Quellen der Menschheit

Pañcaviṃśa-Brāhmaṇa (Tāṇḍya-Mahābrāhmaṇa) · Prapāṭhaka 21

Adhyāya 3 Śabalī-Kuh und die Śabalī-Anrufung

Śabalī („die Scheckige“) ist die Rede; das Trirātra ist ihr Kalb. Es folgt ein Ritual mit zwölfnächtiger Askese, einem Śabalī-Opfer und dem Rufen der Kuh in der Wildnis, dann das Śabalī-Mantra. Kaṇḍikā 3 und 4 sind knapp und teilweise unklar.

vāg vai śabalī tasyās trirātro vatsas trirātro vā etāṃ pradāpayati

Die Rede ist die Śabalī; ihr Kalb ist das Trirātra; das Trirātra lässt sie einen geben [?].

tad ya evaṃ veda tasmā eṣā prattā dugdhe

Wer so weiß, dem gibt sie, gegeben, Milch.

yo 'lam annādyāya sann athānnaṃ nādyāt

Wer zur Nahrung fähig ist und doch [danach] die Nahrung nicht isst [?] ...

barāsīṃ paridhāya taptaṃ piban dvādaśa rātrīr adhaḥ śayīta

... in ein Barāsī[-Gewand; Anm.: grobes Kleidungsstück, Bedeutung unsicher] gehüllt, Heißes trinkend, soll er zwölf Nächte unten [auf dem Boden] schlafen.

yā dvādaśī syāt tasyā upavyuṣaṃ śabalīhomaṃ hutvā purā vāgbhyaḥ sampravaditor yatra grāmyasya paśor nāśṛṇuyāt tad araṇyaṃ paretya darbhastambam ālabhya śabali śabalīti trir āhvayed yad anyac chunaś ca gardabhāc ca prativāśyate sā samṛddhā

In der Zwölften [Nacht] soll er beim Morgengrauen ein Śabalī-Opfer darbringen, ehe die Stimmen zusammen laut werden; wo er kein Haustier hört, dorthin in die Wildnis hinausgehen, einen Darbha-Büschel ergreifen und dreimal rufen: „Śabalī! Śabalī!“ Wenn von etwas anderem als einem Hund oder Esel geantwortet wird, so ist es gelungen.

yadi na prativāśyeta saṃvatsare punar āhvayeta

Wenn nicht geantwortet wird, soll er im [nächsten] Jahr wieder rufen.

śabali samudro 'si viśvavyacā brahma devānāṃ prathamajā ṛtasyānnam asi śukram asi tejo 'sy amṛtam asi tāṃ tvā vidma śabali dīdyānāṃ tasyāste pṛthivī pādo 'ntarikṣaṃ pādo dyauḥ pādaḥ samudraḥ pāda eṣāsi śabali tāṃ tvā vidma sā na iṣam ūrjaṃ dhukṣva vasordhārāṃ śabali prajānāṃ śaciṣṭhā vratam anugeṣaṃ svāhā

„Śabalī, du bist der Ozean, allausbreitend, das Brahman, die Erstgeborene der Götter, des Ṛta; du bist Speise, du bist Glanz, du bist Kraft, du bist Unsterblichkeit. Diese dich kennen wir, Śabalī, der Leuchtenden [?]. Von dir ist die Erde ein Fuß, der Luftraum ein Fuß, der Himmel ein Fuß, der Ozean ein Fuß; diese bist du, Śabalī. Diese dich kennen wir. Sie möge uns Labung und Kraft melken, den Strom des Gutes, Śabalī, du Mächtigste der Geschöpfe; möge ich dem Gelübde folgen. Svāhā.“

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