Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 17

Adhyāya 1 Das Vrātyastoma: Ṣoḍaśa-Stoma und Vrātya-Ausrüstung

Beginn der Vrātyastomas (Prapāṭhaka 17): Opfer für Vrātyas, die ‚auf Wanderschaft‘ gehen; Ṣoḍaśa-Stoma, Marut-Bezug, Kakubh-Metrum, Sāman Dyautāna, Sühne für Beschimpfer (garagiras). Vrātya-Ausrüstung (2407 f.) mit vielen seltenen Gerätenamen, dort nur vorläufig gedeutet. Nummerierung der Quelle springt (Einheit 2398 als ‚2‘). Quellenzählung (GRETIL) an folgenden Stellen unregelmäßig, Originalzählung beibehalten: 2, 6.

devā vai svargaṃ lokam āyaṃs teṣāṃ daivā ahīyanta vrātyāṃ pravasantas ta āgacchan yato devāḥ svargaṃ lokam āyaṃs tena taṃ stomaṃ na chando 'vindan yena tān āpsyaṃs te devā maruto 'bruvann etebhyas taṃ stomaṃ tac chandaḥ prayacchata yenāsmān āpnavān iti tebhya etaṃ ṣoḍaśaṃ stomaṃ prāyacchan parokṣam anuṣṭubhaṃ tato vai te tān āpnuvan

Die Götter gelangten in die Himmelswelt; von ihnen blieben die göttlichen Wesen zurück, [die] auf Vrātya-Wanderschaft gingen. Diese kamen dahin, von wo die Götter in die Himmelswelt gegangen waren. Damit fanden sie weder diesen Stoma noch das Metrum, durch die sie sie [die Götter] hätten erreichen können. Diese Götter sprachen zu den Marut: „Gebt ihnen diesen Stoma und dieses Metrum, damit wir sie erreichen.“ Ihnen gaben sie diesen Ṣoḍaśa-Stoma und, verborgen [parokṣa], die Anuṣṭubh. Da erreichten sie sie.

hīnā vā ete hīyante ye vrātyāṃ pravasanti na hi brahmacaryaṃ caranti na kṛṣiṃ vaṇijyāṃ ṣoḍaśo vā etat stomaḥ samāptum arhati

Zurückgeblieben bleiben die, die auf Vrātya-Wanderschaft gehen; denn sie treiben weder Brahmacarya noch Ackerbau noch Handel. Der Ṣoḍaśa-Stoma ist imstande, dies zu vollenden.

marutstomo vā eṣa yāni kṣudrāṇi chandāṃsi tāni marutām

Dies ist der Marut-Stoma. Die kleinen Metren, die gehören den Marut.

kakubhaṃ prācīm udūhaty atha yad eṣā dvipadā kakubho loke kriyate rūpeṇaivenāṃs tat samardhayati

Er lässt die Kakubh nach vorn [Osten] hinaufführen. Dass diese in der Welt als Zweifüßige Kakubh [Anm.: Doppelfuß-Kakubh?] gemacht wird, damit bringt er sie mit ihrer Gestalt zum Gelingen [?].

''adhāhīndra girvaṇa'' iti viṣamaṃ chando viṣama iva vai vrātaḥ sarvān evaitān samān karoti

„Nun, Indra, Lobhörer“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text]: das ist ein ungleiches Metrum; ungleich ist gleichsam die Vrāta-Schar; er macht sie alle damit gleich.

tāsu dyautānam

Auf diese [folgt] das Dyautāna [Anm.: Sāman Dyautāna].

dyutāno mārutas teṣāṃ gṛhapatir āsīt ta etena stomenāyajanta te sarva ārdhnuvan yad etat sāma bhavaty ṛdhyā eva

Dyutāna Māruta war der Hausherr (gṛhapati) von ihnen. Diese opferten mit diesem Stoma; sie alle hatten Erfolg. Dass es dieses Sāman ist, [geschieht] wahrlich, damit sie Erfolg haben.

yan niruktaṃ nidhanam upeyur gṛhapatir evardhnuyād apetara ārdhnītātha yad aniruktam upayanti sarvān evaitān ṛddhau bhūtau pratiṣṭhāpayati

Wenn sie ein ausgesprochenes Nidhana [Anm.: Schlussteil des Sāman] anwendeten, so hätte nur der Hausherr Erfolg, der andere hätte keinen; wenn sie aber ein unausgesprochenes anwenden, so lassen sie alle diese im Erfolg, im Werden Stand gewinnen.

garagiro vā ete ye brahmādyaṃ janyam annam adanty aduruktavākyaṃ duruktam āhur adaṇḍyaṃ daṇḍena ghnantaś caranty adīkṣitā dīkṣitavācaṃ vadanti ṣoḍaśo vā eteṣāṃ stomaḥ pāpmānaṃ nirhantum arhati yad ete catvāraḥ ṣoḍaśā bhavanti tena pāpmano 'dhi nirmucyante

Verschlinger von Gift [garagiras, ‚Schlingende‘] sind die, die Brahmanenspeise, Gastmahl-Speise essen [?], die Unschmähbares mit Schmähung beschimpfen, das Nicht-zu-Strafende mit Strafe schlagend umherziehen, ohne geweiht zu sein Worte der Geweihten sprechen. Der Ṣoḍaśa-Stoma ist imstande, ihnen das Übel zu vertreiben. Dass diese vier Ṣoḍaśas sind, damit werden sie vom Übel befreit.

''devo vo draviṇodā'' ity agniṣṭomasāma kāryaṃ devatāsv evainān pratiṣṭhāpayati

„Der Gott (Savitṛ) gibt euch Reichtum“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text]: damit soll man das Agniṣṭoma-Sāman einrichten; er lässt sie bei den Göttern Stand gewinnen.

atho khalv āhuḥ ''adarśi gātuvittama'' ity eva satobṛhatīṣu kāryaṃ viṣama iva vai vrātaḥ sarvān evainān satobṛhataḥ karoti

Andererseits sagen sie: „Er wurde erblickt, der Wegkundigste“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka)]; so soll man es unter den Satobṛhatī-Strophen einrichten; ungleich ist gleichsam die Vrāta-Schar; er macht sie alle satobṛhatī-artig [?].

tad āhuḥ śithilam iva vā etat chandaś carācaraṃ yat satobṛhatī ''devo vo draviṇodā '' ity eva kāryam

Dazu sagen sie: Locker gleichsam und beweglich [carācara] ist dieses Metrum, die Satobṛhatī; darum soll man es nur mit „Der Gott gibt euch Reichtum“ einrichten.

eṣā vai pratiṣṭhitā bṛhatī yā punaḥpadā tad yat padaṃ punar ārabhate tasmāt putro mātaram adhyeti

Die fest gegründete Bṛhatī ist die, die den Pāda wiederholt [punaḥpadā]; dass sie den Pāda wieder aufnimmt, darum geht der Sohn zur Mutter [?].

uṣṇīṣaṃ ca pratodaś ca jyāhṇoḍaś ca vipathaś ca phalakāstīrṇaḥ kṛṣṇaśaṃ vāsaḥ kṛṣṇavalakṣe ajine rajato niṣkas tad gṛhapateḥ

Turban, Stachelstock, Bogenseil, Wegloses [vipatha, ?], mit Brettern überdeckter [Wagen, ?], dunkles Gewand, zwei schwarze Antilopenfelle mit Flecken [?], ein silberner Halsschmuck (niṣka): das gehört dem Hausherrn.

valūkāntāni dāmatūṣāṇītareṣāṃ dve dve dāmanī dve dve upānahau dviṣaṃhitāny ajināni

Die anderen haben [Kleidungsstücke] mit Ende aus valūka [?] und Stücke aus Schnüren/Kranzschnur (dāma) [?]; je zwei Schnüre, je zwei Sandalen, Felle doppelt zusammengenäht.

etad vai vrātyadhanaṃ yasmā etad dadati tasminn eva mṛjānā yānti

Dies ist der Vrātya-Besitz; zu wem sie das geben, zu dem gehen sie, sich reinigend [mṛjānāḥ].

trayastriṃśatā trayastriṃśatā gṛhapatim abhisamāyanti trayastriṃśad dhi devā ārdhnuvan ṛdhyā eva

Zu je dreiunddreißig kommen sie zum Hausherrn zusammen; denn dreiunddreißig Götter hatten Erfolg; sie sollen Erfolg haben.

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