pṛthivyai tvāntarikṣāya tvā dive tveti yūpaṃ prokṣati
Mit „Für die Erde dich, für den Luftraum dich, für den Himmel dich“ besprengt er den Opferpfosten.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 26
pṛthivyai tvāntarikṣāya tvā dive tveti yūpaṃ prokṣati
Mit „Für die Erde dich, für den Luftraum dich, für den Himmel dich“ besprengt er den Opferpfosten.
ebhya evainaṃ lokebhyaḥ prokṣati
Für diese Welten also besprengt er ihn.
asmai vai lokāyaudumbarī mīyate 'muṣmai yūpas
Für diese Welt wird die Audumbarī [Anm.: Pfosten aus Udumbara-Holz] errichtet, für jene der Opferpfosten;
tasmād itaḥ parāñcaṃ yūpaṃ prokṣaty amuto 'rvācīm audumbarīm
daher besprengt er den Opferpfosten von hier aus nach fern hin, die Audumbarī von dort her nach diesseits.
anayor lokayor vidhṛtyai
Zum Auseinanderhalten dieser beiden Welten.
devasya tvā savituḥ prasava ity abhrim ādatte
Mit „Auf Antrieb des Gottes Savitṛ“ nimmt er den Spaten [Anm.: abhri, Grabgerät] auf.
savitṛprasūta evaināṃ devatābhir ādatte
Von Savitṛ angetrieben nimmt er ihn also mit den Gottheiten.
idam ahaṃ rakṣaso grīvā apikṛntāmīti
„Diesem Rakṣas schneide ich den Nacken ab.“
bhrātṛvyo vai rakṣas
Der Nebenbuhler ist nämlich das Rakṣas;
bhrātṛvyasyaiva grīvā apikṛntati
dem Nebenbuhler also schneidet er den Nacken ab.
śundhantāṃ lokāḥ pitṛṣadanā iti
„Rein sollen werden die Welten, die Sitze der Väter.“
śundhaty evainam
Er reinigt ihn also.
atho yad evāsya khanantaḥ krūraṃ kurvanti tac chamayati
Zudem besänftigt er, was die Grabenden (an ihm) Grausames tun.
yavamatīr avasiñcati
Er begießt (die Grube) mit Gerstenwasser [?].
annaṃ vai yavās tejo yūpas
Die Gerste ist nämlich Nahrung, der Opferpfosten Glanz;
anna eva tejo dadhāti
in die Nahrung also legt er Glanz.
annaṃ vai yavā vajro yūpas
Die Gerste ist nämlich Nahrung, der Opferpfosten der Donnerkeil;
anna eva vajraṃ dadhāti ‖
in die Nahrung also legt er den Donnerkeil.
pitṛṣadanaṃ tvā lokam āstṛṇāmīti
„Als Sitz der Väter breite ich dich als Welt aus.“
yad vā etam apabarhiṣaṃ minuyur gartamit syāt
Errichteten sie ihn nämlich ohne Streu, so wäre er in eine Grube gesteckt [?].
asyā uttarārdha oṣadhayas
Auf der oberen Hälfte dieser (Erde) sind die Pflanzen;
asyā evainam uttarārdhe minoti
auf der oberen Hälfte dieser (Erde) also errichtet er ihn.
agartamitam evākas
Nicht in eine Grube gesteckt ist er also.
svāveśo 'sy agregā netṝṇām iti yūpaśakalam avāsyati
Mit „Du bist ein guter Zugang, der Führer Vorläufer“ wirft er den Span des Opferpfostens hin.
ṛkṣo vā eṣa taṣṭo 'paśavyas
Bearbeitet, (aber unbehandelt) wäre dieser nämlich rau [?] und für das Vieh ungeeignet;
satvacasam evainaṃ minoti
mit Rinde also errichtet er ihn.
ghṛtena dyāvāpṛthivī āpṛṇethām iti
„Mit Schmelzbutter füllt euch, Himmel und Erde!“
ghṛtenaiva dyāvāpṛthivī vyunatti
Mit Schmelzbutter also benetzt er Himmel und Erde.
tasmād oṣadhayo 'nabhyaktā rebhante
Daher tönen die Pflanzen, wenn sie nicht gesalbt sind [?].
devas tvā savitā madhvānaktv iti
„Der Gott Savitṛ salbe dich mit Honig.“
ghṛtaṃ vai devānāṃ madhu
Schmelzbutter ist nämlich der Honig der Götter;
medhyam evainaṃ yajñiyaṃ karoti ‖
rein also und opfertauglich macht er ihn.
supippalā oṣadhīs kṛdhīti caṣālaṃ pratimuñcati
Mit „Mach die Pflanzen reich an Früchten“ bindet er das Caṣāla auf.
oṣadhīr eva phalaṃ grāhayati
Die Pflanzen also lässt er Frucht fassen.
tasmād etā akṛṣṭapacyāḥ pacyante
Daher reifen diese ohne Pflügen.
ghṛtenāgniṣṭhām anakti
Mit Schmelzbutter salbt er die Agniṣṭhā [Anm.: Holzstück beim Pfosten „am Feuer stehend“; Deutung unsicher].
tejo vai ghṛtaṃ yajamāno 'gniṣṭhā
Schmelzbutter ist nämlich Glanz, der Opferherr ist die Agniṣṭhā;
tejasaiva yajamānam̐ samardhayati
mit Glanz also lässt er den Opferherrn gedeihen.
āntam̐ saṃtatam anakti
Er salbt bis zum Ende in einem Zug;
tejasas saṃtatyai
zur Ununterbrochenheit des Glanzes,
avicchedāya
zur Unabgebrochenheit.
yaṃ dviṣyāt tasya vicchindyāt
Für den, den er hasst, soll er (die Salbung) unterbrechen;
tejasaivainaṃ vyardhayati
um den Glanz also bringt er ihn.
sarvato 'nakti
Ringsum salbt er.
sarvata evainaṃ tejasā samardhayati
Von allen Seiten also lässt er ihn mit Glanz gedeihen.
dyām agreṇāspṛkṣa āntarikṣaṃ madhyenāprāḥ pṛthivīm upareṇādṛm̐hīr iti
„Mit der Spitze hast du den Himmel berührt, mit der Mitte den Luftraum erfüllt, mit dem unteren (Teil) die Erde gefestigt.“
vajro vai yūpas
Der Opferpfosten ist nämlich der Donnerkeil;
eṣāṃ lokānāṃ vidhṛtyai ‖
zum Auseinanderhalten dieser Welten.
tā vāṃ vāstūnīti vaiṣṇavyāvaharati
Mit dem Viṣṇu-Vers „Diese eure Wohnstätten“ senkt er ihn hinab [?].
vaiṣṇavo vai yūpas
Der Opferpfosten gehört nämlich Viṣṇu;
svayaivainaṃ devatayāvaharati
mit dessen eigener Gottheit senkt er ihn also hinab.
viṣṇoḥ karmāṇi paśyateti vaiṣṇavyā kalpayati
Mit dem Viṣṇu-Vers „Seht Viṣṇus Taten“ richtet er ihn zu.
vaiṣṇavo vai yūpas
Der Opferpfosten gehört nämlich Viṣṇu;
svayaivainaṃ devatayā kalpayati
mit dessen eigener Gottheit richtet er ihn also zu.
agniṃ praty agniṣṭhāṃ kuryāt
Die Agniṣṭhā soll er dem Feuer zugewandt machen.
tejo vā agnir yajamāno 'gniṣṭhā
Agni ist nämlich Glanz, der Opferherr die Agniṣṭhā;
tejasaiva yajamānam̐ samardhayati
mit Glanz also lässt er den Opferherrn gedeihen.
yaṃ dviṣyāt tasyetthaṃ vetthaṃ vā namayet
Für den, den er hasst, soll er sie so oder so (anders) neigen;
tejasaivainaṃ vyardhayati
um den Glanz also bringt er ihn.
brahmavaniṃ tvā kṣatravanim iti
„Dich, der das heilige Wort gewinnt, der die Herrschaft gewinnt“ –
āśiṣam evāśāste
damit erfleht er einen Wunsch.
brahma dṛm̐ha kṣatraṃ dṛm̐heti
„Festige das heilige Wort, festige die Herrschaft!“
āśiṣam evāsmā āśiṣṭāṃ dṛm̐hati
Den erflehten Wunsch also festigt er ihm.
tad viṣṇoḥ paramaṃ padam iti vaiṣṇavyodīkṣate
Mit dem Viṣṇu-Vers „Jenes höchste Schrittziel Viṣṇus“ blickt er hinauf [?].
vaiṣṇavo vai yūpas
Der Opferpfosten gehört nämlich Viṣṇu;
svayaivainaṃ devatayodīkṣate ‖
mit dessen eigener Gottheit blickt er also zu ihm hinauf.