Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 26

Anuvāka 5 Über die Besprengung, Einhüllung und Salbung des Opferpfostens und seine Errichtung mit Viṣṇu-Versen.

pṛthivyai tvāntarikṣāya tvā dive tveti yūpaṃ prokṣati

Mit „Für die Erde dich, für den Luftraum dich, für den Himmel dich“ besprengt er den Opferpfosten.

ebhya evainaṃ lokebhyaḥ prokṣati

Für diese Welten also besprengt er ihn.

asmai vai lokāyaudumbarī mīyate 'muṣmai yūpas

Für diese Welt wird die Audumbarī [Anm.: Pfosten aus Udumbara-Holz] errichtet, für jene der Opferpfosten;

tasmād itaḥ parāñcaṃ yūpaṃ prokṣaty amuto 'rvācīm audumbarīm

daher besprengt er den Opferpfosten von hier aus nach fern hin, die Audumbarī von dort her nach diesseits.

anayor lokayor vidhṛtyai

Zum Auseinanderhalten dieser beiden Welten.

devasya tvā savituḥ prasava ity abhrim ādatte

Mit „Auf Antrieb des Gottes Savitṛ“ nimmt er den Spaten [Anm.: abhri, Grabgerät] auf.

savitṛprasūta evaināṃ devatābhir ādatte

Von Savitṛ angetrieben nimmt er ihn also mit den Gottheiten.

idam ahaṃ rakṣaso grīvā apikṛntāmīti

„Diesem Rakṣas schneide ich den Nacken ab.“

bhrātṛvyo vai rakṣas

Der Nebenbuhler ist nämlich das Rakṣas;

bhrātṛvyasyaiva grīvā apikṛntati

dem Nebenbuhler also schneidet er den Nacken ab.

śundhantāṃ lokāḥ pitṛṣadanā iti

„Rein sollen werden die Welten, die Sitze der Väter.“

atho yad evāsya khanantaḥ krūraṃ kurvanti tac chamayati

Zudem besänftigt er, was die Grabenden (an ihm) Grausames tun.

yavamatīr avasiñcati

Er begießt (die Grube) mit Gerstenwasser [?].

annaṃ vai yavās tejo yūpas

Die Gerste ist nämlich Nahrung, der Opferpfosten Glanz;

anna eva tejo dadhāti

in die Nahrung also legt er Glanz.

annaṃ vai yavā vajro yūpas

Die Gerste ist nämlich Nahrung, der Opferpfosten der Donnerkeil;

anna eva vajraṃ dadhāti ‖

in die Nahrung also legt er den Donnerkeil.

pitṛṣadanaṃ tvā lokam āstṛṇāmīti

„Als Sitz der Väter breite ich dich als Welt aus.“

yad vā etam apabarhiṣaṃ minuyur gartamit syāt

Errichteten sie ihn nämlich ohne Streu, so wäre er in eine Grube gesteckt [?].

asyā uttarārdha oṣadhayas

Auf der oberen Hälfte dieser (Erde) sind die Pflanzen;

asyā evainam uttarārdhe minoti

auf der oberen Hälfte dieser (Erde) also errichtet er ihn.

agartamitam evākas

Nicht in eine Grube gesteckt ist er also.

svāveśo 'sy agregā netṝṇām iti yūpaśakalam avāsyati

Mit „Du bist ein guter Zugang, der Führer Vorläufer“ wirft er den Span des Opferpfostens hin.

ṛkṣo vā eṣa taṣṭo 'paśavyas

Bearbeitet, (aber unbehandelt) wäre dieser nämlich rau [?] und für das Vieh ungeeignet;

satvacasam evainaṃ minoti

mit Rinde also errichtet er ihn.

ghṛtena dyāvāpṛthivī āpṛṇethām iti

„Mit Schmelzbutter füllt euch, Himmel und Erde!“

ghṛtenaiva dyāvāpṛthivī vyunatti

Mit Schmelzbutter also benetzt er Himmel und Erde.

tasmād oṣadhayo 'nabhyaktā rebhante

Daher tönen die Pflanzen, wenn sie nicht gesalbt sind [?].

devas tvā savitā madhvānaktv iti

„Der Gott Savitṛ salbe dich mit Honig.“

ghṛtaṃ vai devānāṃ madhu

Schmelzbutter ist nämlich der Honig der Götter;

medhyam evainaṃ yajñiyaṃ karoti ‖

rein also und opfertauglich macht er ihn.

supippalā oṣadhīs kṛdhīti caṣālaṃ pratimuñcati

Mit „Mach die Pflanzen reich an Früchten“ bindet er das Caṣāla auf.

oṣadhīr eva phalaṃ grāhayati

Die Pflanzen also lässt er Frucht fassen.

tasmād etā akṛṣṭapacyāḥ pacyante

Daher reifen diese ohne Pflügen.

ghṛtenāgniṣṭhām anakti

Mit Schmelzbutter salbt er die Agniṣṭhā [Anm.: Holzstück beim Pfosten „am Feuer stehend“; Deutung unsicher].

tejo vai ghṛtaṃ yajamāno 'gniṣṭhā

Schmelzbutter ist nämlich Glanz, der Opferherr ist die Agniṣṭhā;

tejasaiva yajamānam̐ samardhayati

mit Glanz also lässt er den Opferherrn gedeihen.

āntam̐ saṃtatam anakti

Er salbt bis zum Ende in einem Zug;

tejasas saṃtatyai

zur Ununterbrochenheit des Glanzes,

yaṃ dviṣyāt tasya vicchindyāt

Für den, den er hasst, soll er (die Salbung) unterbrechen;

tejasaivainaṃ vyardhayati

um den Glanz also bringt er ihn.

sarvata evainaṃ tejasā samardhayati

Von allen Seiten also lässt er ihn mit Glanz gedeihen.

dyām agreṇāspṛkṣa āntarikṣaṃ madhyenāprāḥ pṛthivīm upareṇādṛm̐hīr iti

„Mit der Spitze hast du den Himmel berührt, mit der Mitte den Luftraum erfüllt, mit dem unteren (Teil) die Erde gefestigt.“

vajro vai yūpas

Der Opferpfosten ist nämlich der Donnerkeil;

eṣāṃ lokānāṃ vidhṛtyai ‖

zum Auseinanderhalten dieser Welten.

tā vāṃ vāstūnīti vaiṣṇavyāvaharati

Mit dem Viṣṇu-Vers „Diese eure Wohnstätten“ senkt er ihn hinab [?].

vaiṣṇavo vai yūpas

Der Opferpfosten gehört nämlich Viṣṇu;

svayaivainaṃ devatayāvaharati

mit dessen eigener Gottheit senkt er ihn also hinab.

viṣṇoḥ karmāṇi paśyateti vaiṣṇavyā kalpayati

Mit dem Viṣṇu-Vers „Seht Viṣṇus Taten“ richtet er ihn zu.

vaiṣṇavo vai yūpas

Der Opferpfosten gehört nämlich Viṣṇu;

svayaivainaṃ devatayā kalpayati

mit dessen eigener Gottheit richtet er ihn also zu.

agniṃ praty agniṣṭhāṃ kuryāt

Die Agniṣṭhā soll er dem Feuer zugewandt machen.

tejo vā agnir yajamāno 'gniṣṭhā

Agni ist nämlich Glanz, der Opferherr die Agniṣṭhā;

tejasaiva yajamānam̐ samardhayati

mit Glanz also lässt er den Opferherrn gedeihen.

yaṃ dviṣyāt tasyetthaṃ vetthaṃ vā namayet

Für den, den er hasst, soll er sie so oder so (anders) neigen;

tejasaivainaṃ vyardhayati

um den Glanz also bringt er ihn.

brahmavaniṃ tvā kṣatravanim iti

„Dich, der das heilige Wort gewinnt, der die Herrschaft gewinnt“ –

āśiṣam evāśāste

damit erfleht er einen Wunsch.

brahma dṛm̐ha kṣatraṃ dṛm̐heti

„Festige das heilige Wort, festige die Herrschaft!“

āśiṣam evāsmā āśiṣṭāṃ dṛm̐hati

Den erflehten Wunsch also festigt er ihm.

tad viṣṇoḥ paramaṃ padam iti vaiṣṇavyodīkṣate

Mit dem Viṣṇu-Vers „Jenes höchste Schrittziel Viṣṇus“ blickt er hinauf [?].

vaiṣṇavo vai yūpas

Der Opferpfosten gehört nämlich Viṣṇu;

svayaivainaṃ devatayodīkṣate ‖

mit dessen eigener Gottheit blickt er also zu ihm hinauf.