dhiṣṇyā nyupyante
Die Dhiṣṇya-Herde [Anm.: Feuerstätten für die Opferpriester auf dem Opferplatz] werden eingegraben;
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 26
dhiṣṇyā nyupyante
Die Dhiṣṇya-Herde [Anm.: Feuerstätten für die Opferpriester auf dem Opferplatz] werden eingegraben;
anayor lokayor vidhṛtyai
zum Auseinanderhalten dieser beiden Welten [Anm.: Himmel und Erde].
ny anya upyante nānye
Die einen werden eingegraben, die anderen nicht;
ye nyupyanta imaṃ tair lokaṃ dādhāra
die, welche eingegraben wurden, damit hat er diese Welt gestützt;
ye na nyupyante 'muṃ taiḥ
die, welche nicht eingegraben werden, damit jene (Welt).
parāṅ hy asau loko 'niruktas
Denn jene Welt ist abgewandt (und) unausgesprochen [?].
agnir vai devebhyo 'pākrāmat
Agni ging von den Göttern fort;
sa pṛthivīṃ prāviśat
er drang in die Erde ein.
taṃ jānudaghne 'nvavindan
Man fand ihn knietief (in der Erde).
tasmāj jānudaghnaṃ kheyam
Daher soll man knietief graben.
anuvidyaivaitān nivapati
Nachdem er (Agni) gefunden ist, legt er diese (Herde) nieder.
cātvālān nivapati
Er legt (sie) in der Cātvāla-Grube [Anm.: Grube nördlich der Vedi, aus der der Lehm geholt wird] nieder.
eṣā vā agner yonis
Dies ist nämlich Agnis Mutterschoß;
svād evainān yoner nivapati
aus dem eigenen Mutterschoß also legt er sie nieder.
yo vedyās tīrthaṃ veda na sadasyām ārtim ārchati
Wer die Furt der Vedi kennt, gerät im Sadas [Anm.: Sitzhalle der Priester] nicht in Unheil.
prācīnam āgnīdhrāt pratīcīnaṃ cātvālāt tena saṃcaret
Östlich vom Āgnīdhra-Herd und westlich vom Cātvāla, dort soll er hindurchgehen.
etad vai vedyās tīrtham
Das ist die Furt der Vedi.
ya evaṃ veda na sadasyām ārtim ārchati
Wer so weiß, gerät im Sadas nicht in Unheil.
na pratyaṅ sado 'tīyād adhvaryus
Der Adhvaryu soll nicht nach Westen am Sadas vorbeigehen.
udaraṃ vā etad yajñasya yat sadas
Denn das Sadas ist der Bauch des Opfers;
udaraṃ yajñasya saṃkarṣet pramīyeta
würde er den Bauch des Opfers zusammenziehen, so würde (der Opferherr) sterben.
jano vā eṣo 'dhvaryor janam eti janatā janatām abhītya jināti
Diese Schar des Adhvaryu geht auf eine (andere) Schar zu; die eine Schar überwältigt die andere und besiegt sie.
yady atīyād aindryā saṃcaret
Sollte er doch vorbeigehen, so soll er mit dem an Indra gerichteten Vers hindurchgehen.
aindraṃ vai sadas
Das Sadas gehört nämlich Indra;
svayaiva devatayā saṃcarati
er geht also mit dessen eigener Gottheit hindurch.
na prāṅ havirdhānam
(Er soll) nicht nach Osten am Havirdhāna [Anm.: Karrenschuppen für die Somapflanzen] (vorbeigehen).
śiro vā etad yajñasya yad dhavirdhānam
Denn das Havirdhāna ist das Haupt des Opfers;
śiro yajñasya saṃkarṣet pramīyeta
würde er das Haupt des Opfers zusammenziehen, so würde (der Opferherr) sterben.
yady atīyād vaiṣṇavyā saṃcaret
Sollte er doch vorbeigehen, so soll er mit dem an Viṣṇu gerichteten Vers hindurchgehen.
vaiṣṇavaṃ vai havirdhānam
Das Havirdhāna gehört nämlich Viṣṇu;
svayaiva devatayā saṃcarati
er geht also mit dessen eigener Gottheit hindurch.
tad āhuḥ kṣaitrapatyayaiva saṃcared iti
Dazu sagt man: „Er soll gerade mit dem Kṣetrapati-Vers hindurchgehen.“
iyaṃ kṣetrasya patis
Diese (Erde) ist die Herrin des Feldes;
tenāsyā naiti
damit geht er nicht von ihr weg.
amuṣmin vai loke soma āsīt
In jener Welt war der Soma.
taṃ dhiṣṇyā agopāyan
Die Dhiṣṇyas hüteten ihn.
taṃ gāyatry āharat
Die Gāyatrī holte ihn herbei.
neṣṭāpotroḥ prati gopītham
Für Neṣṭṛ und Potṛ (gab es) im Gegenzug einen Anteil am Schutztrunk [?].
tasmād ete hotre vyṛddhe vyṛddhasomapīthe
Daher sind diese beiden Hotṛ-Ämter (Neṣṭṛ und Potṛ) zu kurz gekommen, zu kurz gekommen beim Somatrunk.
tasmān na neṣṭrā na potrā bhavitavyam
Daher darf man weder Neṣṭṛ noch Potṛ sein [?].
tasmād etau sam̐sacantā iva yajatas
Daher opfern diese beiden gleichsam einander anhängend [?].
tam ete 'nvāyan dvitīyāni nāmāni kṛtvā
Diese folgten ihm (dem Soma), nachdem sie sich zweite Namen gemacht hatten;
tasmād brāhmaṇo dvināmārdhukas
daher ist der Brāhmaṇa mit zwei Namen (fortkommend) [?].
taṃ paryaviśan bhāgadheyam icchamānās
Sie umringten ihn (Soma), einen Anteil begehrend.
tebhya etad bhāgadheyam akalpayat
Ihnen richtete er (der Adhvaryu) diesen Anteil her,
yad dhiṣṇyān vyāghārayati
dass er die Dhiṣṇyas mit Schmelzbutter besprengt.
svenaivainān bhāgadheyena samardhayati
Mit deren eigenem Anteil also lässt er sie gedeihen.
teṣāṃ ye nediṣṭhaṃ paryaviśam̐s te somapīthaṃ prāpnuvann āhavanīya āgnīdhro hotrīyas
Von ihnen erlangten diejenigen, die (ihm) am nächsten saßen, den Somatrunk: der Āhavanīya, der Āgnīdhra, der Hotṛ-Herd [?].
tasmād eta uparyupari vaṣaṭkurvantaṃ na him̐santi
Daher schaden diese dem nicht, der (über ihnen) immer wieder das Vaṣaṭ ruft.
prītā hi
Denn sie sind erfreut.
na pratyaṅ dhiṣṇyān atisarped adhvaryuḥ
Der Adhvaryu soll nicht nach Westen an den Dhiṣṇyas vorbeigehen.
prāṇā vai dhiṣṇyāḥ
Die Dhiṣṇyas sind nämlich die Lebenshauche;
prāṇān saṃkarṣet
er würde die Lebenshauche zusammenziehen.
na pratyaṅ hotāram
(Er soll) nicht nach Westen am Hotṛ (vorbeigehen).
nābhir vā eṣā yajñasya yad dhotā
Denn der Hotṛ ist die Nabe des Opfers.
ūrdhvaṃ nābhyāḥ prāṇo 'vācīnam apānas
Oberhalb des Nabels ist der Einhauch, unterhalb der Ausatem [Anm.: prāṇa/apāna, hier nach dem Kontext als Ein- und Ausatem].
apāne prāṇaṃ dadhyāt pramīyeta ‖
Legte er den Einhauch in den Ausatem, so würde (der Opferherr) sterben.
dakṣiṇato vai devānāṃ yajñaṃ rakṣām̐sy abhyajayan
Von der Südseite her besiegten die Rakṣas das Opfer der Götter;
tam āgnīdhrāt punar apājayan
sie (die Götter) gewannen es vom Āgnīdhra-Herd aus wieder zurück.
yad āgnīdhrād dhiṣṇyān viharanti
Dass man die Dhiṣṇyas vom Āgnīdhra-Herd aus auseinander verteilt,
yajñasyābhijityai
(geschieht) zum Sieg über das Opfer,
rakṣasām apahatyai
zur Abwehr der Rakṣas.
jambho vai nāmāsura āsīt
Es war einmal ein Asura namens Jambha [Anm.: „Kiefer, Zahn“].
sa devānāṃ yajñam agirat
Er verschlang das Opfer der Götter.
sa āgnīdhram api nāgirat
Den Āgnīdhra-Herd verschlang er aber nicht.
yad āgnīdhrād dhiṣṇyān viharanti
Dass man die Dhiṣṇyas vom Āgnīdhra-Herd aus verteilt,
tena yajño jīvas
dadurch ist das Opfer lebendig,
tena medhyas
dadurch rein.
aṅgārān pūrvayos savanayor viharanti
Glühende Kohlen verteilt man bei den beiden ersten Pressungen,
śukravatī hi te
denn diese beiden sind glanzvoll [?];
śalākān dīpyamānām̐s tṛtīyasavane
brennende Späne bei der dritten Pressung.
tena tac chukravat
Dadurch ist sie glanzvoll.
sarvāṇy asya savanāni śukravanti bhavanti ya evaṃ veda ‖
Alle Pressungen dessen werden glanzvoll, der so weiß.
prācībhir vā āhutibhir devā anyān asurān prāṇudanta pratīcībhir anyān
Mit nach Osten (gerichteten) Opfergüssen stießen die Götter die einen Asuras weg, mit nach Westen (gerichteten) die anderen.
pratyañco dhiṣṇyā vyāghāryante prācīr anyā āhutayo hūyante
Die Dhiṣṇyas werden nach Westen hin besprengt, die anderen Opfergüsse werden nach Osten hin dargebracht,
bhrātṛvyasya vinuttyai
zur Vertreibung des Nebenbuhlers.
agner vā etā vaiśvānarasya priyās tanvo yad dhiṣṇyās
Die Dhiṣṇyas sind nämlich die lieben Leiber Agni Vaiśvānaras.
yad dhiṣṇyān vyāghārayati
Dass er die Dhiṣṇyas mit Schmelzbutter besprengt,
tā evaitat samuddharṣayati
damit erfreut er eben diese.
agnir vā eṣa vaiśvānara upāvasṛjyate yad agniṣṭomas
Dieser Agni Vaiśvānara wird nämlich losgelassen, als (das Opfer) Agniṣṭoma [Anm.: das Soma-Opfer mit zwölf Stotras].
sa īśvaro 'śānto yajamānaṃ ca sadasyām̐ś cābhyuṣaḥ
Ungestillt ist er imstande, den Opferherrn und die Sadasya-Priester zu versengen.
prorṇuvīta
(Der Opferherr) soll sich einhüllen,
yajamāna ātmano 'nabhidāhāya
der Opferherr, damit er sich selbst nicht verbrennt.
tṛtīyasavane vai yajñasyāśiṣa īrate
Bei der dritten Pressung erheben sich nämlich die Wünsche des Opfers.
yat prorṇuvīta tābhya ātmānam antardadhyāt
Wenn er sich einhüllte, so würde er sich vor diesen verbergen.
nābhiṃ vai pitaro 'bhisaṃjānate
An der Nabel erkennen die Väter (den Opferherrn).
āvir nābhiṃ kurvīta
Er soll den Nabel offen lassen;
abhīva karṇau prorṇuvīta
die beiden Ohren soll er gleichsam verhüllen.
nāśīrbhya ātmānam antardadhāti
So verbirgt er sich nicht vor den Wünschen.
jānanty enaṃ pitaras
Die Väter erkennen ihn.
ghnanti vā etat somaṃ yad abhiṣuṇvanti
Man erschlägt nämlich den Soma, wenn man ihn presst.
yāvantaḥ prasṛptās syus te sarve 'gniṣṭomam upagāyeyur
So viele (Priester) hinzugekrochen sind, alle sollen den Agniṣṭoma mitsingen [?].
anto vā agniṣṭomas
Das Ende ist nämlich der Agniṣṭoma;
antam evainam āgatya samīrayanti
nachdem sie zum Ende gelangt sind, bringen sie ihn (den Opferherrn) in Bewegung.
indriyāya vai kaṃ brāhmaṇas somaṃ pibati
Für die Sinneskraft [?] trinkt der Brāhmaṇa den Soma.
yad upagāyed indriyaṃ nissvaret
Wenn (einer) mitsänge, würde er die Sinneskraft „ausklingen“ lassen [?].
tasmān nopageyam
Daher darf man nicht mitsingen.
saṃvatsaro vā agniṣṭomas
Der Agniṣṭoma ist nämlich das Jahr.
dvādaśāgniṣṭomasya stotrāṇi
Zwölf sind die Stotras des Agniṣṭoma,
dvādaśa māsās saṃvatsaras
zwölf Monate hat das Jahr;
saṃvatsaraṃ prajā anuprajāyante
dem Jahr entlang werden die Geschöpfe gezeugt.
yad agniṣṭomasya stotre 'pa upapravartayati
Dass er beim Stotra des Agniṣṭoma Wasser herbeifließen lässt,
prajananāya
(geschieht) zur Zeugung.
yad vai patnī yajñe karoti tan mithunam
Was die Gattin beim Opfer tut, das ist Paarung.
yat patny apa upapravartayati
Dass die Gattin Wasser herbeifließen lässt,
mithuna eva retaḥ prasiñcati
damit gießt er in der Paarung den Samen aus.
udgātrā patnīm̐ saṃkhyāpayati
Durch den Udgātṛ lässt er die Gattin (die Stotras) mitzählen.
vṛṣā vā udgātā
Der Udgātṛ ist nämlich der Stier;
patnyāḥ prajāḥ prajāyante
von der Gattin werden Nachkommen erzeugt.
vṛṣāṇam evāsyām apisṛjati
Den Stier lässt er zu ihr hin los;
prajananāya
zur Zeugung.
ūrubhyāṃ pravartayati
Sie lässt es zwischen den Schenkeln fließen,
ūrubhyām̐ hi prajāḥ prajāyante
denn zwischen den Schenkeln werden Nachkommen erzeugt;
prajananāya
zur Zeugung.
antarata iva nu devatā
Innerlich gleichsam (wirkt) die Gottheit,
antarato hy eṣā vīryaṃ karoti
denn sie (die Gattin) wirkt Manneskraft von innen her [?].
dūram uparyudūheta
Sie soll es weit hinauf abführen [?];
ahrītamukhy asyā jāyate
dann wird ihr eine nicht schamhaftes Antlitz habende (Tochter) [?] geboren.
na dakṣiṇā pravartayet
Sie soll es nicht nach rechts (Süden) fließen lassen;
yad dakṣiṇā pravartayet pitṛbhyaḥ prajāṃ nidhūvet
würde sie es nach Süden fließen lassen, so würde sie den Vätern die Nachkommenschaft zuschütteln [?].
udīcīḥ prācīḥ pravartayati
Nach Norden und Osten lässt sie es fließen.
eṣā vai manuṣyāṇāṃ diṅ
Das ist nämlich die Himmelsrichtung der Menschen;
manuṣyaloka evainā upaprajanayati ‖
in der Menschenwelt also lässt er sie (die Nachkommen) hinzuzeugen.