinüberspringen; würde man zwischen zwei Versfüßen hinüberspringen, wäre es, als stürzte man in eine Grube – so wäre es. Man sollte, vom Ende des folgenden Versfußes ausgehend, hinüberspringen; so wie man von einem Schritt zum nächsten Schritt fortschreitend geht, so sollte man springen.

[Anm.: Das Wort für "Lebenskraft" (vayas) bedeutet zugleich "Vogel" – ein Wortspiel, das dem Bild vom gegen einen Baum fliegenden Vogel zugrunde liegt. Die eingangs erwähnte Prüfung, bei der eine Achse balancierend auf dem Kopf getragen werden musste, deutet auf eine archaische, später durch mildere Vorschriften ersetzte Aufnahmeprobe für Udgātṛs hin.]

vicchinnam iva vā etat sāma. pratihāraṃ prati kayāśayivā rtohāyīti saṃkrāmed anādṛtya pratihāram. tad u tad duṣkararūpam. sāmitāmy etat. pratihāra eva pratihriyamāṇaḥ vāk ity udgātā brūyāt. vāg vai brahma. vācaivainat tad brahmaṇā saṃdadhāti. āpo vai devānāṃ patnaya āsan. tā mithunam aicchanta. tā mitrāvaruṇāv upaitām. tā garbham adadhata. tato revatayaḥ paśavo ’sṛjyanta. revatīṣu paśukāmasya kuryāt. paśumān eva bhavati. īśvaro ha tv aprajāpatir bhavitoḥ. kavatībhyo hy eti prājāpatyābhyaḥ. atha ha vā etad bharadvājaḥ pṛśnistotraṃ dadarśa paśukāmaḥ kayā naś citra ā bhuvat. revatīr na sadhamāde. abhī ṣu ṇas sakhīnām iti. sa yad ekāṃ revatīṃ madhyato ’pisṛjati tena paśubhyo naiti. yad u kavatyau prājāpatye abhito bhavatas teno prajāyai naiti. tat svāraṃ bhavati. prāṇo vai svaraḥ. prāṇān evaitat paśuṣu dadhāti. īśvaro ha tu svareṇa yajamānasya paśūn nisvaritoḥ. yady anidhanaṃ kuryāt prāṇam apihanyāt

Wie zerschnitten gleichsam ist dieses Sāman. Zum Pratihāra hin gehe man, mit »kayāśayivā ṛtohāyi«, über, ohne sich um den Pratihāra sonderlich zu kümmern. Auch das ist von schwieriger Art. Dies ist eine Sache des rechten Ausgleichs. Wenn der Pratihāra erwidert wird, soll der Udgātṛ »Rede« sprechen. Die Rede nämlich ist das heilige Wort; eben durch die Rede verbindet er dies mit dem heiligen Wort. Die Gewässer waren die Gattinnen der Götter. Sie wünschten sich Vereinigung. Sie näherten sich Mitra-und-Varuṇa. Sie empfingen. Daraus wurden die ›reichen‹, revatī-Tiere geschaffen. Für den, der sich unter den Revatī-Kühen Vieh wünscht, vollziehe man [das Ritual]; er wird reich an Vieh. Doch er wäre ohne nachkommenschaft, kein Prajāpati mehr, denn er entfernt sich damit von den Kavatī-Versen, die Prajāpati gehören. Bharadvāja aber erblickte, sich Vieh wünschend, dieses Pṛśni-Stotra: »Mit welcher Hilfe wirst du, Wunderbarer, zu uns kommen? Mit reichen Kühen, wie zu fröhlichem Mahl; wende dich uns, deinen Freunden, doch zu.« Dass er darin eine Revatī-Strophe in die Mitte einfügt, dadurch weicht er nicht von den Tieren ab. Und dass die beiden Kavatī-Strophen, Prajāpati zugehörig, sie zu beiden Seiten einschließen, dadurch weicht er nicht von der Nachkommenschaft ab. Das wird tonhaft. Der Atem nämlich ist der Ton; die Atemkräfte legt er damit eben in das Vieh. Er wäre aber dazu bestimmt, durch den Ton dem Opferherrn das Vieh zu entstimmen. Würde man das Nidhana auslassen, würde man den Atem ersticken.

[Anm.: Der Vers "kayā naś citra ā bhuvat" (hier: »Mit welcher Hilfe wirst du, Wunderbarer, zu uns kommen?«) ist als Refrain aus Ṛgveda 8.1, einem Indra-Hymnus des Praskaṇva Kāṇva, bekannt und wird hier auf ein Vieh-Ritual des Bharadvāja übertragen.]

avitā jarāyitṝṇām ā au ho hā yi śatāṃ bhavasy au ho huṃ mā tā yā huṃ mā ity uttamāyā uttarārdhe kuryāt. sa yathā vraje gā anapādy argalenāpihanyāt tādṛk tat. tad āhus svayonāv eva tat svāraṃ kāryam. ya enam evaṃ cakṛvāṃsam upamīmāṃseta svareṇa yajamānasya paśūn nirasvārīr iti taṃ brūyān nidhanavat purastād rathantaraṃ nidhanavad upariṣṭān naudhasam. tābhyāṃ ma etad ubhayataḥ prajāḥ paśavaḥ parigṛhītāḥ. prāṇam evaitad adhā madhyataḥ paśūnām iti. ya evainam evaṃ cakṛvāṃsam upamīmāṃsate sa ārtim ārchati. aṣṭākṣarā gāyatry aṣṭau vasavaḥ. gāyatraṃ prātassavanam. akṣare’kṣare devatānvāyattā. ekādaśākṣarā triṣṭub ekādaśa rudrāḥ. traiṣṭubhaṃ mādhyaṃdinaṃ savanam. akṣare’kṣare devatānvāyattā. dvādaśākṣarā jagatī. dvādaśādityāḥ. jāgataṃ tṛtīyasavanam. akṣare’kṣare devatānvāyattā. atha kiṃ pratiyajñaṃ yajamānam apinayantīti. sa brūyāt prajāpatir yad vāmadevyam asṛjata tasya trīṇya akṣarāṇy udakhidat. sa eva tryakṣarāḥ puruṣo ’bhavat. vāmadevyasya stotre puruṣaḥ iti brūyāt. tat pratiyajñaṃ yajamānam apinayantīti tad āhur na puruṣaḥ iti brūyāt parokṣam eva dhyāyen manasaiva niyacched iti. tad u vā āhur naiva parokṣaṃ dhyāyen na manasā niyacched yad vāva veda tenaivāptam iti

»Der Schützer der Alternden« – ā au ho hā yi śatāṃ bhavasi au ho huṃ mā tā yā huṃ mā – das sollte man in der zweiten Hälfte der letzten Strophe anbringen. Es ist, wie wenn man im Pferch die Kühe mit einer Stange verriegelte, sodass sie nicht fortkönnten – so ist es. Dazu sagt man: In der eigenen Quelle eben sollte dieser Ton angewendet werden. Wer einen, der so verfahren ist, dafür tadeln wollte: »Durch den Ton hat er dem Opferherrn das Vieh entstimmt«, dem sollte man erwidern: »Vorn steht das Rathantara mit Nidhana, hinten das Naudhasa mit Nidhana; durch diese beiden sind mir, auf beiden Seiten, Nachkommen und Vieh eingefasst. Eben damit legt er den Atem in die Mitte des Viehs.« Wer einen, der so verfahren ist, tadelt, der gerät selbst in Not. Achtsilbig ist die Gāyatrī, acht sind die Vasus; das Gāyatra gehört zur Morgenpressung. In jeder einzelnen Silbe ist eine Gottheit verankert. Elfsilbig ist die Triṣṭubh, elf sind die Rudras; das Traiṣṭubha gehört zur Mittagspressung. In jeder einzelnen Silbe ist eine Gottheit verankert. Zwölfsilbig ist die Jagatī, zwölf sind die Ādityas; das Jāgata gehört zur dritten Pressung. In jeder einzelnen Silbe ist eine Gottheit verankert. Wie aber führt man bei jedem Opferabschnitt den Opferherrn mit hinein? Man sollte sagen: Als Prajāpati das Vāmadevya schuf, presste er drei Silben daraus hervor. Eben diese wurden zu einem dreisilbigen Menschen. Beim Stotra des Vāmadevya sollte man »Mensch« sagen. Damit führt man bei jedem Opferabschnitt den Opferherrn mit hinein. Dazu sagen manche: Man solle nicht »Mensch« sagen, sondern es nur im Verborgenen bedenken, nur mit dem Denken zurückhalten. Andere aber sagen dazu: Man solle es weder im Verborgenen bedenken noch mit dem Denken zurückhalten – was man eben wisse, damit allein sei es erlangt.

devā vā asurān yudham apaprayanto ’bruvan yan no vāmaṃ vasu tad apanidhāya yudhyāmahai yad adya kasmiṃś cid bhūte ’bhyavadhāvāmeti. prāṇā vāva teṣāṃ vāmaṃ vasv āsīt. tad apanidhāya yudham apaparāyan. tad ekadhā bhūtvāsṛjamānam atiṣṭhad ṛcas sāmāni yajūṃṣi gām aśvam ajām aviṃ vrīhiṃ yavaṃ brāhmaṇaṃ rājanyaṃ vaiśyaṃ śūdraṃ yad idaṃ kiṃ cit tat sarvam. tad ebhya ācakṣatedaṃ vai vas tad vāmaṃ vasv ekadhā bhūtvāsṛjamānaṃ tiṣṭhatīti. te devā asurān ajayan. te vijigyānāḥ punar āyanta ekaṃ bhūtam abhyavāyan. tan na vyajānatedaṃ mama vāmam idaṃ mameti. te ’bruvan vīdaṃ bhajāmahā iti. tasya vibhāge na samapādayan. tad evainān abravīt sarvān eva vo mayā stoṣyanti sarvān vo ’ham avaiṣyāmi mā mā vibhagdhvam iti. tad yad gāyatrīṣu stuvanti tenāgneyam. gāyatro hy agniḥḥ. yat pṛṣṭhaṃ mādhyandinaṃ tenaindram. yat kavatīṣu stuvanti tena prājāpatyam. yad aniruktaṃ tena vaiśvadevam. yan maitrāvaruṇāya stuvanti tena maitrāvaruṇam. tad enān abravīt sṛjadhvaṃ mad iti. tatheti. tad abhyasvaran. te ’bruvan sṛjasveti

Die Götter, zum Kampf gegen die Asuras auf dem Weg, sprachen: »Was uns an lieber Habe gehört, das wollen wir beiseitelegen und dann kämpfen, damit wir nicht, falls uns heute ein Missgeschick trifft, alles verlieren.« Ihre Atemkräfte waren ihre liebe Habe. Die legten sie beiseite und zogen zum Kampf. Diese, eins geworden, stand als das, woraus alles Ausgesandte entsteht: die Ṛc-Verse, die Sāmans, die Yajus-Sprüche, Rind, Pferd, Ziege, Schaf, Reis, Gerste, Brahmane, Adliger, Bürger, Diener – was es hier auch gibt, das alles. Ihnen [den anderen] verkündeten sie: »Dies eben ist eure liebe Habe, die, eins geworden, als das dasteht, woraus alles ausgesandt wird.« Die Götter besiegten die Asuras. Als Sieger zurückgekehrt, kamen sie zu einer einzigen, ununterscheidbaren Masse. Sie konnten nicht mehr unterscheiden: »Dies ist mein, das ist mein.« Sie sprachen: »Lasst uns dies aufteilen.« Die Aufteilung gelang ihnen nicht gleichmäßig. Da sprach er [Prajāpati] zu ihnen: »Euch alle werde ich damit gemeinsam preisen, euch alle werde ich damit erlangen – teilt es nicht auf!« Dass man mit den Gāyatrī-Versen preist, dadurch ist es āgneyisch – Agni nämlich gehört zur Gāyatrī. Was das Pṛṣṭha am Mittag ist, dadurch ist es aindrisch. Was man mit den Kavatī-Versen preist, dadurch ist es prājāpatyisch. Was unbestimmt bleibt, dadurch ist es allgöttlich. Was man für Mitra-und-Varuṇa preist, dadurch ist es maitrāvaruṇisch. Da sprach er zu ihnen: »Sendet es aus mir hervor!« – »So sei es.« Da klangen sie mit. Sie sprachen: »Sende es aus!«

tad rathantaram asṛjata. tad rathaghoṣo ’nvasṛjyata. te ’bruvann arātsmānena stotreṇeti. tasmād rathantarasya stotre rathaghoṣaṃ kurvanti. arātsmānena stotreṇetya eva tad vidyāt. tad abruvan sṛjasvaiveti. tad bṛhad asṛjata. tat parjanyasya ghoṣo ’nvasṛjyata. te ’bruvann arātsmānena stotreṇeti. tasmād bṛhatas stotra dundubhīn udvādayanti. varṣukaḥ parjanyo bhavati. arātsmānena stotreṇety eva tad vidyāt. tad abruvan sṛjasvaiveti. tad vairūpam asṛjata. tad grāmaghoṣo ’nvasṛjyata. te ’bruvann arātsmānena stotreṇeti. tasmād vairūpasya stotre grāmaghoṣaṃ kurvanti. arātsmānena stotreṇety eva tad vidyāt. tad abruvan sṛjasvaiveti. vairājam asṛjata. tad agner ghoṣo ’nvasṛjyata. te ’bruvann arātsmānena stotreṇeti. tasmād vairājasya stotre ’gniṃ manthanti. arātsmānena stotreṇety eva tad vidyāt. tad abruvan sṛjasvaiveti. tac chākvaram asṛjata. tad apāṃ ghoṣo ’nvasṛjyata. te ’bruvann arātsmānena stotreṇeti. tasmāc chākvarasya stotra ’pa upanidhāya stuvanti. arātsmānena stotreṇety eva tad vidyāt. tad abruvan sṛjasvaiveti. tad raivatam asṛjata. tad paśughoṣo ’nvasṛjyata. te ’bruvann arātsmānena stotreṇeti. tasmād raivatasya stotre paśughoṣaṃ kurvanti vatsān mātṛbhis saṃvāśayanti. arātsmānena stotreṇety eva tad vidyāt. tad abruvan sṛjasvaiveti

Da sandte es das Rathantara aus. Damit zugleich wurde Wagengetöse ausgesandt. Sie sprachen: »Mit unpassendem Lobgesang!« Deshalb macht man beim Stotra des Rathantara Wagengetöse. »Mit unpassendem Lobgesang« – so soll man das eben verstehen. Sie sprachen: »Sende weiter aus!« Da sandte es das Bṛhat aus. Damit zugleich wurde das Getöse Parjanyas, des Donners, ausgesandt. Sie sprachen: »Mit unpassendem Lobgesang!« Deshalb lässt man beim Stotra des Bṛhat Pauken ertönen. Parjanya wird [dadurch] reichlich regnend. »Mit unpassendem Lobgesang« – so soll man das eben verstehen. Sie sprachen: »Sende weiter aus!« Da sandte es das Vairūpa aus. Damit zugleich wurde Dorfgetöse ausgesandt. Sie sprachen: »Mit unpassendem Lobgesang!« Deshalb macht man beim Stotra des Vairūpa Dorfgetöse. »Mit unpassendem Lobgesang« – so soll man das eben verstehen. Sie sprachen: »Sende weiter aus!« Da sandte es das Vairāja aus. Damit zugleich wurde das Getöse Agnis ausgesandt. Sie sprachen: »Mit unpassendem Lobgesang!« Deshalb quirlt man beim Stotra des Vairāja Feuer. »Mit unpassendem Lobgesang« – so soll man das eben verstehen. Sie sprachen: »Sende weiter aus!« Da sandte es das Śākvara aus. Damit zugleich wurde das Getöse der Gewässer ausgesandt. Sie sprachen: »Mit unpassendem Lobgesang!« Deshalb stellt man beim Stotra des Śākvara Wasser bereit und preist dabei. »Mit unpassendem Lobgesang« – so soll man das eben verstehen. Sie sprachen: »Sende weiter aus!« Da sandte es das Raivata aus. Damit zugleich wurde Viehgetöse ausgesandt. Sie sprachen: »Mit unpassendem Lobgesang!« Deshalb macht man beim Stotra des Raivata Viehgetöse, lässt Kälber mit ihren Müttern zusammen blöken. »Mit unpassendem Lobgesang« – so soll man das eben verstehen. Sie sprachen: »Sende weiter aus!«

[Anm.: Dieser Mythos erklärt anschaulich den Ursprung realer akustischer Begleithandlungen des sāmavedischen Rituals – Wagenlärm, Paukenschlag, Dorflärm, Feuerknistern, Wassergeräusche, Viehgeblöke –, die den jeweiligen Sāman-Gesang begleiten.]

tan nāsṛjata. tad ūrdhvam udaiṣad yathā pṛṣṭhaṃ yathā kakud evam. tad devās saṃgṛhyordhvā udāyan. te ’bruvann iyad vāvedam āsedaṃ vāva no devānāṃ vāmam iti. yad abruvann iyad vāvedam āsedaṃ vāva no devānāṃ vāmam iti vāmadevyasya tad vāmadevyatvam. tad vā etat pitā mātā sāmnāṃ yadva vāmadevyam. yad vai putro ’tipādayati pitā vai tasya śamayitā pitā niṣeddhā. tad yan madhyataḥ kriyate śāntyā eva niṣiddhyai. tad yāni ha vai stutāni sāmāni paścāttvaṃ teṣāṃ vāmadevyam. atha yāny astutāni purastvaṃ teṣām. teṣām ubhayeṣāṃ śāntyai niṣiddhyai. tat svadhūr geyaṃ noccair iva na nīcair iva. yad uccair gāyec chreyaso bhrātṛvyasya nidhanena gāyet. yan nīcair gāyet pāpīyaso bhrātṛvyasya niyānena yāyāt. iyaṃ vāvaitasya dhūr idam antarikṣam. etad evainaṃ dhūrvati ya evaṃ vidvāṃsaṃ dhūrvatīti. tad āhuḥ prādeśamātrād vā etad idaṃ lokaṃ na spṛśati prādeśamātrād amuṃ naiti. atho āhur yāvad eva gos sūtāyā ulbaṃ tāvataivemaṃ lokaṃ na spṛśati tāvatāmuṃ naiti. atho āhur yāvad eva śakṛty ulbaṃ tāvataivemaṃ lokaṃ na spṛśati tāvatāmuṃ naiti. tad evam ivaiva manyamānena geyam. tad u vā āhur yathā vā akṣeṇa cakrau viṣṭabdhāv evam etenemau lokau viṣṭabdhau. nīvemaṃ lokaṃ spṛśati nīvāmum iti. no hānyasyānuvartma geyam. īśvaro hopajīvī bhavitor yo ’nyasyānuvartmā gāyati. svadhūr eva geyam. yo vai devānāṃ madhu veda madhavyo bhavati. vāmadevyaṃ vāmadevānāṃ madhu. madhavyo bhavati ya evaṃ veda

Da sandte es nichts mehr aus. Es stieg stattdessen empor, wie zu einem Rücken, wie zu einem Höcker. Die Götter, sich versammelnd, stiegen ihm nach empor. Sie sprachen: »So viel eben war es! So viel eben war unsere, der Götter, liebe Habe!« Dass sie sprachen: »So viel eben war es, so viel eben war unsere, der Götter, liebe Habe«, das ist die Vāmadevya-Kraft des Vāmadevya. Dies eben ist Vater und Mutter der Sāmans, nämlich das Vāmadevya. Denn wie ein Sohn, der über die Stränge schlägt, vom Vater besänftigt und zurückgehalten wird – der Vater ist sein Besänftiger, der Vater sein Zurückhalter –, so dient das, was in der Mitte eingefügt wird, eben der Besänftigung, dem Zurückhalten. Von den schon besungenen Sāmans steht es hinterher, von den noch nicht besungenen davor; für beide dient es der Besänftigung, dem Zurückhalten. Deshalb sollte man es im eigenen Maß singen, weder zu laut noch zu leise. Würde man zu laut singen, sänge man mit dem Nidhana zugunsten eines überlegenen Rivalen. Würde man zu leise singen, ginge man den Weg, der einem unterlegenen Rivalen zukommt. Dies eben ist sein eigenes Joch: dieser Luftraum hier. Dies eben schadet dem, der es so, wissend, [falsch] versteht. Dazu sagt man: Nur um Haaresbreite, um eine Handspanne, berührt dies diese Welt nicht und erreicht jene nicht. Auch sagt man: Nur um die Dicke der Nachgeburt eines eben gekalbten Rindes berührt es diese Welt nicht und erreicht jene nicht. Auch sagt man: Nur um die Dicke der Hülle von Kot berührt es diese Welt nicht und erreicht jene nicht. In diesem Bewusstsein sollte man singen. Dazu sagt man auch: So wie die beiden Räder von der Achse gestützt werden, so werden diese beiden Welten von diesem [Gesang] gestützt; er berührt weder diese Welt zu nahe noch jene zu nahe. Man sollte nicht dem Pfad eines anderen folgend singen, sondern im eigenen Maß. Wer dem Pfad eines anderen folgend singt, ist dazu bestimmt, ein Abhängiger zu werden. Im eigenen Maß sollte man singen. Wer den Honig der Götter kennt, wird honigwürdig. Das Vāmadevya ist der Honig der Vāmadeva-Götter. Honigwürdig wird, wer dies weiß.

[Anm.: Die hyperbolische Bildreihe – Haaresbreite, Handspanne, Dicke der Nachgeburt, Dicke einer Kotschicht – betont mit wachsender Genauigkeit, wie fein austariert das rechte Maß des Gesangs sein muss.]

imau vai lokau saha santau vyaitām. tayor na kiṃ cana samapatat. te devamanuṣyā aśanāyan. itaḥ pradānād dhi devā jīvanty amutaḥ pradānān manuṣyāḥ. te bṛhadrathantare abrūtāṃ ye nāv ime priye tanvau tābhyāṃ vivahāvahā iti. śyaitaṃ ha vā agne rathantarasya priyā tanūr āsa naudhasaṃ bṛhataḥ. tābhyāṃ vyavahetām. ūṣān evāsāv amuto ’syai śulkam akarod dhūmam ita iyam amuṣyai. varṣam evāsāv amuto ’syai śulkam akarod devayajanam ita iyam amuṣyai. sa vahatoruhainai veda ya evaṃ veda. menāmenaṃ vāva te tad vyavahetām. tasmād āhur na menāmenaṃ vyūhyam iti. bṛhadrathantarayor ha vā eṣa vivāham abhyārohati. sa īśvara parābhavitoḥ. te tanvāv abrūtām āvaṃ nu nidhanābhyāṃ vivahāvahā iti

Diese beiden Welten, obwohl zusammengehörig, trennten sich einst. Zwischen ihnen traf nichts mehr zusammen. Götter und Menschen hungerten; denn von hier aus, durch die Gabe, leben die Götter, von dort aus, durch die Gabe, die Menschen. Da sprachen Bṛhat und Rathantara zueinander: »Mit unseren beiden lieben Leibern wollen wir uns verheiraten.« Śyaita war, o Agni, der liebe Leib des Rathantara, Naudhasa der des Bṛhat. Mit diesen beiden verheirateten sie sich. Das eine machte die Trockenheit dort zum Brautpreis für dieses hier; Rauch kam von dort hierher. [Nach anderer Lesart:] Das eine machte den Regen dort zum Brautpreis für dieses hier; die Stätte des Götterdienstes kam von dort hierher. Wer dies weiß, besteigt gleichsam den Hochzeitswagen. Gleiches mit Gleichem, aus derselben Sippe, verheirateten sich die beiden damals. Deshalb sagt man: Man soll nicht Gleiches mit Gleichem, aus derselben Sippe, verheiraten. Wer so in die Ehe von Bṛhat-und-Rathantara eintritt, ist dazu bestimmt, zugrunde zu gehen. Die beiden Leiber sprachen: »Lasst uns beide durch unsere Nidhanas heiraten.«

[Anm.: Diese Erzählung begründet mythologisch ein reales vedisches Eheverbot: die Untersagung der Heirat innerhalb der eigenen Sippe (Gotra), wie sie auch in der späteren Dharmaśāstra-Literatur bezeugt ist.]

padanidhanaṃ ha vā agre śyaitam āsa vasunidhanaṃ naudhasam. tābhyāṃ vyavahetām. tato ha vā idam arvācīnam anyonyasya gṛhe vasanti. yathāgṛhaṃ ha vāva tataḥ puroṣur yathājñāti vā. rathantareṇa stuvanti. idaṃ vai rathantaram. atha vāmadevyena. idaṃ vā antarikṣaṃ vāmadevyam. atha naudhasena. ado vai naudhasam. anantarhitān eveta ūrdhvān lokān jayati. bṛhatā stuvanti. ado vai bṛhat. atha vāmadevyena. idaṃ vā antarikṣaṃ vāmadevyam. atha śyaitena. idaṃ vai śyaitam. anantarhitān evāmuto ’vāco lokān jayati. ubhayān lokān jayati ye cordhvā ye cārvāco ya evaṃ veda

Ursprünglich hatte Śyaita ein Fuß-Nidhana, Naudhasa ein Gut-Nidhana. Mit diesen beiden verheirateten sie sich. Seither, bis in die Gegenwart, wohnt man im Hause des anderen – wie im eigenen Haus, wie bei den eigenen Verwandten. Man preist mit dem Rathantara – diese Erde nämlich ist das Rathantara. Dann mit dem Vāmadevya – dieser Luftraum nämlich ist das Vāmadevya. Dann mit dem Naudhasa – jene Welt dort nämlich ist das Naudhasa. So gewinnt man die unverhüllten, oberen Welten. Man preist mit dem Bṛhat – jene Welt dort nämlich ist das Bṛhat. Dann mit dem Vāmadevya – dieser Luftraum nämlich ist das Vāmadevya. Dann mit dem Śyaita – diese Erde nämlich ist das Śyaita. So gewinnt man die unverhüllten, unteren Welten. Beide Welten gewinnt, die oberen wie die unteren, wer dies weiß.

atha naudhasam. nodhā vai kākṣīvato jyog apratiṣṭhitaś caran so ’kāmayata pratitiṣṭheyam iti. sa ha devān brahma vibhajamānān upāvapapāta. sa hovācarṣir asmi mantrakṛt sa jyog apratiṣṭhito ’cārṣaṃ tasmai ma etad datta yena pratitiṣṭheyam iti. tasmai ha brahmaṇo rasasya daduḥ. tad eva naudhasam abhavat. tenāstuta. tato vai s pratyatiṣṭhat. tad etat pratiṣṭhā sāma. pratitiṣṭhati ya evaṃ veda. brahmaṇo ha vā eṣa raso yan naudhasam. brahmaṇo hāsya rasena stutaṃ bhavati ya evaṃ vidvān naudhasena stute. tad dvyakṣaraṇidhanaṃ bhavati pratiṣṭhāyai. dvipād vai yajamānaḥ pratiṣṭhityai. yad u nodhāḥ kākṣīvato ’paśyat tasmān naudhasam ity ākhyāyate

Nun zum Naudhasa: Nodhas Kākṣīvata, lange unbeheimatet umherwandernd, wünschte sich: »Möge ich festen Stand gewinnen.« Er fiel den Göttern, die gerade die heilige Macht aufteilten, zu Füßen. Er sprach: »Ich bin ein Seher, ein Sprüche-Dichter; lange unbeheimatet bin ich umhergewandert – gebt mir das, wodurch ich festen Stand gewinnen könnte.« Da gaben sie ihm vom Saft des heiligen Wortes. Das eben wurde das Naudhasa. Mit ihm sang er. Dadurch gewann er festen Stand. Das ist das Stand-Sāman. Festen Stand gewinnt, wer dies weiß. Dieses Naudhasa ist ja der Saft des heiligen Wortes; eben mit dem Saft des heiligen Wortes wird gepriesen, wer, dies wissend, mit dem Naudhasa gepriesen wird. Es hat ein zweisilbiges Nidhana, zur Festigung – zweifüßig nämlich ist der Opferherr, zur Festigung. Und dass Nodhas Kākṣīvata es erblickte, deshalb trägt es den Namen Naudhasa.

śyaitaṃ paśukāmaḥ kurvīta. prajāpatiḥ paśūn asṛjata. te ’smāt sṛṣṭā apākrāman. so ’kāmayata na mat paśavo ’pakrāmeyur abhi mā varterann iti. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. tasya vasu ity eva nidhanam upait. tat paśavo vai vasu. tato vai taṃ paśavo ’bhyāvartanta. tato ’smād anapakrāmiṇo ’bhavan. so’bravīc chyetī vā imān paśūn akṛṣīti. tad eva śyaitasya śyaitatvam. tad etat paśavyaṃ sāma. śyetīkṛtā enaṃ paśava upatiṣṭhante ’bhy enaṃ paśava āvartante nāsmāt paśavo ’pakrāmanti ya evaṃ veda. tad dvayakṣaraṇidhanaṃ bhavati pratiṣṭhāyai. dvipād vai yajamānaḥ pratiṣṭhityai

Das Śyaita sollte machen, wer sich Vieh wünscht. Prajāpati schuf das Vieh. Es entfernte sich, kaum geschaffen, von ihm. Er wünschte sich: »Möge sich das Vieh nicht von mir entfernen, möge es sich mir zuwenden.« Er erblickte dieses Sāman. Mit ihm sang er. Dessen Nidhana war eben »Gut« – Vieh nämlich ist Gut. Daraufhin wandte sich ihm das Vieh zu; daraufhin wurde es von ihm nicht mehr abtrünnig. Er sprach: »Zart-still (śyetī) habe ich dieses Vieh gemacht.« Das eben ist die Śyaita-Kraft des Śyaita. Das ist das Vieh-Sāman. Still geworden, steht ihm das Vieh bei; ihm wendet sich das Vieh zu; von ihm entfernt sich das Vieh nicht, wer dies weiß. Es hat ein zweisilbiges Nidhana, zur Festigung – zweifüßig nämlich ist der Opferherr, zur Festigung.

gotamasya manārye mano’pakrāntaḥ kurvīta. gotamād vai mano ’pākrāmat. so ’kāmayata na man mano ’pakrāmet punar mā mana āviśed iti. sa ete sāmanī apaśyat. tābhyām astuta. tato vai taṃ punar mana āviśan nāsmān mano ’pākrāmat. ainaṃ punar mano viśati nāsmān mano ’pakrāmati ya evaṃ veda. tat pibā iti rathantarasāmnaḥ pibāī iti bṛhatsāmnaḥ. yad u gotamo ’paśyat tasmād gotamasya manārye ity ākhyāyete

Gotamas ›Gedanken-Sache‹ sollte machen, wessen Denken sich entfernt hat. Von Gotama nämlich entfernte sich das Denken. Er wünschte sich: »Möge sich mein Denken nicht entfernen, möge es wieder in mich einkehren.« Er erblickte diese beiden Sāmans. Mit ihnen sang er. Daraufhin kehrte das Denken wieder in ihn ein; es entfernte sich nicht mehr von ihm. In ihn kehrt das Denken wieder ein, entfernt sich nicht von ihm, wer dies weiß. »Trink« gehört zum Rathantara-Sāman, »trinke« zum Bṛhat-Sāman. Und dass Gotama es erblickte, deshalb heißen sie ›Gotamas Gedanken-Sache‹.

vasiṣṭhasya janitre prajananakāmaḥ kurvīta. vasiṣṭho vai jito hataputro ’kāmayata bahu prajayā paśubhiḥ prajāyeyeti. sa ete sāmanī apaśyat. tābhyām astuta. tato vai sa bahu prajayā paśubhiḥ prājāyata. te ete prajananī sāmanī. bahu prajayā paśubhiḥ prajāyate ya evaṃ veda. tat janitram iti rathantarasāmnaḥ jānitrām iti bṛhatsāmnaḥ. yad u vasiṣṭho ’paśyat tasmād vasiṣṭhasya janitre ity ākhyāyete

Vasiṣṭhas ›Geburtsstätte‹ sollte machen, wer sich Nachkommenschaft wünscht. Vasiṣṭha, besiegt, seiner Söhne beraubt, wünschte sich: »Möge ich reichlich mit Nachkommen und Vieh geboren werden.« Er erblickte diese beiden Sāmans. Mit ihnen sang er. Daraufhin wurde er reichlich mit Nachkommen und Vieh geboren. Dies sind die beiden zeugungskräftigen Sāmans. Reichlich mit Nachkommen und Vieh wird geboren, wer dies weiß. »Geburtsstätte« gehört zum Rathantara-Sāman, in der Variante zum Bṛhat-Sāman. Und dass Vasiṣṭha es erblickte, deshalb heißen sie ›Vasiṣṭhas Geburtsstätte‹.

[Anm.: Die Erzählung setzt den aus der vedischen Überlieferung bekannten Zug voraus, dass Vasiṣṭha einst seiner Söhne beraubt wurde; auf welche der mehreren überlieferten Fassungen dieses Verlusts hier angespielt wird, lässt sich nicht sicher entscheiden.]

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