Adhyāya 1
Die Kuh Somakrayaṇī und die Tausend-Gabe (Sahasra)
Erzählung, wie Indra, Soma und Yama um ein Tausend wetteifern und eine Kuh in drei Teile teilen: Somakrayaṇī (Kuh zum Soma-Kauf), Aindriyaiṣyā und Anustaraṇī. Der Erzählteil ist syntaktisch stark verkürzt; Kaṇḍikā 1 und 2 enthalten mehrere unsichere Stellen (procya, ajyāśiṣṭām, na śān āharāmahai). Das Ende (9-10) gibt Deutung der Tausend-Gabe als Brücke zur jenseitigen Welt.
indro marutaḥ sahasram ajināt svāṃ viśaṃ somāya rājñe procya tasmād rājñe procya viṃśa jinanti tau yamo 'śṛṇon maruto ha sahasram ajyāśiṣṭām iti sa āgacchat so 'bravīd upa māsmin sahasre hvayethām iti tam upāhvayetāṃ sa yamo 'paśyad ekāṅgāṃ sahasre 'pi sahasrasya payo bibhratīṃ so 'bravīd iyam eva mamāstu sahasraṃ yuvāṃ vikalpayethām iti tāv abrūtāṃ yathā vāva tvam etāṃ paśyasy evam āvam etāṃ paśyāva iti
Indra gewann [im Wettstreit] tausend Marut[-Stammesangehörige], sein eigenes Volk (viś), [nachdem er es] dem König Soma angekündigt hatte (procya) [?]; deshalb gewinnen sie [?], nachdem sie es dem König angekündigt haben, zwanzig [?]. Yama hörte die beiden: „Die Maruts sind eines Tausends beraubt worden (ajyāśiṣṭām)“ [?]. Er kam. Er sprach: „Ruft mich zu diesem Tausend hinzu.“ Sie riefen ihn hinzu. Yama sah eine einbeinige/ einteilige [?] Kuh, die auch in dem Tausend die Milch des Tausends trug. Er sprach: „Diese allein soll mein sein, das Tausend; verteilt ihr beide [es untereinander].“ Die beiden sagten: „Wie du diese siehst, so sehen wir beide diese.“
tayā vā idaṃ sahasraṃ vikalpayāmahā ity abruvaṃs tām udake prāveśayaṃs te 'bravan na śānāharāmahai yasmai na iyaṃ prathamāyādeṣyati iti te 'ṃśān āharanta somasya prathama aid athendrasyātha yamasya
„Durch sie wollen wir dieses Tausend aufteilen“, sagten sie; sie ließen sie ins Wasser hineingehen. Sie sagten: „Wir wollen nicht ... [?] holen: wem von uns diese zuerst zugewiesen wird.“ Sie holten [Lose/] Anteile (aṃśa): zuerst kam der des Soma, dann der des Indra, dann der des Yama.
te 'bruvan somāya rājña udehi tṛtīyena cātmanas tṛtīyena ca sahasrasya payasa iti sā babhruḥ piṅgākṣy ekavarṣodait tṛtīyena cātmanas tṛtīyena ca sahasrasya payasaḥ sā yā somakrayaṇī saiva sā
Sie sagten: „Steh auf für König Soma, mit einem Drittel deiner selbst und mit einem Drittel der Milch des Tausends.“ Sie, braun, mit rötlichen Augen, einjährig, stand auf mit einem Drittel ihrer selbst und einem Drittel der Milch des Tausends. Diejenige, die die Somakrayaṇī [Kuh zum Kauf des Soma] ist, das ist sie.
Mit einem Drittel ihres Selbst und einem Drittel der Milch des Tausends wird für ihn der Soma gekauft, der so wissend den Soma kauft, für den, der so wissend ist, sie den Soma kaufen.
te 'bruvann indrāyodehi tṛtīyena cātmanas tṛtīyena ca sahasrasya payasa iti sā śabalī paṣṭhauhy udait tṛtīyena cātmanas tṛtīyena ca sahasrasya payasaḥ sā %yendriyaiṣyā saiva sā
Sie sagten: „Steh auf für Indra, mit einem Drittel deiner selbst und einem Drittel der Milch des Tausends.“ Sie, scheckig, eine paṣṭhauhī [Anm.: Kuhart, Bedeutung unsicher] [?], stand auf mit einem Drittel ihrer selbst und einem Drittel der Milch des Tausends. Diejenige, die die „Indriyaiṣyā“ ist [Anm.: Text „%yendriyaiṣyā“ korrupt; vermutlich aindriyaiṣyā] [?], das ist sie.
Mit einem Drittel ihres Selbst und einem Drittel der Milch des Tausends wird für ihn die Indriyaiṣyā gegeben, der so wissend die Indriyaiṣyā gibt, dem so Wissenden man die Indriyaiṣyā gibt.
te 'bruvan yamāyodehi tṛtīyena cātmanas tṛtīyena ca sahasrasya payasa iti sā jaratī kuṣṭhāśṛṅgyad aid dhūmrā vā dityauhīrmato hrasīyasī tṛtīyena cātmanaḥ tṛtīyena ca sahasrasya payasaḥ sā yānustaraṇī saiva sā
Sie sagten: „Steh auf für Yama, mit einem Drittel deiner selbst und einem Drittel der Milch des Tausends.“ Sie, alt, [mit Hörnern] ... kuṣṭhā-śṛṅgī [?], kam heran, rauchfarben oder eine dityauhī [Anm.: Rinderalter, unsicher], kleiner [?], mit einem Drittel ihrer selbst und einem Drittel der Milch des Tausends. Diejenige, die die Anustaraṇī ist [Kuh des Totenopfers], das ist sie.
Mit einem Drittel ihres Selbst und einem Drittel der Milch des Tausends wird für ihn die Anustaraṇī gemacht, der so wissend die Anustaraṇī macht, für den so Wissenden man die Anustaraṇī macht; wer es nicht getan hat, meint [es] nicht [?].
tad āhur brahmavādino na vā amuṣmin loke sahasrayāḍ aloko 'stīti tad yāvad itaḥ sahasrasya gaur gavi pratiṣṭhitā tāvad asmāl lokād asau lokaḥ sarasrayājī vā imān lokān vyāpnoty atho yāvat sahasraṃ yojanāny atho sahasram āśvīnān yatho yāvat sahasram ahnayāni tad gavā gavā spṛṇoti samākramaṇāya vā etā dīyante
Dazu sagen die Brahmavādins: „Hat denn in jener Welt ein Tausend-Opferer keine Weltlosigkeit (aloka)?“ So weit von hier eine Kuh in einer Kuh des Tausends gegründet ist [?], so weit ist jene Welt von dieser Welt; der Tausend-Opferer durchmisst diese Welten; ferner so weit tausend Yojanas [reichen], ferner tausend Rossläufe (āśvīna), ferner tausend Tagesreisen (ahnayāna): das überbrückt er Kuh um Kuh [?]. Zum Hinübergehen (samākramaṇa) werden diese [Kühe] gegeben.
Als er das Tausend schuf, war das Tārpya [Gewand] sein Schoß (yoni); dass man das Tārpya ihm zurückbringt (pratinayati), [geschieht] zum Vorhandensein eines Schoßes (sayonitva).