ardhaṃ vedyāṃ yūpāvaṭasya kuryād ardhaṃ bahirvedi
Die Hälfte der Pfostengrube soll er innerhalb der Vedi machen, die Hälfte außerhalb der Vedi,
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 26
ardhaṃ vedyāṃ yūpāvaṭasya kuryād ardhaṃ bahirvedi
Die Hälfte der Pfostengrube soll er innerhalb der Vedi machen, die Hälfte außerhalb der Vedi,
parimitasya cāparimitasya cāvaruddhyai
zur Gewinnung des Bemessenen und des Unbemessenen.
nāvir uparasya kuryāt
Er soll den unteren (Teil) der Grube nicht offen lassen [?];
yad āvir uparasya kuryād gartamit syāt
ließe er den unteren Teil offen, so wäre er in eine Grube gesteckt [?].
nāparivītam avasṛjet
Er soll (den Pfosten) nicht ungegürtet hinablassen;
yad aparivītam avasṛjet kṣodhuko yajamānas syānn nagnaṃbhāvuko 'dhvaryus
ließe er ihn ungegürtet hinab, so würde der Opferherr hungrig, der Adhvaryu nackt werden [?].
ūrg vai raśanā
Die Raśanā [Anm.: Strick, mit dem der Pfosten umwunden wird] ist nämlich Saft und Kraft.
madhyaṃ prati parivyayati
Er umwindet (den Pfosten) auf der Mitte.
ūrjam eva madhyato dadhāti yajamāne ca prajāsu ca
Saft und Kraft legt er also in die Mitte, in den Opferherrn und in die Geschöpfe.
tasmān madhyataḥ prajā ūrg ūrjayati
Daher stärkt Saft und Kraft die Geschöpfe von der Mitte her.
araśanaṃ minuyād yaṃ dviṣyāt tasya
Ungegürtet soll er (den Pfosten) für den errichten, den er hasst;
ūrg vai raśanā
Die Raśanā ist nämlich Saft und Kraft;
ūrjaivainaṃ vyardhayati
um Saft und Kraft also bringt er ihn.
ūrdhvām udūhed avācīṃ yaṃ dviṣyāt tasya
Nach oben soll er sie hinaufschieben (oder) nach unten [?], für den, den er hasst;
ūrg vai raśanā
Die Raśanā ist nämlich Saft und Kraft;
ūrjaivainaṃ vyardhayati
um Saft und Kraft also bringt er ihn.
upari dūre parivyayed yadi kāmayeta varṣed iti
Oben, weit weg, soll er (sie) umwinden, wenn er wünscht: „Es möge regnen“.
adbhyo vā eṣa oṣadhibhyo varṣati yarhi varṣati
Dieser (Himmel) regnet nämlich aus den Wassern (und) aus den Pflanzen, wenn es regnet;
oṣadhayo raśanā
die Pflanzen sind die Raśanā;
oṣadhīr eva nedīyo vṛṣṭyāḥ karoti
die Pflanzen also macht er dem Regen näher.
tājak pravarṣati
Alsbald regnet es.
adho dūre parivyayed yadi kāmayeta na varṣed iti
Unten, weit weg, soll er (sie) umwinden, wenn er wünscht: „Es möge nicht regnen“.
adbhyo vā eṣa oṣadhibhyo varṣati yarhi varṣati
Dieser (Himmel) regnet nämlich aus den Wassern (und) aus den Pflanzen, wenn es regnet;
oṣadhayo rśanā
die Pflanzen sind die Raśanā;
oṣadhīr eva davīyo vṛṣṭyāḥ karoti
die Pflanzen also macht er dem Regen ferner.
ciraṃ pravarṣati
Lange regnet es nicht [?].
parivīr asi pari tvā daivīr viśo vyayantām iti
„Du bist umhüllt; die göttlichen Stämme sollen dich umwinden.“
daivīr vā etā viśo yad oṣadhayas
Diese göttlichen Stämme sind nämlich die Pflanzen;
oṣadhayo raśanā
die Pflanzen sind die Raśanā.
yajamāno yūpas
Der Opferherr ist der Opferpfosten;
yajamānam eva prajā abhi saṃmukhāḥ karoti
den Opferherrn also macht er den Geschöpfen zugewandt.
parīmaṃ rāyo manuṣyam iti
„Umgeben mögen diesen Menschen die Reichtümer.“
paśavo vai rāyaḥ
Das Vieh ist nämlich der Reichtum;
paśubhir evainam̐ samardhayati
mit Vieh also lässt er ihn gedeihen.
antarikṣasya sānūpeṣeti svarum upohati
Mit „Auf des Luftraums Rücken“ legt er den Svaru [Anm.: Holzspan vom Pfosten] oben daran.
antarikṣadevatyo hy eṣa etarhy uparīvāsmāl lokād adho 'muṣmāt
Denn dieser (Svaru) gehört jetzt dem Luftraum als Gottheit, gleichsam oberhalb dieser Welt, unterhalb jener.
svayaivainaṃ devatayopohati
Mit dessen eigener Gottheit also legt er ihn daran.
pitṝṇām uparam
Für die Väter (ist) das Untere,
manuṣyāṇām ūrdhvam
für die Menschen das Obere;
uparāt
vom Unteren aus [?];
oṣadhīnāṃ raśanāṃ prati
auf die Raśanā der Pflanzen hin;
viśveṣāṃ devānām ūrdhvaṃ raśanāyās
für alle Götter das oberhalb der Raśanā;
indrasya caṣālam
für Indra das Caṣāla;
sādhyānām atiriktam
für die Sādhyas das Überstehende.
evam iva vā eṣu lokeṣu pitaro manuṣyā devās
So gleichsam (verteilen sich) in diesen Welten die Väter, die Menschen, die Götter.
sarvadevatyo yūpas
Der Opferpfosten gehört allen Gottheiten;
sarvābhir evainaṃ devatābhis samardhayati
mit allen Gottheiten also lässt er ihn (den Opferherrn) gedeihen.
agner ardhād upanataṃ yūpasya kuryād bahiṣṭān nirṇatam
Die (Pfostenspitze) soll er zur Agni-Seite hin geneigt machen, nach außen hin abgeneigt.
agner vā ardhād upanatena yajamānāya lokaṃ karoti bahiṣṭān nirṇatena bhrātṛvyam
Mit der zur Agni-Seite hin Geneigten nämlich schafft er dem Opferherrn eine Welt, mit der nach außen Abgeneigten stößt er den Nebenbuhler
yajñān nirṇudate ‖
vom Opfer weg.
yajñena vai devās svargaṃ lokam āyan
Durch das Opfer gelangten die Götter in die Himmelswelt.
te 'kāmayantemaṃ no lokam anyo nānuprajānīyād iti
Sie wünschten: „Kein anderer soll diese unsere Welt erkennen.“
te diśo 'yopayan
Sie verwirrten die Himmelsrichtungen [?].
yad diśo 'yopayam̐s tad yūpasya yūpatvam
Dass sie die Himmelsrichtungen verwirrten [?], darin liegt das Wesen des Opferpfostens (yūpa).
te 'muṃ lokaṃ gatvā vya tṛṣyan
Als sie in jene Welt gelangt waren, wurden sie durstig [?].
te 'vidur amutaḥpradānād vā ihājagāmeti
Sie erkannten: „Von dort aus, durch Darbringung, ist er hierher gekommen.“ [?]
ta etaṃ punaḥ prāyacchan
Sie gaben ihn (den Pfosten) wieder zurück;
tenārdhnuvan
damit gediehen sie.
eṣa vai yajñasya tantus
Dieser ist nämlich der Faden des Opfers;
eṣa uttamapadī
dieser ist der mit dem höchsten Schritt [?].
yathā vai mayūkhāt tantraṃ tāyata evam ato yajñas tāyate
Wie von einem Pflock aus ein Gewebe gespannt wird, so wird von hier aus das Opfer gespannt.
tam̐ ha sma vā etaṃ purāvṛhyaiva juhvati
Früher opferten sie diesen (Span) nur, nachdem sie ihn ausgerissen hatten [?].
yat svaruṃ juhoti
Dass er den Svaru opfert,
etasyaiva niṣkrītyai
(geschieht) zum Loskauf eben dieses (Pfostens).
so 'sya niṣkrītaḥ prītas svagākṛta imāṃl lokān upatiṣṭhate
Ausgelöst, erfreut, auf gutem Weg wird er dessen (des Opferherrn) diese Welten aufsuchen [?].
dyāṃ te dhūmo gacchatv antarikṣam arciḥ pṛthivīṃ bhasma svāheti
„Zum Himmel gehe dein Rauch, zum Luftraum deine Flamme, zur Erde die Asche. Svāhā!“
imān evainaṃ lokān gamayati ‖
In diese Welten also lässt er ihn gehen.