ṛtvijo vṛṇīte
Er wählt die Priester.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 26
ṛtvijo vṛṇīte
Er wählt die Priester.
chandām̐si vā ṛtvijas
Die Priester sind wahrlich die Versmaße.
chandām̐sy eva tad vṛṇīte
Versmaße wählt er damit eben.
tair asya vṛtair yuktair vaṣaṭkārāḥ puro yujyante
Sind diese für ihn gewählt und angeschirrt, so werden die Vaṣaṭ-Rufe voran angeschirrt.
hotāraṃ vṛṇīte
Den Hotṛ wählt er.
jagatīṃ tac chandasāṃ vṛṇīte
Die Jagatī unter den Versmaßen wählt er damit.
agnidhaṃ vṛṇīte
Den Agnīdh wählt er.
paṅktiṃ tac chandasāṃ vṛṇīte
Die Paṅkti unter den Versmaßen wählt er damit.
adhvaryū vṛṇīte
Die beiden Adhvaryu wählt er.
aticcchandasaṃ tac chandasāṃ vṛṇīte
Das Aticchandas [Übermaß-Versmaß] unter den Versmaßen wählt er damit.
antarā hotāraṃ cādhvaryū cāgnidhaṃ vṛṇīte
In der Mitte zwischen dem Hotṛ und den beiden Adhvaryu wählt er den Agnīdh.
tasmād agnir madhyata oṣadhīḥ praviṣṭas
Daher ist Agni in der Mitte in die Pflanzen eingegangen.
yad uttamas saṃyajati
Dass der Letzte das Saṃyaj [Anm.: die abschließenden Zusammenopfer-Formeln] spricht,
tasmād upariṣṭān mathyamāno jāyate
daher wird er [Agni], gerieben, von oben her geboren.
maitrāvaruṇaṃ vṛṇīte
Den Maitrāvaruṇa wählt er.
gāyatrīṃ tac chadasāṃ vṛṇīte
Die Gāyatrī unter den Versmaßen wählt er damit.
brāhmaṇāccham̐sinaṃ vṛṇīte
Den Brāhmaṇācchaṃsin wählt er.
triṣṭubhaṃ tac chandasāṃ vṛṇīte
Die Triṣṭubh unter den Versmaßen wählt er damit.
potāraṃ vṛṇīte
Den Potṛ wählt er.
uṣṇihaṃ tac chandasāṃ vṛṇīte
Die Uṣṇih unter den Versmaßen wählt er damit.
neṣṭāraṃ vṛṇīte
Den Neṣṭṛ wählt er.
kakubhaṃ tac chandasāṃ vṛṇīte ‖
Die Kakubh unter den Versmaßen wählt er damit.
paścājam iva vā etac chando yad anuṣṭup
Nachgeboren gleichsam ist dieses Versmaß, die Anuṣṭubh.
paścājevaiṣā hotrā yad acchāvākyā
Nachgeboren gleichsam ist dieses Hotṛ-Amt, das des Acchāvāka [Anm.: der Acchāvāka ist der Helfer des Maitrāvaruṇa].
tasmād acchāvākam upaiva hvayante na vṛṇate
Daher ruft man den Acchāvāka nur hinzu und wählt ihn nicht.
athaitā āpriyaḥ
Nun diese Āprī-Verse.
prajāpatiḥ prajās sṛṣṭvā sa riricāna ivāmanyata
Prajāpati, nachdem er die Geschöpfe erschaffen hatte, hielt sich für gleichsam entleert.
sa etā āprīr apaśyat
Er sah diese Āprī-Verse.
tābhir ātmānam āprīṇīta
Mit ihnen erquickte er sich selbst.
yajñaḥ prajāpatir yajñātmā yajamānas
Das Opfer ist Prajāpati, der Opferherr hat das Opfer zum Selbst.
yad etāḥ pūrvārdhe yajñasya kriyante
Dass diese in der vorderen Hälfte des Opfers vollzogen werden,
mukhata eva yajamānam āprīṇāti
erquickt er den Opferherrn eben vom Mund her.
prayājān yajati
Er opfert die Prayājas [Anm.: die Vor-Opfer].
prāṇā vai prayājāḥ
Die Prayājas sind wahrlich die Lebenshauche.
prāṇān eva tat prayajati
Die Lebenshauche opfert er damit voran.
tat prayājānāṃ prayājatvam
Das ist das Prayāja-Wesen der Prayājas.
anavānam āprīṇīyād yaṃ kāmayeta sarvam āyur iyād iti
Ohne Atemholen soll er die Āprī-Verse sprechen [?] bei dem, von dem er wünscht: „Er soll sein ganzes Leben erreichen.“
prāṇā vai prayājās
Die Prayājas sind wahrlich die Lebenshauche.
avicchinnān evāsmin prāṇān pratidadhāti
Ununterbrochene Lebenshauche legt er in ihn hinein.
sarvam āyur eti
Sein ganzes Leben erreicht er.
ātmā vai paśor vapātmā yajamānasyāprīs
Das Selbst des Tieres ist wahrlich die Vapā [Anm.: das Bauchnetz], das Selbst des Opferherrn die Āprī.
yad uttamāprīr vapāṃ pariśaye
Dass mit der letzten Āprī die Vapā ringsum ruht [?],
ātmaivātmānaṃ pariśaye
so ruht das Selbst eben beim Selbst [?],
yajñasya saṃtatyā avicchedāya
zum Zusammenhang und zur Ununterbrochenheit des Opfers.
ekādaśa prayājā ekādaśānuyājā ekādaśopayajas
Elf Prayājas, elf Anuyājas, elf Upayajas [Anm.: Nach- und Zusatzopfer].
etāvatīr vai devatās
So viele sind wahrlich die Gottheiten.
sarvadevatyaḥ paśus
Das Tier gehört allen Gottheiten.
sarvābhir evainaṃ devatābhis samardhayati
Mit allen Gottheiten lässt er ihn eben gedeihen.
trayastrim̐śad vai devatās somapās trayastriṃśad asomapās
Dreiunddreißig Gottheiten sind Soma-Trinker, dreiunddreißig sind es nicht.
aṣṭau vasava ekādaśa rudrā dvādaśādityā vaṣaṭkāraś ca prajāpatiś ca te somapāḥ
Acht Vasus, elf Rudras, zwölf Ādityas, der Vaṣaṭkāra und Prajāpati – diese sind die Soma-Trinker.
prayājā anuyājā upayajas te 'somapās
Die Prayājas, Anuyājas und Upayajas – sie sind die Nicht-Soma-Trinker.
tasmāt te bahiryajñaṃ kriyante
Daher werden sie außerhalb des [eigentlichen] Opfers vollzogen.
somena vai tad devān somapān prīṇāti
Mit Soma erfreut er damit die Soma trinkenden Götter,
paśunāsomapān
mit dem Opfertier die Nicht-Soma-Trinker.
te 'syobhaye prītā yajñe bhavanti
Diese beiden [Scharen] sind ihm im Opfer erfreut.
etad dha vā uvāca śyāparṇas sāyakāyano 'ṣāḍhaṃ kaiśinaṃ yatrainam adas somān nayati
Dies sagte Śyāparṇa Sāyakāyana zu Aṣāḍha Kaiśina, als dieser ihn dorthin zu den Soma[-Opfern] führte [?]:
yadi vai mā somān neṣyasy ubhayair mā devais saha neṣyasi somapaiś cāsomapaiś ca
„Wenn du mich zu den Soma[-Opfern] führen wirst, führst du mich mit beiden Götterscharen, den Soma trinkenden und den nicht Soma trinkenden.
videvas te yajño 'vahāsyate
Götterlos wird dein Opfer sonst verkümmern [avahāsyate: zurückbleiben, ausfallen [?]],
atho yadryañcaṃ mā neṣyanti tatas tvābhītya jyāsyanti iti
und wenn sie mich yadryañc [Lesung/Sinn unsicher [?]] führen werden, dann werden sie dich angreifen und überwältigen.“ – so.
te mīmām̐sitveto no bhayaṃ nāstīti dakṣiṇā pratyañcaṃ ninyus
Sie überlegten [und sagten:] „Von hier droht uns keine Gefahr“ und führten [ihn] nach rechts, [dem Westen] zugewandt [?].
tataḥ kuntayaḥ pañcālān abhītya jinanti
Daraufhin fielen die Kuntis über die Pañcālas her und überwältigten sie.
ya evaṃvidam̐ somān nayaty ubhayair enaṃ devais saha nayati somapaiś cāsomapaiś ca
Wer einen, der dies weiß, zu den Soma[-Opfern] führt, führt ihn mit beiden Götterscharen, den Soma trinkenden und den nicht Soma trinkenden.
videvo 'sya yajño 'vahīyate
Götterlos bleibt sein Opfer zurück [?] [Anm.: nach dem Zusammenhang wäre eine Verneinung zu erwarten; Text so überliefert].
atho yadryañcam enaṃ nayanti tata enam abhītya jinanti ‖
Und wenn sie ihn yadryañc führen [?], dann greifen sie ihn an und überwältigen ihn.