Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 21

Adhyāya 14 Pañcaśāradīya, der Stoma der Maruts (Kayāśubhīya)

Ritus für den, der viel wünscht, mit saptadaśa-Stoma und Marut-Opfertieren (17 fünfjährige Stiere, 17 dreijährige Kühe); Aitiologie mit Agastya und dem Kayāśubhīya-Hymnus; in 13-19 Ersatzopfer bei Missgeschick des Opfertiers. Die Passagen über die Abfolge der Tiere sind verdorben (pokṣitān, nipya-) und in Einzelheiten unsicher; etarā labhante pretarān sṛjanti bleibt dunkel.

trivṛd agniṣṭomaḥ pañcadaśa ukthaḥ saptadaśa ukthaḥ pañcadaśa ukthaḥ saptadaśo 'tirātraḥ pañcaśāradīyo marutāṃ stomaḥ

Trivṛt-Agniṣṭoma, pañcadaśa-Uktha, saptadaśa-Uktha, pañcadaśa-Uktha, saptadaśa-Atirātra: das ist das Pañcaśāradīya, der Stoma der Maruts.

yaḥ kāmayeta bahu syām iti sa etena yajeta

Wer wünscht: „Möge ich viel werden“, der soll hiermit opfern.

marūto vai devānāṃ bhūyiṣṭhā bahur eva bhavati

Die Maruts sind die zahlreichsten unter den Göttern; viel wird er.

saptadaśaṃ stomā nātiyanti prajāpatir vai saptadaśaḥ prajāpatim evāpnoti

Über den saptadaśa gehen die Stomas nicht hinaus; Prajāpati ist saptadaśa; Prajāpati erlangt er.

agastyo vai marūdbhya ukṣṇaḥ praukṣat tān indrāyābadhnāt te vajram ādāyābhyapatan sa etat kayāśubhīyam apaśyat tenāśamayat

Agastya besprengte einst Stiere für die Maruts; er band sie für Indra fest. Sie (die Maruts) ergriffen den Vajra und griffen (ihn) an. Da sah er dieses Kayāśubhīya (Hymnus RV 1.165) und besänftigte sie damit.

yat kayāśubhīyaṃ śasyate śāntyā eva

Dass das Kayāśubhīya rezitiert wird, ist nur zur Besänftigung.

saptadaśa pṛśnīn ukṣṇaḥ pañcavarṣān saptadaśa pṛśnīs trivatsā apravītās tān paryagnikṛtān prokṣitānetarā labhante pretarān sṛjanti

Siebzehn gefleckte Stiere, fünfjährig, siebzehn gefleckte Kühe, dreijährig, unbedeckt (apravītā) [?]: diese, nachdem sie umfeuert (paryagnikṛta) und besprengt sind, schlachten die einen; die anderen lassen sie frei [?].

tataḥ saṃvatsare navanītapṛśnīr arūṇā ānayanti tāṃś caivokṣṇas tān paryagnikṛtān prokṣitān etarā labhante pretarān sṛjanti tataḥ saṃvatsare rājīvā ānayanti tāṃś caivokṣṇas tān paryagnikṛtān prokṣitān etarā labhante pretarān sṛjanti tataḥ saṃvatsare piśaṅgīr ānayanti tāṃś caivokṣṇas tān paryagnikṛtān prokṣitān etarā labhante pretarān sṛjanti tataḥ saṃvatsare sāraṅgīr ānayanti tāṃś caivokṣṇas tān paryagnikṛtān pokṣitān etarā labhante pretarān sṛjanti

Dann, nach einem Jahr, führen sie butterfarben gefleckte rötliche Kühe herbei, und dieselben Stiere; diese, umfeuert und besprengt, schlachten die einen, die anderen lassen sie frei. Dann, nach einem Jahr, führen sie streifige [?] (rājīva) herbei, und dieselben Stiere; diese, umfeuert und besprengt, schlachten die einen, die anderen lassen sie frei. Dann, nach einem Jahr, führen sie rotbraune herbei, und dieselben Stiere; diese, umfeuert und besprengt, schlachten die einen, die anderen lassen sie frei. Dann, nach einem Jahr, führen sie buntfarbene [?] (sāraṅgī) herbei, und dieselben Stiere; diese, umfeuert und „pokṣita“ [Anm.: wohl verschrieben für prokṣita, besprengt], schlachten die einen, die anderen lassen sie frei.

tataḥ saṃvatsare somā bhavanti

Danach, nach einem Jahr, finden die Somapressungen statt.

trīṃs trīn anvaham ālabhante pañcottame 'hani

Je drei schlachten sie Tag für Tag; am letzten Tag fünf.

ajo 'gnīṣomīyaḥ

Ein Ziegenbock ist für Agni und Soma bestimmt.

aindrā mārūto ukṣāṇo mārūtyo vatsataryaḥ

Für Indra und die Maruts sind Stiere, für die Maruts Färsen (vatsatarī).

yadi rūdro 'bhimanyotāgnaye rūdravate puroḍāśam aṣṭākapālaṃ nirūpyāthānyam ālabheta

Wenn Rudra (das Tier) ergreift [?] (rūdro ’bhimanyota), soll man dem Agni Rudravant einen Kuchen auf acht Schalen darbringen und dann ein anderes schlachten.

yadi saṃśīryaita bhaumam ekakapālaṃ nirūpyāthānyam ālabheta

Wenn es zerfällt [?] (saṃśīryaita), soll man (der Erde/dem Bhauma [?]) einen Kuchen auf einer Schale darbringen und dann ein anderes schlachten.

yady avasīder nairṛtaṃ caruṃ nirūpyāthānyam ālabheta yady apsu mriyetāponaptrīyaṃ caruṃ nirūpyāthānyam ālabheta yady andhasyāt sauryaṃ caruṃ nirūpyāthānyam ālabheta

Wenn es einsinkt [?], soll man der Nirṛti einen Reisbrei darbringen und dann ein anderes schlachten; wenn es im Wasser stirbt, dem Apāṃ Napāt einen Reisbrei und dann ein anderes; wenn es blind ist, dem Sūrya einen Reisbrei und dann ein anderes schlachten.

yadi ślavaṇo vā kuṭo vā syād bārhaspatyaṃ caruṃ nipyāthānyam ālabheta

Wenn es lahm oder verkrüppelt (kuṭa) [?] ist, soll man dem Bṛhaspati einen Reisbrei darbringen (der Text hat nipya-, wohl verschrieben für nirūpya [?]) und dann ein anderes schlachten.

yadi palāyeta vāyavyaṃ caruṃ nirūpyāthānyam ālabheta

Wenn es entläuft, soll man dem Vāyu einen Reisbrei darbringen und dann ein anderes schlachten.

yadi prāsahājayeyur indrāya prasahvana ekādaśakapālaṃ nirūpyāthānyam ālabheta

Wenn sie im Kampf nicht (be)siegen [?], soll man dem Indra Prasahvan einen Kuchen auf elf Schalen darbringen und dann ein anderes schlachten.

yady anyena mṛtyunā mriyeta prājāpatyaṃ dvādaśakapālaṃ nirūpyāthānyam ālabheta

Wenn (das Tier) durch einen anderen Tod stirbt, soll man dem Prajāpati einen Kuchen auf zwölf Schalen darbringen und dann ein anderes schlachten.

etena vā ekayāvā gāndamo vetasvatīṣṭvā sarvām ṛddhim ārdhnot

Mit diesem (Ritus) erlangte einst Gāndama Vetasvant [?] durch das Opfer jeglichen Erfolg (ṛddhi). [Anm.: ekayāvā gāndamo vetasvat, Namensform unsicher.]

sarvām ṛddhim ṛdhnoti ya evaṃ veda

Jeglichen Erfolg erlangt, wer dies weiß.

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